Lernzeit-Rechner
Stunden je Lerntag aus Stoffmenge, Tempo, Wiederholungen und Tagen bis zur Prüfung, mit Plan.
Wie viele Stunden muss ich täglich lernen?
Stoffmenge, Tempo, Wiederholungen und Tage eintragen.
Beispiel: 300 Seiten bei 5 Seiten je Stunde, 3 Wiederholungen, 21 Tage mit 2 freien Tagen je Woche: 8,6 Stunden je Lerntag
So funktioniert der Lernzeit-Rechner
Der Lernzeit-Rechner beantwortet die Frage, die vor jeder Klausur steht: Wie viele Stunden muss ich täglich lernen? Sie geben den Lernstoff in Seiten ein, Ihr Tempo beim ersten Durchgang, die Zahl der Wiederholungen, die Tage bis zur Prüfung, die lernfreien Tage je Woche und die Länge eines Lernblocks, und der Rechner liefert die Gesamtstunden mit 15 Prozent Puffer, die Stunden je Lerntag, die Zahl der Blöcke mit Pausen, eine Einschätzung von entspannt bis kaum zu schaffen, was drei Tage Aufschub kosten und einen Lernplan mit erstem Durchgang, Wiederholungsphase und letztem Tag.
Merksatz: Der erste Durchgang kostet die meiste Zeit, jede Wiederholung die Hälfte der vorigen, und 15 Prozent Puffer gehen immer drauf. Die Eselsbrücke: Seiten durch Tempo gleich Stunden, mal anderthalb für zwei Wiederholungen, mal 1,15 für das Leben, und dann durch die Lerntage.
Drei Beispiele:
- 120 Seiten, 6 Seiten je Stunde, 2 Wiederholungen, 14 Tage, 1 freier Tag je Woche, 45-Minuten-Blöcke: 20 Stunden erster Durchgang, 15 Stunden Wiederholungen, 40 Stunden gesamt, 12 Lerntage, 3,4 Stunden je Tag in 5 Blöcken, 4,4 Stunden mit Pausen, Einschätzung machbar.
- 300 Seiten, 5 je Stunde, 3 Wiederholungen, 21 Tage, 2 freie Tage, 50-Minuten-Blöcke: 60 plus 52,5 plus 16,9 Puffer, 129 Stunden, 15 Lerntage, 8,6 Stunden je Tag, 11 Blöcke, 10,8 Stunden mit Pausen, kaum zu schaffen.
- Dieselben 300 Seiten mit 3 Tagen Aufschub: 10 Stunden je Tag; mit 35 statt 21 Tagen wären es rund 5 Stunden, machbar.
Formeln: erster Durchgang = Seiten / Tempo, Wiederholungen = erster Durchgang × (1/2 + 1/4 + …), gesamt = Summe × 1,15, je Tag = gesamt / Lerntage, Lerntage = Tage × (7 - freie Tage) / 7. Wie viele Tage es bis zum Prüfungstermin noch sind, zählt der Tage-Rechner, und was 10 ECTS an Stunden bedeuten, der ECTS-Rechner.
Wissenswertes zum Thema
Wie der Rechner rechnet: Durchgänge, Halbierung, Puffer
Das Modell dahinter ist die Erfahrung aus Lernforschung und Repetitorien: Der erste Durchgang durch den Stoff, Lesen, Verstehen, Zusammenfassen, Karteikarten schreiben, ist der teuerste, 300 Seiten bei 5 Seiten je Stunde sind 60 Stunden, und das Tempo hängt vom Stoff ab, 8 bis 10 Seiten je Stunde bei leichtem Text, 3 bis 5 bei Jura, Medizin, Mathematik, 1 bis 2 bei Formelsammlungen und Fremdsprachen, für Karteikarten rechnet man eine Karte als 0,2 Seiten. Jede Wiederholung braucht etwa die Hälfte der vorigen, weil bekannter Stoff schneller geht, 30, 15 und 7,5 Stunden für drei Durchgänge, zusammen 52,5, und drei Wiederholungen sind das Minimum, das die Vergessenskurve von Ebbinghaus verlangt: Ohne Wiederholung ist nach einem Tag die Hälfte weg, nach einer Woche drei Viertel, mit drei verteilten Wiederholungen bleibt der Stoff bis zur Prüfung. Der Puffer von 15 Prozent deckt ab, was immer passiert, Krankheit, Ablenkung, Kapitel, die länger dauern, und ist eher knapp als großzügig. Die Lerntage ergeben sich aus den Tagen bis zur Prüfung minus den freien Tagen, 21 Tage mit 2 freien je Woche sind 15, und ein freier Tag je Woche ist nicht Faulheit, sondern Schlaf- und Konsolidierungszeit, die das Gehirn zum Abspeichern braucht. Die Stunden je Tag sind dann gesamt durch Lerntage, 129 durch 15 gleich 8,6, und das ist, so die Einschätzung des Rechners, kaum zu schaffen; 3 Stunden sind entspannt, 5 machbar, 7 straff, darüber hilft nur Priorisieren oder früher anfangen. Für die Prüfung in einer Fremdsprache gilt das Tempo für Vokabeln, und der Wortzähler sagt, wie viele Wörter ein Text hat, der gelernt werden soll.
Lernblöcke, Pausen und die Grenze des Tages
Der Rechner teilt die Tagesstunden in Blöcke, 45 oder 50 Minuten üblich, 25 nach der Pomodoro-Technik, und rechnet je Block 12 Minuten Pause, so dass 8,6 Stunden Lernen 10,8 Stunden am Schreibtisch werden, 11 Blöcke; das zeigt, warum 8 Stunden Lernen am Tag kein 8-Stunden-Tag sind, sondern ein 11-Stunden-Tag. Die Forschung zur Aufmerksamkeit sagt, dass die Konzentration nach 45 bis 60 Minuten deutlich abfällt und nach 5 bis 6 Stunden Nettolernzeit am Tag der Ertrag je Stunde so sinkt, dass die siebte und achte Stunde kaum noch etwas bringen, besonders beim Verstehen neuen Stoffs; Wiederholen und Üben vertragen mehr Stunden als Erarbeiten. Der Lernplan des Rechners teilt die Zeit deshalb 60 zu 40: Die ersten 60 Prozent der Lerntage für den ersten Durchgang, 33 Seiten je Tag beim Beispiel mit 9 Tagen, die restlichen 40 Prozent für die Wiederholungen, mit der Regel "aktiv abfragen statt lesen", Karteikarten, Altklausuren, Lerngruppe, Erklären, und der letzte Tag für den Überblick und frühen Schlaf, weil Schlaf vor der Prüfung mehr bringt als die letzte Nacht. Die Zeile "wenn Sie 3 Tage später anfangen" ist die Mahnung: Aus 8,6 werden 10 Stunden, und aus machbar wird unmöglich, der Aufschub ist bei Lernzeit der teuerste Fehler. Aktive Methoden verändern das Tempo: Wer Zusammenfassungen schreibt, schafft beim ersten Durchgang weniger Seiten, braucht aber für die Wiederholungen nur die Zusammenfassung, und das Modell mit der Halbierung bildet genau das ab. Wie viele Tage zwischen heute und dem Prüfungstermin liegen, Wochenenden und Feiertage eingerechnet, liefert der Arbeitstage-Rechner.
Typische Fehler und wie der Plan hält
Der erste Fehler ist das Tempo nach Wunsch statt nach Messung: Eine Stunde mit dem Skript und der Uhr sagt, ob es 5 oder 3 Seiten sind, und der Unterschied macht aus 60 Stunden 100. Der zweite ist die Rechnung ohne freie Tage, 21 Tage am Stück lernt niemand, und der Plan bricht am ersten Sonntag. Der dritte sind null Wiederholungen, einmal gelesen ist nicht gelernt, und die Prüfung findet nach der Vergessenskurve statt. Der vierte ist der fehlende Puffer. Der fünfte ist das passive Wiederholen, noch einmal lesen fühlt sich nach Lernen an und bringt wenig, Abfragen bringt viel, die Forschung nennt das Testing-Effekt. Der sechste ist das Lernen bis in die Nacht vor der Prüfung, Schlafmangel kostet mehr Punkte als die zwei Stunden bringen. Der siebte ist der Plan ohne Priorisierung, wenn die Stunden nicht reichen, kommen die prüfungsrelevanten Kapitel zuerst, nicht die ersten im Skript. Der achte ist Multitasking, Handy und Musik mit Text halbieren das Tempo. Und der neunte ist der Rechner selbst, der ein Modell ist: Wer merkt, dass die Wiederholung mehr als die Hälfte braucht, setzt mehr Wiederholungen an oder weniger Tempo. Wer für mehrere Prüfungen parallel lernt, rechnet jede einzeln und addiert die Stunden je Tag, und die Tage dazwischen zählt der Tage-Rechner.
Ein Stück Geschichte: Ebbinghaus, Pomodoro und die Lernkartei
Hermann Ebbinghaus lernte 1879 bis 1884 in Berlin sinnlose Silben auswendig, "ZUK", "QEH", "DAX", und prüfte, wie viel er nach Stunden, Tagen und Wochen noch wusste, und veröffentlichte 1885 in "Über das Gedächtnis" die Vergessenskurve, nach der ohne Wiederholung nach 20 Minuten 42 Prozent, nach einem Tag 67 Prozent und nach einem Monat 79 Prozent verloren sind, sowie den Abstandseffekt: Verteiltes Lernen hält länger als geballtes. Der Hamburger Journalist Sebastian Leitner machte daraus 1972 in "So lernt man lernen" die Lernkartei mit fünf Fächern, in der gewusste Karten ein Fach weiterwandern und vergessene zurück, das System, das heute in Anki und jeder Vokabel-App steckt. Francesco Cirillo, Student in Rom, nahm 1987 eine tomatenförmige Küchenuhr, stellte sie auf 25 Minuten und erfand die Pomodoro-Technik, 25 Minuten Arbeit, 5 Minuten Pause, nach vier Blöcken eine lange Pause, die er 2006 als Buch veröffentlichte. Die Forschung zum Testing-Effekt, dass sich selbst abzufragen besser wirkt als wiederholtes Lesen, stammt von Henry Roediger und Jeffrey Karpicke 2006 in St. Louis, und die Metaanalyse von John Dunlosky 2013 bewertete zehn Lerntechniken und fand nur zwei mit hoher Wirksamkeit, verteiltes Üben und Selbsttests, während Markieren und Zusammenfassen schwach abschnitten. Der Rechner setzt diese Befunde in Stunden um, mit Halbierung je Wiederholung, Blöcken mit Pausen und einem Plan, der das Abfragen in die zweite Hälfte legt.
Praktische Tipps
Messen Sie Ihr Tempo mit einer Stunde und der Uhr, bevor Sie rechnen. Planen Sie einen freien Tag je Woche, zwei bei langen Phasen. Setzen Sie mindestens zwei Wiederholungen an, drei bei Stoff, der sitzen muss. Fragen Sie sich in der Wiederholungsphase ab, statt zu lesen. Priorisieren Sie, wenn die Stunden je Tag über 6 liegen. Fangen Sie heute an, die Zeile mit den 3 Tagen Aufschub zeigt, warum. Schlafen Sie in der letzten Nacht. Und rechnen Sie nach einer Woche neu, mit dem gemessenen Fortschritt. Was ein Semester an Lernstunden insgesamt verlangt, zeigt der ECTS-Rechner mit 25 bis 30 Stunden je Punkt.
Häufige Fragen
Wie viele Stunden am Tag muss ich lernen?
Das rechnet der Rechner aus Stoff, Tempo, Wiederholungen und Tagen: 300 Seiten bei 5 Seiten je Stunde mit 3 Wiederholungen in 21 Tagen mit 2 freien je Woche sind 129 Stunden auf 15 Lerntage, 8,6 Stunden je Tag, kaum zu schaffen. 120 Seiten in 14 Tagen sind 3,4 Stunden, machbar.
Wie lange dauert eine Wiederholung?
Etwa die Hälfte des vorigen Durchgangs, weil bekannter Stoff schneller geht: Nach 60 Stunden erstem Durchgang 30, 15 und 7,5 Stunden für drei Wiederholungen, zusammen 52,5. Der Rechner rechnet so und legt 15 Prozent Puffer auf die Summe.
Wie viele Wiederholungen brauche ich?
Mindestens zwei, besser drei, verteilt über die Lernzeit. Nach der Vergessenskurve ist ohne Wiederholung nach einem Tag die Hälfte und nach einer Woche drei Viertel des Stoffs weg. Jede Wiederholung sollte aktiv sein, Abfragen, Altklausuren, Erklären, nicht erneutes Lesen.
Wie lang sollte ein Lernblock sein?
45 bis 50 Minuten mit 10 bis 15 Minuten Pause, bei Pomodoro 25 Minuten mit 5 Minuten Pause. Der Rechner rechnet 12 Minuten Pause je Block: 8,6 Stunden Lernen in 50-Minuten-Blöcken sind 11 Blöcke und 10,8 Stunden am Schreibtisch. Mehr als 6 Stunden netto am Tag bringen wenig.
Was bedeutet die Einschätzung "kaum zu schaffen"?
Mehr als 7 Stunden je Lerntag. Bis 3 Stunden gilt entspannt, bis 5 machbar, bis 7 straff. Darüber hilft nur, früher anzufangen oder zu priorisieren: Mit 35 statt 21 Tagen fallen die 300 Seiten auf rund 5 Stunden je Tag.
Was kostet es, 3 Tage später anzufangen?
Beim Beispiel mit 300 Seiten steigen die Stunden je Tag von 8,6 auf 10, bei 120 Seiten in 14 Tagen von 3,4 auf 4,5. Der Rechner zeigt die Zeile mit an, weil Aufschub bei Lernzeit der teuerste Fehler ist.
Wie zähle ich Karteikarten als Seiten?
Eine Karteikarte als 0,2 Seiten, 500 Karten sind also 100 Seiten. Für Vokabeln gilt das Tempo in Wörtern je Stunde, meist 20 bis 40 neue mit Wiederholung. Bei Formelsammlungen und Fremdsprachen liegt das Seitentempo bei 1 bis 2, bei leichtem Lesestoff bei 8 bis 10.
Wie sieht der Lernplan aus?
60 Prozent der Lerntage für den ersten Durchgang mit Zusammenfassungen und Karteikarten, bei 15 Lerntagen die Tage 1 bis 9 mit 33 Seiten je Tag, danach die Wiederholungen mit aktivem Abfragen und Altklausuren, schwache Themen zuerst, und am letzten Tag nur Überblick und früh schlafen.