Ankerketten-Rechner
Dreifach, fünffach oder siebenfach? Der Rechner sagt, wie viel Kette oder Leine bei Ihrer Wassertiefe und dem angesagten Wind zu stecken ist und ob der Vorrat an Bord reicht.
Wie viel Ankerkette muss ich stecken?
Wassertiefe, Klüsenhöhe, Tide, Geschirr, Wind und Kettenvorrat eintragen.
Beispiel: 5 m Tiefe, Klüse 1 m, mäßiger Wind, Kette: Faktor 4, 24 m stecken (300 Glieder zu 80 mm), Schwojkreis 66 m; bei 8 Bft 42 m
Reicht die Wassertiefe?
Kartentiefe plus Tide minus Tiefgang, halbe Wellenhöhe und Sicherheitsmarge.
Beispiel: 2,5 m Kartentiefe, 1,8 m Tiefgang, 0,3 m Welle, 0,5 m Marge: 0,7 m unter dem Kiel, Reserve 0,05 m
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So funktioniert der Ankerketten-Rechner
Der Ankerketten-Rechner beantwortet die Frage, die jeder Skipper vor dem Ankern stellt: Wie viel Kette stecken? Sie tragen die Wassertiefe aus dem Echolot ein, die Höhe der Ankerklüse über dem Wasser, den Tidenhub bis zum nächsten Hochwasser, wählen das Ankergeschirr, durchgehende Kette, Kette mit Leine oder Leine, und die Wetterlage von ruhig bis stürmisch, und der Rechner liefert die zu steckende Kettenlänge in Metern, die Zahl der Kettenglieder bei der angegebenen Gliedlänge, die Längen für alle vier Wetterstufen zum Vergleich, den Schwojkreis, den das Boot um den Anker beschreibt, und die Prüfung, ob die Kette an Bord reicht und bis zu welcher Wassertiefe sie bei diesem Wetter noch ausreicht. Das ist der Rechner für die Ankerbucht am Abend, die Frage, warum die 30 Meter Kette bei 7 Beaufort nicht gehalten haben, und für das Verständnis der Faustregeln, die in jedem Segelkurs vorkommen, aber selten vorgerechnet werden.
Merksatz: Kette mindestens dreifach, bei Wind fünffach, Leine siebenfach, immer bezogen auf die Höhe von der Klüse bis zum Grund bei Hochwasser, nicht auf die Wassertiefe allein. Die Eselsbrücke: Tiefe plus Freibord plus Tide, mal Faktor, fertig.
Drei Beispiele:
- 5 m Wassertiefe, Klüse 1 m, keine Tide, Kette, mäßiger Wind (4 bis 5 Bft): 6 m bis zum Grund, Faktor 4, also 24 m Kette, rund 300 Glieder zu 80 mm; bei ruhigem Wetter 18 m, bei starkem Wind 30, bei Sturm 42 m. Schwojkreis 66 m bei 10 m Bootslänge, 50 m an Bord reichen mit 26 m Reserve.
- 8 m Tiefe, Klüse 1,5 m, 2 m Tide bis Hochwasser, Kette, starker Wind (6 bis 7 Bft): 11,5 m bis zum Grund, Faktor 5, 58 m Kette, 725 Glieder; 60 m an Bord reichen gerade, Schwojkreis 138 m.
- 12 m Tiefe, Klüse 1 m, Kette, Sturm (ab 8 Bft): 13 m bis zum Grund, Faktor 7, 91 m Kette; 50 m an Bord reichen nicht, es fehlen 41 m, bei diesem Wetter wären höchstens 6,1 m Wassertiefe vertretbar.
Formeln: Höhe H = Wassertiefe + Klüsenhöhe + Tidenhub, Kettenlänge L = H × Faktor, Glieder = L / Gliedlänge, Schwojradius = √(L² - H²) + Bootslänge. Die Windstärke in Beaufort rechnet der Beaufort-Rechner aus Knoten oder km/h um, Wassertiefen in Faden der Faden-Meter-Rechner.
Der zweite Kasten beantwortet die Frage vor jeder Einfahrt: Reicht die Wassertiefe? Kartentiefe plus Tidenhöhe minus Tiefgang ergibt den Abstand unter dem Kiel; davon gehen die halbe Wellenhöhe und eine Sicherheitsmarge ab. Bei 2,5 m Kartentiefe, 1,8 m Tiefgang, 0,3 m Welle und 0,5 m Marge bleiben 0,70 m unter dem Kiel und 0,05 m Reserve, es reicht knapp. Bei 1,2 m Kartentiefe im Tidenrevier braucht ein Boot mit 1,5 m Tiefgang mindestens 0,9 m Tidenhöhe über Kartennull, mit 1,8 m Tide sind es 1,5 m unter dem Kiel.
Wissenswertes zum Thema
Warum die Kette flach liegen muss
Ein Anker hält nicht, weil er schwer ist, sondern weil er sich eingräbt, und das tut er nur, wenn der Zug waagerecht am Schaft ansetzt. Jeder Winkel nach oben hebelt die Flunken aus dem Grund, nach Herstellerangaben verliert ein moderner Anker bei 15 Grad Zugwinkel schon rund ein Viertel seiner Haltekraft, bei 30 Grad etwa die Hälfte. Deshalb liegt zwischen Boot und Anker Kette: Ihr Gewicht lässt sie als Kettenlinie durchhängen, so dass das letzte Stück vor dem Anker flach auf dem Grund liegt, und erst wenn der Wind das Boot so stark zieht, dass die Kette gestreckt ist, kommt der Zug am Anker hoch. Je mehr Kette gesteckt ist, desto mehr Wind braucht es, bis das passiert, und genau das ist der Grund für die Faktoren im Rechner: Bei dreifacher Länge der Klüsenhöhe liegt die Kette bei leichtem Wind flach, bei fünffacher auch bei 6 Beaufort, bei siebenfacher reicht es für Sturm, und mehr als zehnfach bringt kaum noch Gewinn, weil die Kette dann ohnehin gestreckt ist. Leine hat kein Gewicht, sie bildet keine Kettenlinie, und muss deshalb mit Faktor 7 bis 12 viel länger gesteckt werden; ihr Vorteil ist die Elastizität, die Böen abfedert, was bei durchgehender Kette ein Ruckdämpfer aus Gummi oder ein Stück Leine als Hahnepot übernimmt. Gemessen wird immer von der Klüse, nicht von der Wasseroberfläche: Bei 5 m Wasser und 1 m Freibord sind es 6 m, und der Fehler, nur die Tiefe zu nehmen, kostet bei einer Yacht ein Sechstel der Länge.
Tide, Schwojkreis und die Kette an Bord
In Revieren mit Gezeiten zählt die Tiefe bei Hochwasser, denn dann ist die Kette am kürzesten im Verhältnis zur Höhe, und bei Niedrigwasser muss gleichzeitig noch Wasser unter dem Kiel sein; wer bei Niedrigwasser ankert, trägt den vollen Tidenhub ein, wer bei Hochwasser kommt, 0, dazwischen den Rest bis zum nächsten Hochwasser aus der Tidentabelle. Der Schwojkreis ist der Kreis, in dem das Boot bei drehendem Wind um den Anker wandert: Sein Radius ist die waagerechte Entfernung vom Anker zur Klüse plus die Bootslänge, bei 24 m Kette in 6 m Höhe also 23 plus 10 m, der Durchmesser 66 m. In einer vollen Bucht ist das die Zahl, die entscheidet, ob man hinter dem Nachbarn Platz hat, zumal der mit anderer Kettenlänge anders schwojt; Boote an Leine schwojen schneller und weiter als Boote an Kette. Die Kette an Bord begrenzt alles: Mit 50 m Kette und Faktor 5 liegt die Grenze bei 10 m Höhe, also 9 m Wassertiefe bei 1 m Freibord, und der Rechner nennt diese maximale Tiefe für das gewählte Wetter. Übliche Ausrüstung sind 30 bis 50 m Kette auf Yachten bis 10 m, 60 bis 80 m darüber, Fahrtensegler fahren 100 m und mehr. Die Gliederzahl hilft beim Abzählen, wenn keine Markierung vorhanden ist; sonst markiert man die Kette alle 5 oder 10 m mit Farbe oder Kabelbindern.
Kette, Kaliber und die Faustregeln der Verbände
Ankerkette für Yachten ist kalibriert, damit sie in die Kettennuss der Ankerwinsch passt: Die DIN 766 mit 10 mm Drahtstärke hat eine Teilung von 28 mm je Glied und wiegt 2,3 kg je Meter, 8 mm wiegen 1,4 kg, 6 mm bei kleinen Booten 0,8 kg; die ISO-Kette mit 30 mm Teilung bei 10 mm passt nicht in dieselbe Winsch. Die Gliedlänge im Rechner ist deshalb frei einstellbar, 28 mm für das Abzählen echter Glieder, 80 mm oder eine andere Zahl für Markierungsglieder oder Kettenmeter nach eigener Zählung. Die Faktoren des Rechners entsprechen den Empfehlungen der Segelverbände und Ausbildungsliteratur: Der Deutsche Segler-Verband und die RYA lehren Kette dreifach bis fünffach, Leine fünffach bis siebenfach als Minimum, mit Zuschlag bei Wind, Schwell und schlechtem Grund. Die Haltekraft hängt außerdem vom Grund ab, Sand und Lehm halten gut, Schlick weniger, Kraut und Fels schlecht, und vom Anker: Moderne Anker wie Rocna, Spade oder Bügelanker halten bei gleichem Gewicht ein Mehrfaches des alten Plattenankers. Wer bei auffrischendem Wind mehr Kette steckt, sollte das früh tun, denn gegen 7 Beaufort lässt sich die Kette von Hand nicht mehr nachsteckern, ohne dass das Boot den Anker aus dem Grund reißt.
Ein Stück Geschichte: Vom Stein zum Pflugscharanker
Die ersten Anker waren Steine mit Loch und Leine, seit der Bronzezeit auch Steine mit Holzpflöcken, die sich eingruben; die Griechen und Römer bauten Anker aus Holz mit Bleistock, der den Schaft flach legte, und Blei-Ankerstöcke aus römischen Wracks wiegen bis zu 600 Kilogramm. Der eiserne Admiralitätsanker mit Stock und zwei Flunken war vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert Standard, und die Kette ersetzte die Hanftrosse erst ab 1808, als die britische Admiralität Eisenketten einführte, nachdem Hanf an Felsgrund zu oft durchgescheuert war. Die stocklosen Anker, bei denen beide Flunken kippen und sich eingraben, patentierte William Hall 1885, der Patentanker ist bis heute der Standard auf Handelsschiffen. Für Yachten erfand Geoffrey Taylor 1933 den CQR-Pflugscharanker, Richard Danforth 1939 den leichten Plattenanker, und Peter Bruce 1972 den Bügelanker für Bohrinseln, der als kleine Version auf Segelyachten kam; seit 2004 setzt der neuseeländische Rocna mit Rollbügel die Maßstäbe in den Haltetests der Fachzeitschriften. Die Faustregel "dreimal die Wassertiefe" steht schon in Handbüchern des 19. Jahrhunderts, nur dass sie damals für Hanf galt und heute für Kette zu knapp ist.
Praktische Tipps
Messen Sie die Tiefe mit dem Echolot am Ankerplatz, nicht in der Einfahrt, und rechnen Sie die Klüsenhöhe dazu. Prüfen Sie die Wettervorhersage für die Nacht und wählen Sie die Wetterstufe danach, nicht nach dem Wind beim Ankern; die Windstärke in Beaufort aus Knoten oder km/h liefert der Beaufort-Rechner. Fahren Sie den Anker mit dem Motor rückwärts ein und kontrollieren Sie mit Peilung an Land oder Ankeralarm, ob er hält. Stecken Sie bei auffrischendem Wind früh nach. Lassen Sie den Schwojkreis zum Nachbarn frei und rechnen Sie dessen Kreis dazu. Markieren Sie die Kette alle 5 oder 10 m, dann brauchen Sie die Glieder nicht zu zählen. Und für die Fahrt in die Bucht, die Zeit bis zum Ankerplatz und die Geschwindigkeit in Knoten sind der Seefahrt-Rechner und der Knoten-Rechner da; Seekarten in Seemeilen rechnet der Seemeilen-Umrechner um.
Häufige Fragen
Wie viel Ankerkette muss ich stecken?
Wassertiefe plus Klüsenhöhe plus Tidenhub, mal Faktor: bei Kette 3 bei ruhigem Wetter, 4 bei 4 bis 5 Beaufort, 5 bei 6 bis 7 und 7 bei Sturm. Bei 5 m Tiefe und 1 m Freibord sind das 18, 24, 30 oder 42 m. Bei Leine gilt mindestens das Siebenfache, bei Kettenvorlauf mit Leine das Fünffache.
Warum rechnet man ab der Klüse und nicht ab der Wasseroberfläche?
Weil der Winkel der Kette am Anker von der gesamten Höhe zwischen Klüse und Grund abhängt, und das Freibord am Bug einer Yacht 1 bis 1,5 m ausmacht. Bei 5 m Wassertiefe sind das ein Sechstel mehr; wer es weglässt, steckt zu wenig und der Anker wird bei Wind ausgehebelt.
Wie rechne ich die Tide beim Ankern ein?
Mit der Tiefe bei Hochwasser: Beim Ankern bei Niedrigwasser den vollen Tidenhub dazurechnen, bei Hochwasser nichts, dazwischen die Differenz bis zum nächsten Hochwasser aus der Tidentabelle. Bei 8 m Tiefe, 1,5 m Klüse und 2 m Tide sind es 11,5 m Höhe und bei starkem Wind 58 m Kette. Bei Niedrigwasser muss zusätzlich Wasser unter dem Kiel bleiben.
Was ist der Schwojkreis und wie groß ist er?
Der Kreis, in dem das Boot bei drehendem Wind um den Anker wandert. Radius ist die waagerechte Entfernung vom Anker zur Klüse (Wurzel aus Kettenlänge² minus Höhe²) plus die Bootslänge: 24 m Kette bei 6 m Höhe und 10 m Boot ergeben 33 m Radius, 66 m Durchmesser. So viel Platz braucht das Boot zu Nachbarn und Ufer.
Wie viele Kettenglieder sind 24 Meter?
Bei Markierungsgliedern mit 80 mm Länge 300 Glieder, bei einer echten 10-mm-Kette nach DIN 766 mit 28 mm Teilung 857 Glieder. Im Rechner lässt sich die Gliedlänge frei eintragen. Praktischer ist, die Kette alle 5 oder 10 m mit Farbe oder Kabelbindern zu markieren.
Reichen 30 Meter Kette?
Bei 1 m Freibord und Faktor 5 für starken Wind nur bis 5 m Wassertiefe, bei mäßigem Wind mit Faktor 4 bis 6,5 m. Bei Sturm mit Faktor 7 nur bis gut 3 m. Für Yachten bis 10 m sind 40 bis 50 m Kette üblich, darüber 60 bis 80 m. Der Rechner nennt für die eingetragene Kette die maximale Tiefe beim gewählten Wetter.
Kette oder Leine: Was ist besser zum Ankern?
Kette liegt durch ihr Gewicht flach auf dem Grund und hält den Zug am Anker waagerecht, deshalb reicht das Drei- bis Fünffache der Höhe; sie scheuert nicht an Fels und Kraut. Leine ist leicht und elastisch, braucht aber das Sieben- bis Zwölffache und einen Kettenvorlauf von mindestens einer Bootslänge. Die meisten Yachten fahren durchgehende Kette mit Ruckdämpfer.
Wie viel wiegt eine Ankerkette?
Kalibrierte Kette nach DIN 766 wiegt bei 6 mm etwa 0,8 kg je Meter, bei 8 mm 1,4 kg und bei 10 mm 2,3 kg; 50 m 10er-Kette sind also 115 kg im Bug. Die Teilung beträgt bei 10 mm 28 mm je Glied, ISO-Ketten mit 30 mm passen nicht in dieselbe Kettennuss der Winsch.
Wie viel Wasser brauche ich unter dem Kiel?
Tiefgang plus halbe Wellenhöhe plus Sicherheitsmarge, üblich 0,5 m, bei Fels und Schwell 1 m. Bei 2,5 m Kartentiefe ohne Tide und 1,8 m Tiefgang bleiben 0,7 m unter dem Kiel; mit 0,3 m Welle und 0,5 m Marge ist das gerade noch ausreichend. Kartentiefen gelten ab Kartennull, die Gezeit kommt dazu.