Bootsverbrauch-Rechner
Drei Rechner rund ums Motorboot: Verbrauch pro Stunde aus Motorleistung und Last, Reichweite aus Tank und Geschwindigkeit, feste Kosten für Liegeplatz und Winterlager.
Verbrauch pro Stunde
Faustwerte: Benzin 0,35 l je PS und Stunde, Diesel 0,21 l bei Vollgas.
Beispiel: 115 PS Benziner, 60 % Last: 24,2 l/h
Reichweite aus Tank
Drittel-Regel: ein Drittel hin, ein Drittel zurück, ein Drittel Reserve.
Beispiel: 100 l, 12 l/h, 18 kn, 10 % Reserve: 135 sm
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Liegeplatz und Winterlager
Viele Häfen rechnen nach Länge × Breite, Strom und Kranen oft extra.
Beispiel: 8 × 3 m, 55 und 35 €/m²: 2.860 € im Jahr
So funktioniert der Bootsverbrauch-Rechner
Der Bootsverbrauch-Rechner beantwortet die drei Geldfragen, die vor dem Bootskauf und vor jedem Törn stehen. Der erste Rechner schätzt den Spritverbrauch in Litern pro Stunde aus der Motorleistung in PS, der Motorart und der durchschnittlichen Last, und rechnet ihn über die Motorstunden pro Saison in Liter und Euro hoch. Der zweite berechnet die Reichweite aus Tankinhalt, Verbrauch pro Stunde, Geschwindigkeit in Knoten und Ihrer Reserve, in Stunden, Seemeilen und Kilometern, dazu den Verbrauch je Seemeile und den Wendepunkt nach der Drittel-Regel. Der dritte summiert die Liegeplatzkosten aus Länge mal Breite, Preis je Quadratmeter für Sommerliegeplatz und Winterlager, Kranen und Nebenkosten zu den festen Jahreskosten. Alle drei arbeiten mit Faustwerten, die Sie durch eigene Messwerte ersetzen können.
Merksatz: Ein Benziner trinkt bei Vollgas rund 0,35 Liter je PS und Stunde, ein Diesel rund 0,21, und im Alltag fährt man mit 50 bis 70 Prozent davon. Eselsbrücke für die Reichweite: Liter durch Liter pro Stunde ergibt Stunden, Stunden mal Knoten ergibt Seemeilen.
Drei Beispiele:
- 115-PS-Viertakter, 60 % Last, 40 Stunden, 1,85 €/l: Vollgas 40,3 l/h, bei 60 % 24,2 l/h, 966 Liter und 1.787,10 € pro Saison, 44,68 € je Motorstunde.
- Reichweite mit 100 Litern, 12 l/h, 18 Knoten, 10 % Reserve: 90 Liter nutzbar, 7,5 Stunden, 135 Seemeilen oder 250 km, 0,67 Liter je Seemeile. Wendepunkt nach der Drittel-Regel: 50 Seemeilen.
- Liegeplatz für 8 × 3 m bei 55 und 35 €/m²: 24 m², Sommer 1.320 €, Winter 840 €, mit 300 € Kranen und 400 € Nebenkosten 2.860 € im Jahr, 238,33 € im Monat.
Formeln: Verbrauch = PS × spezifischer Verbrauch × Last, Fahrzeit = nutzbare Liter / Liter pro Stunde, Reichweite = Fahrzeit × Knoten, Liter je Seemeile = Liter pro Stunde / Knoten, Liegeplatz = Länge × Breite × Preis je m². Für die Grenzgeschwindigkeit eines Verdrängers gibt es den Rumpfgeschwindigkeit-Rechner, für Knoten, Seemeilen und km/h den Knoten-Rechner.
Wissenswertes zum Thema
Warum Boote nach Stunden verbrauchen, nicht nach Kilometern
Beim Auto gilt Liter je 100 Kilometer, beim Boot Liter pro Stunde. Der Grund: Ein Schiffsmotor arbeitet gegen das Wasser, und wie weit das Boot dabei kommt, hängt von Rumpf, Beladung, Strömung und Welle ab, nicht vom Motor allein. Der Verbrauch pro Stunde ist dagegen fast nur eine Funktion der abgegebenen Leistung. Daraus stammt die Faustregel, die der Rechner nutzt: Ein moderner Benzin-Viertakter braucht bei Volllast etwa 0,35 Liter je PS und Stunde, ein Dieselmotor wegen des höheren Wirkungsgrads und der höheren Energiedichte des Kraftstoffs etwa 0,21 Liter, ein alter Vergaser-Zweitakter bis zu 0,5 Liter. Ein 115-PS-Außenborder kommt so auf gut 40 Liter in der Stunde bei Vollgas. Die zweite Größe ist die Last. Niemand fährt stundenlang Vollgas; bei Marschfahrt liegen Gleitboote meist bei 60 bis 75 Prozent der Leistung, Verdränger bei 25 bis 40 Prozent, weil sie oberhalb der Rumpfgeschwindigkeit ohnehin nicht schneller werden. Der Rechner multipliziert Vollgasverbrauch und Lastanteil und zeigt zur Orientierung auch die Werte bei 30, 50 und 80 Prozent.
Reichweite, Verbrauch je Seemeile und die Drittel-Regel
Für die Törnplanung zählt nicht der Stundenverbrauch, sondern der Verbrauch je Seemeile, also Liter pro Stunde geteilt durch Knoten. Hier zeigt sich der große Unterschied zwischen Verdränger und Gleiter: Ein Verdränger mit 6 l/h bei 7 Knoten braucht 0,86 Liter je Seemeile, ein Gleitboot mit 12 l/h bei 18 Knoten nur 0,67, obwohl es doppelt so viel pro Stunde verbrennt. Bei Gleitbooten gibt es einen wirtschaftlichen Bereich knapp über der Gleitschwelle; darunter, im Halbgleitmodus mit hoher Bugwelle, steigt der Verbrauch je Meile stark an. Der Rechner zieht vom Tankinhalt zuerst die Reserve ab, bevor er rechnet, denn der letzte Rest ist wegen Schwappbewegungen, Schräglage und Tankgeometrie nicht sicher nutzbar. Bewährt hat sich die Drittel-Regel der Seefahrt: ein Drittel des Kraftstoffs für den Hinweg, ein Drittel für den Rückweg, ein Drittel bleibt im Tank. Mit 100 Litern und 12 l/h heißt das: Umkehren spätestens nach 2,8 Stunden oder 50 Seemeilen. Gegenwind, Strom und Welle können den Verbrauch je Meile um ein Drittel und mehr anheben, deshalb gehört in die Planung der Verbrauch bei Marschfahrt aus dem eigenen Logbuch, nicht der Prospektwert.
Was ein Boot wirklich kostet: Liegeplatz, Winterlager, Nebenkosten
Der Kraftstoff ist bei den meisten Freizeitbooten nicht der größte Posten. Mit 30 bis 80 Motorstunden im Jahr liegen die Spritkosten oft unter den festen Kosten für den Liegeplatz. Häfen rechnen überwiegend nach belegter Fläche, Länge mal Breite, mit Preisen je Quadratmeter und Saison, die von 30 bis 60 Euro an Binnenseen über 60 bis 100 Euro an der Ostsee bis zu mehreren hundert Euro in gefragten Mittelmeerhäfen reichen. Dazu kommt das Winterlager mit 20 bis 40 Euro je Quadratmeter im Freien und 40 bis 80 Euro in der Halle, das Kranen zweimal im Jahr, die Haftpflicht- und Kaskoversicherung, Wartung, Antifouling und bei Vereinen die Arbeitsstunden oder deren Ablösung. Ein 8-Meter-Boot kommt so schnell auf knapp 3.000 Euro Fixkosten, eine 11-Meter-Yacht an der Küste auf 6.500 Euro und mehr, bevor der Motor einmal gelaufen ist. Der Rechner addiert diese Posten und zeigt die Kosten je Monat und je Meter Bootslänge, womit sich Angebote verschiedener Häfen vergleichen lassen. Eine Faustformel vieler Eigner lautet, dass Unterhalt und Liegeplatz zusammen jährlich etwa 10 Prozent des Bootswerts kosten; bei älteren Booten mit niedrigem Wert liegt der Anteil höher.
Ein Stück Geschichte
Der erste brauchbare Außenbordmotor stammt von Ole Evinrude, der 1909 in Milwaukee einen 1,5-PS-Motor baute, angeblich, weil er bei einem Ausflug Eis für seine Verlobte über den See rudern musste und es unterwegs schmolz. Zur selben Zeit lieferte Rudolf Diesels Motor, 1897 erstmals betriebsfähig, bald den Antrieb für Schiffe: 1903 fuhr auf der Wolga der Tanker "Vandal" als erstes Dieselschiff, 1912 die dänische "Selandia" als erstes hochseetüchtiges Motorschiff. Der Dieselvorteil von rund einem Drittel weniger Kraftstoff je Pferdestärke war von Anfang an das Verkaufsargument. In der Freizeitschifffahrt dominierten bis in die 1990er Jahre Zweitakt-Außenborder, die Öl im Benzin mitverbrannten; strengere Abgasvorschriften in den USA und die EU-Sportbootrichtlinie von 1994 brachten dann den Viertakter und die Direkteinspritzung, die den Verbrauch je PS um gut ein Drittel senkten. Die Drittel-Regel für Kraftstoff stammt aus der Fliegerei und der Berufsschifffahrt und steht heute in jedem Lehrbuch für den Sportbootführerschein. Und die Seemeile, nach der Bootsfahrer ihre Reichweite messen, wurde 1929 international auf 1.852 Meter festgelegt, eine Bogenminute des Erdumfangs.
Praktische Tipps
Messen Sie den eigenen Verbrauch einmal sauber: volltanken, Motorstunden notieren, nach dem Törn wieder volltanken, Liter durch Stunden teilen. Dieser Wert gehört in den Reichweitenrechner, nicht der Faustwert. Fahren Sie Gleitboote knapp über der Gleitschwelle und Verdränger bei 70 bis 85 Prozent der Rumpfgeschwindigkeit, dort ist der Verbrauch je Meile am geringsten. Ein sauberer Rumpf ohne Bewuchs spart leicht 10 bis 20 Prozent, ein passender Propeller ebenso viel. Planen Sie Gegenwind ein und rechnen Sie bei Küstentörns mit der Drittel-Regel, nicht mit 10 Prozent Reserve. Beim Liegeplatz lohnt der Vergleich nach Quadratmeterpreis inklusive Strom, Wasser und Kranen, nicht nach dem Monatsbetrag allein. Für die Umrechnung von Knoten in km/h und Seemeilen in Kilometer hilft der Seemeilen-Umrechner, für Kurs, Fahrtzeit und Distanz der Seefahrt-Rechner, und wer Windstärken für den Törn einschätzen will, findet sie im Beaufort-Rechner.
Häufige Fragen
Wie viel verbraucht ein Boot pro Stunde?
Faustwert bei Vollgas: Benzin-Viertakter 0,35 Liter je PS und Stunde, Diesel 0,21 Liter, alte Zweitakter bis 0,5 Liter. Ein 115-PS-Benziner braucht also rund 40 l/h bei Vollgas und 24 l/h bei 60 % Last, ein 40-PS-Diesel 8,4 l/h bei Vollgas und 5,9 l/h bei 70 %.
Warum rechnet man beim Boot in Litern pro Stunde?
Weil der Verbrauch fast nur von der abgegebenen Leistung abhängt, die zurückgelegte Strecke aber von Rumpf, Beladung, Strom und Welle. Für die Törnplanung teilt man den Stundenverbrauch durch die Geschwindigkeit und erhält Liter je Seemeile.
Was ist die Drittel-Regel?
Ein Drittel des Kraftstoffs für den Hinweg, ein Drittel für den Rückweg, ein Drittel Reserve. Mit 100 Litern und 12 l/h bedeutet das: spätestens nach 2,8 Stunden umkehren. Der Rechner zeigt den Wendepunkt in Stunden und Seemeilen.
Wie berechne ich die Reichweite meines Bootes?
Nutzbare Liter (Tank minus Reserve) geteilt durch Liter pro Stunde ergibt die Fahrzeit, mal Geschwindigkeit in Knoten ergibt Seemeilen. 90 Liter, 12 l/h und 18 Knoten ergeben 7,5 Stunden und 135 Seemeilen, das sind 250 Kilometer.
Ist ein Diesel im Boot sparsamer?
Ja, je PS und Stunde braucht ein Diesel rund 40 % weniger Kraftstoff als ein Benziner, 0,21 statt 0,35 Liter. Dafür ist er schwerer und in der Anschaffung teurer. Bei wenigen Motorstunden im Jahr rechnet sich der Mehrpreis oft nicht.
Was kostet ein Liegeplatz?
Meist Länge × Breite × Preis je m². Binnen 30 bis 60 €/m² pro Saison, Ostsee 60 bis 100 €/m², beliebte Mittelmeerhäfen deutlich mehr. Ein 8 × 3 m Boot kostet bei 55 €/m² 1.320 € im Sommer, dazu Winterlager, Kranen und Nebenkosten, zusammen rund 2.860 € im Jahr.
Wie viele Motorstunden fährt ein Freizeitboot im Jahr?
Die meisten Sportboote laufen 30 bis 80 Stunden pro Saison, Charterboote und Fahrtenyachten deutlich mehr. Mit dieser Zahl rechnet der Rechner den Jahresverbrauch; tragen Sie Ihren Wert aus dem Betriebsstundenzähler ein.
Wie senke ich den Verbrauch beim Boot?
Sauberer Rumpf ohne Bewuchs, passender Propeller, weniger Gewicht an Bord und die richtige Geschwindigkeit: Gleitboote knapp über der Gleitschwelle, Verdränger bei 70 bis 85 % der Rumpfgeschwindigkeit. Zusammen sind 20 bis 30 % Ersparnis realistisch.