Idealgewicht-Rechner
Drei Formeln, ein Bereich: Broca, Devine und der BMI-Normalbereich zeigen, dass „ideal“ eine Spanne ist, kein Punkt.
Was ist mein Idealgewicht?
Größe, Geschlecht und Alter.
Beispiel: Frau, 165 cm, 42 Jahre: Broca 55,3 kg, BMI-Bereich 50 bis 68 kg
Wie steht es um mein Bauchfett?
Taille-Hüft- und Taille-Größe-Verhältnis.
Beispiel: Frau mit Taille 78, Hüfte 102, Größe 168: WHR 0,76, WHtR 0,46
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So funktioniert der Idealgewicht-Rechner
„Wie viel sollte ich wiegen?“ ist eine der häufigsten Fragen, die Menschen an einen Rechner stellen, und die ehrliche Antwort ist eine Spanne. Der Idealgewicht-Rechner gibt drei Antworten nebeneinander: das klassische Idealgewicht nach Broca, die Devine-Formel aus der Medizin und den Normalgewicht-Bereich nach BMI, dazu einen altersangepassten Richtwert. Im zweiten Kasten prüfen Sie mit Taille und Hüfte, wo das Gewicht sitzt, denn das ist für die Gesundheit wichtiger als die Zahl auf der Waage.
Merksatz: Größe minus 100, davon 90 Prozent. Die Eselsbrücke ist die Broca-Formel selbst: Ein Mann mit 180 Zentimetern hat ein Normalgewicht von 80 Kilogramm und ein Idealgewicht von 72, bei Frauen sind es 85 Prozent. Der BMI-Bereich ist großzügiger: Von 60 bis 81 Kilogramm ist bei 180 Zentimetern alles normal.
Drei Beispiele für den Idealgewicht berechnen:
- Mann, 180 cm, 35 Jahre: Broca 72,0 kg, Devine 75,0 kg, BMI-Normalbereich 60 bis 81 kg, altersangepasst mit BMI 24 etwa 78 kg.
- Frau, 165 cm, 42 Jahre: Broca 55,3 kg, Devine 56,9 kg, Normalbereich 50 bis 68 kg, altersangepasst etwa 65 kg.
- Mann, 175 cm, 50 Jahre: Broca 67,5 kg, Devine 70,5 kg, Normalbereich 57 bis 76 kg. Mit Blick aufs Alter (BMI 25) liegt der Richtwert bei 77 kg, also sogar knapp über dem Normalbereich.
Die Formeln: Broca = (Größe in cm - 100) × 0,9 für Männer und × 0,85 für Frauen. Devine = 50 kg + 2,3 kg je Zoll über 152 cm bei Männern, 45,5 kg plus 2,3 kg je Zoll bei Frauen. BMI-Bereich = 18,5 bis 24,9 × Größe² in Metern. Der altersangepasste BMI steigt von 22 unter 25 Jahren auf 27 ab 65. Ihren aktuellen BMI rechnet der BMI-Rechner, den Körperfettanteil der Körperfett-Rechner.
Wissenswertes zum Thema
Warum drei Formeln drei Antworten geben
Jede Formel beantwortet eine andere Frage. Die Broca-Formel stammt aus dem 19. Jahrhundert und beschreibt, was ein Chirurg damals für ein gesundes Gewicht hielt, schlank und ohne Reserven. Die Devine-Formel von 1974 wurde entwickelt, um Medikamentendosen zu berechnen, und ergibt bei kleinen Menschen zu niedrige und bei großen zu hohe Werte; sie ist in Krankenhäusern noch heute die Grundlage für Dosierungen. Der BMI schließlich definiert keinen Punkt, sondern einen Bereich, in dem die Sterblichkeit in großen Studien am niedrigsten ist, und dieser Bereich ist breit, weil Menschen verschieden gebaut sind. Alle drei ignorieren, woraus das Gewicht besteht: Muskeln sind schwerer als Fett, ein Kraftsportler mit 180 Zentimetern und 90 Kilogramm ist nach jeder Formel zu schwer und nach jedem Arzt gesund. Der Rechner zeigt deshalb die Spanne, nicht die Zahl. Wer in der Mitte des Normalbereichs liegt, beim BMI 22, hat ein Gewicht, mit dem fast niemand ein Problem hat; wer am Rand liegt, sollte eher auf Taille und Fitness schauen als auf die Formel.
Das Alter zählt mit
Mit den Jahren verschiebt sich, was gesund ist. Studien zeigen, dass ältere Menschen mit leichtem Übergewicht länger leben als schlanke, zum Teil, weil Reserven bei Krankheiten helfen, zum Teil, weil ungewollter Gewichtsverlust im Alter oft ein Krankheitszeichen ist. Die Tabelle, die auch der Rechner nutzt, geht auf das amerikanische National Research Council zurück und empfiehlt einen BMI von 19 bis 24 unter 25 Jahren, 20 bis 25 bis 34, 21 bis 26 bis 44, 22 bis 27 bis 54, 23 bis 28 bis 64 und 24 bis 29 darüber; der Rechner nimmt jeweils die obere Mitte. Für einen 50-jährigen Mann mit 175 Zentimetern sind 77 Kilogramm damit ein guter Wert, obwohl der klassische Normalbereich bei 76 endet. Umgekehrt gilt für junge Erwachsene die untere Hälfte des Bereichs als Ziel. Für Kinder und Jugendliche taugt keine der Formeln, dort gelten Perzentilenkurven nach Alter und Geschlecht. Was der Körper an Energie braucht, um ein Gewicht zu halten, zeigt der Kalorienbedarf-Rechner.
Taille und Hüfte: Wo das Fett sitzt
Für das Risiko von Herzinfarkt, Diabetes und Bluthochdruck ist wichtiger, wo das Fett sitzt, als wie viel es ist. Bauchfett, das die Organe umgibt, ist stoffwechselaktiv und gefährlich, Fett an Hüfte und Oberschenkeln ist es kaum. Das Taille-Hüft-Verhältnis, Taillenumfang geteilt durch Hüftumfang, sollte bei Frauen unter 0,85 und bei Männern unter 0,90 liegen; das Taille-Größe-Verhältnis unter 0,5, die Taille also schmaler als die halbe Körpergröße. Eine Frau mit 78 Zentimetern Taille, 102 Zentimetern Hüfte und 168 Zentimetern Größe hat ein WHR von 0,76 und ein WHtR von 0,46, beides im grünen Bereich; ein Mann mit 0,92 und 0,51 liegt in beiden Maßen erhöht, auch wenn sein BMI normal ist. Gemessen wird die Taille morgens, nüchtern, zwischen unterem Rippenbogen und Beckenkamm, meist auf Nabelhöhe, die Hüfte an der breitesten Stelle des Gesäßes. Wer abnehmen will, sollte eher die Taille verfolgen als die Waage. Den Weg dorthin rechnet der Kaloriendefizit-Rechner.
Ein Stück Geschichte: Ein Chirurg, ein Astronom und eine Versicherung
Paul Broca war Chirurg und Hirnforscher in Paris, bekannt für die Entdeckung des Sprachzentrums, das seinen Namen trägt. Um 1870 suchte er eine schnelle Regel für das Normalgewicht von Soldaten und fand „Größe minus 100“; die Abschläge von 10 und 15 Prozent für das Idealgewicht kamen später dazu. Fast zeitgleich hatte der belgische Astronom und Statistiker Adolphe Quetelet 1832 den Quotienten aus Gewicht und Größe zum Quadrat vorgeschlagen, den „Quetelet-Index“, der erst 1972 vom amerikanischen Physiologen Ancel Keys zum Body-Mass-Index umgetauft wurde. Die Idealgewichtstabellen, nach denen Generationen sich bewerteten, stammten dagegen von der Metropolitan Life Insurance Company aus New York, die ab 1942 aus den Daten ihrer Versicherten ablas, bei welchem Gewicht die Kunden am längsten lebten, nach Größe, Geschlecht und „Körperbau“ in drei Stufen. Diese Tabellen waren schlank, weil die Versicherten der 1940er es waren, und sie prägten bis in die 1990er das Bild vom Idealgewicht. Dass die Weltgesundheitsorganisation 1997 den BMI-Bereich von 18,5 bis 24,9 als normal festlegte, war der Abschied von der Punktlandung zugunsten der Spanne, und genau die zeigt der Rechner.
Praktische Hinweise
Nehmen Sie das Idealgewicht nicht als Ziel, sondern als Orientierung. Wer deutlich außerhalb des Normalbereichs liegt, sollte mit Ärztin oder Arzt sprechen, nicht mit einer Formel. Wer innerhalb liegt und sich fit fühlt, braucht nichts zu ändern. Messen Sie die Taille, wiegen Sie sich höchstens wöchentlich zur selben Zeit, und schauen Sie auf Trends, nicht auf Tage. Muskelaufbau erhöht das Gewicht und senkt trotzdem das Risiko. Und bei Schwangerschaft, Krankheit oder hohem Alter gelten eigene Maßstäbe, die kein Rechner abbilden kann. Wer sein Gewicht halten oder verändern will, findet im Grundumsatz-Rechner den Startpunkt und im Makro-Rechner die Verteilung der Nährstoffe.
Häufige Fragen
Wie berechne ich mein Idealgewicht?
Nach Broca: Körpergröße in Zentimetern minus 100, davon 90 Prozent bei Männern und 85 Prozent bei Frauen. Ein Mann mit 180 Zentimetern kommt auf 72 Kilogramm, eine Frau mit 165 Zentimetern auf 55,3 Kilogramm. Der Rechner zeigt dazu Devine und BMI-Bereich.
Was ist das Idealgewicht bei 170 cm?
Nach Broca 63 Kilogramm für Männer und 59,5 Kilogramm für Frauen. Der Normalgewichtsbereich nach BMI reicht von 53 bis 72 Kilogramm. Mit zunehmendem Alter darf es mehr sein, mit 50 sind etwa 72 Kilogramm ein guter Richtwert.
Was ist der Unterschied zwischen Idealgewicht und Normalgewicht?
Normalgewicht nach Broca ist Größe minus 100, Idealgewicht liegt 10 beziehungsweise 15 Prozent darunter. Nach BMI ist Normalgewicht der ganze Bereich von 18,5 bis 24,9, ein Idealgewicht gibt es dort nicht, allenfalls die Mitte bei BMI 22.
Welche Formel ist die beste?
Keine. Broca ist einfach, aber bei sehr großen und kleinen Menschen ungenau, Devine stammt aus der Medikamentendosierung, der BMI gibt nur einen Bereich. Am aussagekräftigsten ist die Kombination aus BMI im Normalbereich und einem Taille-Hüft-Verhältnis im grünen Bereich.
Ändert sich das Idealgewicht mit dem Alter?
Ja, der empfohlene BMI steigt von 19 bis 24 unter 25 Jahren auf 24 bis 29 ab 65. Leichtes Übergewicht im Alter ist mit längerem Leben verbunden, ungewollter Gewichtsverlust dagegen ein Warnzeichen. Der Rechner zeigt einen altersangepassten Richtwert.
Was ist ein gutes Taille-Hüft-Verhältnis?
Unter 0,85 bei Frauen und unter 0,90 bei Männern. Das Taille-Größe-Verhältnis sollte unter 0,5 liegen, die Taille also schmaler sein als die halbe Körpergröße. Beide Werte sagen mehr über das Gesundheitsrisiko als das Gewicht allein.
Gilt das Idealgewicht auch für Sportler?
Nur bedingt. Muskeln wiegen mehr als Fett, deshalb liegen Kraftsportler nach jeder Formel zu hoch, ohne dass es ein Problem ist. Für sie sind Körperfettanteil und Taillenumfang die besseren Maße.
Wie messe ich Taille und Hüfte richtig?
Taille morgens nüchtern an der schmalsten Stelle zwischen Rippenbogen und Beckenkamm, meist auf Nabelhöhe, ohne einzuziehen. Hüfte an der breitesten Stelle des Gesäßes. Maßband waagerecht und locker anliegend, dreimal messen und den Mittelwert nehmen.