Entbindungstermin-Rechner
Der errechnete Geburtstermin aus dem ersten Tag der letzten Periode, dazu der wahrscheinliche Zeitraum und der Beginn des Mutterschutzes.
Wann ist der errechnete Geburtstermin?
Naegele-Regel: plus 280 Tage, korrigiert um die Zykluslänge.
Beispiel: Letzte Periode vor 30 Tagen bei 26-Tage-Zyklus
So funktioniert der Entbindungstermin-Rechner
Der Test ist positiv, und die erste Frage lautet: Wann? Der Entbindungstermin-Rechner braucht dafür nur zwei Angaben, den ersten Tag der letzten Periode und die Länge Ihres Zyklus, und rechnet nach derselben Regel wie Frauenärztin und Hebamme den errechneten Geburtstermin aus. Dazu zeigt er den Zeitraum, in dem die meisten Kinder tatsächlich kommen, und den Tag, an dem der Mutterschutz beginnt.
Merksatz: Letzte Periode plus 280 Tage. Die Eselsbrücke ist die Naegele-Regel aus dem Lehrbuch: erster Tag der letzten Periode minus drei Monate plus sieben Tage plus ein Jahr. Wer am 1. September seine Periode hatte, bekommt den 8. Juni als Termin. Bei einem Zyklus, der länger oder kürzer als 28 Tage ist, verschiebt sich der Termin um die Differenz.
Drei Beispiele für den Geburtstermin berechnen:
- Standardzyklus: Letzte Periode am 1. September 2026, 28 Tage: Termin ist der 8. Juni 2027. Die meisten Kinder kommen zwischen dem 25. Mai und dem 22. Juni, der Mutterschutz beginnt am 27. April.
- Langer Zyklus: Dieselbe Periode bei 32 Tagen: Der Eisprung war vier Tage später, der Termin rückt auf den 12. Juni 2027, der Mutterschutz auf den 1. Mai.
- Kurzer Zyklus: Bei 26 Tagen liegt der Termin zwei Tage früher als bei 28. Der Rechner korrigiert automatisch, sobald Sie die Zykluslänge ändern.
Die Formel: Errechneter Termin = erster Tag der letzten Periode + 280 Tage + (Zykluslänge - 28). Die 280 Tage sind 40 Wochen, gezählt ab der Periode, nicht ab der Befruchtung, die erst zwei Wochen später stattfindet; die eigentliche Schwangerschaft dauert also 38 Wochen. Der Mutterschutz beginnt sechs Wochen vor dem Termin und endet acht Wochen danach, bei Früh- und Mehrlingsgeburten zwölf. In welcher Woche Sie heute sind, zeigt der Schwangerschaftswochen-Rechner, was Ihnen in der Zeit finanziell zusteht, der Mutterschaftsgeld-Rechner.
Wissenswertes zum Thema
Warum der Termin fast nie stimmt und trotzdem wichtig ist
Nur etwa vier Prozent der Kinder werden am errechneten Termin geboren. Rund 90 Prozent kommen in den zwei Wochen davor oder danach, die meisten davon ein paar Tage nach dem Termin, bei Erstgebärenden tendenziell später als bei Frauen, die schon Kinder haben. Der Grund liegt in der Rechnung: Sie nimmt an, dass der Eisprung am 14. Tag war, dass die Einnistung sofort folgte und dass jede Schwangerschaft gleich lang dauert, und alle drei Annahmen sind Durchschnitte. Trotzdem ist der Termin die wichtigste Zahl im Mutterpass. An ihm hängen die Vorsorgetermine, die Berechnung der Schwangerschaftswoche, der Beginn des Mutterschutzes, der Zeitpunkt der Ultraschalluntersuchungen und die Entscheidung, ab wann eine Geburt eingeleitet wird: Ab dem Termin plus sieben Tage wird engmaschiger kontrolliert, ab plus zehn bis vierzehn Tagen in der Regel eingeleitet, weil die Plazenta dann nachlässt. Deshalb korrigiert die Frauenärztin den rechnerischen Termin oft nach dem ersten Ultraschall zwischen der 8. und 12. Woche, bei dem die Größe des Embryos auf wenige Tage genau das Alter verrät. Weicht der Ultraschall um mehr als fünf bis sieben Tage ab, gilt fortan der Ultraschalltermin.
Zykluslänge und Eisprung: Die Korrektur
Die Naegele-Regel setzt einen 28-Tage-Zyklus voraus, aber nur ein Teil der Frauen hat einen. Zyklen zwischen 21 und 35 Tagen sind normal, und der Unterschied steckt fast immer in der ersten Zyklushälfte: Der Eisprung liegt ziemlich konstant 14 Tage vor der nächsten Periode, bei einem 32-Tage-Zyklus also am 18. Tag statt am 14. Deshalb verschiebt die erweiterte Naegele-Regel den Termin um die Abweichung der Zykluslänge von 28 Tagen, und genau das macht der Rechner. Wer den Tag des Eisprungs kennt, etwa durch Temperaturmessung oder einen Ovulationstest, kann noch genauer rechnen: Eisprung plus 266 Tage. Bei künstlicher Befruchtung gilt der Transfertag plus 266 Tage minus das Alter des Embryos. Und wer keine regelmäßige Periode hatte, etwa nach dem Absetzen der Pille oder in der Stillzeit, braucht den Ultraschall, dort ist die Rechnung unzuverlässig. Wann der Eisprung in Ihrem Zyklus liegt, zeigt der Eisprungrechner.
Mutterschutz, Elterngeld und die Fristen rund um den Termin
Der errechnete Termin steuert eine ganze Reihe von Fristen. Sechs Wochen vorher beginnt die Schutzfrist, in der Sie nicht arbeiten müssen, aber dürfen, wenn Sie wollen; acht Wochen danach dürfen Sie nicht, auch nicht freiwillig. Kommt das Kind später als errechnet, verlängert sich die Zeit davor, die acht Wochen danach bleiben voll erhalten. Während des Mutterschutzes zahlt die Krankenkasse Mutterschaftsgeld von bis zu 13 Euro am Tag und der Arbeitgeber den Zuschuss bis zum bisherigen Netto. Die Elternzeit muss sieben Wochen vor Beginn beim Arbeitgeber angemeldet werden, das Elterngeld innerhalb von drei Monaten nach der Geburt beantragt, rückwirkend gilt es nur für drei Monate. Und den Arbeitgeber sollten Sie informieren, sobald Sie es möchten, es gibt keine Pflicht und keine Frist; Kündigungsschutz besteht ab Beginn der Schwangerschaft, wenn der Arbeitgeber innerhalb von zwei Wochen nach der Kündigung davon erfährt. Was Elterngeld und Elternzeit bringen, rechnen der Elterngeld-Rechner und der Elternzeit-Rechner.
Ein Stück Geschichte: Herr Naegele und die 280 Tage
Franz Carl Naegele war Professor für Geburtshilfe in Heidelberg, und 1812 schrieb er in seinem Lehrbuch die Regel auf, die bis heute jeden Mutterpass bestimmt: Vom ersten Tag der letzten Regel drei Monate zurück, sieben Tage vor, ein Jahr weiter. Er hatte sie nicht selbst erfunden, der niederländische Arzt Hermann Boerhaave hatte sie 1744 ähnlich formuliert, aber Naegele machte sie zum Standard. Erstaunlich ist, wie alt das Wissen um die 280 Tage ist: Schon Hippokrates sprach von zehn Mondmonaten, die römischen Juristen legten die Schwangerschaftsdauer für die Frage der Vaterschaft auf 300 Tage fest, und im jüdischen Talmud wird mit 271 Tagen gerechnet. Was Naegele nicht wissen konnte, war der Eisprung: Dass er in der Zyklusmitte liegt, entdeckten Hermann Knaus und Kyusaku Ogino erst um 1930; vorher glaubte man, die fruchtbaren Tage lägen um die Menstruation. Dass die Regel trotzdem funktioniert, liegt daran, dass die Periode der einzige Tag ist, den eine Frau sicher kennt; der Eisprung bleibt bis heute eine Schätzung, und der Ultraschall, der ihn ersetzt, kam erst in den 1970er Jahren in die Praxen.
Praktische Hinweise
Nehmen Sie den errechneten Termin als Mitte eines Monats, nicht als Datum: Von zwei Wochen davor bis zwei Wochen danach ist alles normal. Packen Sie die Kliniktasche ab der 36. Woche und planen Sie keine wichtigen Dinge in den vier Wochen um den Termin. Tragen Sie die Zykluslänge ehrlich ein; wer sie nicht kennt, rechnet mit 28 und lässt den Ultraschall korrigieren. Notieren Sie den Termin aus dem Mutterpass, nicht den aus dem Rechner, sobald beide vorliegen, denn der gilt für Mutterschutz und Elterngeld. Und wenn der Termin verstreicht: Das ist bei fast jeder zweiten Schwangerschaft so, und bis zum Termin plus zehn Tagen wartet die Geburtshilfe in der Regel ab. Welcher Wochentag der Termin ist und wie viele Tage es noch sind, zeigt der Countdown-Rechner.
Häufige Fragen
Wie berechne ich den Geburtstermin?
Erster Tag der letzten Periode plus 280 Tage, bei Zyklen über oder unter 28 Tagen um die Differenz korrigiert. Letzte Periode am 1. September 2026 bei 28 Tagen ergibt den 8. Juni 2027, bei 32 Tagen den 12. Juni 2027.
Was ist die Naegele-Regel?
Die Faustformel für den Geburtstermin: erster Tag der letzten Periode minus drei Monate plus sieben Tage plus ein Jahr, was 280 Tagen oder 40 Wochen entspricht. Die erweiterte Regel addiert die Abweichung der Zykluslänge von 28 Tagen.
Wie genau ist der errechnete Geburtstermin?
Nur etwa 4 Prozent der Kinder kommen genau an diesem Tag, rund 90 Prozent innerhalb von zwei Wochen davor oder danach. Der Ultraschall zwischen der 8. und 12. Woche korrigiert den Termin oft um einige Tage.
Wann beginnt der Mutterschutz?
Sechs Wochen vor dem errechneten Termin und endet acht Wochen nach der Geburt, bei Frühgeburten, Mehrlingen oder einem Kind mit Behinderung zwölf Wochen. Bei Termin 8. Juni 2027 beginnt er am 27. April 2027.
Warum werden 40 Wochen gerechnet, wenn die Schwangerschaft 38 dauert?
Weil ab dem ersten Tag der letzten Periode gezählt wird, nicht ab der Befruchtung, die erst rund zwei Wochen später beim Eisprung stattfindet. Die Periode ist der einzige sicher bekannte Tag.
Wie rechne ich den Termin bei unregelmäßigem Zyklus?
Mit der durchschnittlichen Zykluslänge der letzten Monate oder besser über den Eisprung: Eisprungtag plus 266 Tage. Bei sehr unregelmäßigen Zyklen ist der Ultraschall in der Frühschwangerschaft die verlässliche Methode.
Was passiert, wenn der Termin überschritten wird?
Bis sieben Tage nach dem Termin ist nichts Besonderes nötig, danach wird alle zwei bis drei Tage kontrolliert. Ab Termin plus zehn bis vierzehn Tagen wird die Geburt in der Regel eingeleitet. Fast jedes zweite Kind kommt nach dem Termin.
Wie berechnet man den Termin nach künstlicher Befruchtung?
Tag des Embryotransfers plus 266 Tage minus das Alter des Embryos beim Transfer, bei einem fünf Tage alten Embryo also plus 261 Tage. Die Kinderwunschklinik nennt den Termin meist direkt.