Promille-Abbau-Rechner
Die Leber hat ihr eigenes Tempo: 0,1 bis 0,2 Promille je Stunde, und kein Kaffee ändert das. Der Rechner nennt die Uhrzeit.
Wann bin ich wieder nüchtern?
Promillewert, Uhrzeit und Abbaurate eintragen.
Beispiel: 1,8 Promille um 1 Uhr bei 0,1 je Stunde: nüchtern um 19 Uhr, um 8 Uhr noch 1,1 Promille
Wann darf ich nach dem Abend wieder fahren?
Getränke, Gewicht und Uhrzeit des letzten Glases.
Beispiel: 3 Gläser Wein, 62 kg, letztes Glas 23 Uhr: 1,39 Promille, um 8 Uhr noch 0,57, nüchtern um 13:41 Uhr
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So funktioniert der Promille-Abbau-Rechner
Der Promille-Abbau-Rechner beantwortet die Frage nach dem Abend: Wann bin ich wieder nüchtern, und wann darf ich wieder fahren? Im ersten Kasten tragen Sie Ihren aktuellen Promillewert, die Uhrzeit und die Abbaurate ein, 0,1 für den sicheren, 0,15 für den durchschnittlichen und 0,2 Promille je Stunde für den schnellen Abbau, und der Rechner nennt die Uhrzeit, zu der Sie unter 0,5, unter 0,3 und bei 0,0 Promille sind, den Restalkohol um 8 Uhr morgens und eine Stundentabelle. Im zweiten Kasten geben Sie statt des Werts die Getränke, Ihr Gewicht und die Uhrzeit des letzten Glases ein, und der Rechner schätzt den Höchstwert nach Widmark und rechnet von dort aus. Das ist der Rechner für die Frage, ob das Auto am Morgen nach der Feier fahren darf, ob die Schicht um 6 Uhr nüchtern beginnt und warum der Kaffee nichts hilft.
Merksatz: Die Leber baut 0,1 bis 0,2 Promille je Stunde ab, im Schnitt 0,15, und zwar gleichmäßig, egal ob man schläft, Kaffee trinkt oder joggt. Die Eselsbrücke: Ein Promille braucht die Nacht, 1,5 Promille den Vormittag dazu, und wer am Morgen fahren will, rechnet mit 0,1.
Drei Beispiele:
- 1,2 Promille um 23:30 Uhr bei 0,15 je Stunde: unter 0,5 um 4:10 Uhr, unter 0,3 um 5:30 Uhr, nüchtern um 7:30 Uhr; bei langsamem Abbau sind um 8 Uhr noch 0,35 Promille da.
- 1,8 Promille um 1 Uhr bei 0,1 je Stunde: um 8 Uhr noch 1,1 Promille, unter 0,5 erst um 14 Uhr, nüchtern um 19 Uhr, das Auto bleibt den ganzen Tag stehen.
- Frau, 62 kg, drei Gläser Wein, letztes um 23 Uhr: Höchstwert 1,39 Promille gegen 23:45 Uhr, um 8 Uhr noch 0,57 Promille, unter 0,5 um 8:41 Uhr, nüchtern um 13:41 Uhr bei 0,1 je Stunde.
Formeln: Stunden bis 0,0 = Promille / Abbaurate, Stunden bis 0,5 = (Promille - 0,5) / Abbaurate, Höchstwert nach Widmark = Alkohol in g / (Gewicht × r) × 0,9 mit r 0,7 für Männer und 0,6 für Frauen. Den Promillewert direkt nach dem Trinken schätzt der Promillerechner, und was bei welchem Wert am Steuer droht, der Alkohol-am-Steuer-Rechner.
Wissenswertes zum Thema
Wie die Leber Alkohol abbaut und warum nichts das beschleunigt
Alkohol wird zu 90 bis 95 Prozent in der Leber abgebaut, der Rest geht über Atem, Schweiß und Urin verloren, und der Abbau folgt keiner Halbwertszeit, sondern läuft linear: Das Enzym Alkoholdehydrogenase arbeitet ab einem niedrigen Blutalkohol mit voller Kapazität, schafft eine feste Menge je Stunde, etwa 0,1 Gramm je Kilogramm Körpergewicht, und ist damit gesättigt, so dass der Promillewert jede Stunde um denselben Betrag sinkt, bei den meisten Menschen 0,1 bis 0,2 Promille, im Mittel 0,15. Was den Wert bestimmt, ist genetisch festgelegt und durch Gewöhnung veränderbar, regelmäßige Trinker bauen über ein zweites Enzymsystem, MEOS, etwas schneller ab, bis 0,2 und mehr, Frauen im Schnitt etwas langsamer als Männer, Ältere langsamer als Jüngere, und niemand hat Einfluss darauf: Kaffee macht wach, aber nicht nüchtern, kalte Dusche, Sport und frische Luft ändern am Blutwert nichts, fettes Essen verlangsamt die Aufnahme, nicht den Abbau, und Schlaf senkt die Rate eher, weil der Stoffwechsel ruht. Der Rechner nimmt deshalb die drei Raten als Auswahl und zeigt für die Fahrt am Morgen immer auch den Wert bei 0,1, denn wer um 8 Uhr ins Auto steigt, hat keine zweite Chance. Dazu kommt die Zeitverzögerung am Anfang: Nach dem letzten Glas steigt der Wert noch 30 bis 60 Minuten, weil der Alkohol aus Magen und Darm ins Blut nachläuft, bei vollem Magen länger, und erst vom Höchstwert an läuft die Uhr des Abbaus; der zweite Kasten rechnet mit 45 Minuten. Der Höchstwert selbst folgt der Widmark-Formel von 1932: Alkoholmenge in Gramm geteilt durch Körpergewicht mal Verteilungsfaktor, 0,7 beim Mann, 0,6 bei der Frau, weil Frauen weniger Körperwasser haben, abzüglich 10 Prozent, die im Magen und beim ersten Durchgang durch die Leber verloren gehen, drei Gläser Wein zu 0,2 Liter bei 62 Kilogramm ergeben 58 Gramm Alkohol und 1,39 Promille. Wie der Höchstwert aus Getränken, Gewicht und Geschlecht entsteht, zeigt der Promillerechner.
Der Morgen danach: Restalkohol, Grenzen und die 0,1-Regel
Restalkohol ist die häufigste Falle, weil man sich nüchtern fühlt und es nicht ist: Nach einer Feier mit 1,5 Promille um Mitternacht sind bei 0,15 je Stunde um 8 Uhr noch 0,3 Promille im Blut, bei 0,1 noch 0,7, und beides reicht für Folgen, ab 0,3 bei einem Fahrfehler die Straftat, ab 0,5 das Bußgeld mit 500 Euro und Fahrverbot, in der Probezeit schon jeder messbare Wert. Die Polizei kennt den Montagmorgen, Kontrollen zwischen 6 und 9 Uhr finden regelmäßig Werte um 0,5, und die Fahrer sind überrascht, weil sie geschlafen haben; der Schlaf hilft dem Kopf, nicht der Leber, und die Reaktionszeit ist nach kurzer Nacht mit Restalkohol schlechter als am Abend. Die sichere Rechnung lautet deshalb 0,1 je Stunde ab dem Höchstwert plus eine Stunde Reserve: Wer um 1 Uhr mit 1,2 Promille ins Bett geht, ist danach um 14 Uhr sicher nüchtern, um 8 Uhr bei 0,5. Berufskraftfahrer, Piloten und Lokführer unterliegen eigenen Regeln, für Piloten gilt die 0,0-Grenze mit acht Stunden Abstand zum letzten Glas, Lkw-Fahrer haben meist betriebliche Alkoholverbote, und die Arbeitsschutzregeln verbieten das Arbeiten unter Alkohol an Maschinen. Für die Frage nach dem Fahrrad gilt die 1,6-Grenze und die 0,3 mit Fahrfehlern, und für E-Scooter die Autogrenzen. Die Stundentabelle des Rechners zeigt den Verlauf Zeile für Zeile, und sie ist bewusst nüchtern gehalten: Sie sagt nicht "fahrtüchtig", sondern nennt den Wert, denn fahrtüchtig im Sinne des Gesetzes ist man nicht, wenn man unter einer Grenze liegt, sondern wenn man sicher fahren kann, und das ist mit 0,4 Promille nach vier Stunden Schlaf nicht der Fall. Was bei einer Kontrolle mit dem Restwert droht, Bußgeld, Punkte, Fahrverbot oder Straftat, rechnet der Alkohol-am-Steuer-Rechner.
Rechnen von Hand und typische Fehler
Von Hand: Promille durch 0,15 sind die Stunden bis null, 1,2 durch 0,15 gleich 8, und für die 0,5-Grenze zieht man vorher 0,5 ab, 0,7 durch 0,15 gleich 4,7 Stunden; mit 0,1 statt 0,15 wird es die Hälfte länger. Der erste Fehler ist der Abbau ab dem letzten Glas, er beginnt erst am Höchstwert, 30 bis 60 Minuten später. Der zweite ist die Rate 0,2 für sich selbst, die haben nur Gewohnheitstrinker. Der dritte ist der Glaube an Kaffee, Dusche und Sport. Der vierte ist das Kopfrechnen mit dem Gefühl, 0,5 Promille fühlen sich nach acht Stunden Schlaf wie null an. Der fünfte ist die Schätzung des Ausgangswerts nach unten, Cocktails und Longdrinks haben oft zwei Einheiten, und der Wein im Restaurant kommt im 0,25-Liter-Glas. Der sechste ist das Vergessen des Essens, das die Aufnahme verzögert und den Höchstwert nach hinten schiebt, nicht senkt. Der siebte ist die Probezeit, dort zählt jeder Restwert. Und der achte ist die Atemalkoholmessung mit dem eigenen Testgerät am Morgen, die Geräte aus dem Supermarkt streuen um 0,2 Promille und messen in der Aufnahmephase zu hoch. Was Alkohol an Kalorien bringt, 7 je Gramm, und warum der Abend auf der Waage bleibt, rechnet der Kalorienbedarf-Rechner in die Bilanz.
Ein Stück Geschichte: Widmark, die Blutprobe und der Alkomat
Die Formel, mit der der Rechner den Höchstwert schätzt, stammt vom schwedischen Chemiker Erik Widmark, der in den 1920er Jahren in Lund die Verteilung des Alkohols im Körper untersuchte und 1932 seine Monografie veröffentlichte, mit dem Verteilungsfaktor r und dem linearen Abbau von 0,15 Promille je Stunde, den er an Versuchspersonen maß und den die Rechtsmedizin bis heute verwendet, beim Rückrechnen des Blutalkohols auf die Tatzeit mit 0,1 je Stunde zugunsten des Angeklagten und 0,2 bei der Frage, ob er fahrtüchtig war. Die Blutprobe als Beweismittel kam 1950 nach Deutschland, die Polizei durfte sie nach § 81a StPO anordnen, bis 2017 nur mit richterlicher Genehmigung, seitdem bei Verkehrsdelikten ohne. Der Atemalkoholtest hatte einen Vorläufer in Robert Borkensteins Breathalyzer von 1954, bei dem der Verdächtige in einen Ballon blies und eine Chemikalie sich verfärbte, und wurde in Deutschland 1998 mit dem Dräger Alcotest 7110 gerichtsverwertbar für Ordnungswidrigkeiten, mit der Umrechnung 0,25 Milligramm je Liter Atemluft für 0,5 Promille, bei Straftaten gilt weiter nur die Blutprobe. Die Idee, dass Kaffee nüchtern macht, ist so alt wie der Kaffee selbst und wurde schon 1926 in Versuchen widerlegt, hält sich aber in jeder Kneipe; die Schweiz und Österreich zeigen auf ihren Präventionsseiten dieselbe Rechnung wie dieser Rechner, und Schweden, Widmarks Heimat, hat mit 0,2 Promille die strengste Grenze Europas außerhalb der Nullländer. Der Alkoholkonsum in Deutschland sinkt seit den 1980ern, von 15 auf 10 Liter Reinalkohol je Kopf und Jahr, und die Alkoholunfälle fielen seit 1975 um 90 Prozent. Der Rechner rechnet mit Widmarks Zahlen von 1932.
Praktische Tipps
Rechnen Sie für den Morgen mit 0,1 je Stunde und legen Sie eine Stunde drauf. Beginnen Sie die Rechnung am Höchstwert, 45 Minuten nach dem letzten Glas, nicht beim letzten Glas. Lassen Sie das Auto nach mehr als drei Gläsern am nächsten Vormittag stehen. Trinken Sie zwischen den Gläsern Wasser, das senkt die Trinkmenge, nicht den Abbau. Verlassen Sie sich nicht auf Testgeräte aus dem Supermarkt. Und wenn die Schicht um 6 Uhr beginnt, ist der Abend um 22 Uhr vorbei. Wie viel Promille eine bestimmte Menge überhaupt ergibt, zeigt vorher der Promillerechner, und was ein Vollrausch den Körper an Wasser kostet, der Wasserbedarf-Rechner.
Häufige Fragen
Wie viel Promille baut der Körper pro Stunde ab?
Etwa 0,1 bis 0,2 Promille je Stunde, im Durchschnitt 0,15, gleichmäßig und unabhängig von Schlaf, Kaffee oder Sport. 1,2 Promille brauchen bei 0,15 acht Stunden, bei 0,1 zwölf Stunden. Gewohnheitstrinker bauen schneller ab, Frauen und Ältere eher langsamer. Für den Morgen danach rechnet man sicherheitshalber mit 0,1.
Wann bin ich nach 1,2 Promille wieder nüchtern?
Bei 1,2 Promille um 23:30 Uhr und 0,15 je Stunde um 7:30 Uhr, unter 0,5 um 4:10 Uhr, unter 0,3 um 5:30 Uhr. Bei langsamem Abbau von 0,1 je Stunde erst um 11:30 Uhr, und um 8 Uhr sind dann noch 0,35 Promille im Blut.
Wann darf ich nach drei Gläsern Wein wieder fahren?
Eine Frau mit 62 kg hat nach drei Gläsern Wein zu 0,2 Liter etwa 1,39 Promille, erreicht 45 Minuten nach dem letzten Glas um 23 Uhr. Bei 0,1 je Stunde ist sie um 8:41 Uhr unter 0,5 und um 13:41 Uhr nüchtern, um 8 Uhr hat sie noch 0,57 Promille. Das Auto bleibt am Vormittag stehen.
Hilft Kaffee, Schlaf oder Sport beim Abbau?
Nein. Der Abbau läuft über die Leber mit fester Rate, Kaffee macht nur wacher, Sport und kalte Duschen ändern den Blutwert nicht, und Schlaf senkt den Stoffwechsel eher. Fettes Essen verlangsamt die Aufnahme, nicht den Abbau. Nur Zeit hilft.
Wie viel Restalkohol habe ich am Morgen?
Ausgangswert minus Stunden mal Rate: 1,8 Promille um 1 Uhr sind bei 0,1 je Stunde um 8 Uhr noch 1,1 Promille, absolute Fahruntüchtigkeit. 1,5 Promille um Mitternacht sind um 8 Uhr bei 0,15 noch 0,3 und bei 0,1 noch 0,7 Promille. Der Rechner zeigt den Wert um 8 Uhr für beide Raten.
Warum steigt der Promillewert nach dem letzten Glas noch?
Weil der Alkohol 30 bis 60 Minuten braucht, um aus Magen und Darm ins Blut zu gelangen, bei vollem Magen länger. Der Höchstwert liegt deshalb etwa 45 Minuten nach dem letzten Glas, und erst ab dann läuft der Abbau. Wer um 1 Uhr aufhört, beginnt um 1:45 Uhr mit dem Abbauen.
Welche Grenzen gelten am Morgen danach?
Dieselben wie abends: ab 0,3 Promille mit Fahrfehler eine Straftat, ab 0,5 Bußgeld von 500 Euro mit 2 Punkten und Fahrverbot, ab 1,1 immer Straftat, in der Probezeit und unter 21 Jahren 0,0 Promille. Restalkohol wird nicht milder bestraft als frischer.
Wie zuverlässig ist die Rechnung?
Als Schätzung mit 20 bis 30 Prozent Unsicherheit: Die Abbaurate schwankt zwischen 0,1 und 0,2, der Höchstwert hängt von Magenfüllung und Trinktempo ab, Testgeräte aus dem Supermarkt streuen um 0,2 Promille. Der Rechner ersetzt kein Nüchternsein und ist kein Freibrief für die Fahrt.