Altersvorsorgedepot-Rechner
Ab 2027 ersetzt das Altersvorsorgedepot die Riester-Rente: bis 540 Euro Grundzulage plus 300 Euro je Kind, ohne Beitragsgarantie. Der Rechner zeigt Förderung und Depotwert.
Was bringt das Altersvorsorgedepot?
Eigenbeitrag, Kinder, Jahre bis zur Rente, Rendite und Einkommen.
Beispiel: 1.800 € Eigenbeitrag, ein Kind, 30 Jahre bei 6 %: 540 € Grundzulage plus 300 € Kinderzulage, Depotwert 221.236 € statt 150.843 € ohne Förderung
So funktioniert der Altersvorsorgedepot-Rechner
Der Altersvorsorgedepot-Rechner rechnet die neue staatliche Förderung, die mit dem Altersvorsorgereformgesetz ab dem 1. Januar 2027 die Riester-Rente für Neuverträge ablöst: Sie tragen den jährlichen Eigenbeitrag, die Zahl der Kinder mit Kindergeldanspruch, die Jahre bis zum Rentenbeginn, die erwartete Rendite und Ihr zu versteuerndes Einkommen ein, und der Rechner zeigt die Grundzulage mit 50 Cent je Euro bis 360 Euro und 25 Cent je Euro bis 1.800 Euro, die Kinderzulage bis 300 Euro je Kind, die Förderquote, den zusätzlichen Steuervorteil über den Sonderausgabenabzug, die Summe aus Eigenbeiträgen und Zulagen über die Laufzeit, den Depotwert zum Rentenbeginn mit und ohne Förderung und zum Vergleich die Riester-Zulagen, die derselbe Beitrag bis 2026 gebracht hätte. Das ist der Rechner für alle, die 2027 mit der geförderten Vorsorge anfangen, für Riester-Sparer, die den Wechsel prüfen, und für Eltern, bei denen die Kinderzulage den Eigenbeitrag übersteigt.
Merksatz: Die ersten 360 Euro bringen 180 Euro Zulage, jeder weitere Euro bis 1.800 die Hälfte davon, höchstens 540 Euro, plus bis zu 300 Euro je Kind. Die Eselsbrücke: 30 Euro im Monat sind die beste Rendite des Systems, 50 Prozent Zulage; 150 Euro im Monat schöpfen die Grundzulage voll aus.
Drei Beispiele:
- 1.800 € Eigenbeitrag, ein Kind, 30 Jahre bis zur Rente, 6 Prozent Rendite: 540 € Grundzulage plus 300 € Kinderzulage, 840 € im Jahr oder 47 Prozent des Beitrags; Depotwert zum Rentenbeginn 221.236 € statt 150.843 € ohne Förderung, der Staat steuert 32 Prozent der Einzahlungen bei.
- 600 € Eigenbeitrag, zwei Kinder, 35 Jahre: 240 € Grundzulage plus 600 € Kinderzulage, 840 € Zulagen auf 600 € eigenes Geld, Förderquote 140 Prozent; aus 21.000 € Eigenbeitrag werden 170.094 € Depotwert.
- 3.000 € Eigenbeitrag, keine Kinder, 90.000 € Einkommen, 20 Jahre bei 5 Prozent: Zulage 540 € auf die geförderten 1.800 €, dazu 559,98 € Steuervorteil aus dem Sonderausgabenabzug; Depotwert 122.906 €.
Formeln: Grundzulage = min(Beitrag, 360) × 0,50 + max(0, min(Beitrag, 1.800) - 360) × 0,25, Kinderzulage = min(300, Beitrag) je Kind, Depotwert = (Beitrag + Zulagen) × Endwertfaktor. Die alte Förderung rechnet der Riester-Rechner, die Wirkung des Zinseszinses über 30 Jahre der Zinseszinsrechner.
Wissenswertes zum Thema
Die neue Förderung: 50 Cent, 25 Cent und die Kinderzulage
Das Altersvorsorgedepot ist ein Wertpapierdepot mit staatlicher Zulage, aufgelegt von Banken, Fondsgesellschaften und Versicherern, in dem der Sparer selbst bestimmt, ob ETFs, Fonds oder Einzelaktien liegen. Die Förderung ist einfacher als bei Riester: Für jeden Euro Eigenbeitrag bis 360 Euro im Jahr zahlt der Staat 50 Cent, für jeden weiteren Euro bis 1.800 Euro 25 Cent, zusammen höchstens 540 Euro Grundzulage; je Kind mit Kindergeldanspruch kommen bis zu 300 Euro dazu, allerdings nur bis zur Höhe des eigenen Beitrags, wer 600 Euro einzahlt, bekommt für zwei Kinder 600 Euro, für drei ebenfalls nur 600. Der Mindestbeitrag liegt bei 120 Euro, einen Mindesteigenbeitrag in Prozent des Einkommens wie bei Riester gibt es nicht mehr, die Zulage hängt nur vom eingezahlten Betrag ab. Mittelbar berechtigte Ehepartner ohne eigene Förderberechtigung zahlen mindestens 120 Euro und bekommen bis 175 Euro Grundzulage. Zusätzlich sind Eigenbeiträge bis 1.800 Euro plus Zulagen als Sonderausgaben abziehbar, mit Günstigerprüfung wie bisher; bei 90.000 Euro Einkommen bringt das im Beispiel 560 Euro über die Zulage hinaus. Förderberechtigt bleiben die bisherigen Riester-Gruppen, Pflichtversicherte, Beamte, Arbeitslose, Eltern in Erziehungszeit, nicht aber Selbstständige ohne Pflichtversicherung, für die weiterhin die Rürup-Rente der geförderte Weg ist.
Keine Garantie, mehr Aktien: Was sich gegenüber Riester ändert
Der größte Unterschied ist das Ende der Beitragsgarantie. Riester-Anbieter mussten zum Rentenbeginn mindestens die eingezahlten Beiträge und Zulagen garantieren, was sie in der Niedrigzinsphase zwang, den Großteil des Geldes in sichere, kaum rentierliche Anlagen zu stecken; das Depot darf ganz in Aktien investieren, und über 30 Jahre liegt der Unterschied zwischen 2 und 6 Prozent Rendite beim Dreifachen des Endkapitals, im Beispiel 221.000 gegen 110.000 Euro. Zweitens die Kosten: Statt Versicherungstarifen mit Abschluss- und Verwaltungskosten von oft über 2 Prozent gibt es ein gesetzliches Standardprodukt mit höchstens 1 Prozent Effektivkosten, bei ETF-Depots deutlich weniger. Drittens die Auszahlung: Ab 65 kann das Depot als lebenslange Rente verrentet oder als Auszahlplan mindestens bis zum 85. Lebensjahr ausgezahlt werden, danach ist das Restkapital frei; bis dahin bleibt das Geld investiert und wächst weiter, auch im Ruhestand. Besteuert wird nachgelagert, die Auszahlungen sind voll steuerpflichtig wie bei Riester. Was gleich bleibt: der Schutz vor Pfändung und vor Anrechnung beim Bürgergeld, die Pflicht, die Förderung bei schädlicher Verwendung zurückzuzahlen, und die Möglichkeit, das Kapital für die eigene Immobilie zu nutzen.
Wechseln oder bleiben: Die Entscheidung für Riester-Sparer
Bestehende Riester-Verträge genießen Bestandsschutz mit den alten Zulagen, 175 Euro Grundzulage und 300 Euro je Kind, und laufen unverändert weiter. Wer wechseln will, hat zwei Wege: die Erklärung gegenüber dem Anbieter, nur die neue Förderung zu nutzen, bei sonst gleichem Vertrag, oder die Übertragung in ein neues Depot mit neuen Konditionen, beides ohne Rückzahlung der bisherigen Förderung, aber möglicherweise mit Wechselkosten. Die Rechnung hat zwei Seiten. Bei den Zulagen gewinnt das Depot für alle, die mehr als 360 Euro im Jahr einzahlen: 540 gegen 175 Euro Grundzulage, bei einem Kind 840 gegen 475 Euro; für Geringverdiener mit mehreren Kindern und Sockelbeitrag kann Riester besser sein, weil die 300-Euro-Kinderzulage dort nicht am Eigenbeitrag hängt. Bei der Anlage gewinnt das Depot fast immer, außer bei alten Verträgen mit 3,25 oder 4 Prozent Garantiezins aus den Jahren bis 2004, die man nicht aufgibt, und bei Sparern kurz vor Rentenbeginn, für die die Garantie wichtiger ist als die Rendite. Wer zehn Jahre und mehr Zeit hat und einen teuren Fonds-Riester mit Garantiekorsett besitzt, sollte den Vergleich im Rechner mit den echten Kosten beider Verträge machen; die Riester-Zulagen stehen dort als Vergleichszeile.
Ein Stück Geschichte: Von der Fokusgruppe zum Gesetz
Der Weg zum Depot begann mit dem Scheitern der Riester-Rente: Ab 2017 stagnierte der Bestand bei 16 Millionen Verträgen, ein Fünftel ruhte beitragsfrei, die Garantiepflicht ließ in der Nullzinszeit kaum Rendite zu, und 2020 stellten große Anbieter das Neugeschäft ein. Die Ampelkoalition setzte 2022 die Fokusgruppe private Altersvorsorge ein, die im Juli 2023 ein Altersvorsorgedepot nach schwedischem und amerikanischem Vorbild empfahl, der erste Gesetzentwurf von Finanzminister Lindner scheiterte im November 2024 mit dem Bruch der Koalition. Die neue Regierung griff den Entwurf 2025 wieder auf, mit höheren Zulagen und dem Standardprodukt; der Bundestag beschloss das Altersvorsorgereformgesetz am 27. März 2026, der Bundesrat stimmte am 8. Mai zu, die Verkündung folgte am 29. Mai 2026, und die Förderung gilt für Einzahlungen ab 2027. Das Vorbild ist das schwedische Prämienrentensystem von 1999, in dem Beiträge in einen Staatsfonds mit hohem Aktienanteil fließen, und der amerikanische 401(k)-Plan, der seit 1978 steuerbegünstigtes Aktiensparen ermöglicht. Deutschland ist damit eines der letzten großen Industrieländer, das eine kapitalgedeckte Säule mit Aktien einführt, 25 Jahre nach Riester.
Praktische Tipps
Schöpfen Sie zuerst die 360 Euro aus, 30 Euro im Monat mit 50 Prozent Zulage schlägt jede andere Anlage. Erhöhen Sie bei Kindern den Beitrag mindestens auf 300 Euro je Kind, sonst verschenken Sie Kinderzulage. Zahlen Sie bis 1.800 Euro, wenn das Budget reicht, die 25 Cent je Euro sind immer noch 25 Prozent sofortige Rendite. Wählen Sie ein Depot mit breitem ETF und Kosten unter 0,5 Prozent, das Standardprodukt ist die sichere Wahl für alle, die nicht selbst anlegen wollen. Vergleichen Sie vor einem Riester-Wechsel Garantiezins und Kosten des Altvertrags. Stellen Sie die Kinderzulage dem Elternteil mit dem eigenen Vertrag zu. Und rechnen Sie das Depot gegen Ihre Lücke, der Rentenlücken-Rechner zeigt, wie viel davon die 840 Euro im Jahr schließen, der ETF-Sparplan-Rechner, wie ein ungefördertes Depot daneben wächst; für Selbstständige bleibt der Rürup-Rechner der richtige.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die Förderung im Altersvorsorgedepot?
50 Cent je Euro Eigenbeitrag bis 360 € im Jahr, 25 Cent je Euro von 360 bis 1.800 €, zusammen höchstens 540 € Grundzulage; dazu je Kind mit Kindergeldanspruch bis 300 €, begrenzt auf den eigenen Beitrag. Bei 1.800 € Beitrag und einem Kind sind das 840 € im Jahr, 47 Prozent des Eigenbeitrags.
Ab wann gibt es das Altersvorsorgedepot?
Für Einzahlungen ab dem 1. Januar 2027. Das Altersvorsorgereformgesetz wurde am 27. März 2026 vom Bundestag beschlossen, am 8. Mai 2026 vom Bundesrat gebilligt und am 29. Mai 2026 verkündet. Neue Riester-Verträge gibt es nur noch bis 31. Dezember 2026, Altverträge laufen weiter.
Wie viel muss ich mindestens einzahlen?
120 € im Jahr, einen Mindesteigenbeitrag in Prozent des Einkommens wie bei Riester gibt es nicht mehr. Gefördert werden Eigenbeiträge bis 1.800 €, darüber hinaus darf eingezahlt werden, aber ohne weitere Zulage. Mittelbar berechtigte Ehepartner zahlen ebenfalls ab 120 € und erhalten bis 175 € Grundzulage.
Ist das Depot besser als Riester?
Bei den Zulagen für alle, die mehr als 360 € im Jahr zahlen: 540 € statt 175 € Grundzulage, bei einem Kind 840 € statt 475 €. Bei der Rendite fast immer, weil die Beitragsgarantie entfällt und das Geld in Aktien kann. Riester bleibt besser bei alten Verträgen mit hohem Garantiezins und für Sparer kurz vor der Rente.
Was passiert mit meinem Riester-Vertrag?
Er läuft mit Bestandsschutz und den alten Zulagen weiter. Sie können per Erklärung beim Anbieter in die neue Förderung wechseln und den Vertrag behalten, oder in ein neues Depot umziehen, ohne bisherige Förderung zurückzuzahlen; dabei können Wechsel- und Abschlusskosten anfallen. Nichts geschieht automatisch.
Wie wird das Altersvorsorgedepot ausgezahlt und besteuert?
Ab 65 als lebenslange Rente oder als Auszahlplan, der mindestens bis zum 85. Lebensjahr läuft; das Restkapital danach ist frei, das Geld bleibt bis dahin investiert. Die Auszahlungen sind voll einkommensteuerpflichtig, nachgelagert wie bei Riester, Kapitalerträge im Depot bleiben während der Ansparphase steuerfrei.
Gibt es im Altersvorsorgedepot eine Garantie?
Nein, die Beitragsgarantie entfällt, das Depot kann auch unter die Einzahlungen fallen. Dafür darf es vollständig in Aktien oder ETFs investieren; über 30 Jahre machen 6 statt 2 Prozent Rendite den Unterschied zwischen 221.000 und rund 110.000 € aus. Das gesetzliche Standardprodukt begrenzt die Kosten auf 1 Prozent.
Wer ist förderberechtigt?
Dieselben Gruppen wie bei Riester: Pflichtversicherte in der gesetzlichen Rente, Beamte, Bezieher von Arbeitslosengeld und Bürgergeld, Eltern in Erziehungszeit und mittelbar deren Ehepartner. Selbstständige ohne Pflichtversicherung nicht, für sie bleibt die Rürup-Rente mit vollem Steuerabzug der geförderte Weg.