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Rürup-Rechner (Basisrente)

Sechstausend Euro Rürup-Beitrag kosten bei 60.000 Euro Einkommen netto nur 3.747 Euro. Der Rechner zeigt Ersparnis, Höchstbetrag und die spätere Rente.

Wie viel Steuer spart der Rürup-Beitrag?

Beitrag, zu versteuerndes Einkommen, Veranlagung und gezahlte Rentenbeiträge.

Beispiel: 6.000 € Beitrag, 60.000 € Einkommen, einzeln: 2.253 € Ersparnis (38 %), Nettoaufwand 3.747 €

Wie hoch wird die Rürup-Rente?

Monatsbeitrag, Jahre, Rendite, Rentenfaktor, Rentenbeginn und Steuersatz.

Beispiel: 500 € monatlich über 25 Jahre bei 4 %: 259.870 € Kapital, Rentenfaktor 28 ergibt 727,64 € Rente, 96 % steuerpflichtig bei Beginn 2050

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So funktioniert der Rürup-Rechner (Basisrente)

Der Rürup-Rechner rechnet beide Seiten der Basisrente: den Steuervorteil heute und die Rente später. Im ersten Kasten tragen Sie den Jahresbeitrag, Ihr zu versteuerndes Einkommen, die Veranlagung und bereits gezahlte Beiträge zur gesetzlichen Rente ein, und der Rechner zeigt den Höchstbetrag 2026, den abziehbaren Teil, die Steuer vor und nach dem Abzug, die Steuerersparnis in Euro und Prozent und den Nettoaufwand des Beitrags. Im zweiten Kasten rechnen Sie aus Monatsbeitrag, Laufzeit und Rendite das Kapital, aus dem Rentenfaktor die lebenslange Monatsrente und mit dem Besteuerungsanteil des Rentenbeginnjahres die Nettorente. Das ist der Rechner für Selbstständige ohne gesetzliche Rente, für Gutverdiener, die den Spitzensteuersatz drücken wollen, und für alle, die wissen wollen, ob eine Rürup-Rente mit ihren Einschränkungen, kein Kapitalwahlrecht, nicht kündbar, nicht vererbbar, den Steuervorteil wert ist.

Merksatz: Rürup-Beiträge sind zu 100 Prozent absetzbar, der Staat zahlt also den Grenzsteuersatz mit, bei 42 Prozent fast die Hälfte; dafür ist die Rente später zu 84 bis 100 Prozent steuerpflichtig. Die Eselsbrücke: Steuervorteil heute mal Nettoaufwand gleich Hebel, bei 40 Prozent Ersparnis wird aus 6.000 Euro Beitrag ein Nettoaufwand von 3.600.

Drei Beispiele:

  • 6.000 € Beitrag, 60.000 € zu versteuerndes Einkommen, einzeln: voll abziehbar, Steuer sinkt von 14.233 € auf 11.980 €, 2.253 € Ersparnis (38 Prozent), Nettoaufwand 3.747 € oder 312,25 € im Monat.
  • 12.000 € Beitrag, 90.000 € Einkommen, zusammen veranlagt: Höchstbetrag 61.652 €, Ersparnis 3.882 € (32 Prozent), Nettoaufwand 8.118 €.
  • Angestellter mit 20.000 € Beitrag, 80.000 € Einkommen, 15.000 € gesetzliche Rentenbeiträge: vom Höchstbetrag 30.826 € sind noch 15.826 € frei, der Rest von 4.174 € bleibt ungefördert; Ersparnis 6.842,57 € inklusive Soli (34 Prozent).

Formeln: abziehbar = min(Beitrag, 30.826 € - gesetzliche Rentenbeiträge), Ersparnis = Steuer(Einkommen) - Steuer(Einkommen - abziehbar), Rente = Kapital / 10.000 × Rentenfaktor. Den Tarif dahinter zeigt der Einkommensteuer-Rechner; wie dasselbe Geld ohne Förderung im Depot wächst, der ETF-Sparplan-Rechner.

Wissenswertes zum Thema

Wie die Rürup-Förderung funktioniert

Die Basisrente, nach dem Ökonomen Bert Rürup benannt, ist die private Schwester der gesetzlichen Rente: Beiträge sind als Altersvorsorgeaufwand abziehbar, die Rente wird später besteuert. Seit 2023 zählen die Beiträge zu 100 Prozent, der Anstieg von 60 Prozent im Jahr 2005 wurde durch das Jahressteuergesetz 2022 zwei Jahre vorgezogen. Der Höchstbetrag entspricht dem Höchstbeitrag zur knappschaftlichen Rentenversicherung, 2026 sind das 30.826 Euro je Person und 61.652 Euro für zusammen veranlagte Ehepaare, und in diesen Topf fallen alle Beiträge zur Basisversorgung: gesetzliche Rente mit Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil, berufsständische Versorgungswerke, landwirtschaftliche Alterskasse und eben Rürup. Ein Angestellter mit 80.000 Euro Brutto hat mit rund 15.000 Euro gesetzlichen Beiträgen schon die Hälfte verbraucht, ein Selbstständiger ohne Pflichtversicherung den ganzen Betrag frei. Die Ersparnis ist der Grenzsteuersatz auf den Beitrag, bei 60.000 Euro Einkommen etwa 38 Prozent, ab 69.878 Euro 42 Prozent, dazu Soli und Kirchensteuer, die der Rechner teils mitnimmt. Weil der Abzug das Einkommen senkt, sinkt bei Angestellten auch die Bemessungsgrundlage für Sozialabgaben nicht, Rürup wirkt rein steuerlich, anders als die Entgeltumwandlung in der Betriebsrente.

Die Kehrseite: Besteuerung, Rentenfaktor, keine Flexibilität

Die Rente ist mit dem Besteuerungsanteil des Beginnjahres steuerpflichtig, 84 Prozent bei Beginn 2026, 96 Prozent bei 2050, 100 Prozent ab 2058, derselbe Fahrplan wie bei der gesetzlichen Rente. Ob sich das lohnt, hängt vom Steuersatz heute gegen den im Ruhestand ab: Wer heute 42 Prozent spart und später 25 Prozent zahlt, hat einen echten Vorteil, bei gleichem Satz bleibt nur die Steuerstundung mit Zinseszins auf das gestundete Geld. Der zweite Hebel ist der Rentenfaktor, die Zahl, die der Versicherer je 10.000 Euro Kapital als Monatsrente garantiert, derzeit 25 bis 32 Euro; sie ist konservativ kalkuliert, weil die Versicherer mit Lebenserwartungen rechnen, die die Sterbetafeln übertreffen, und bei 28 Euro dauert es fast 30 Jahre, bis das Kapital als Rente zurück ist. Der Rechner zeigt das als Amortisation. Und die Einschränkungen sind hart: Es gibt keine Kapitalauszahlung, nur eine lebenslange Rente frühestens ab 62; der Vertrag kann nicht gekündigt, nur beitragsfrei gestellt werden; das Kapital ist nicht vererbbar, es sei denn, eine Hinterbliebenenrente ist mitversichert, die Rendite kostet; und es ist nicht übertragbar oder beleihbar. Dafür ist es vor Bürgergeld und in der Ansparphase vor Pfändung geschützt, was für Selbstständige mit Insolvenzrisiko ein Argument ist.

Für wen Rürup passt und wie man den Vertrag wählt

Die typischen Nutzer sind Selbstständige und Freiberufler ohne Pflichtversicherung, die sonst keinen geförderten Weg haben, Gutverdiener in der Nähe des Spitzensteuersatzes, Angestellte mit hohem Einkommen und Gehaltsspitzen, die einmalig große Beträge einzahlen, etwa eine Abfindung oder Boni, und Menschen ab 50, die ihre Steuerlast mit Sonderzahlungen senken und schnell eine Rente aufbauen wollen; Rürup-Verträge erlauben Einmalzahlungen bis zum Höchstbetrag, das ist bei kaum einem anderen Produkt so. Wenig geeignet ist Rürup für junge Angestellte mit niedrigem Steuersatz, für alle, die das Geld vor 62 brauchen könnten, und für Familien, die das Kapital vererben wollen. Beim Vertrag entscheiden drei Dinge: die Kosten, bei klassischen Policen oft 1,5 bis 2,5 Prozent des Beitrags plus Verwaltungskosten, bei Nettotarifen über Honorarberater deutlich weniger; die Anlage, fondsgebunden mit ETFs schlägt klassisch mit Garantiezins 1 Prozent um Längen; und der garantierte Rentenfaktor, der höher sein sollte als 25 und besser nicht mit einer Treuhänderklausel versehen, die ihn später senken darf. Der Rechner nimmt den Rentenfaktor und die Rendite nach Kosten als Eingabe, wer beides aus dem Angebot abliest, bekommt eine ehrliche Zahl.

Ein Stück Geschichte: Rürup, Riester und die drei Schichten

Die Basisrente wurde mit dem Alterseinkünftegesetz zum 1. Januar 2005 eingeführt, als Ergebnis der Kommission unter Bert Rürup, die 2003 die Umstellung auf die nachgelagerte Besteuerung entworfen hatte, nachdem das Bundesverfassungsgericht die ungleiche Besteuerung von Renten und Pensionen 2002 verworfen hatte. Das Modell teilt die Altersvorsorge seitdem in drei Schichten: Schicht 1 mit gesetzlicher Rente, Versorgungswerken und Rürup, steuerlich voll abziehbar und voll nachgelagert besteuert; Schicht 2 mit Riester und Betriebsrente; Schicht 3 mit Lebensversicherungen und Depot aus versteuertem Geld. Der Abzugssatz begann 2005 bei 60 Prozent und sollte bis 2025 jährlich um zwei Punkte auf 100 steigen, das Jahressteuergesetz 2022 zog den vollen Abzug auf 2023 vor, als Antwort auf die Doppelbesteuerungsurteile des Bundesfinanzhofs von 2021. Der Höchstbetrag war bis 2014 ein fester Wert von 20.000 Euro und ist seit 2015 an den knappschaftlichen Höchstbeitrag gekoppelt, der mit der Beitragsbemessungsgrenze steigt, von 22.172 Euro im Jahr 2015 auf 30.826 Euro 2026. Rürup blieb dabei ein Nischenprodukt mit rund zwei Millionen Verträgen, gegen über 15 Millionen Riester-Verträge, und wird seit der Altersvorsorgereform 2026 als einzige Förderung für Selbstständige neben dem neuen Depot weitergeführt.

Praktische Tipps

Rechnen Sie zuerst den freien Höchstbetrag: Angestellte tragen die gesetzlichen Beiträge aus der Lohnsteuerbescheinigung ein, Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil zusammen. Nutzen Sie Rürup für Jahre mit hohem Einkommen, Einmalzahlungen im Dezember senken die Steuer noch für das laufende Jahr. Vergleichen Sie Nettotarife ohne Abschlussprovision, die Kostenersparnis ist über 30 Jahre größer als jeder Steuervorteil. Wählen Sie fondsgebundene Tarife mit ETFs und prüfen Sie den garantierten Rentenfaktor. Sichern Sie Hinterbliebene nur ab, wenn nötig, jeder Baustein kostet Rente. Und legen Sie nur Geld an, das Sie bis 62 sicher nicht brauchen; den unflexiblen Teil der Vorsorge klein halten, den Rest in den Sparplan, dessen Erträge der Kapitalertragsteuer-Rechner versteuert. Was die Rente später netto bringt, zeigt der Rente-Netto-Rechner.

Häufige Fragen

Wie viel Steuern spare ich mit Rürup?

Den Grenzsteuersatz auf den Beitrag: Bei 60.000 € zu versteuerndem Einkommen und 6.000 € Beitrag 2.253 €, also 38 Prozent, bei 90.000 € und Zusammenveranlagung 32 Prozent, ab 69.878 € Einkommen 42 Prozent plus Soli. Der Beitrag ist seit 2023 zu 100 Prozent abziehbar, bis 30.826 € je Person (2026).

Wie hoch ist der Rürup-Höchstbetrag 2026?

30.826 € für Einzelveranlagte und 61.652 € für zusammen veranlagte Ehepaare, abgeleitet vom Höchstbeitrag der knappschaftlichen Rentenversicherung. Beiträge zur gesetzlichen Rente, zu Versorgungswerken und zur Alterskasse werden angerechnet; bei einem Angestellten mit 80.000 € Brutto bleiben rund 15.800 € frei.

Wie wird die Rürup-Rente besteuert?

Mit dem Besteuerungsanteil des Rentenbeginnjahres wie die gesetzliche Rente: 84 Prozent bei Beginn 2026, 96 Prozent bei 2050, 100 Prozent ab 2058. Bei 727 € Rente und Beginn 2050 sind 698 € steuerpflichtig, mit 25 Prozent Steuersatz bleiben 553 € netto. Pflichtversicherte Rentner zahlen keine Kassenbeiträge darauf.

Was ist der Rentenfaktor?

Die garantierte Monatsrente je 10.000 € Kapital zum Rentenbeginn, bei heutigen Verträgen 25 bis 32 €. Aus 259.870 € werden bei Faktor 28 genau 727,64 € im Monat; das Kapital ist nach knapp 30 Jahren als Rente zurück. Ein hoher garantierter Faktor ohne Anpassungsklausel ist das wichtigste Vertragsmerkmal.

Kann ich mir das Rürup-Kapital auszahlen lassen?

Nein, die Basisrente zahlt nur als lebenslange monatliche Rente, frühestens ab 62. Kündigung, Beleihung, Übertragung und Vererbung sind ausgeschlossen; möglich sind Beitragsfreistellung und eine mitversicherte Hinterbliebenenrente für Ehepartner und Kinder, die die eigene Rente senkt. Das Kapital ist vor Pfändung und Bürgergeld geschützt.

Lohnt sich Rürup für Angestellte?

Nur bei hohem Einkommen und freiem Höchstbetrag: Die gesetzlichen Beiträge füllen den Topf bei 80.000 € Brutto schon zur Hälfte. Vorrang haben Betriebsrente mit Arbeitgeberzuschuss und ab 2027 das Altersvorsorgedepot. Für Boni, Abfindungen oder hohe Einkommen über 100.000 € ist Rürup als Zusatz sinnvoll.

Rürup oder ETF-Sparplan?

Rürup gewinnt, wenn der Steuersatz heute deutlich über dem im Alter liegt und das Geld bis 62 entbehrlich ist, bei 42 Prozent Ersparnis heute und 25 Prozent Steuer später. Der ETF-Sparplan gewinnt bei niedrigem Steuersatz, kleinen Beträgen und Wunsch nach Flexibilität. Fondsgebundene Rürup-Nettotarife verbinden beides.

Kann ich Einmalzahlungen in den Rürup-Vertrag leisten?

Ja, bis zum freien Höchstbetrag, auch kurz vor Jahresende: 20.000 € im Dezember senken die Steuer noch im selben Jahr, bei 42 Prozent um 8.400 €. Das ist der übliche Weg für Selbstständige mit schwankendem Einkommen und für Abfindungen, die sonst hoch besteuert würden.

Stand: Oktober 2026Geprüft von: Redaktion rechner24.net Quellen: § 10 Abs. 1 Nr. 2 und Abs. 3 EStG: Altersvorsorgeaufwendungen, Höchstbetrag knappschaftliche Rentenversicherung 2026, § 22 Nr. 1 EStG: Besteuerungsanteil nach dem Wachstumschancengesetz, Jahressteuergesetz 2022: voller Sonderausgabenabzug ab 2023, Bundesfinanzministerium: Steuerliche Förderung der privaten Altersvorsorge, Basisrente; Verbraucherzentrale: Rürup-Rente