ETF-Sparplan-Rechner
Jeden Monat einen festen Betrag anlegen und die Rendite arbeiten lassen. Drei Fragen rund um den Sparplan, Jahr für Jahr nachvollziehbar.
Was wird aus meinem Sparplan?
Rate, Rendite und Laufzeit eingeben, optional mit Startkapital.
Beispiel: 250 € im Monat bei 6 % werden in 25 Jahren mit 5.000 € Start etwa 190.500 €
Welche Sparrate brauche ich für mein Ziel?
Vom Ziel zur monatlichen Rate.
Beispiel: Für 500.000 € in 30 Jahren bei 6 % braucht es 513,08 € im Monat
Anzeige
Wie lange dauert es bis zum Ziel?
Ziel und Rate stehen fest, gesucht ist die Dauer.
Beispiel: 1.000.000 € mit 500 € im Monat bei 7 % dauern 37 Jahre und 2 Monate
So funktioniert der ETF-Sparplan-Rechner
Ein ETF-Sparplan ist die einfachste Form, Vermögen aufzubauen: Jeden Monat fließt ein fester Betrag in einen breit gestreuten Indexfonds, und die Rendite legt Jahr für Jahr etwas obendrauf. Was dabei herauskommt, unterschätzen fast alle, weil der Zinseszins in den ersten Jahren kaum sichtbar ist und später explodiert. Der ETF-Sparplan-Rechner zeigt den Verlauf Jahr für Jahr und beantwortet die drei Fragen, die beim Sparen wirklich zählen.
Merksatz: Rate mal Zeit mal Rendite, und die Zeit ist der stärkste Faktor. Die Eselsbrücke: Zehn Jahre früher anfangen bringt mehr als doppelt so viel einzahlen. Wer mit 25 beginnt und 100 Euro im Monat bei 7 Prozent anlegt, hat mit 65 rund 262.000 Euro; wer mit 35 beginnt, kommt mit denselben 100 Euro nur auf 122.000 Euro, obwohl er nur 12.000 Euro weniger eingezahlt hat.
Drei Fragen, für die der Sparplanrechner gebaut ist:
- Was wird daraus? 250 Euro im Monat bei 6 Prozent, 25 Jahre lang, mit 5.000 Euro Startguthaben: etwa 190.500 Euro, davon 80.000 Euro eingezahlt und 110.500 Euro Rendite. Der erste Kasten zeigt dazu die Tabelle, in der Sie sehen, ab wann die Zinsen mehr bringen als Ihre Einzahlung.
- Welche Rate brauche ich? 500.000 Euro in 30 Jahren bei 6 Prozent erfordern 513,08 Euro im Monat. Der zweite Kasten rechnet vom Ziel zurück.
- Wie lange dauert es? Eine Million mit 500 Euro im Monat bei 7 Prozent: 37 Jahre und 2 Monate. Der dritte Kasten nennt die Dauer, und Sie sehen, was 100 Euro mehr im Monat an Jahren sparen.
Die Formel für den Endwert bei monatlicher Einzahlung: Endwert = Rate × ((1 + i)ⁿ - 1) ÷ i, mit i als Monatszins (Jahresrendite ÷ 12) und n als Anzahl der Monate; ein Startguthaben wächst zusätzlich mit (1 + i)ⁿ. Der Rechner rechnet monatlich mit Einzahlung zu Monatsbeginn, wie es Broker tun. Die Rendite ist eine Annahme: Für den Weltaktienmarkt lagen die langen Durchschnitte bei 7 bis 8 Prozent im Jahr vor Inflation, in einzelnen Jahrzehnten aber auch bei 2 oder 12 Prozent.
Wissenswertes zum Thema
Was ein ETF ist und warum er sich für Sparpläne eignet
ETF steht für Exchange Traded Fund, ein börsengehandelter Fonds, der einen Index nachbildet, statt von einem Manager verwaltet zu werden. Ein MSCI-World-ETF enthält rund 1.400 Aktien aus 23 Industrieländern, einer auf den FTSE All-World über 3.600 Aktien inklusive Schwellenländern. Die Kosten liegen bei 0,1 bis 0,3 Prozent im Jahr, ein klassischer aktiver Fonds nimmt 1,5 bis 2 Prozent. Bei 40 Jahren Laufzeit macht dieser Unterschied am Ende rund ein Drittel des Vermögens aus, was Sie mit dem Depotkosten-Rechner nachrechnen können. Für den Sparplan kommt dazu, dass fast alle Broker ETF-Sparpläne ab 1 oder 25 Euro ohne Ordergebühr anbieten und Bruchstücke kaufen, sodass der volle Betrag jeden Monat investiert wird.
Der Zinseszins-Effekt im Sparplan
Der entscheidende Mechanismus im Sparplan mit Zinseszins ist, dass Erträge wieder angelegt werden und selbst Erträge bringen. Bei thesaurierenden ETFs passiert das automatisch im Fonds, bei ausschüttenden müssen Sie die Dividenden selbst wieder investieren. Die Wirkung ist anfangs klein: Nach 5 Jahren mit 200 Euro im Monat bei 7 Prozent haben Sie 12.000 Euro eingezahlt und rund 14.300 Euro im Depot, der Zinsanteil ist überschaubar. Nach 20 Jahren stehen 48.000 Euro Einzahlung gegen 104.000 Euro Depotwert, und nach 30 Jahren hat sich das Verhältnis umgedreht: 72.000 Euro eingezahlt, 243.000 Euro im Depot. Die letzten 10 Jahre bringen mehr als die ersten 20 zusammen. Deshalb heißt es im ETF-Rechner immer: Zeit schlägt Rate. Der Zinseszinsrechner zeigt denselben Effekt für Einmalanlagen.
Ein Stück Geschichte: Vom Spinnennetz zum Billionengeschäft
Die Idee, einfach den Markt zu kaufen statt ihn schlagen zu wollen, galt lange als Faulheit. Als John Bogle 1976 mit Vanguard den ersten Indexfonds für Privatanleger auflegte, nannten Konkurrenten ihn „Bogle's Folly“, Bogles Narretei, und sammelten bei der Auflage statt der erhofften 150 Millionen nur 11 Millionen Dollar ein. Der erste echte ETF kam 1993 an die Börse: der SPDR auf den S&P 500, wegen seines Kürzels „Spider“ genannt. In Deutschland startete der ETF-Handel im April 2000 an der Frankfurter Börse mit zwei Produkten auf den Euro Stoxx 50. Heute stecken weltweit über 13 Billionen Dollar in ETFs, und in Deutschland laufen mehr als zehn Millionen ETF-Sparpläne. Bogle selbst hat an seiner Erfindung nie viel verdient, weil Vanguard genossenschaftlich den Anlegern gehört. Warren Buffett sagte über ihn, kein anderer habe für amerikanische Anleger so viel getan.
Steuern: Vorabpauschale, Freibetrag, Teilfreistellung
Auf Gewinne aus ETFs fällt Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Soli an, bei Aktien-ETFs aber nur auf 70 Prozent des Gewinns, weil 30 Prozent durch die Teilfreistellung steuerfrei sind. Bis zum Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro im Jahr (2.000 Euro bei Paaren) bleibt alles steuerfrei, dafür braucht der Broker einen Freistellungsauftrag. Bei thesaurierenden ETFs zieht das Finanzamt jedes Jahr eine kleine Vorabpauschale ab, die beim Verkauf gegengerechnet wird. Der Sparplanrechner rechnet vor Steuern; wer das Ergebnis netto wissen will, zieht beim Verkauf grob 18 Prozent vom Gewinn ab (25 Prozent auf 70 Prozent plus Soli) und nutzt den Kapitalertragsteuer-Rechner für die genaue Rechnung.
Typische Fehler beim ETF-Sparplan
Der häufigste Fehler beim ETF sparen ist das Aussetzen in schlechten Börsenphasen. Gerade dann kauft der Sparplan günstig ein; wer 2008 oder 2020 durchgehalten hat, wurde in den Folgejahren belohnt. Fehler Nummer zwei ist die Rendite-Annahme: Wer mit 10 Prozent plant, bekommt eine schöne Zahl und später eine Enttäuschung. 5 bis 7 Prozent vor Inflation sind für einen Weltindex eine ehrliche Spanne, nach Inflation bleiben 3 bis 5 Prozent, was der Kaufkraftrechner übersetzt. Fehler Nummer drei: zu viele ETFs. Ein einziger weltweiter Index genügt den meisten, drei oder vier Themen-ETFs machen das Depot nicht sicherer, nur unübersichtlicher. Und Fehler Nummer vier ist der fehlende Notgroschen: Drei Monatsgehälter auf dem Tagesgeld, damit der Sparplan nicht beim ersten Autoschaden verkauft werden muss.
Häufige Fragen
Was wird aus 100 Euro im Monat in einem ETF-Sparplan?
Bei 7 Prozent Rendite nach 10 Jahren rund 17.300 Euro, nach 20 Jahren rund 52.000 Euro, nach 30 Jahren rund 122.000 Euro, nach 40 Jahren rund 262.000 Euro. Eingezahlt haben Sie dabei 12.000, 24.000, 36.000 bzw. 48.000 Euro. Der erste Kasten zeigt den Verlauf für Ihre Werte.
Welche Rendite soll ich im ETF-Sparplan-Rechner eintragen?
Für einen weltweiten Aktien-ETF sind 5 bis 7 Prozent im Jahr vor Inflation und Steuern eine realistische Spanne; die langen Durchschnitte des MSCI World lagen bei etwa 7 bis 8 Prozent, mit starken Schwankungen. Wer vorsichtig plant, rechnet mit 5 Prozent.
Wie viel muss ich monatlich sparen, um 100.000 Euro zu haben?
Bei 6 Prozent Rendite in 15 Jahren rund 344 Euro, in 20 Jahren rund 216 Euro, in 25 Jahren rund 144 Euro im Monat. Der zweite Kasten rechnet die Rate für jedes Ziel und jede Laufzeit.
Wie lange dauert es bis zu einer Million Euro?
Mit 500 Euro im Monat bei 7 Prozent etwa 37 Jahre, mit 1.000 Euro im Monat etwa 28 Jahre. Mit Startkapital geht es schneller; der dritte Kasten rechnet die Dauer für Ihre Rate.
Rechnet der Sparplanrechner mit Zinseszins?
Ja, monatlich. Jede Einzahlung wird ab dem Monat des Kaufs verzinst, die Erträge werden wieder angelegt, so wie es bei einem thesaurierenden ETF automatisch passiert.
Sind Kosten und Steuern berücksichtigt?
Nein, der Rechner zeigt den Bruttowert vor Fondskosten und Steuern. Fondskosten von 0,2 Prozent ziehen Sie am einfachsten von der Rendite ab (statt 7 also 6,8 Prozent). Steuern fallen erst beim Verkauf an, dazu jährlich eine kleine Vorabpauschale.
Was ist der Unterschied zwischen ETF-Sparplan und Sparplan auf dem Sparbuch?
Beim Sparbuch ist der Zins fest und niedrig, beim ETF schwankt der Wert, liegt aber langfristig deutlich höher. Über 20 Jahre hat ein Weltaktien-ETF historisch nie Verlust gebracht, über 5 Jahre dagegen durchaus. ETF-Sparpläne sind deshalb etwas für Ziele ab etwa 10 Jahren.
Kann ich den Sparplan jederzeit stoppen oder ändern?
Ja, bei allen Brokern lässt sich die Rate monatlich ändern, aussetzen oder beenden, und das Depot kann jederzeit verkauft werden. Es gibt keine Laufzeit und keine Kündigungsfrist wie bei Versicherungen oder Bausparverträgen.