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Rentenlücken-Rechner

Wunsch-Netto minus Nettorente ist die Rentenlücke. Der Rechner rechnet sie mit Inflation hoch und sagt, welche Sparrate sie bis zum Rentenbeginn schließt.

Wie groß ist meine Rentenlücke?

Alter, Rentenbeginn, Wunsch-Netto, erwartete Rente, Inflation, Renditen und Rentendauer.

Beispiel: 40 Jahre, Wunsch 2.500 € netto, Rente 1.600 € brutto: Lücke 1.154,02 € im Monat, bei 2 % Inflation 1.969,78 € in 27 Jahren, Kapitalbedarf 467.592,51 €, Sparrate 684,43 € bei 5 %

So funktioniert der Rentenlücken-Rechner

Der Rentenlücken-Rechner beantwortet die Frage, die hinter jeder Altersvorsorge steht: Wie viel muss ich sparen, damit es im Ruhestand reicht? Sie tragen Ihr Alter, den geplanten Rentenbeginn, das gewünschte Netto im Alter in heutiger Kaufkraft, die erwartete gesetzliche Rente aus der Renteninformation und weitere Einkünfte ein, dazu Inflation, Rendite in der Spar- und in der Entnahmephase und die Rentendauer, und der Rechner zeigt die Nettorente nach Abzügen, die Rentenlücke heute und zum Rentenbeginn mit Inflation, das nötige Kapital, das die Lücke über die Rentendauer schließt, und die monatliche Sparrate ab heute, mit und ohne Rendite und bei fünf Jahren späterem Start. Das ist der Rechner für die Renteninformation, die jedes Jahr kommt und selten gelesen wird, für die erste Sparrate mit 30 und für die Frage mit 50, ob das Depot reicht.

Merksatz: Die gesetzliche Rente ersetzt bei Durchschnittsverdienern knapp die Hälfte des letzten Nettos, der Rest ist die Lücke, und jedes Jahr Warten erhöht die nötige Sparrate um 5 bis 8 Prozent. Die Eselsbrücke: Lücke mal 300 ist grob das Kapital, das sie 25 Jahre lang füllt; 1.000 Euro Lücke brauchen rund 300.000 Euro.

Drei Beispiele:

  • 40 Jahre, Rente mit 67, Wunsch 2.500 € netto, Renteninformation 1.600 € brutto, 2 Prozent Inflation, 5 Prozent Rendite: Nettorente etwa 1.346 €, Lücke 1.154 € im Monat, in 27 Jahren inflationiert 1.970 €; für 22 Jahre Rentendauer sind 467.593 € Kapital nötig, die Sparrate beträgt 684,43 € im Monat.
  • 30 Jahre, Wunsch 3.000 €, Rente 1.900 € brutto, 300 € Betriebsrente, 6 Prozent Rendite, 25 Jahre Rentendauer: Lücke 1.162 €, Kapitalbedarf 643.220 €, Sparrate 394,30 € im Monat; fünf Jahre später gestartet wären es 555,61 €.
  • Ohne Rendite: Dieselbe Lücke wie im ersten Beispiel kostet ohne Zinsen 1.443 € im Monat, mehr als das Doppelte; der Zinseszins trägt über 27 Jahre mehr als die Hälfte des Kapitals.

Formeln: Lücke = Wunsch-Netto - Nettorente - weitere Einkünfte, Kapital = Barwert der inflationierten Lücke über die Rentendauer mit realer Rendite, Sparrate = Kapital / Endwertfaktor der Sparjahre. Wie ein konkreter Sparplan über die Jahre wächst, zeigt der ETF-Sparplan-Rechner, wie lange ein Kapital bei monatlicher Entnahme reicht, der Entnahmeplan-Rechner.

Wissenswertes zum Thema

Wie groß die Lücke wirklich ist

Die Renteninformation nennt zwei Zahlen, die oft verwechselt werden: die Rente, die bei Fortzahlung der bisherigen Beiträge bis zur Regelaltersgrenze zu erwarten ist, und eine Hochrechnung mit ein oder zwei Prozent jährlicher Anpassung. Für den Rechner zählt die erste, in heutigen Werten, denn er rechnet alles in heutiger Kaufkraft und schreibt Rente und Preise gemeinsam fort. Von dieser Bruttorente gehen rund 12,35 Prozent für Kranken- und Pflegeversicherung ab und je nach Rentenbeginn Steuer auf den steuerpflichtigen Anteil, bei Rentenbeginn 2053 sind das 97,5 Prozent; der Rechner schätzt beides, bei 1.600 Euro brutto bleiben etwa 1.346 Euro. Das Sicherungsniveau der gesetzlichen Rente liegt bei 48 Prozent des Durchschnittsentgelts vor Steuern, ein Durchschnittsverdiener mit 45 Jahren bekommt also rund die Hälfte seines letzten Bruttos als Rente, netto vielleicht 55 bis 60 Prozent des letzten Nettos, und Finanzplaner setzen den Bedarf im Alter mit 70 bis 80 Prozent des letzten Nettos an, weil Fahrtkosten und Altersvorsorge wegfallen, aber Gesundheit, Freizeit und später Pflege dazukommen. Die Lücke von 20 bis 25 Prozent des letzten Nettos, bei 3.000 Euro netto also 600 bis 750 Euro, ist die typische Größenordnung, die Betriebsrente, Riester, Depot und Immobilie füllen müssen.

Inflation, Rendite und die Entnahme: So rechnet der Rechner

Drei Annahmen bestimmen das Ergebnis, und alle drei sind einstellbar. Die Inflation von 2 Prozent entspricht dem Ziel der Europäischen Zentralbank und dem langjährigen Durchschnitt; sie macht aus 1.154 Euro Lücke in 27 Jahren 1.970 Euro, und wer sie vergisst, spart für die halbe Lücke. Die Rendite in der Ansparphase hängt von der Anlage ab, breit gestreute Aktienfonds haben über lange Zeiträume 6 bis 7 Prozent vor Kosten und Steuern gebracht, Tagesgeld und Lebensversicherung 2 bis 3; der Rechner nimmt 5 Prozent als vorsichtigen Mischwert. In der Entnahmephase sollte das Geld sicherer liegen, 3 Prozent sind ein realistischer Wert für eine Mischung aus Anleihen und Aktien. Entscheidend ist die reale Rendite, also Entnahmerendite minus Inflation, mit der der Rechner das Kapital über die Rentendauer verteilt, und die Rentendauer selbst: Ein 67-jähriger Mann lebt im Schnitt noch gut 16 Jahre, eine Frau 20, wer das Risiko eines langen Lebens absichern will, rechnet mit 25 und mehr oder kauft mit einem Teil des Kapitals eine lebenslange Rente. Der Rechner zeigt auch, was fünf Jahre Verzögerung kosten: Im ersten Beispiel steigt die Sparrate von 684 auf 975 Euro, weil die teuersten Sparjahre die ersten sind.

Die Lücke füllen: Reihenfolge und Fallen

Die Sparrate aus dem Rechner muss nicht aus einer Quelle kommen. Erste Wahl ist meist die betriebliche Altersvorsorge mit Arbeitgeberzuschuss von mindestens 15 Prozent und Sozialabgabenersparnis, dann die staatlich geförderten Wege, ab 2027 das Altersvorsorgedepot mit bis zu 540 Euro Grundzulage und 300 Euro je Kind, für Selbstständige und Gutverdiener die Rürup-Rente mit vollem Steuerabzug; den Rest füllt ein ETF-Sparplan, der ohne Förderung, aber mit niedrigen Kosten und voller Flexibilität arbeitet. Eine abbezahlte Immobilie senkt den Bedarf, weil die Miete entfällt, der Rechner kann das über ein niedrigeres Wunsch-Netto abbilden. Die häufigsten Fehler: Sparen in Produkten mit 2 Prozent Kosten, die über 30 Jahre ein Drittel des Kapitals fressen; Verträge, die nur Garantie bieten und damit die Inflation nicht schlagen; und das Warten auf den richtigen Zeitpunkt, der nie kommt. Steuern in der Entnahmephase, Abgeltungsteuer auf Kursgewinne, nachgelagerte Besteuerung bei Rürup, Riester und Betriebsrente, der volle Kassenbeitrag auf Betriebsrenten, sind im Rechner nicht enthalten und rechtfertigen 10 bis 20 Prozent Sicherheitsaufschlag auf das Kapital.

Ein Stück Geschichte: Vom Generationenvertrag zur Rentenlücke

Bis 1957 war die Rente ein Zuschuss, im Schnitt 30 Prozent des Lohns; die Rentenreform unter Adenauer koppelte sie an die Löhne, führte das Umlageverfahren ein und hob das Niveau auf 60 Prozent, und für drei Jahrzehnte galt die gesetzliche Rente als Vollversorgung, ergänzt allenfalls durch eine Lebensversicherung und ein Sparbuch. Das Wort Rentenlücke tauchte in den 1990er Jahren auf, als klar wurde, dass die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen und weniger Beitragszahler nachkommen; die Riester-Reform 2001 senkte das Rentenniveau planmäßig von 53 auf 43 Prozent bis 2030 und schuf dafür die staatlich geförderte Privatvorsorge, mit der Botschaft, die Lücke von vier Prozentpunkten selbst zu schließen. Das Niveau wurde 2018 bei 48 Prozent eingefroren, 2025 bis 2031 verlängert, und die Debatte um Haltelinie, Aktienrente und Rentenalter läuft seitdem. Die Renteninformation, die seit 2004 jedem Versicherten ab 27 jährlich zugeschickt wird, hat die Lücke zu einer persönlichen Zahl gemacht, und die digitale Rentenübersicht fasst seit 2023 gesetzliche, betriebliche und private Ansprüche an einer Stelle zusammen. Dass ein Vierzigjähriger heute 500 bis 700 Euro im Monat zurücklegen soll, ist das Ergebnis dieser Geschichte.

Praktische Tipps

Nehmen Sie die Rente aus der Renteninformation "bei Fortzahlung der bisherigen Beiträge", nicht die hochgerechnete. Setzen Sie das Wunsch-Netto bei 70 bis 80 Prozent des heutigen Nettos an und ziehen Sie eine abbezahlte Wohnung ab. Rechnen Sie mit 2 Prozent Inflation, auch wenn sie gerade höher oder niedriger ist. Trennen Sie Ansparrendite und Entnahmerendite. Starten Sie mit dem, was geht, auch 100 Euro, und erhöhen Sie bei jeder Gehaltserhöhung; der Sparplanrechner zeigt, was aus der Rate wird, der Inflationsrechner, was die Lücke in 30 Jahren bedeutet. Prüfen Sie jedes Jahr mit der neuen Renteninformation nach. Und holen Sie Förderung mit: Betriebsrente mit Arbeitgeberzuschuss zuerst, dann Altersvorsorgedepot oder Rürup, der Rest ins Depot.

Häufige Fragen

Wie berechne ich meine Rentenlücke?

Wunsch-Netto im Alter minus Nettorente minus weitere Einkünfte: Bei 2.500 € Wunsch und 1.600 € Bruttorente bleiben nach rund 12,35 Prozent Sozialabgaben und Steuer etwa 1.346 € netto, die Lücke beträgt 1.154 € im Monat. Mit 2 Prozent Inflation sind das in 27 Jahren 1.970 €. Der Rechner übernimmt die Abzüge.

Wie viel Geld brauche ich, um die Rentenlücke zu schließen?

Für 1.154 € Lücke heute, 22 Jahre Rentendauer, 2 Prozent Inflation und 3 Prozent Rendite in der Entnahmephase rund 468.000 € zum Rentenbeginn mit 67. Faustregel: Lücke mal 300 für 25 Jahre. Wer stattdessen eine lebenslange Rente kauft, braucht ähnlich viel, hat aber kein Langlebigkeitsrisiko.

Wie viel muss ich monatlich sparen?

Mit 40 Jahren und 5 Prozent Rendite 684 € im Monat für 468.000 € in 27 Jahren, mit 30 Jahren und 6 Prozent 394 € für 643.000 € in 37 Jahren. Ohne Rendite wären es 1.443 € bzw. 1.449 €. Jedes Jahr Verzögerung kostet 5 bis 8 Prozent höhere Rate, fünf Jahre später sind es 975 € statt 684 €.

Wie viel Prozent vom letzten Netto brauche ich im Alter?

Finanzplaner rechnen mit 70 bis 80 Prozent: Fahrtkosten, Altersvorsorge und meist die Kinder fallen weg, Gesundheit, Freizeit und später Pflege kommen dazu. Bei 3.000 € Netto heute sind das 2.100 bis 2.400 €. Die gesetzliche Rente deckt bei Durchschnittsverdienern netto 55 bis 60 Prozent, die Lücke liegt bei 15 bis 25 Prozent.

Welche Rendite soll ich annehmen?

Für die Ansparphase 5 Prozent als vorsichtiger Wert für einen breit gestreuten ETF-Sparplan (historisch 6 bis 7 Prozent vor Kosten), für klassische Verträge 2 bis 3. In der Entnahmephase 3 Prozent, weil das Geld sicherer liegen sollte. Entscheidend ist die reale Rendite nach Inflation; mit 2 Prozent Inflation bleibt in der Entnahme 1 Prozent real.

Welche Zahl aus der Renteninformation nehme ich?

Die Rente "bei Fortzahlung der bisherigen Beiträge bis zur Regelaltersgrenze" in heutigen Werten, nicht die Hochrechnung mit 1 oder 2 Prozent Anpassung, weil der Rechner alles in heutiger Kaufkraft rechnet. Wer früher in Rente gehen will, zieht den Abschlag von 0,3 Prozent je Monat ab.

Zählt meine Immobilie zur Altersvorsorge?

Eine abbezahlte Wohnung senkt den Bedarf um die gesparte Miete, bei 900 € Kaltmiete also die Lücke um 900 €: einfach ein niedrigeres Wunsch-Netto eintragen. Instandhaltung von 1 bis 1,5 Prozent des Gebäudewerts im Jahr bleibt als Kosten; eine vermietete Immobilie zählt mit der Nettomiete als weitere Einkünfte.

Sind Steuern im Ruhestand berücksichtigt?

Die Steuer auf die gesetzliche Rente wird geschätzt, Steuern auf das Depot oder geförderte Verträge nicht: Abgeltungsteuer auf Kursgewinne, nachgelagerte Besteuerung bei Rürup, Riester, Altersvorsorgedepot und Betriebsrente, dazu der volle Kassenbeitrag auf Betriebsrenten. Ein Aufschlag von 10 bis 20 Prozent auf das Kapital ist deshalb sinnvoll.

Stand: Oktober 2026Geprüft von: Redaktion rechner24.net Quellen: Deutsche Rentenversicherung: Renteninformation, Erläuterungen; Rentenversicherungsbericht 2025 der Bundesregierung, Sicherungsniveau, Statistisches Bundesamt: Sterbetafel 2022/2024, fernere Lebenserwartung im Alter 67, Deutsche Bundesbank: Monatsbericht, langfristige Renditen von Aktien und Anleihen, Europäische Zentralbank: Inflationsziel 2 Prozent; Verbraucherpreisindex Deutschland