Zollrechner

Was beim Paket aus dem Nicht-EU-Ausland obendrauf kommt: Zoll und Einfuhrumsatzsteuer nach Warenart und Herkunft.

Wie viel Zoll und Einfuhrumsatzsteuer zahle ich?

Warenwert, Versand, Warenart, Herkunft.

Beispiel: 800-€-Laptop aus den USA mit 40 € Versand: 159,60 € Einfuhrumsatzsteuer

So funktioniert der Zollrechner

Der Zollrechner zeigt, was eine Bestellung aus den USA, China, Großbritannien oder der Schweiz am Ende kostet: Aus Warenwert und Versand wird der Zollwert, darauf kommt der Zoll nach Warenart, wenn der Zollwert über 150 Euro liegt, und auf die Summe die Einfuhrumsatzsteuer von 19 Prozent, bei Büchern und Lebensmitteln 7, ab dem ersten Cent. Dazu rechnet er die Auslagepauschale des Zustellers und den Gesamtpreis, damit der vermeintlich günstige Laptop aus den USA mit dem deutschen Preis vergleichbar wird.

Merksatz: Zollwert ist Ware plus Versand, Steuer kommt auf Zollwert plus Zoll. Die Eselsbrücke: Unter 150 Euro kein Zoll, aber immer Steuer; über 150 Euro Zoll nach Warenart, Elektronik null, Kleidung 12, Schuhe bis 17 Prozent. Wer Zoll berechnen will, braucht also Preis, Versand, Warenart und Herkunftsland.

Drei Beispiele:

  • Laptop für 800 Euro aus den USA, 40 Euro Versand: Zollwert 840 Euro, Zoll 0 Prozent auf Elektronik, Einfuhrumsatzsteuer 159,60 Euro, Gesamtpreis 999,60 Euro plus etwa 6 Euro Pauschale bei DHL.
  • Jacke für 60 Euro aus China, 5 Euro Versand: Zollwert 65 Euro, unter der Grenze also kein Zoll, 12,35 Euro Einfuhrumsatzsteuer, Gesamtpreis 77,35 Euro plus Pauschale, falls der Händler die Steuer nicht schon über IOSS abgeführt hat.
  • Sneaker für 250 Euro aus China, 20 Euro Versand: Zollwert 270 Euro, Zoll 17 Prozent gleich 45,90 Euro, Einfuhrumsatzsteuer auf 315,90 Euro gleich 60,02 Euro, zusammen 105,92 Euro Abgaben, Gesamtpreis 375,92 Euro.

Die Formeln: Zollwert = Warenwert + Versand und Versicherung, Zoll = Zollwert x Zollsatz (0 bis 150 Euro befreit), Einfuhrumsatzsteuer = (Zollwert + Zoll) x 19 % bzw. 7 %, Gesamt = Warenwert + Versand + Zoll + Steuer + Zustellerpauschale. Ursprungsware aus Großbritannien und der Schweiz ist zollfrei, aus der EU fällt nichts an. Den Dollarpreis in Euro liefert der Dollar-Euro-Rechner, den Steueranteil im Preis der Mehrwertsteuer-Rechner.

Wissenswertes zum Thema

Zollwert, Zollsatz und die Warenart

Der Zollwert ist nicht der Preis der Ware, sondern der Preis frei Grenze: Warenwert laut Rechnung plus Versand und Versicherung bis zur EU-Außengrenze, umgerechnet mit dem Zollkurs des Monats, und Rabatte zählen nur, wenn sie auf der Rechnung stehen. Der Zollsatz hängt von der Warenart ab und steht im Zolltarif TARIC der EU mit über 10.000 Positionen: Computer, Handys, Konsolen, Kameras und Bücher 0 Prozent, Kleidung 12, Schuhe meist 16,8 bis 17, Spielzeug 4,7, Kosmetik 6,5, Uhren 4,5, Fahrräder 14, Autoteile 3 bis 4,5, E-Bikes aus China mit Antidumpingzoll bis 79 Prozent, Lebensmittel je nach Produkt mit Mengenzöllen in Euro je Kilogramm; der Rechner nutzt Richtwerte je Warengruppe, das genaue Ergebnis liefert die Tarifnummer. Bis 150 Euro Zollwert ist die Sendung zollfrei, nicht steuerfrei, und die Grenze gilt je Sendung, nicht je Artikel, weshalb Händler große Bestellungen nicht aufteilen dürfen. Die 150-Euro-Freigrenze steht vor dem Aus: Die EU hat 2025 beschlossen, sie abzuschaffen, weil täglich Millionen Kleinpakete aus China ohne Zoll ankommen, und plant eine Pauschale von 3 Euro je Sendung als Übergang; sobald das gilt, fällt Zoll ab dem ersten Euro, die Logik des Rechners bleibt. Alkohol, Tabak und Kaffee tragen zusätzlich Verbrauchsteuern, Geschenke von Privatperson an Privatperson bis 45 Euro sind abgabenfrei. Was die Einfuhr in Dollar oder Franken umgerechnet kostet, zeigt der Währungsrechner.

Einfuhrumsatzsteuer, IOSS und die Zustellerpauschale

Die Einfuhrumsatzsteuer ist die Mehrwertsteuer für importierte Ware, 19 Prozent, bei Büchern, Lebensmitteln und einigen anderen Waren 7, berechnet auf Zollwert plus Zoll, und sie fällt seit dem 1. Juli 2021 ab dem ersten Cent an, die alte 22-Euro-Freigrenze ist weg. Große Plattformen wie Temu, AliExpress, Shein oder Amazon-Marketplace nutzen das IOSS-Verfahren: Sie kassieren die Steuer beim Kauf und führen sie ab, das Paket kommt ohne Nachforderung, und im Preis steht "inklusive Steuern"; bei Händlern ohne IOSS kassiert der Zusteller an der Tür oder in der Filiale, DHL mit 6 Euro Auslagepauschale, DPD, UPS und FedEx mit 10 bis 20 Euro Verzollungsgebühr plus Steuer. Wer die Nachzahlung vermeiden will, kann die Ware selbst beim Zollamt abholen und verzollen, dann entfällt die Pauschale, nicht die Steuer. Ab 150 Euro Zollwert wird die Sendung förmlich verzollt, bei DHL mit 6 Euro, bei Expressdiensten deutlich teurer; die Zollanmeldung über die Internet-Zollanmeldung des Zolls macht der Zusteller oder man selbst. Rücksendungen und Reparaturen sind abgabenfrei, wenn man es nachweist, und Umtausch bedeutet eine neue Einfuhr. Wer die Rechnung nicht vorlegen kann, bekommt den Wert geschätzt, meist zu seinen Ungunsten. Was der Preis mit 19 Prozent netto und brutto bedeutet, zeigt der Mehrwertsteuer-Rechner.

USA, Großbritannien, Schweiz: Die Sonderfälle

Aus den USA gilt der volle Zollsatz, es gibt kein Freihandelsabkommen, und Elektronik ist dank des Informationstechnologie-Abkommens trotzdem zollfrei; Kleidung und Schuhe aus den USA sind dagegen teuer, und die amerikanischen Verkaufspreise sind netto, die Sales Tax kommt im Export nicht dazu. Großbritannien ist seit dem Brexit 2021 Drittland, aber das Handelsabkommen macht Ursprungsware zollfrei: Nur was in Großbritannien hergestellt wurde, nicht was ein britischer Händler aus China weiterverkauft, und der Händler muss den Ursprung auf der Rechnung erklären; die Einfuhrumsatzsteuer fällt immer an, und britische Händler, die sie über IOSS einziehen, sind die bequemen. Die Schweiz hat mit der EU ein Freihandelsabkommen seit 1972, Ursprungsware ist zollfrei, Steuer fällt an, und die Schweiz ist zudem der Fall für Reisende: Wer aus der Schweiz mit dem Auto kommt, hat 300 Euro Freimenge je Person, mit Flugzeug 430, und darüber hinaus wird pauschal mit 17,5 Prozent bis 700 Euro Warenwert verzollt. Norwegen und Island sind über den EWR zollfrei für Ursprungsware, die Türkei über die Zollunion für Industrieprodukte. Innerhalb der EU fällt weder Zoll noch Einfuhrumsatzsteuer an, die Umsatzsteuer des Verkäuferlandes oder bei Fernverkauf die deutsche ist im Preis; Ausnahme sind Verbrauchsteuern auf Alkohol, Tabak und Kaffee. Die Kanaren, Helgoland und einige Überseegebiete sind steuerlich Drittland, obwohl sie zur EU gehören.

Ein Stück Geschichte: Vom Zollverein zur 22-Euro-Grenze

Zölle waren bis ins 19. Jahrhundert die Haupteinnahme der Staaten, und Deutschland hatte vor 1834 Hunderte Binnenzölle, an jeder Landesgrenze und jeder Flussschleuse; der Deutsche Zollverein unter preußischer Führung schaffte sie ab und war die wirtschaftliche Einheit vor der politischen von 1871. Die EU wiederholte das 1968 mit der Zollunion, seitdem gibt es nur noch die Außengrenze und einen gemeinsamen Zolltarif, dessen Einnahmen zu drei Vierteln nach Brüssel gehen. Für Privatpersonen war Zoll lange ein Reisethema, bis der Versandhandel aus Fernost kam: 2008 wurde die Freigrenze für die Einfuhrumsatzsteuer auf 22 Euro gesetzt, chinesische Händler deklarierten alles mit 21 Euro, und 2021 schaffte die EU die Grenze mit dem Mehrwertsteuer-Digitalpaket ab und führte IOSS ein. Die 150-Euro-Zollfreigrenze stammt aus derselben Zeit wie die 22 Euro und ist das letzte Schlupfloch, das mit dem Zollreformpaket der EU fallen soll; die Zahl der Kleinsendungen hat sich von 2022 bis 2024 auf über vier Milliarden im Jahr verdoppelt. Die Auslagepauschale der Post gab es schon in den 1980ern, damals 5 Mark. Der Rechner rechnet nach dem Stand 2026 mit der 150-Euro-Grenze und weist auf ihren Wegfall hin.

Praktische Tipps

Rechnen Sie vor dem Kauf den Gesamtpreis und vergleichen Sie ihn mit dem deutschen Preis inklusive Versand und Rückgaberecht, das bei Drittlandhändlern oft fehlt. Bevorzugen Sie Händler, die die Steuer über IOSS einziehen, erkennbar an "alle Steuern inklusive" oder "DDP" im Checkout, dann gibt es keine Nachforderung an der Tür. Teilen Sie Bestellungen nicht künstlich unter 150 Euro, der Zoll fasst sie zusammen, und erwarten Sie die Grenze ohnehin bald weg. Heben Sie Rechnung und Zahlungsbeleg auf, der Zoll fragt danach, und achten Sie bei Geschenken auf die 45-Euro-Grenze mit dem Vermerk "Gift" auf der Zollinhaltserklärung. Prüfen Sie bei Marken-Schnäppchen aus Fernost die Echtheit, Fälschungen werden vom Zoll vernichtet, ohne Erstattung. Und lassen Sie Expresssendungen mit hohen Verzollungsgebühren weg, wenn die normale Post reicht. Was der Dollarpreis in Euro ist, zeigt der Dollar-Euro-Rechner.

Häufige Fragen

Ab welchem Wert muss ich Zoll zahlen?

Zoll ab 150 Euro Zollwert (Warenwert plus Versand) nach Warenart, Einfuhrumsatzsteuer von 19 Prozent (Bücher und Lebensmittel 7) immer, seit 2021 ab dem ersten Cent. Die 150-Euro-Zollfreigrenze soll nach EU-Beschluss wegfallen, dann gilt Zoll ab dem ersten Euro.

Wie viel kostet ein Laptop aus den USA mit Zoll?

800 Euro Laptop mit 40 Euro Versand: Zollwert 840 Euro, Zoll 0 Prozent auf Elektronik, Einfuhrumsatzsteuer 159,60 Euro, Gesamtpreis 999,60 Euro plus rund 6 Euro Zustellerpauschale. Amerikanische Preise sind netto, die Sales Tax entfällt im Export.

Wie hoch ist der Zoll auf Kleidung und Schuhe?

Kleidung 12 Prozent, Schuhe meist 16,8 bis 17 Prozent, jeweils auf den Zollwert über 150 Euro, danach 19 Prozent Steuer auf Zollwert plus Zoll. Sneaker für 250 Euro aus China mit 20 Euro Versand kosten 105,92 Euro Abgaben, zusammen 375,92 Euro.

Was ist die Zustellerpauschale?

Die Gebühr, die DHL, DPD, UPS oder FedEx für das Auslegen und Kassieren der Abgaben nehmen: bei DHL etwa 6 Euro, bei Expressdiensten 10 bis 20 Euro. Sie entfällt, wenn der Händler die Steuer über IOSS eingezogen hat oder man das Paket selbst beim Zollamt verzollt.

Warum musste ich bei Temu oder AliExpress nichts nachzahlen?

Weil diese Plattformen das IOSS-Verfahren nutzen: Die Einfuhrumsatzsteuer wird beim Kauf kassiert und abgeführt, das Paket kommt ohne Nachforderung. Bei Händlern ohne IOSS zahlt man an der Tür Steuer plus Pauschale.

Fällt Zoll aus Großbritannien und der Schweiz an?

Nicht auf Ursprungsware, also Produkte, die dort hergestellt wurden, dank Handelsabkommen; auf Ware, die ein Händler dort nur weiterverkauft, schon. Die Einfuhrumsatzsteuer von 19 Prozent fällt in beiden Fällen an. Innerhalb der EU gibt es weder Zoll noch Einfuhrumsatzsteuer.

Sind Geschenke aus dem Ausland zollfrei?

Geschenke von Privat an Privat bis 45 Euro Warenwert sind abgabenfrei, wenn sie als Geschenk deklariert sind und keine Alkohol- oder Tabakmengen über der Freimenge enthalten. Darüber gelten die normalen Regeln. Bestellungen bei Händlern sind nie Geschenke.

Was passiert, wenn ich die Rechnung nicht vorlegen kann?

Der Zoll schätzt den Wert, meist anhand vergleichbarer Angebote und zu Ihren Ungunsten, und erhebt darauf die Abgaben. Rechnung, Bestellbestätigung oder Zahlungsnachweis sollten deshalb griffbereit sein, auch digital.

Stand: Oktober 2026Geprüft von: Redaktion rechner24.net Quellen: Verordnung (EU) 952/2013 (Zollkodex der Union), Verordnung (EG) 1186/2009 Art. 23 ff. (Zollbefreiung bis 150 Euro, Geschenke bis 45 Euro), § 21 UStG, § 1 Abs. 1 Nr. 4 UStG (Einfuhrumsatzsteuer), Einfuhrumsatzsteuer-Befreiungsverordnung, EU-Kommission: TARIC Zolltarif, Vorschlag zur Zollreform 2023 und Ratsbeschluss zur Abschaffung der 150-Euro-Freigrenze (2025), Generalzolldirektion: Internetbestellungen und Postsendungen aus Nicht-EU-Ländern, DHL: Entgelte für Zollabwicklung und Auslagepauschale