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Balkonkraftwerk-Rechner

Was ein Balkonkraftwerk im Jahr spart und wann der Kaufpreis wieder drin ist, nach Ausrichtung und Eigenverbrauch.

Was spart mein Balkonkraftwerk und wann hat es sich bezahlt gemacht?

Leistung, Ausrichtung, Verbrauch, Eigenverbrauchsanteil, Strompreis und Preis eintragen.

Beispiel: 2.000 Wp Süd mit 30° Neigung, 45 % Eigenverbrauch, 38 ct Strompreis, 900 € Preis: 315 € Ersparnis im Jahr, Amortisation nach 2,9 Jahren

So funktioniert der Balkonkraftwerk-Rechner

Der Balkonkraftwerk-Rechner beantwortet die Frage "lohnt sich das?" mit Zahlen: Aus Modulleistung und Ausrichtung schätzt er den Jahresertrag, aus dem Anteil, den Sie selbst verbrauchen, und Ihrem Strompreis die Ersparnis, und aus dem Kaufpreis die Amortisation und den Gewinn über 20 Jahre. Der Rest des Stroms geht ins Netz, unvergütet, weil sich die Anmeldung für die paar Euro Einspeisevergütung nicht lohnt, und genau deshalb ist der Eigenverbrauchsanteil die wichtigste Eingabe.

Merksatz: Nur der selbst verbrauchte Strom zählt. Die Eselsbrücke: Ein Balkonkraftwerk liefert je kWp etwa 1.000 kWh, wenn es nach Süden schaut und 30 Grad geneigt ist, senkrecht am Balkon nur 750, nach Norden 400. Davon nutzen Sie tagsüber ohne Speicher 30 bis 60 Prozent, und jede dieser Kilowattstunden spart den vollen Strompreis von 35 bis 40 Cent.

Drei Beispiele:

  • 880 Wp senkrecht am Südbalkon, 60 Prozent Eigenverbrauch, 35 Cent, 450 Euro: 660 kWh Ertrag, 396 kWh selbst genutzt, 139 Euro Ersparnis im Jahr, Amortisation nach 3,2 Jahren, rund 2.180 Euro Gewinn über 20 Jahre.
  • 2.000 Wp Süd mit 30 Grad Neigung, 45 Prozent, 38 Cent, 900 Euro: 1.840 kWh Ertrag nach Abregelverlust am 800-Watt-Wechselrichter, 315 Euro Ersparnis, Amortisation in 2,9 Jahren, über 5.000 Euro Gewinn.
  • 800 Wp Ost oder West, nur 35 Prozent Eigenverbrauch, 500 Euro: 640 kWh, 78 Euro im Jahr, Amortisation nach 6,4 Jahren, immer noch knapp 1.000 Euro Gewinn.

Die Formeln: Ertrag = kWp x spezifischer Ertrag der Ausrichtung (bei mehr als 1.000 Wp mit 8 Prozent Abzug, weil der Wechselrichter bei 800 Watt abregelt), Ersparnis = Ertrag x Eigenverbrauchsanteil x Strompreis, Amortisation = Kaufpreis / Ersparnis, Gewinn über 20 Jahre = 20 x Ersparnis x 0,95 - Kaufpreis mit Abschlag für Alterung. Was der Haushalt überhaupt verbraucht, zeigt der Stromverbrauch-Rechner, was die Kilowattstunde kostet, der Stromkosten-Rechner.

Wissenswertes zum Thema

Die Regeln seit 2024: Solarpaket, 800 Watt, Schuko

Mit dem Solarpaket I vom Mai 2024 wurde das Steckersolargerät, so der amtliche Name, radikal vereinfacht: Der Wechselrichter darf 800 Watt einspeisen, die Module dürfen zusammen 2.000 Wp haben, die Anmeldung beim Netzbetreiber ist weggefallen und nur die Eintragung im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur bleibt, online in zehn Minuten und innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme. Der alte Ferraris-Zähler mit Drehscheibe darf vorübergehend rückwärts laufen, bis der Netzbetreiber ihn tauscht, und seit der VDE-Produktnorm von 2024 gilt der normale Schuko-Stecker als zulässig, der Wieland-Stecker ist Geschichte. Seit Oktober 2024 steht das Balkonkraftwerk im Katalog der privilegierten Maßnahmen in § 554 BGB und § 20 WEG: Mieter haben Anspruch auf Zustimmung des Vermieters und Wohnungseigentümer auf Zustimmung der Gemeinschaft, die nur noch über das Wie entscheiden dürfen, nicht über das Ob. Der Kauf ist seit 2023 mehrwertsteuerfrei, viele Kommunen zahlen 100 bis 500 Euro Zuschuss, und wer die 800 Watt überschreitet, hat kein Balkonkraftwerk mehr, sondern eine kleine PV-Anlage mit Elektriker-Pflicht. Für solche Anlagen gibt es den Photovoltaik-Rechner.

Eigenverbrauch: Die Zahl, an der alles hängt

Ein Balkonkraftwerk mit 800 Watt liefert an einem Sommertag mittags 500 bis 700 Watt, in der Übergangszeit 200 bis 400, im Dezember oft unter 100. Die Grundlast eines Haushalts, also Kühlschrank, Router, Standby, liegt bei 100 bis 300 Watt; alles darüber hinaus wird nur genutzt, wenn gerade jemand kocht, wäscht oder im Homeoffice sitzt. Deshalb liegt der Eigenverbrauchsanteil bei Berufstätigen ohne Speicher bei 30 bis 40 Prozent, bei Rentnern und Homeoffice bei 50 bis 70, und wer Waschmaschine und Spülmaschine mittags laufen lässt, holt 10 Punkte mehr heraus. Eine zweite Stellschraube ist die Modulleistung: 2.000 Wp an einem 800-Watt-Wechselrichter klingt verschwenderisch, bringt aber an trüben Tagen und morgens und abends deutlich mehr, weil die Module dann ihre Nennleistung ohnehin nicht erreichen; der Rechner zieht für die Abregelung in der Mittagsspitze pauschal 8 Prozent ab. Kleine Speicher mit 1 bis 2 kWh für 400 bis 800 Euro heben den Eigenverbrauch auf 70 bis 90 Prozent, verlängern die Amortisation aber meist, weil der zusätzlich genutzte Strom den Speicherpreis nicht hereinholt; der Solarspeicher-Rechner rechnet das für größere Anlagen nach. Steckdosen-Messgeräte oder der Smart Meter zeigen nach ein paar Wochen, wo man tatsächlich liegt.

Ausrichtung, Montage, Sicherheit

Süd mit 30 bis 35 Grad Neigung ist das Optimum mit etwa 1.000 kWh je kWp in Mitteldeutschland, Ost oder West geneigt bringen 800, der klassische senkrechte Balkonkasten nach Süden 750, senkrecht nach Ost oder West 600 und Nord 400; die Halterung mit Winkel kostet 30 bis 80 Euro extra und lohnt sich fast immer. Verschattung ist der Ertragskiller: Ein Baum, der das Modul mittags zwei Stunden beschattet, halbiert den Jahresertrag, und ein Geländerstab vor der Zelle kann ein ganzes Modul lahmlegen, weil die Zellen in Reihe geschaltet sind. Die Module dürfen bis zu 25 Kilogramm wiegen, die Brüstung muss das plus Windlast tragen, und ab dem ersten Stock gehört bei Glas-Glas-Modulen ein Absturzschutz dazu; viele Anbieter verkaufen deshalb Leichtmodule unter 10 Kilogramm. Der Wechselrichter braucht einen NA-Schutz nach VDE-AR-N 4105, der bei Stromausfall sofort abschaltet, sodass das Gerät nie ins tote Netz einspeist, was auch bedeutet: Bei Stromausfall liefert das Balkonkraftwerk nichts. Eine eigene Steckdose mit eigener Leitung ist nicht Pflicht, aber empfohlen; Mehrfachsteckdosen und Verlängerungskabel sind tabu. Die Versicherung deckt das Gerät meist über die Hausrat ab, nachfragen schadet nicht.

Ein Stück Geschichte: Vom Guerilla-Solar zur Massenware

Die ersten Steckersolargeräte tauchten um 2010 in Österreich und der Schweiz auf, in Deutschland galten sie bis 2018 als illegal, weil die VDE-Norm die Einspeisung über Steckdosen nicht vorsah; wer eines betrieb, war "Guerilla-Solar". 2017 ließ die VDE die Norm ändern, 2018 erlaubte die VDE-AR-N 4105 die Anmeldung von Geräten bis 600 Watt beim Netzbetreiber, mit vereinfachtem Verfahren, aber viele Netzbetreiber verlangten weiter Elektriker, Wieland-Dose und Zählertausch. 2022 und 2023 explodierten die Verkaufszahlen mit der Energiekrise, von 100.000 auf fast eine Million Geräte im Register, und der Preis fiel von 800 auf 400 Euro für ein Komplettset; 2024 brachte das Solarpaket die 800 Watt, 2.000 Wp, die Schuko-Freigabe und das Ende der Netzbetreiber-Anmeldung. Inzwischen sind deutlich über eine Million Balkonkraftwerke registriert, plus die Dunkelziffer der Nichtangemeldeten. Die Ertragswerte, mit denen der Rechner arbeitet, stammen aus den Erfahrungen dieser Jahre und den Strahlungsdaten des Deutschen Wetterdienstes.

Praktische Tipps

Kaufen Sie ein Set mit 1.600 bis 2.000 Wp Modulleistung und 800-Watt-Wechselrichter mit WLAN, dann sehen Sie in der App, was Sie ernten, und können den Eigenverbrauch nachjustieren. Montieren Sie mit Winkel, wenn der Balkon es erlaubt, 30 Grad statt senkrecht bringt ein Drittel mehr. Tragen Sie das Gerät innerhalb eines Monats ins Marktstammdatenregister ein, sonst droht theoretisch ein Bußgeld, und fordern Sie beim Netzbetreiber nichts an, das ist vorbei. Verschieben Sie Waschmaschine, Trockner und Spülmaschine in die Mittagszeit, und lassen Sie das Gerät nicht wegen Winterdepression abbauen, auch Januar bringt Grundlast. Fragen Sie bei der Kommune nach Förderung, bevor Sie kaufen, viele Programme verlangen den Antrag vor dem Kauf. Und rechnen Sie vorher mit dem Rechner den Eigenverbrauch ehrlich durch: 30 Prozent bei Vollzeit außer Haus sind realistisch, 70 nur mit Speicher oder Homeoffice. Was ein E-Auto an der Steckdose dazu verbrauchen würde, zeigt der E-Auto-Ladekosten-Rechner.

Häufige Fragen

Wie viel Strom erzeugt ein Balkonkraftwerk im Jahr?

Je kWp Modulleistung etwa 1.000 kWh bei Südausrichtung mit 30 Grad Neigung, 750 kWh senkrecht am Südbalkon, 800 kWh bei Ost oder West geneigt und 400 kWh nach Norden. Ein 880-Wp-Set senkrecht am Südbalkon liefert etwa 660 kWh, ein 2.000-Wp-Set mit Neigung rund 1.840 kWh.

Wie viel spart ein Balkonkraftwerk?

Nur der selbst verbrauchte Strom spart Geld, der Rest geht unvergütet ins Netz. Bei 660 kWh Ertrag, 60 Prozent Eigenverbrauch und 35 Cent sind das 139 Euro im Jahr; bei 1.840 kWh, 45 Prozent und 38 Cent rund 315 Euro.

Wann hat sich ein Balkonkraftwerk amortisiert?

Meist nach drei bis sechs Jahren. Ein 450-Euro-Set mit 139 Euro Ersparnis ist nach 3,2 Jahren bezahlt, ein 900-Euro-Set mit 315 Euro nach 2,9 Jahren, ein Ost-West-Set mit nur 78 Euro Ersparnis nach 6,4 Jahren. Die Module halten 20 bis 25 Jahre.

Wie viel Watt darf ein Balkonkraftwerk haben?

Seit Mai 2024 darf der Wechselrichter 800 Watt einspeisen, die Module dürfen zusammen bis 2.000 Wp haben. Mehr Modulleistung lohnt sich, weil die Module morgens, abends und bei Wolken ohnehin unter der Nennleistung bleiben; der Rechner zieht für die Abregelung mittags 8 Prozent ab.

Muss ich ein Balkonkraftwerk anmelden?

Nur im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur, online, innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme. Die Anmeldung beim Netzbetreiber ist seit 2024 entfallen, ein Elektriker ist nicht nötig, der Schuko-Stecker ist zulässig, und ein alter Zähler darf vorübergehend rückwärts laufen.

Darf mein Vermieter ein Balkonkraftwerk verbieten?

Seit Oktober 2024 nicht mehr grundsätzlich. Das Balkonkraftwerk ist eine privilegierte Maßnahme nach § 554 BGB, Mieter haben Anspruch auf Zustimmung. Der Vermieter darf nur über die Art der Montage mitreden, etwa bei Denkmalschutz oder Statik. Gleiches gilt für Wohnungseigentümer nach § 20 WEG.

Was ist ein realistischer Eigenverbrauchsanteil?

Ohne Speicher bei Berufstätigen 30 bis 40 Prozent, bei Homeoffice oder Rentnern 50 bis 70 Prozent. Wer Waschmaschine und Spülmaschine mittags laufen lässt, gewinnt rund 10 Punkte. Mit einem kleinen Speicher sind 70 bis 90 Prozent möglich, der Speicher verlängert aber meist die Amortisation.

Bekomme ich eine Einspeisevergütung?

Theoretisch ja, rund 8 Cent je kWh, praktisch lohnt sich die Anmeldung mit Zählertausch und Abrechnung für 200 bis 400 kWh im Jahr nicht. Die meisten Betreiber verschenken den Überschuss, der Rechner rechnet deshalb ohne Vergütung.

Stand: Oktober 2026Geprüft von: Redaktion rechner24.net Quellen: § 8 Abs. 5a EEG 2023 (Steckersolargeräte, Solarpaket I vom 16.05.2024), § 554 BGB, § 20 Abs. 2 WEG (privilegierte Maßnahmen, seit 17.10.2024), VDE V 0126-95 (Produktnorm Steckersolargeräte, Entwurf 2024), Bundesnetzagentur: Marktstammdatenregister, Registrierungspflicht für Balkonkraftwerke, Deutscher Wetterdienst: Globalstrahlungskarten Deutschland