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Photovoltaik-Rechner

Lohnt sich die Solaranlage? Erst der Ertrag in kWh, dann der Wert in Euro, dann die Jahre bis zur Amortisation.

Wie viel Strom liefert meine Photovoltaik-Anlage?

Anlagengröße, Standort, Dachausrichtung.

Beispiel: 7,5 kWp in Süddeutschland auf Ost-West-Dach liefern 6.694 kWh

Was bringt die Anlage im Jahr in Euro?

Eigenverbrauch gespart plus Einspeisevergütung.

Beispiel: 7.000 kWh mit 55 % Eigenverbrauch bringen 1.519,35 € im Jahr

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Wann hat sich die Anlage bezahlt?

Anschaffung gegen jährlichen Nutzen.

Beispiel: 22.000 € Anschaffung bei 2.400 € Nutzen und 200 € Kosten: 10 Jahre

So funktioniert der Photovoltaik-Rechner

Der Photovoltaik-Rechner besteht aus drei Kästen, die aufeinander aufbauen. Der erste schätzt den Stromertrag aus Anlagengröße in kWp, Standort und Dachausrichtung. Der zweite macht daraus Euro: Der selbst verbrauchte Anteil spart den Strompreis, der Rest bringt die Einspeisevergütung. Der dritte teilt die Anschaffungskosten durch den jährlichen Nutzen nach laufenden Kosten und zeigt Amortisation, Überschuss nach 20 und 25 Jahren und die Rendite.

Merksatz: Eine kWh selbst verbrauchen ist fünfmal so viel wert wie eine einspeisen. Die Eselsbrücke: Je kWp etwa 1.000 kWh im Jahr, je kWp etwa 5 Quadratmeter Dach, je kWp etwa 1.300 bis 1.800 Euro Preis, und ein Durchschnittshaushalt braucht 3.500 kWh. Wer die PV-Anlage berechnen will, fängt also bei der Dachfläche an.

Drei Beispiele:

  • 10 kWp in Mitteldeutschland, Süddach: 9.500 kWh im Jahr, rechnerisch 2,7 Haushalte. Mit 30 Prozent Eigenverbrauch, 35 Cent Strompreis und der Vergütung ergibt das rund 1.523 Euro im Jahr; bei 15.000 Euro Preis und 150 Euro laufenden Kosten ist die Anlage nach 8,6 Jahren bezahlt.
  • 7,5 kWp in Süddeutschland, Ost-West-Dach: 6.694 kWh, weil Ost-West 85 Prozent des Südertrags bringt, der Süden aber 1.050 statt 950 kWh je kWp. Mit 55 Prozent Eigenverbrauch dank Speicher und 33 Cent: 1.519 Euro im Jahr.
  • 22.000 Euro Anlage, 2.400 Euro Nutzen, 200 Euro Kosten: Amortisation nach genau 10 Jahren, 22.000 Euro Überschuss nach 20 Jahren, 3,5 Prozent Rendite.

Die Formeln: Ertrag = kWp x Standortwert x Ausrichtungsfaktor, Nutzen = Ertrag x Eigenverbrauch x Strompreis + Ertrag x (1 - Eigenverbrauch) x Vergütung, Amortisation = Anschaffung / (Nutzen - laufende Kosten). Ohne Strompreissteigerung und Modulalterung, die sich ungefähr aufheben. Ob ein Speicher die Rechnung verbessert, zeigt der Solarspeicher-Rechner; was die kleine Variante für den Balkon bringt, der Balkonkraftwerk-Rechner.

Wissenswertes zum Thema

Der Ertrag: Standort, Dach, Verschattung

Deutschland hat ein Süd-Nord-Gefälle bei der Sonne: Freiburg, München und die Oberrheinebene erreichen 1.050 bis 1.150 kWh je kWp, die Mitte um 950, Hamburg und Kiel 900, und die Alpen mit Nebel im Tal und Sonne auf 1.000 Metern haben beides. Der Ausrichtungsfaktor ist in der Praxis wichtiger als man denkt: Süd mit 30 bis 35 Grad Neigung ist 100 Prozent, Südost und Südwest 95, Ost oder West 85, ein aufgeständertes Flachdach 90, Nord oder Fassade 60 bis 80. Ost-West-Dächer haben dabei einen Vorteil, den der Jahresertrag nicht zeigt: Sie liefern morgens und abends, wenn der Haushalt Strom braucht, und erreichen so höheren Eigenverbrauch bei weniger Mittagsspitze. Verschattung ist der Faktor, den der Rechner nicht kennt und der am meisten kostet: Ein Kamin, ein Baum oder die Gaube, die ein Modul für zwei Stunden beschattet, kann je nach Verschaltung 10 bis 30 Prozent des Jahresertrags kosten, Optimierer oder Mikrowechselrichter helfen dann. Die Module altern mit etwa 0,5 Prozent im Jahr, nach 25 Jahren liefern sie noch 85 bis 90 Prozent, und ihre Leistungsgarantie läuft meist über 25 bis 30 Jahre, während der Wechselrichter nach 10 bis 15 Jahren ersetzt werden muss, ein Posten von 1.500 bis 2.500 Euro, der in die laufenden Kosten gehört. Für genaue Prognosen gibt es PVGIS der EU-Kommission mit Strahlungsdaten je Koordinate.

Eigenverbrauch, Einspeisung und die Regeln 2026

Die Einspeisevergütung für Anlagen bis 10 kWp mit Teileinspeisung liegt 2026 knapp unter 8 Cent je kWh, für Volleinspeiser bei gut 12 Cent, festgeschrieben für 20 Jahre ab Inbetriebnahme und halbjährlich um 1 Prozent sinkend für neue Anlagen; der Rechner trägt den aktuellen Wert ein. Weil die Vergütung ein Viertel des Strompreises ist, entscheidet der Eigenverbrauch: Ohne Speicher nutzt ein Haushalt 25 bis 35 Prozent seines Solarstroms selbst, mit Speicher 50 bis 70, mit Wärmepumpe oder E-Auto, die tagsüber laden, noch mehr. Seit Februar 2025 gilt das Solarspitzengesetz: Neue Anlagen bekommen bei negativen Börsenpreisen keine Vergütung mehr, dafür werden die Stunden hinten angehängt, und ohne Smart Meter dürfen sie nur 60 Prozent ihrer Leistung einspeisen, was bei normaler Auslegung kaum Ertrag kostet, aber ein Argument für Speicher und Steuerung ist. Steuerlich ist seit 2023 fast alles einfach: 0 Prozent Mehrwertsteuer beim Kauf von Anlagen bis 30 kWp, Einkommensteuerfreiheit der Erträge, keine Gewerbeanmeldung, keine EÜR; die Anmeldung beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister bleibt. Die Stromkosten, die die Anlage ersetzt, zeigt der Stromkosten-Rechner.

Kosten, Förderung, Rendite

Eine schlüsselfertige Anlage kostet 2026 je nach Region und Größe 1.300 bis 1.800 Euro je kWp ohne Speicher, bei 10 kWp also 13.000 bis 18.000 Euro, ein Speicher mit 10 kWh kommt mit 5.000 bis 8.000 Euro dazu; die Modulpreise sind seit 2023 auf unter 15 Cent je Watt gefallen, der Rest ist Wechselrichter, Montage, Elektriker, Gerüst und Zähler. Die KfW fördert PV nur noch über das Darlehen 270, Zuschüsse gibt es von einzelnen Ländern und vielen Kommunen, besonders für Speicher und Wallboxen, und das Dachflächen-Mietmodell lohnt sich fast nie. Laufende Kosten sind Versicherung, 60 bis 120 Euro, Wartung und Reinigung, der Zähler und die Rücklage für den Wechselrichter, zusammen 150 bis 250 Euro im Jahr. Die Rendite im Rechner ist einfach gerechnet, Nutzen mal 20 Jahre geteilt durch Anschaffung; mit 3 bis 5 Prozent Strompreissteigerung steigt sie auf 5 bis 8 Prozent, womit die Anlage besser dasteht als Tagesgeld, aber mit Dach, Handwerker und 25 Jahren Bindung. Finanziert wird oft über die Baufinanzierung oder einen Solarkredit zu 4 bis 6 Prozent, was die Amortisation um zwei bis drei Jahre streckt; der Kreditrechner zeigt die Rate.

Ein Stück Geschichte: Vom Satelliten zum 1.000-Dächer-Programm

Die erste Solarzelle mit brauchbarem Wirkungsgrad bauten die Bell Labs 1954, 6 Prozent, und 1958 flog sie auf dem Satelliten Vanguard 1, weil sie dort das einzige war, was lange Strom lieferte; der Preis lag bei 1.000 Dollar je Watt. Die Ölkrise 1973 brachte die Forschung auf die Erde, 1983 ging in Pellworm die erste große Anlage Deutschlands ans Netz, 1990 startete das 1.000-Dächer-Programm, und das Stromeinspeisungsgesetz von 1991 zwang Netzbetreiber erstmals zur Abnahme. Den Durchbruch brachte das EEG 2000 mit 50 Cent je kWh für 20 Jahre: Die Vergütung lag über dem Strompreis, Deutschland wurde zum größten Solarmarkt der Welt, und die Nachfrage ließ die Modulpreise in zwanzig Jahren um 95 Prozent fallen, der Grund, warum Solarstrom heute weltweit der billigste Strom ist. 2012 wurde die Vergütung stark gekürzt, der Markt brach ein, die deutschen Modulhersteller gingen pleite, und ab 2019 kam mit teurem Strom, billigen Modulen und Speichern der zweite Boom; 2024 wurden über eine Million Anlagen neu installiert, inzwischen sind deutlich über 100 GW in Deutschland am Netz. Die Logik des Rechners, Eigenverbrauch zuerst, ist das Gegenteil von 2005, als man jede kWh einspeiste.

Praktische Tipps

Holen Sie drei Angebote ein und vergleichen Sie den Preis je kWp inklusive Montage und Zähler, nicht den Gesamtpreis. Belegen Sie das Dach so voll wie möglich, auch nach Osten und Westen, Module sind billig, der Rest der Anlage kostet gleich viel. Rechnen Sie den Eigenverbrauch ehrlich, mit 30 Prozent ohne Speicher, und prüfen Sie mit dem Speicher-Rechner, ob der Speicher sich rechnet oder nur gut anfühlt. Planen Sie Wallbox und Wärmepumpe mit, auch wenn sie erst später kommen, denn eine größere Anlage jetzt ist billiger als eine Erweiterung. Klären Sie Statik, Blitzschutz und Versicherung vorher und melden Sie die Anlage im Marktstammdatenregister innerhalb eines Monats an. Und lassen Sie sich die Garantien schriftlich geben, 25 Jahre Leistung auf Module, 10 auf den Wechselrichter, 5 auf die Montage. Was eine Wärmepumpe mit dem Solarstrom kostet, zeigt der Wärmepumpen-Rechner.

Häufige Fragen

Wie viel Strom erzeugt eine 10-kWp-Anlage?

In Mitteldeutschland auf einem Süddach etwa 9.500 kWh im Jahr, in Süddeutschland rund 10.500, im Norden 9.000. Bei Ost-West-Ausrichtung sind es 85 Prozent davon. Das deckt rechnerisch den Verbrauch von 2,7 Durchschnittshaushalten mit 3.500 kWh.

Wie viel Dachfläche brauche ich je kWp?

Etwa 5 Quadratmeter bei aktuellen Modulen mit 400 bis 450 Watt, der Rechner rechnet grob mit 0,2 kWp je Quadratmeter. Ein Einfamilienhaus mit 50 Quadratmeter nutzbarer Südfläche trägt also rund 10 kWp.

Was bringt die Anlage im Jahr in Euro?

Bei 9.500 kWh Ertrag, 30 Prozent Eigenverbrauch, 35 Cent Strompreis und knapp 8 Cent Vergütung rund 1.523 Euro: 997,50 Euro gesparte Stromkosten plus 525 Euro Einspeisung. Mit 55 Prozent Eigenverbrauch bei 7.000 kWh sind es 1.519 Euro, weil selbst genutzter Strom viel mehr wert ist.

Wann hat sich eine Photovoltaikanlage amortisiert?

Meist nach 8 bis 12 Jahren. 15.000 Euro Anschaffung bei 1.523 Euro Nutzen und 150 Euro laufenden Kosten sind nach 8,6 Jahren wieder drin, 22.000 Euro bei 2.400 Euro Nutzen und 200 Euro Kosten nach 10 Jahren. Danach läuft die Anlage noch 10 bis 15 Jahre mit Gewinn.

Wie hoch ist die Einspeisevergütung 2026?

Für Anlagen bis 10 kWp mit Eigenverbrauch knapp 8 Cent je kWh, für Volleinspeiser gut 12 Cent, jeweils 20 Jahre fest ab Inbetriebnahme. Sie sinkt halbjährlich um 1 Prozent für neue Anlagen. Der Rechner trägt den aktuellen Satz ein, Sie können ihn ändern.

Was kostet eine Photovoltaikanlage?

Schlüsselfertig 1.300 bis 1.800 Euro je kWp ohne Speicher, für 10 kWp also 13.000 bis 18.000 Euro, mit 0 Prozent Mehrwertsteuer. Ein Speicher mit 10 kWh kostet 5.000 bis 8.000 Euro zusätzlich. Laufende Kosten: 150 bis 250 Euro im Jahr inklusive Rücklage für den Wechselrichter.

Muss ich Solarstrom versteuern?

Seit 2023 nicht mehr: Anlagen bis 30 kWp sind einkommensteuerfrei, der Kauf ist mehrwertsteuerfrei, eine Gewerbeanmeldung entfällt. Die Anlage muss nur beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister angemeldet werden.

Lohnt sich ein Stromspeicher?

Er hebt den Eigenverbrauch von etwa 30 auf 50 bis 70 Prozent. Bei 6.000 bis 8.000 Euro Speicherpreis rechnet er sich knapp innerhalb seiner Lebensdauer von 10 bis 15 Jahren, bei E-Auto oder Wärmepumpe eher. Der Solarspeicher-Rechner rechnet den konkreten Fall.

Stand: Oktober 2026Geprüft von: Redaktion rechner24.net Quellen: §§ 48, 49 EEG 2023 (Einspeisevergütung, Degression) und Solarspitzengesetz vom 25.02.2025, § 3 Nr. 72 EStG, § 12 Abs. 3 UStG (Steuerbefreiung Photovoltaik), Bundesnetzagentur: Vergütungssätze für Solaranlagen 2026, Marktstammdatenregister, Fraunhofer ISE: Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland, EU-Kommission JRC: PVGIS Photovoltaic Geographical Information System