Stromverbrauchs-Rechner
Richtwert nach Personen, Vergleich mit dem eigenen Jahresverbrauch, der passende Abschlag und die Suche nach dem Standby-Verbrauch.
Wie viel Strom ist für meinen Haushalt normal?
Personenzahl wählen, eigenen Verbrauch vergleichen.
Beispiel: 4 Personen mit Warmwasser über Strom: Richtwert 6.400 kWh
Welcher Abschlag passt zu meinem Verbrauch?
Jahresverbrauch mit Arbeits- und Grundpreis.
Beispiel: 4.200 kWh zu 31 ct plus 14,50 € Grundpreis ergeben 123 € Abschlag
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Wo versteckt sich Verbrauch? Standby.
Geräte, die nie ganz aus sind.
Beispiel: 15 Geräte mit je 3 W kosten 137,97 € im Jahr
So funktioniert der Stromverbrauchs-Rechner
Auf der Jahresabrechnung steht eine Zahl mit vier Stellen, und niemand weiß, ob sie gut oder schlecht ist. Der Stromverbrauch-Rechner ordnet sie ein: Er nennt den durchschnittlichen Stromverbrauch für Ihre Haushaltsgröße, mit oder ohne Warmwasser über Strom, vergleicht Ihren Wert damit und sagt, ob sich die Suche nach Stromfressern lohnt. Dazu der passende Abschlag und der Standby-Kasten, in dem sich ein Teil des Verbrauchs versteckt.
Merksatz: Erste Person 1.500, jede weitere etwa 1.000 Kilowattstunden. Die Eselsbrücke: 1 Person 1.500, 2 Personen 2.500, 3 Personen 3.200, 4 Personen 4.000 Kilowattstunden im Jahr. Warmwasser über Strom kostet noch einmal 600 je Person, ein Einfamilienhaus liegt etwa 20 Prozent über der Wohnung.
Drei Beispiele für den Stromverbrauch berechnen:
- Familie mit Durchlauferhitzer: 4 Personen mit Warmwasser über Strom haben einen Richtwert von 6.400 Kilowattstunden, rund 2.240 Euro im Jahr. Wer 5.600 verbraucht, liegt 13 Prozent darunter, im normalen Bereich.
- Single mit Stromfresser: 1 Person, 2.200 Kilowattstunden: Das sind 47 Prozent über dem Richtwert von 1.500, hier lohnt die Suche, meist beim Kühlschrank, der Gefriertruhe oder einem Heizlüfter.
- Paar im Schnitt: 2 Personen mit 2.800 Kilowattstunden liegen 12 Prozent über dem Richtwert von 2.500 und damit noch im normalen Bereich.
Die Richtwerte stammen aus dem Stromspiegel für Deutschland und gelten für Wohnungen ohne Elektroauto und Wärmepumpe. Als normal wertet der Rechner alles zwischen 80 und 120 Prozent des Richtwerts. Die Formel für den Abschlag lautet (Jahresverbrauch × Arbeitspreis + 12 × Grundpreis) ÷ 12, die für Standby Watt × Geräte × 8.760 ÷ 1.000 × Preis. Was einzelne Geräte kosten, rechnet der Stromkosten-Rechner; wer Watt in Kilowattstunden umrechnen will, nutzt den kWh-Rechner.
Wissenswertes zum Thema
Was einen hohen Verbrauch verursacht
Wenn der Rechner „über dem Richtwert“ sagt, gibt es meist einen von fünf Gründen. Erstens Warmwasser: Ein Durchlauferhitzer oder Boiler kostet je Person 500 bis 800 Kilowattstunden im Jahr, bei langen Duschern mehr; wer das Häkchen im Rechner nicht setzt, obwohl das Wasser elektrisch erwärmt wird, vergleicht mit dem falschen Wert. Zweitens alte Kühlgeräte: Ein Kühlschrank aus den 2000ern braucht 300 bis 400 Kilowattstunden, ein neuer 100 bis 150, und wer eine zusätzliche Gefriertruhe im Keller hat, legt 200 bis 300 drauf. Drittens Heizen mit Strom, der Heizlüfter im Bad, die Infrarotplatte im Hobbyraum, der Frostwächter in der Garage. Viertens Dauerläufer: Aquarium, Teichpumpe, Umwälzpumpe der alten Heizung mit 60 bis 100 Watt, Router und Server. Fünftens die Zahl der Geräte, der zweite Fernseher, der Gaming-PC mit 400 Watt. Der Weg zur Ursache ist ein Strommessgerät für 10 Euro und ein Wochenende: Jedes Gerät 24 Stunden messen, die Werte auf das Jahr hochrechnen und sortieren. Fast immer stehen zwei oder drei Geräte für die Hälfte des Verbrauchs.
Elektroauto und Wärmepumpe: Die neuen Großverbraucher
Die Richtwerte des Rechners gelten für den klassischen Haushalt. Zwei Geräte sprengen sie: Ein Elektroauto mit 15.000 Kilometern im Jahr und 18 Kilowattstunden je 100 Kilometer braucht inklusive Ladeverlusten rund 3.000 Kilowattstunden, so viel wie ein Dreipersonenhaushalt. Eine Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus mit 15.000 Kilowattstunden Wärmebedarf braucht bei einer Jahresarbeitszahl von 3,5 rund 4.300 Kilowattstunden Strom, und dafür gibt es eigene Zähler und günstigere Tarife mit reduzierten Netzentgelten. Wer beides hat, verbraucht 10.000 Kilowattstunden und ist trotzdem sparsam, weil Benzin und Gas wegfallen. Für diese Haushalte ist der Vergleich mit dem Richtwert nicht mehr sinnvoll, der Verbrauch sollte dann getrennt betrachtet werden: Haushalt, Auto, Heizung, jeweils mit eigener Zahl. Was das Auto genau braucht, rechnet der Ladekosten-Rechner, was die Wärmepumpe kostet, der Wärmepumpen-Rechner.
Sparen, wo es sich lohnt
Die Reihenfolge ist wichtig, denn die Zeit ist begrenzt und die meisten Tipps bringen wenig. Am meisten bringt der Austausch eines alten Kühl- oder Gefriergeräts, 100 bis 150 Euro im Jahr. Danach kommt das Warmwasser: kürzer duschen, Sparduschkopf, Durchlauferhitzer auf 38 statt 60 Grad, zusammen 100 Euro je Person möglich. Die Umwälzpumpe der Heizung gegen ein Hocheffizienzmodell tauschen bringt 50 bis 80 Euro. Der Wäschetrockner ist der nächste Posten, Wäscheleine oder Wärmepumpentrockner. Alles andere, LED statt Halogen, Deckel auf den Topf, Standby abschalten, bringt je 10 bis 30 Euro und lohnt sich trotzdem, weil es nichts kostet. Was nicht lohnt: das Handyladegerät ziehen, das Licht im Flur, der Toaster. Und einmal im Jahr der Blick auf den Tarif, denn 5 Cent Unterschied je Kilowattstunde sind bei 4.000 Kilowattstunden 200 Euro, mehr als alle Standby-Tipps zusammen. Was eine Photovoltaikanlage vom Verbrauch abdeckt, zeigt der PV-Rechner.
Ein Stück Geschichte: Wie viel Strom ein Haushalt brauchte
1950 verbrauchte ein westdeutscher Haushalt im Schnitt etwa 300 Kilowattstunden im Jahr, für Licht, Radio und vielleicht ein Bügeleisen. Dann kamen in den 1950ern Kühlschrank und Waschmaschine, in den 1960ern Fernseher und Gefriertruhe, in den 1970ern Geschirrspüler und Trockner, und der Verbrauch verzehnfachte sich bis 1980 auf rund 3.000 Kilowattstunden. Danach passierte etwas Bemerkenswertes: Obwohl Computer, zweite Fernseher und immer mehr Geräte dazukamen, stieg der Verbrauch kaum noch, weil die Geräte effizienter wurden. Das EU-Energielabel, 1994 eingeführt und 2021 neu skaliert, machte den Verbrauch zum Kaufargument, und ein Kühlschrank braucht heute ein Viertel dessen, was er 1990 brauchte. Seit etwa 2010 sinkt der Haushaltsverbrauch sogar leicht, trotz mehr Elektronik, und die Richtwerte des Stromspiegels wurden mehrfach nach unten angepasst. Jetzt dreht sich der Trend wieder: Elektroautos und Wärmepumpen holen Energie, die bisher aus Benzin und Gas kam, ins Stromnetz, und der Haushalt von 2035 wird wieder deutlich mehr Strom brauchen als der von 2020, bei insgesamt weniger Energie. Die Richtwerte werden dann neu geschrieben werden müssen.
Praktische Tipps
Lesen Sie den Zähler einmal im Monat ab und notieren Sie den Stand; ein Sprung zeigt sofort, wann ein neuer Verbraucher dazukam. Vergleichen Sie Ihren Verbrauch mit dem Richtwert für die richtige Konstellation, also mit dem Warmwasser-Häkchen, wenn Sie elektrisch erwärmen. Suchen Sie bei einem Wert über 120 Prozent mit dem Messgerät, nicht mit dem Bauchgefühl. Stellen Sie nach der Suche den Abschlag mit dem zweiten Kasten neu ein. Und rechnen Sie Standby im dritten Kasten einmal ehrlich durch, Router, Fernseher, Konsole, Drucker, Ladegeräte; 30 bis 60 Watt Dauerlast sind in vielen Haushalten normal und kosten 100 bis 180 Euro im Jahr. Was ein einzelnes Gerät im Jahr kostet, rechnet der Stromkosten-Rechner, was das Heizen mit Gas, Öl oder Strom kostet, der Heizkosten-Rechner.
Häufige Fragen
Wie viel Strom verbraucht ein 2-Personen-Haushalt?
Im Schnitt etwa 2.500 Kilowattstunden im Jahr in einer Wohnung, rund 875 Euro bei 35 Cent. Mit Warmwasser über Strom kommen 1.200 Kilowattstunden dazu, im Einfamilienhaus etwa 20 Prozent mehr.
Was ist ein normaler Stromverbrauch für 4 Personen?
Rund 4.000 Kilowattstunden im Jahr ohne elektrische Warmwasserbereitung, mit Durchlauferhitzer oder Boiler etwa 6.400. Wer zwischen 80 und 120 Prozent des Richtwerts liegt, ist im normalen Bereich.
Wie viel Strom verbraucht eine Person?
Als Single etwa 1.500 Kilowattstunden im Jahr, das sind rund 525 Euro bei 35 Cent. Mit Warmwasser über Strom etwa 2.100. In Mehrpersonenhaushalten sinkt der Verbrauch je Person, weil Kühlschrank und Router geteilt werden.
Warum ist mein Stromverbrauch so hoch?
Meist wegen Warmwasser über Strom, alter Kühl- und Gefriergeräte, Heizlüftern, Dauerläufern wie Aquarium oder Umwälzpumpe oder vielen Geräten im Standby. Ein Strommessgerät findet die Ursache an einem Wochenende; zwei oder drei Geräte machen oft die Hälfte aus.
Wie viel Strom braucht ein Elektroauto im Jahr?
Bei 15.000 Kilometern und 18 Kilowattstunden je 100 Kilometer rund 3.000 Kilowattstunden inklusive Ladeverlusten, so viel wie ein Dreipersonenhaushalt. Eine Wärmepumpe im Einfamilienhaus braucht noch einmal etwa 4.300.
Wie finde ich Stromfresser?
Mit einem Strommessgerät für die Steckdose, das es ab 10 Euro gibt oder bei Verbraucherzentralen zu leihen. Jedes Gerät 24 Stunden messen, auf das Jahr hochrechnen und sortieren. Kühlgeräte, Trockner, Warmwasser und Dauerläufer stehen fast immer oben.
Wie viel kostet mein Stromverbrauch im Jahr?
Verbrauch mal Arbeitspreis plus Grundpreis. 4.000 Kilowattstunden zu 35 Cent plus 12 Euro Grundpreis im Monat sind 1.544 Euro im Jahr, also etwa 129 Euro Abschlag. Der Rechner zeigt die Kosten zum Richtwert mit an.
Ist der Stromverbrauch in Deutschland gestiegen oder gesunken?
Von 1950 bis 1980 verzehnfacht, seitdem fast konstant und seit etwa 2010 leicht sinkend, weil Geräte effizienter wurden. Mit Elektroautos und Wärmepumpen steigt der Haushaltsverbrauch künftig wieder, bei insgesamt weniger Energie.