Dispozins-Rechner
Dispozinsen für Tage oder Monate und der Vergleich mit dem Ratenkredit: Was das Minus kostet und ob sich die Umschuldung lohnt.
Was kostet mich der Dispo?
Betrag, Dispozins und Tage im Minus.
Beispiel: 2.500 € im Minus bei 13,9 % für 90 Tage: 85,68 € Zinsen
Lohnt sich die Umschuldung in einen Ratenkredit?
Dauerhaftes Minus mit Ratenkredit zu 5 und 8 % vergleichen.
Beispiel: 5.000 € dauerhaft im Minus bei 14,5 % über 24 Monate: 1.023 € Ersparnis mit Ratenkredit zu 8 %
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So funktioniert der Dispozins-Rechner
Der Dispo ist der bequemste Kredit der Welt und einer der teuersten. Niemand muss ihn beantragen, er ist einfach da, und genau deshalb bleiben viele Monate oder Jahre darin hängen. Der Dispozins-Rechner zeigt, was ein Minus auf dem Girokonto für eine bestimmte Zahl von Tagen kostet, und rechnet im zweiten Kasten vor, wie viel ein Ratenkredit spart, wenn das Minus dauerhaft ist.
Merksatz: Minus mal Zins mal Tage durch 365. Die Eselsbrücke: Bei 12 Prozent Dispozins kostet jeder tausend Euro im Minus einen Euro pro Monat je Prozentpunkt, also zehn Euro im Monat; bei 2.500 Euro und 13,9 Prozent sind es knapp 29 Euro. Das klingt wenig, summiert sich aber auf 347 Euro im Jahr, und das Minus ist dann immer noch da.
Drei Beispiele für den Dispozinsen berechnen:
- Kurz im Minus: 2.500 Euro bei 13,9 Prozent für 90 Tage kosten 85,68 Euro Zinsen, 95 Cent am Tag. Bleibt das Minus das ganze Jahr, sind es 347,50 Euro.
- Zwanzig Tage bis zum Gehalt: 1.500 Euro bei 11,5 Prozent für 20 Tage kosten 9,45 Euro. Dafür ist der Dispo gemacht.
- Dauerhaft im Minus: 5.000 Euro bei 14,5 Prozent über 24 Monate kosten 1.450 Euro Zinsen. Ein Ratenkredit zu 8 Prozent kostet über dieselbe Zeit 427,27 Euro bei einer Rate von 226,14 Euro, zu 5 Prozent sogar nur 264,57 Euro. Ersparnis: 1.023 bis 1.185 Euro.
Die Formel: Dispozinsen = Betrag × Zinssatz ÷ 100 × Tage ÷ 365. Die Bank rechnet taggenau auf den tatsächlichen Saldo und bucht die Zinsen vierteljährlich ab. Der Vergleich mit dem Ratenkredit nutzt die Annuitätenformel, bei der die Restschuld mit jeder Rate sinkt, während der Dispo-Saldo gleich bleibt; das ist der zweite Grund, warum der Ratenkredit so viel günstiger ist. Rate und Zinsen eines konkreten Kredits rechnet der Kreditrechner, den tatsächlichen Preis inklusive Gebühren der Effektivzins-Rechner.
Wissenswertes zum Thema
Was der Dispo ist und warum er so teuer ist
Der Dispositionskredit ist ein Kreditrahmen auf dem Girokonto, den die Bank meist mit dem zwei- bis dreifachen Nettogehalt einräumt, ohne Antrag und ohne Laufzeit. Er ist für Engpässe gedacht: die Autoreparatur drei Tage vor dem Gehalt, die Nachzahlung, die früher kommt als erwartet. Teuer ist er, weil er für die Bank aufwendig ist, sie muss den Rahmen jederzeit bereithalten, und weil er bequem ist: Wer nicht fragen muss, vergleicht auch nicht. Die Dispozinsen lagen 2026 bei den meisten Banken zwischen 9 und 14 Prozent, bei einzelnen Instituten darüber, während Ratenkredite zwischen 4 und 9 Prozent kosten und der Leitzins der EZB im niedrigen einstelligen Bereich liegt. Rutscht man über den eingeräumten Rahmen hinaus, wird es noch teurer: Für die geduldete Überziehung verlangen viele Banken 3 bis 5 Prozentpunkte Aufschlag, und ab 2016 müssen sie Kunden, die sechs Monate lang mehr als 75 Prozent des Rahmens nutzen, ein Beratungsgespräch anbieten. Der Zinssatz steht im Preisaushang und auf dem Kontoauszug und ist variabel, er folgt dem Leitzins nach oben schnell und nach unten langsam.
Die Umschuldung: Zweimal sparen
Wer länger als drei Monate im Minus steht, sollte den zweiten Kasten nutzen. Die Ersparnis durch einen Ratenkredit kommt aus zwei Quellen: Der Zinssatz ist niedriger, und die Schuld sinkt mit jeder Rate, sodass die Zinsen auf einen immer kleineren Betrag anfallen. Beim Dispo bleibt der Saldo gleich, weil niemand einen Tilgungsplan hat; das Minus wird mit dem Gehalt kurz kleiner und am Monatsende wieder voll. Bei 5.000 Euro über zwei Jahre sind das 1.450 Euro Dispozinsen gegen 427 Euro beim Ratenkredit zu 8 Prozent. Der Preis für die Umschuldung ist eine feste Rate, die diszipliniert, aber auch belastet; sie sollte so gewählt werden, dass der Dispo danach nicht gleich wieder genutzt wird. Viele Banken bieten einen Rahmenkredit oder Abrufkredit als Mittelweg: flexibel wie der Dispo, mit Zinsen von 6 bis 9 Prozent, aber ohne Girokonto. Und wer die Umschuldung bei der eigenen Bank anspricht, bekommt oft auch den Dispozins verhandelt; es lohnt, nach dem Zinssatz für gute Kunden zu fragen.
Was ein Minus sonst noch kostet
Die Zinsen sind nicht alles. Wer dauerhaft im Dispo ist, hat keine Reserve mehr für den nächsten Engpass und rutscht bei der ersten Überraschung in die geduldete Überziehung oder in eine Rücklastschrift mit Gebühren. Lastschriften, die mangels Deckung zurückgehen, kosten je nach Bank bis zu 10 Euro und beim Empfänger weitere Mahngebühren. Und der Dispo wird bei der Schufa nicht als Kredit geführt, aber eine Bank, die einen Ratenkredit prüft, sieht die Kontoauszüge und bewertet ein chronisches Minus schlecht. Die Faustregel der Verbraucherzentralen: Dispo nur für wenige Tage bis Wochen, bei mehr als drei Monaten umschulden, und parallel eine Notreserve von zwei bis drei Nettogehältern auf dem Tagesgeld aufbauen, damit der Dispo gar nicht erst gebraucht wird. Wie schnell die Reserve wächst, zeigt der Sparplan-Rechner; was das Monatsbudget hergibt, der Haushaltsbudget-Rechner.
Ein Stück Geschichte: Vom Gehaltskonto zum eingeräumten Minus
Der Dispo ist ein Kind der 1960er Jahre. Bis dahin bekamen Arbeiter ihren Lohn in der Tüte, bar und wöchentlich, und wer kein Geld hatte, hatte kein Geld. Mit der bargeldlosen Lohnzahlung, die ab 1957 eingeführt wurde und sich bis Mitte der 1960er durchsetzte, bekamen Millionen Menschen zum ersten Mal ein Girokonto, und die Banken suchten ein Produkt, das aus dem Konto ein Geschäft machte. Die Dresdner Bank warb 1968 als erste mit dem „Dispositionskredit“, einem Überziehungsrahmen bis zum Dreifachen des Gehalts, und die Konkurrenz zog nach. Der Zinssatz lag anfangs bei rund 8 Prozent, stieg in den Hochzinsjahren der 1980er und 1990er auf 15 bis 17 Prozent und blieb auch dann zweistellig, als der Leitzins 2014 unter null fiel; diese Starrheit nach unten brachte dem Dispo den Ruf des „Wucherzinses“ und mehrere Anläufe für eine gesetzliche Obergrenze, die nie kam. Stattdessen verpflichtete das Gesetz 2016 die Banken zur Transparenz und zum Beratungsangebot. Bis heute nutzen rund ein Drittel der Deutschen den Dispo gelegentlich und etwa jeder Zehnte dauerhaft, und die Rechnung aus dem ersten Kasten gilt für jeden davon.
Praktische Tipps
Prüfen Sie Ihren Dispozins auf dem Kontoauszug oder im Preisaushang und vergleichen Sie ihn; die Unterschiede zwischen Banken liegen bei mehreren Prozentpunkten, und ein Kontowechsel ist seit 2016 mit gesetzlicher Wechselhilfe einfach. Rechnen Sie bei jedem Minus im ersten Kasten aus, was es bis zum Gehalt kostet; der Betrag ist oft kleiner als befürchtet, und das ist der richtige Einsatz des Dispos. Rechnen Sie bei dauerhaftem Minus im zweiten Kasten die Umschuldung durch und holen Sie zwei Kreditangebote ein. Senken Sie den Rahmen, wenn er Sie verführt; die Bank passt ihn auf Wunsch an. Und schauen Sie beim Kredit auf den Effektivzins, nicht auf die Werbung: Was ein Sollzins mit Gebühren tatsächlich kostet, zeigt der Effektivzins-Rechner, was Zinsen über Tage ganz allgemein ausmachen, der Zinsrechner.
Häufige Fragen
Wie berechne ich die Dispozinsen?
Betrag mal Zinssatz geteilt durch 100 mal Tage geteilt durch 365, zum Beispiel 2.500 Euro bei 13,9 Prozent für 90 Tage kosten 85,68 Euro, 1.500 Euro bei 11,5 Prozent für 20 Tage 9,45 Euro. Die Bank rechnet taggenau auf den tatsächlichen Saldo.
Wie hoch sind Dispozinsen 2026?
Meist zwischen 9 und 14 Prozent, bei einzelnen Banken darüber. Für die geduldete Überziehung über den Rahmen hinaus kommen oft 3 bis 5 Prozentpunkte dazu. Der genaue Satz steht im Preisaushang und auf dem Kontoauszug.
Was kostet ein Dispo von 5.000 Euro im Jahr?
Bei 14,5 Prozent 725 Euro, über zwei Jahre 1.450 Euro, wenn das Minus gleich bleibt. Ein Ratenkredit zu 8 Prozent über 24 Monate kostet nur 427,27 Euro Zinsen bei 226,14 Euro Rate.
Wann lohnt sich die Umschuldung in einen Ratenkredit?
Wenn das Minus länger als etwa drei Monate besteht. Der Ratenkredit ist günstiger im Zins und die Schuld sinkt mit jeder Rate. Bei 5.000 Euro über 24 Monate spart die Umschuldung je nach Zins 1.023 bis 1.185 Euro.
Wie hoch darf der Dispo sein?
Die Bank räumt meist das Zwei- bis Dreifache des monatlichen Nettoeingangs ein. Der Rahmen lässt sich auf Wunsch senken oder erhöhen. Nutzen Sie ihn nur für Tage bis Wochen, nicht als Dauerkredit.
Wann bucht die Bank die Dispozinsen ab?
In der Regel vierteljährlich zum Quartalsende, berechnet taggenau für jeden Tag im Minus. Auf dem Kontoauszug steht der Posten als Sollzinsen oder Zinsabschluss.
Was ist die geduldete Überziehung?
Das Minus über den eingeräumten Dispo hinaus, das die Bank zulässt, aber nicht zugesagt hat. Dafür gilt ein höherer Zinssatz, und die Bank kann Lastschriften zurückgeben. Das sollte nie passieren.
Muss die Bank mich beraten, wenn ich dauernd im Dispo bin?
Ja. Wer über sechs Monate durchschnittlich mehr als 75 Prozent des Rahmens nutzt, muss von der Bank ein Beratungsgespräch über günstigere Alternativen angeboten bekommen, seit 2016 gesetzlich vorgeschrieben.