Immobilien-Cashflow-Rechner
Miete minus Rate, Hausgeld und Rücklage, dann die Steuer mit AfA: Der Rechner zeigt, ob die vermietete Wohnung Geld bringt oder Zuschuss braucht.
Trägt sich die vermietete Wohnung?
Kaufpreis, Nebenkosten, Eigenkapital, Kredit, Miete, Kosten, AfA und Steuersatz.
Beispiel: 250.000 € Kauf, 50.000 € Eigenkapital, 900 € Miete, 3,8 % Zins, 2 % Tilgung: Cashflow -404,50 € vor Steuer, -277,51 € nach Steuer, 375 € Tilgung, 2,3 % Eigenkapitalrendite
So funktioniert der Immobilien-Cashflow-Rechner
Der Immobilien-Cashflow-Rechner rechnet die Frage, die hinter jeder Kapitalanlage-Immobilie steht: Was bleibt am Monatsende übrig, oder was muss ich zuschießen? Sie tragen Kaufpreis, Nebenkosten, Eigenkapital, Zins und Tilgung ein, die Kaltmiete, das nicht umlagefähige Hausgeld, die Instandhaltungsrücklage je Quadratmeter, den Mietausfall, den Gebäudeanteil, den AfA-Satz und Ihren Grenzsteuersatz, und der Rechner zeigt die Gesamtkosten, Darlehen und Rate, die Mieteinnahme nach Ausfall, die laufenden Kosten, den Cashflow vor Steuer, die Abschreibung, das steuerliche Ergebnis, die Steuer oder Steuererstattung, den Cashflow nach Steuer im Monat und Jahr, die Tilgung als Vermögensaufbau, die Eigenkapitalrendite aus Cashflow plus Tilgung sowie Bruttomietrendite und Kaufpreisfaktor. Das ist der Rechner für das Exposé mit "Rendite 4,5 Prozent", für die Frage, warum die Wohnung trotzdem 300 Euro im Monat kostet, und für den Vergleich zweier Objekte vor der Besichtigung.
Merksatz: Cashflow ist Miete minus alles, was wirklich vom Konto geht, also auch die Tilgung; die Steuer rechnet dagegen mit Zinsen und AfA, nicht mit der Tilgung. Die Eselsbrücke: Negativer Cashflow plus Tilgung ist der Vermögensaufbau im Monat, solange er größer ist als der Zuschuss, baut die Wohnung Vermögen.
Drei Beispiele:
- Wohnung 250.000 €, 10 % Nebenkosten, 50.000 € Eigenkapital, 3,8 % Zins, 2 % Tilgung, 900 € Kaltmiete, 120 € Hausgeld, 70 m², 12 €/m² Instandhaltung, 3 % Ausfall, 35 % Steuersatz: Rate 1.087,50 €, Cashflow vor Steuer -404,50 €, AfA 333,33 €, steuerliches Ergebnis -362,83 €, Erstattung 126,99 €, Cashflow nach Steuer -277,51 € im Monat, Tilgung 375 €, Eigenkapitalrendite 2,3 Prozent, Kaufpreisfaktor 23,1.
- Wohnung 400.000 €, 100.000 € Eigenkapital, 4 % Zins, 1,5 % Tilgung, 1.500 € Miete, 95 m², 3 % AfA Neubau, 42 % Steuersatz: Rate 1.540 €, Cashflow vor Steuer -388,75 €, dank 750 € AfA und 42 Prozent Erstattung nach Steuer nur -86,88 €, Tilgung 420 €, Eigenkapitalrendite 4 Prozent.
- Dieselbe erste Wohnung ohne Kredit: Cashflow vor Steuer 683 €, Steuer auf das Ergebnis von 350 € rund 122 €, nach Steuer 561 € im Monat, 2,4 Prozent auf 275.000 € eingesetztes Kapital.
Formeln: Cashflow vor Steuer = Miete × (1 - Ausfall) - Hausgeld - Instandhaltung - Kreditrate, steuerliches Ergebnis = Miete - Kosten - Zinsen - AfA, Cashflow nach Steuer = Cashflow vor Steuer - Ergebnis × Steuersatz. Die reine Rendite ohne Finanzierung zeigt der Mietrendite-Rechner, die Abschreibung im Detail der AfA-Rechner.
Wissenswertes zum Thema
Cashflow vor Steuer: Was vom Konto geht
Die Mietrendite im Exposé, Jahresmiete durch Kaufpreis, sagt nichts darüber, ob die Wohnung monatlich trägt, denn sie kennt weder Kredit noch Kosten. Der Cashflow fängt bei der Kaltmiete an und zieht ab, was wirklich fließt: einen Mietausfall von 2 bis 4 Prozent für Leerstand zwischen zwei Mietern und säumige Zahler, das nicht umlagefähige Hausgeld, also Verwaltung und Zuführung zur Erhaltungsrücklage, die bei Eigentumswohnungen 1 bis 2 Euro je Quadratmeter im Monat ausmachen, eine eigene Instandhaltungsrücklage von 8 bis 20 Euro je Quadratmeter im Jahr für Bad, Küche und Fenster innerhalb der Wohnung, und die Kreditrate aus Zins und Tilgung. Im Beispiel bleiben von 900 Euro Miete nach 27 Euro Ausfall, 120 Euro Hausgeld und 70 Euro Rücklage 683 Euro, die Rate von 1.087,50 Euro ist höher, der Cashflow liegt bei minus 404,50 Euro. Das ist bei heutigen Zinsen und Kaufpreisen in Städten die Regel: Mit 4,3 Prozent Bruttomietrendite und 3,8 Prozent Zins plus 2 Prozent Tilgung trägt sich kaum eine Wohnung aus der Miete, der Käufer schießt zu und baut mit der Tilgung Vermögen auf. Der Rechner nennt die Tilgung getrennt, 375 Euro im Monat, denn das ist kein Verlust, sondern der Teil der Rate, der aus Schulden Eigentum macht.
Steuer: AfA, Zinsen und die Erstattung
Das Finanzamt rechnet anders als das Konto. Bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung sind Zinsen, Hausgeld, Instandhaltung, Verwaltung und die Abschreibung Werbungskosten, die Tilgung nicht; umgekehrt ist die AfA kein Geldabfluss, aber abziehbar. Der Rechner schreibt den Gebäudeanteil des Kaufpreises ab, meist 70 bis 85 Prozent, der Rest ist nicht abschreibbarer Boden, mit 2 Prozent für Gebäude ab 1925, 2,5 Prozent für ältere und 3 Prozent für Neubauten mit Fertigstellung ab 2023; die Kaufnebenkosten gehören anteilig zur AfA-Basis, was der Rechner vereinfacht weglässt. Im Beispiel ergibt sich ein steuerliches Ergebnis von minus 362,83 Euro im Monat, und dieser Verlust wird mit dem übrigen Einkommen verrechnet, bei 35 Prozent Grenzsteuersatz eine Erstattung von 126,99 Euro, die den Cashflow auf minus 277,51 Euro verbessert. Mit den Jahren kippt das: Die Zinsen sinken mit jeder Tilgung, die Miete steigt, das Ergebnis wird positiv und die Steuer fällig, während die AfA gleich bleibt; nach 10 bis 15 Jahren zahlt die Wohnung Steuern, erst recht nach Ende der Finanzierung. Sonderabschreibungen für Neubau nach § 7b EStG, die degressive AfA für Baubeginn 2023 bis 2029 und die Verteilung größerer Instandhaltung über 2 bis 5 Jahre sind weitere Hebel, die der Rechner nicht abbildet. Der Verkauf nach zehn Jahren Haltefrist bleibt steuerfrei, das ist am Ende oft der größte Posten der Rendite.
Rendite lesen: Eigenkapital, Faktor, Wertzuwachs
Die Eigenkapitalrendite des Rechners setzt Cashflow nach Steuer plus Tilgung ins Verhältnis zum eingesetzten Eigenkapital: Minus 277 plus 375 Euro sind 98 Euro im Monat Vermögensaufbau, 1.170 Euro im Jahr auf 50.000 Euro, 2,3 Prozent, und das ist ohne Wertzuwachs und Mietsteigerung gerechnet. Mit 2 Prozent Wertzuwachs im Jahr kommen auf 250.000 Euro 5.000 Euro dazu, die Eigenkapitalrendite springt auf über 12 Prozent, das ist der Hebel der Fremdfinanzierung, und er wirkt in beide Richtungen, bei fallenden Preisen auch. Der Kaufpreisfaktor, Kaufpreis durch Jahresmiete, ist die schnellste Kennzahl: Unter 20 gilt als günstig, 20 bis 25 als marktüblich in Mittelstädten, über 30 wie in München oder Hamburg als teuer; im Beispiel 23,1, die Bruttomietrendite der Kehrwert mit 4,3 Prozent. Die Nettomietrendite nach Kosten liegt rund einen Punkt darunter. Was ein Kauf braucht, damit der Cashflow nicht dauerhaft negativ bleibt: einen Kaufpreisfaktor unter 22, mindestens 20 Prozent Eigenkapital plus Nebenkosten, Mietsteigerungspotenzial und einen Zins unter der Mietrendite; wer das nicht hat, kauft eine Sparrate mit Immobilienrisiko. Negativer Cashflow ist dabei kein Ausschlusskriterium, solange das Einkommen ihn trägt, aber er muss bewusst sein, und zwei Wohnungen mit je 300 Euro Zuschuss sind bei Jobverlust ein Problem.
Ein Stück Geschichte: Vom Zinshaus zur Eigentumswohnung
Die Vermietung als Kapitalanlage ist so alt wie die Stadt: Im Rom der Kaiserzeit vermieteten Investoren die Stockwerke der Insulae, Cicero klagte über den Ärger mit seinen Mietshäusern, und in den Gründerjahren nach 1871 entstanden die Berliner Mietskasernen als Renditeobjekte für Bauunternehmer und Sparer, finanziert über Hypothekenbanken mit 4 Prozent. Die Eigentumswohnung, die den Kleinanleger zum Vermieter macht, gibt es in Deutschland erst seit dem Wohnungseigentumsgesetz von 1951, der Aufteilung von Mietshäusern folgte ab den 1970er Jahren der Markt der Kapitalanlagewohnungen mit Steuersparmodellen, der in den 1990er Jahren mit der Sonderabschreibung Ost seinen Höhepunkt und seine Abstürze erlebte. Die AfA von 2 Prozent stammt aus dem Einkommensteuergesetz 1985, die degressive AfA für Neubauten gab es mit Unterbrechungen bis 2005 und seit 2024 wieder, und die Spekulationsfrist von zehn Jahren seit 1999. Mit den Niedrigzinsen ab 2012 wurde die vermietete Wohnung zum Volkssport, Kaufpreisfaktoren stiegen von 15 auf 30 und mehr, und seit der Zinswende 2022 ist der Cashflow wieder die entscheidende Zahl: Was bei 1 Prozent Zins Überschuss brachte, kostet bei 4 Prozent Zuschuss, und genau das rechnet dieser Rechner.
Praktische Tipps
Rechnen Sie mit der tatsächlichen Kaltmiete aus dem Mietvertrag, nicht mit der Marktmiete aus dem Exposé. Tragen Sie das nicht umlagefähige Hausgeld aus dem Wirtschaftsplan ein und 12 bis 15 Euro je Quadratmeter eigene Rücklage bei Bestandswohnungen. Setzen Sie 3 Prozent Mietausfall an, auch wenn die Wohnung vermietet ist. Prüfen Sie den Gebäudeanteil, das Finanzamt rechnet ihn nach der Arbeitshilfe des Bundesfinanzministeriums, oft niedriger als gewünscht, ein Gutachten kann sich lohnen. Rechnen Sie das Objekt mit 1 Prozent mehr Zins durch, die Anschlussfinanzierung kommt. Vergleichen Sie Kaufpreisfaktor und Nettomietrendite vor der Besichtigung mit dem Mietrendite-Rechner, die Nebenkosten mit dem Kaufnebenkosten-Rechner, den Kredit mit dem Immobilienkredit-Rechner und den Verlauf der Zinsen mit dem Tilgungsplan-Rechner.
Häufige Fragen
Wie berechne ich den Cashflow einer vermieteten Wohnung?
Kaltmiete minus Mietausfall, nicht umlagefähiges Hausgeld, Instandhaltungsrücklage und Kreditrate: 900 € minus 27, 120, 70 und 1.087,50 € ergeben -404,50 € vor Steuer. Nach Steuer kommt die Erstattung aus dem steuerlichen Verlust dazu, bei 35 Prozent 127 €, also -277,51 €. Die Tilgung von 375 € ist darin enthalten und baut Vermögen auf.
Warum kostet die Wohnung Geld, obwohl die Rendite 4,3 Prozent beträgt?
Weil die Bruttomietrendite nur Miete durch Kaufpreis ist, ohne Kosten und Finanzierung. Bei 3,8 Prozent Zins plus 2 Prozent Tilgung kostet der Kredit 5,8 Prozent auf 225.000 €, mehr als die Miete nach Kosten bringt. Mit 2 Prozent Wertzuwachs liegt die Rendite auf das Eigenkapital trotzdem über 10 Prozent.
Wie wirkt sich die Steuer auf den Cashflow aus?
Das Finanzamt zieht Zinsen, Kosten und AfA ab, nicht die Tilgung. Ist das Ergebnis negativ, hier -362,83 € im Monat, mindert der Verlust das übrige Einkommen und bringt bei 35 Prozent 126,99 € Erstattung. Mit sinkenden Zinsen und steigender Miete wird das Ergebnis nach 10 bis 15 Jahren positiv, dann fällt Steuer an.
Was ist die AfA bei vermieteten Wohnungen?
Die Abschreibung des Gebäudeanteils, meist 70 bis 85 Prozent des Kaufpreises: 2 Prozent im Jahr bei Baujahr ab 1925, 2,5 Prozent davor, 3 Prozent bei Fertigstellung ab 2023, für Baubeginn 2023 bis 2029 wahlweise degressiv 5 Prozent. Bei 250.000 € und 80 Prozent Gebäudeanteil sind das 4.000 € im Jahr, 333,33 € im Monat Werbungskosten ohne Geldabfluss.
Welcher Kaufpreisfaktor ist gut?
Kaufpreis durch Jahreskaltmiete: unter 20 günstig, 20 bis 25 üblich in Mittelstädten, über 30 teuer wie in München oder Hamburg. Der Kehrwert ist die Bruttomietrendite, Faktor 23,1 entspricht 4,3 Prozent. Für positiven Cashflow bei 4 Prozent Zins braucht es meist einen Faktor unter 20 und 30 Prozent Eigenkapital.
Wie viel Eigenkapital brauche ich für eine Kapitalanlage?
Mindestens die Nebenkosten von 7 bis 13 Prozent plus 10 bis 20 Prozent des Kaufpreises, bei 250.000 € also 40.000 bis 60.000 €, sonst verlangt die Bank Zinsaufschläge. Mehr Eigenkapital senkt den Zuschuss, aber auch den Hebel: Mit 50.000 € bringt 2 Prozent Wertzuwachs 10 Prozent Eigenkapitalrendite, mit 150.000 € nur gut 3.
Was gehört zu den laufenden Kosten einer Eigentumswohnung?
Das nicht umlagefähige Hausgeld (Verwaltung 20 bis 40 € im Monat, Erhaltungsrücklage 0,80 bis 1,50 € je m²), eine eigene Rücklage von 8 bis 20 € je m² und Jahr für die Wohnung selbst, Mietausfall von 2 bis 4 Prozent, Kontoführung und gelegentlich Rechtsschutz. Nebenkosten wie Heizung, Wasser und Müll zahlt der Mieter über die Umlage.
Ist ein negativer Cashflow ein schlechtes Investment?
Nicht zwingend: Bei -277 € nach Steuer und 375 € Tilgung wachsen monatlich 98 € Vermögen plus Wertzuwachs, und der steuerfreie Verkauf nach zehn Jahren kann die Rendite tragen. Problematisch wird es, wenn der Zuschuss das Einkommen belastet, mehrere Wohnungen zusammenkommen oder die Anschlussfinanzierung teurer wird. Der Zuschuss muss bewusst geplant sein.