Dividenden-Rechner
Dividendenrendite, jährliche Dividende im Depot und die Entwicklung des Dividendeneinkommens über die Jahre.
Wie hoch ist die Dividendenrendite?
Dividende je Aktie, Kurs und Stückzahl eintragen.
Beispiel: 4,80 € Dividende bei 132,40 € Kurs und 50 Aktien: 3,63 % Rendite, 240 € im Jahr
Wie entwickelt sich mein Dividendeneinkommen über die Jahre?
Depotwert, Rendite, Wachstum und Jahre eintragen.
Beispiel: 50.000 € bei 2,5 % Rendite und 7 % Dividendenwachstum, 20 Jahre mit Wiederanlage: 11.224,54 € Dividende im Jahr 20
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So funktioniert der Dividenden-Rechner
Der Dividenden-Rechner hat zwei Kästen. Der erste rechnet die Dividendenrendite aus Dividende je Aktie und Kurs und zeigt für Ihre Stückzahl, was im Jahr brutto ankommt, was nach Abgeltungsteuer und Soli bleibt und was 10.000 Euro Anlage bringen würden. Der zweite projiziert das Dividendeneinkommen über die Jahre: Aus Anlagebetrag, heutiger Rendite, jährlichem Dividendenwachstum und der Wahl zwischen Wiederanlage und Auszahlung entsteht die Dividende im Zieljahr, der Yield on Cost auf den ursprünglichen Einsatz und die Summe aller Dividenden.
Merksatz: Dividende durch Kurs ist die Rendite, Dividende durch Einstandskurs der Yield on Cost. Die Eselsbrücke: Eine hohe Rendite kann ein billiges Unternehmen sein oder ein gefallener Kurs, und eine niedrige mit Wachstum schlägt nach 15 Jahren die hohe ohne. Wer die Dividendenrendite berechnen will, braucht Dividende, Kurs und Geduld.
Drei Beispiele:
- 4,80 Euro Dividende bei 132,40 Euro Kurs, 50 Aktien: 3,63 Prozent Rendite, 240 Euro brutto im Jahr, nach 26,375 Prozent Steuer 176,70 Euro ohne Freistellungsauftrag; 10.000 Euro brächten 362,54 Euro.
- 50.000 Euro bei 2,5 Prozent, 7 Prozent Wachstum, 20 Jahre, wieder angelegt: Heute 1.250 Euro, im Jahr 20 rund 11.225 Euro, 22,45 Prozent auf den Einsatz, zusammen 85.372 Euro Dividenden.
- Dasselbe mit Auszahlung: Im Jahr 20 noch 4.521 Euro, 9,04 Prozent Yield on Cost, 51.244 Euro insgesamt. Die Wiederanlage macht den Unterschied von 34.000 Euro.
Die Formeln: Dividendenrendite = Dividende je Aktie / Kurs x 100, Dividende im Jahr n = Anlage x Rendite x (1 + Wachstum)^(n-1), bei Wiederanlage mit wachsendem Anlagebetrag, Yield on Cost = Dividende im Jahr n / ursprünglicher Einsatz, netto = brutto x (1 - 0,26375). Was ein breiter ETF mit Thesaurierung im Vergleich bringt, zeigt der ETF-Rechner, die Steuer mit Freibetrag und Kirchensteuer der Kapitalertragsteuer-Rechner.
Wissenswertes zum Thema
Was die Dividendenrendite sagt und was nicht
Die Dividendenrendite bezieht die letzte oder die erwartete Jahresdividende auf den heutigen Kurs, und sie ändert sich täglich mit dem Kurs, während die Dividende einmal im Jahr festgelegt wird. Deutsche Unternehmen zahlen einmal jährlich nach der Hauptversammlung, meist im April und Mai, amerikanische vierteljährlich, britische halbjährlich; der Kurs fällt am Tag nach der Hauptversammlung um die Dividende, der Dividendenabschlag, weil das Geld das Unternehmen verlässt, Dividenden sind also kein Geschenk, sondern eine Ausschüttung des eigenen Vermögens. Eine Rendite von 3 bis 4 Prozent ist bei DAX-Werten normal, 5 bis 7 Prozent bei Versorgern, Telekom und Versicherern, über 8 Prozent ist ein Warnsignal: Entweder ist der Kurs eingebrochen, weil der Markt eine Kürzung erwartet, oder das Unternehmen schüttet mehr aus, als es verdient. Die Ausschüttungsquote, Dividende geteilt durch Gewinn je Aktie, sollte unter 60 bis 70 Prozent liegen, damit Raum für Investitionen und schlechte Jahre bleibt. Dividendenaristokraten sind Unternehmen, die ihre Dividende 25 Jahre in Folge erhöht haben, in den USA über 60, in Deutschland eine Handvoll wie Fresenius bis 2023 oder Fuchs. Die Gesamtrendite einer Aktie ist Dividende plus Kursentwicklung, und ein Unternehmen, das nichts ausschüttet und reinvestiert, kann mehr bringen; Dividenden sind eine Strategie, kein Naturgesetz. Was Kursgewinne nach Steuern bringen, rechnet der Aktiengewinn-Rechner.
Dividendenwachstum, Yield on Cost und der Schneeball
Der zweite Kasten zeigt den Effekt, den Dividendenstrategen den Schneeball nennen: Ein Unternehmen, das heute 2,5 Prozent zahlt und die Dividende jährlich um 7 Prozent erhöht, zahlt in zehn Jahren das Doppelte und in zwanzig fast das Vierfache je Aktie, und wer die Dividenden in weitere Aktien steckt, hat zusätzlich mehr Aktien. Der Yield on Cost, die Dividende bezogen auf den damaligen Kaufpreis, erreicht so nach 20 Jahren 22 Prozent, bei Auszahlung immerhin 9. Die Zahl ist psychologisch wichtig und wirtschaftlich mit Vorsicht zu lesen: Entscheidend für neue Entscheidungen ist die aktuelle Rendite auf den heutigen Kurs, nicht die auf den alten Einsatz. Realistisches Dividendenwachstum liegt bei soliden Unternehmen zwischen 5 und 8 Prozent im Jahr, bei Versorgern 2 bis 3, bei Technologiewerten mit junger Dividende 10 bis 15, und es endet, wenn das Gewinnwachstum endet; der Rechner nimmt eine konstante Rate, wie der ETF-Rechner eine konstante Rendite, und die Wirklichkeit ist unruhiger. Die Summe der Dividenden über 20 Jahre, 85.000 Euro bei Wiederanlage aus 50.000 Euro Einsatz, zeigt, dass die Ausschüttungen den Einsatz übertreffen, bevor der Kurs sich überhaupt bewegt hat. Den Zinseszins ohne Aktienrisiko zeigt zum Vergleich der Zinseszins-Rechner.
Steuern auf Dividenden: 26,375 Prozent, Freibetrag, Quellensteuer
Dividenden deutscher Aktien unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus 5,5 Prozent Soli darauf, zusammen 26,375 Prozent, mit Kirchensteuer 27,8 bis 28 Prozent, die der Broker direkt einbehält; der Rechner zeigt diesen Abzug ohne Freistellungsauftrag. Mit Freistellungsauftrag bleiben 1.000 Euro im Jahr steuerfrei, 2.000 bei Zusammenveranlagung, was bei 3,6 Prozent Rendite einem Depot von knapp 28.000 Euro entspricht, bei Paaren 55.000; wer darunter liegt, bekommt die Dividende brutto. Ausländische Dividenden tragen Quellensteuer des Herkunftslands, 15 Prozent in den USA bei hinterlegtem W-8BEN-Formular, die vollständig angerechnet wird, 25 bis 35 Prozent in der Schweiz, Frankreich oder Italien, von denen nur 15 angerechnet werden und der Rest nur mit Erstattungsantrag zurückkommt, was bei kleinen Beträgen niemand macht; Großbritannien und Singapur erheben keine. Bei Aktien-ETFs gilt die Teilfreistellung von 30 Prozent, bei Einzelaktien nicht. Dividenden in der Steuererklärung anzugeben lohnt sich, wenn der persönliche Steuersatz unter 25 Prozent liegt, dann gibt es über die Günstigerprüfung Geld zurück. Die Zahlen für Freibetrag, Kirchensteuer und Günstigerprüfung liefert der Kapitalertragsteuer-Rechner.
Ein Stück Geschichte: Die VOC und die älteste Dividende der Welt
Die erste Dividende zahlte die Niederländische Ostindien-Kompanie 1612, zehn Jahre nach ihrer Gründung als erste Aktiengesellschaft der Welt, zunächst in Gewürzen, Muskatnuss und Pfeffer, dann in Geld, und über ihre fast 200 Jahre im Schnitt 18 Prozent im Jahr. In Deutschland zahlten die Eisenbahngesellschaften ab den 1840ern Dividenden, die Bayer AG seit 1884 und ununterbrochen seit 1952, und das Steuersystem wechselte mehrfach: Bis 1977 wurden Dividenden doppelt besteuert, beim Unternehmen und beim Aktionär, dann kam das Anrechnungsverfahren, 2001 das Halbeinkünfteverfahren und 2009 die Abgeltungsteuer mit den 25 Prozent, die bis heute gelten. Die Dividendenstrategie als Anlagestil machte John Neff ab den 1960ern und Benjamin Graham mit dem Rat, nur Unternehmen mit 20 Jahren ununterbrochener Dividende zu kaufen, populär; in Deutschland wurde sie mit den Büchern und Blogs der 2010er zur Bewegung, als Zinsen null brachten und Dividenden als "neuer Zins" galten. Der Rekord an Ausschüttungen der DAX-Konzerne lag 2024 bei über 50 Milliarden Euro. Der Rechner rechnet die Rendite, wie es die VOC-Aktionäre getan hätten, hätten sie Kurse gehabt.
Praktische Tipps
Nehmen Sie die Dividende des letzten Jahres oder die vom Unternehmen angekündigte, nicht die Prognose eines Forums. Prüfen Sie die Ausschüttungsquote und die Historie, fünf Jahre ohne Kürzung sind das Minimum. Stellen Sie den Freistellungsauftrag beim Broker, sonst zahlen Sie Steuer auf Erträge, die steuerfrei wären. Hinterlegen Sie bei US-Aktien das W-8BEN, der Broker macht das meist automatisch. Rechnen Sie im zweiten Kasten mit 5 Prozent Wachstum, nicht mit 10, und schauen Sie auf die Summe der Dividenden, nicht nur auf das Zieljahr. Legen Sie Dividenden wieder an, solange Sie das Einkommen nicht brauchen, der Unterschied nach 20 Jahren ist im Beispiel 34.000 Euro. Und streuen Sie: Zehn Dividendenaktien aus fünf Branchen oder ein Dividenden-ETF sind sicherer als die drei mit der höchsten Rendite. Was der Sparplan auf einen ausschüttenden ETF über die Jahre bringt, zeigt der ETF-Sparplan-Rechner.
Häufige Fragen
Wie berechnet man die Dividendenrendite?
Dividende je Aktie geteilt durch den aktuellen Kurs mal 100, zum Beispiel ergeben 4,80 Euro Dividende bei 132,40 Euro Kurs 3,63 Prozent. Die Rendite ändert sich täglich mit dem Kurs, die Dividende wird einmal im Jahr festgelegt.
Wie viel Dividende bekomme ich für mein Depot?
Dividende je Aktie mal Stückzahl: 50 Aktien mit 4,80 Euro bringen 240 Euro im Jahr brutto, nach 26,375 Prozent Abgeltungsteuer und Soli 176,70 Euro. Mit Freistellungsauftrag bleiben bis 1.000 Euro im Jahr steuerfrei, 2.000 bei Paaren.
Was ist der Yield on Cost?
Die heutige Dividende bezogen auf den damaligen Kaufpreis. Wer 50.000 Euro bei 2,5 Prozent anlegt und 7 Prozent Dividendenwachstum mit Wiederanlage hat, erhält im Jahr 20 rund 11.225 Euro, also 22,45 Prozent auf den Einsatz. Für neue Entscheidungen zählt aber die aktuelle Rendite.
Was bringt die Wiederanlage der Dividenden?
Im Beispiel mit 50.000 Euro, 2,5 Prozent und 7 Prozent Wachstum über 20 Jahre: mit Wiederanlage 11.225 Euro Dividende im Jahr 20 und 85.372 Euro insgesamt, mit Auszahlung 4.521 Euro und 51.244 Euro. Die Wiederanlage bringt rund 34.000 Euro mehr.
Wie hoch ist die Steuer auf Dividenden?
25 Prozent Abgeltungsteuer plus 5,5 Prozent Soli darauf, zusammen 26,375 Prozent, mit Kirchensteuer rund 28 Prozent, direkt vom Broker einbehalten. Bis zum Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro (2.000 bei Paaren) steuerfrei mit Freistellungsauftrag. Ausländische Dividenden tragen zusätzlich Quellensteuer, bei US-Aktien 15 Prozent, die angerechnet wird.
Ist eine hohe Dividendenrendite gut?
Nicht automatisch. 3 bis 5 Prozent sind bei soliden Unternehmen normal, über 8 Prozent deuten oft auf einen eingebrochenen Kurs oder eine bevorstehende Kürzung hin. Wichtiger sind Ausschüttungsquote unter 70 Prozent, Dividendenhistorie und Wachstum.
Wann wird die Dividende gezahlt?
Deutsche Unternehmen einmal jährlich, meist am dritten Bankarbeitstag nach der Hauptversammlung im April oder Mai; US-Unternehmen vierteljährlich, britische halbjährlich. Am Tag nach der Hauptversammlung fällt der Kurs um die Dividende, der Dividendenabschlag.
Was ist ein realistisches Dividendenwachstum?
Bei soliden Unternehmen 5 bis 8 Prozent im Jahr, bei Versorgern 2 bis 3, bei jungen Dividendenzahlern 10 bis 15. Das Wachstum hängt am Gewinnwachstum und hält nicht ewig; für die Planung sind 5 Prozent eine vorsichtige Annahme.