Tagesgeld-Rechner
Was bringt mein Tagesgeld wirklich? Zinsen für Ihre Laufzeit, mit Zinseszins, Steuer und Freibetrag.
Wie viel Zinsen bringt mein Tagesgeld?
Betrag, Zinssatz, Laufzeit und Zinsgutschrift wählen.
Beispiel: 25.000 € zu 3 % für 6 Monate mit vierteljährlicher Gutschrift: 376,41 € Zinsen
So funktioniert der Tagesgeld-Rechner
Drei Prozent auf dem Tagesgeld klingen nach einer klaren Sache, aber die Zinsen kommen monatlich, vierteljährlich oder einmal im Jahr, der Aktionszins gilt nur sechs Monate, und das Finanzamt will auch etwas. Der Tagesgeld-Rechner rechnet das alles durch: Zinsen für eine beliebige Zahl von Monaten, mit Zinseszins je nach Gutschrift, abzüglich Abgeltungsteuer über dem Sparer-Pauschbetrag, und am Ende die reale Rendite nach Inflation.
Merksatz: Betrag mal Zins mal Monate durch zwölf. Die Eselsbrücke: 10.000 Euro bringen bei 3 Prozent im Jahr 300 Euro, im halben Jahr 150, im Monat 25. Der Zinseszins legt bei monatlicher Gutschrift ein paar Euro obendrauf, bei einem Jahr und 3 Prozent sind es 4,16 Euro auf 10.000 Euro, mehr nicht.
Drei Beispiele für den Tagesgeld Zinsen berechnen:
- Aktionszins: 25.000 Euro zu 3 Prozent für sechs Monate mit vierteljährlicher Gutschrift bringen 376,41 Euro. Das liegt unter dem Pauschbetrag von 1.000 Euro, es fällt keine Steuer an.
- Ein Jahr Standard: 10.000 Euro zu 2,5 Prozent für zwölf Monate mit monatlicher Gutschrift: 252,88 Euro, davon 2,88 Euro durch den Zinseszins. Nach einem Jahr stehen 10.252,88 Euro auf dem Konto.
- Großer Betrag: 100.000 Euro zu 3 Prozent für ein Jahr bringen 3.041,60 Euro. Davon sind 1.000 Euro frei, auf den Rest gehen 538,47 Euro Abgeltungsteuer und Soli ab, es bleiben 2.503,12 Euro.
Die Formel: Endkapital = Anlage × (1 + Zins ÷ n)^(Monate ÷ 12 × n), wobei n die Zahl der Zinsgutschriften im Jahr ist, 12, 4 oder 1. Die Steuer beträgt 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag, zusammen 26,375 Prozent, auf alle Zinsen über dem Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro je Person, Kirchensteuer kommt gegebenenfalls dazu. Der Rechner verteilt den Pauschbetrag anteilig auf die Laufzeit. Längerfristig mit festem Zins rechnet der Festgeld-Rechner, über viele Jahre der Zinseszins-Rechner.
Wissenswertes zum Thema
Was Tagesgeld ist und was nicht
Ein Tagesgeldkonto ist ein Sparkonto ohne Laufzeit: Das Geld ist täglich verfügbar, der Zins ist variabel und kann von der Bank jederzeit geändert werden, Ein- und Auszahlungen laufen über ein Referenzkonto, meist das Girokonto. Es gibt keine Kündigungsfrist wie beim klassischen Sparbuch und keine Bindung wie beim Festgeld, dafür auch keine Zinsgarantie. Tagesgeld ist deshalb das richtige Konto für die Notreserve, den Puffer für die nächste Steuernachzahlung und für Geld, das man in den nächsten ein bis zwei Jahren braucht, nicht für die Altersvorsorge. Die Zinsen hängen am Leitzins der Europäischen Zentralbank, genauer am Einlagenzins, zu dem Banken ihr Geld bei der EZB parken können; steigt er, folgen die Tagesgeldzinsen innerhalb von Wochen, fällt er, oft noch schneller. Von 2014 bis 2022 lag der Einlagenzins unter null, Tagesgeld brachte nichts, und manche Banken verlangten sogar Verwahrentgelt für hohe Guthaben. Seit 2023 gibt es wieder Zinsen, und die Spanne zwischen den Banken ist groß.
Zinseszins und Zinsgutschrift: Monatlich ist besser, aber nicht viel
Wann die Zinsen gutgeschrieben werden, entscheidet über den Zinseszins: Bei monatlicher Gutschrift wird ab dem zweiten Monat der Zins auf den Zins verzinst, bei jährlicher Gutschrift nicht. Der Effekt ist bei einjähriger Anlage klein, 3 Prozent monatlich entsprechen 3,04 Prozent jährlich, und der Rechner weist den Unterschied aus. Wichtiger als die Gutschrift ist der Zinssatz selbst, und hier lohnt der Blick ins Kleingedruckte. Viele Banken werben mit einem Neukundenzins, der drei bis sechs Monate gilt und dann auf einen Bestandskundenzins fällt, der halb so hoch sein kann. Der Rechner ist dafür gebaut: Tragen Sie die Laufzeit des Aktionszinses in Monaten ein und sehen Sie, was er wirklich bringt. Bei 25.000 Euro sind 3 Prozent für sechs Monate 376 Euro, und danach heißt es wechseln oder mit weniger leben. Wer mehrere Tagesgeldkonten nacheinander nutzt, das sogenannte Tagesgeld-Hopping, holt über ein Jahr meist einen halben bis ganzen Prozentpunkt mehr heraus.
Steuer: Pauschbetrag, Freistellungsauftrag, Kirchensteuer
Zinsen sind Kapitalerträge und unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag darauf, zusammen 26,375 Prozent, bei Kirchenmitgliedern etwa 28 Prozent. Steuerfrei bleibt der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro je Person und Jahr, 2.000 Euro für zusammen veranlagte Ehepaare; er gilt seit 2023 und war vorher 801 Euro. Damit die Bank die Steuer nicht abführt, braucht sie einen Freistellungsauftrag, den man auf mehrere Banken aufteilen kann. Ohne Auftrag zieht die Bank ab dem ersten Euro ab, das Geld holt man sich dann über die Steuererklärung zurück. Wer einen persönlichen Steuersatz unter 25 Prozent hat, etwa Rentner oder Studierende, sollte die Günstigerprüfung in der Anlage KAP beantragen und zahlt dann weniger. Der Rechner setzt die Steuer auf den Teil der Zinsen an, der den anteiligen Pauschbetrag übersteigt; bei sechs Monaten also auf alles über 500 Euro. Ausländische Banken führen keine deutsche Abgeltungsteuer ab, die Zinsen gehören dann in die Steuererklärung. Was Ihr Steuersatz bedeutet, zeigt der Kapitalertragsteuer-Rechner.
Ein Stück Geschichte: Das Konto, das die Direktbanken groß machte
Bis in die 1990er Jahre gab es für Sparer das Sparbuch mit gesetzlicher Kündigungsfrist von drei Monaten und einem Zins, den die Bank nach Gutdünken festlegte, oft unter einem Prozent über der Inflation. Täglich verfügbares Geld lag unverzinst auf dem Girokonto. Das Tagesgeldkonto kam mit den Direktbanken: Ohne Filialnetz konnten sie höhere Zinsen bieten und brauchten ein Produkt, mit dem sich per Post und Telefon Kunden gewinnen ließen. Die Allgemeine Deutsche Direktbank, später ING-DiBa, startete um die Jahrtausendwende ihr Extra-Konto und hatte wenige Jahre später Millionen Kunden; die Konkurrenz zog nach, und das Sparbuch verlor seine Rolle als Standard. Dann kam die Finanzkrise 2008, und mit ihr der Fall der isländischen Kaupthing-Bank, bei der deutsche Sparer monatelang um ihr Tagesgeld bangten. Die Lehre daraus ist die heutige Einlagensicherung: In der EU sind 100.000 Euro je Kunde und Bank gesetzlich geschützt, deutsche Banken sichern über ihre Verbände zusätzlich ab. Die Nullzinsjahre ab 2014 ließen Tagesgeld fast vergessen, seit 2023 ist es zurück, und das Prinzip ist unverändert: täglich verfügbar, variabel verzinst, und der beste Zins steht selten bei der Hausbank.
Praktische Tipps
Verteilen Sie Beträge über 100.000 Euro auf mehrere Banken, die Einlagensicherung gilt je Institut. Prüfen Sie, in welchem Land die Bank sitzt, denn gesichert wird über das System des Heimatlandes. Rechnen Sie Aktionszinsen immer auf die tatsächliche Laufzeit um, nicht auf das Jahr; der Rechner nimmt Monate. Stellen Sie den Freistellungsauftrag so ein, dass das Konto mit den meisten Zinsen den größten Anteil bekommt. Und schauen Sie auf die letzte Zeile im Ergebnis, die reale Rendite: Bei 2,5 Prozent Zins, Steuer und 2 Prozent Inflation bleibt real fast nichts übrig, Tagesgeld erhält Kaufkraft, es baut kein Vermögen auf. Dafür gibt es den Sparplan-Rechner, und was die Inflation über Jahre mit dem Guthaben macht, zeigt der Inflationsrechner.
Häufige Fragen
Wie berechne ich die Zinsen auf meinem Tagesgeld?
Betrag mal Zinssatz mal Monate geteilt durch 12, plus etwas Zinseszins je nach Gutschrift. 20.000 Euro zu 3 Prozent bringen in zwölf Monaten 600 Euro, mit monatlicher Gutschrift 608,32 Euro. Der Rechner zieht auf Wunsch die Steuer ab.
Wie viel Zinsen bringen 10.000 Euro Tagesgeld?
Bei 2,5 Prozent und monatlicher Gutschrift 252,88 Euro im Jahr, bei 3 Prozent 304,16 Euro. Das bleibt unter dem Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro und ist damit steuerfrei, sofern ein Freistellungsauftrag vorliegt.
Wie wird Tagesgeld versteuert?
Mit 25 Prozent Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag, zusammen 26,375 Prozent, gegebenenfalls plus Kirchensteuer. Frei bleiben 1.000 Euro Zinsen je Person im Jahr, 2.000 Euro bei Ehepaaren, wenn ein Freistellungsauftrag bei der Bank liegt.
Was bedeutet monatliche Zinsgutschrift?
Die Zinsen werden jeden Monat dem Konto gutgeschrieben und ab dann mitverzinst. Das bringt den Zinseszins: 3 Prozent mit monatlicher Gutschrift entsprechen 3,04 Prozent mit jährlicher. Bei einem Jahr und 10.000 Euro sind das 4,16 Euro mehr.
Ist Tagesgeld sicher?
Einlagen bis 100.000 Euro je Kunde und Bank sind in der EU gesetzlich gesichert, bei Ehepaaren mit Gemeinschaftskonto 200.000 Euro. Deutsche Banken sichern über die Einlagensicherungsfonds ihrer Verbände meist deutlich höhere Beträge ab. Größere Summen auf mehrere Banken verteilen.
Was ist der Unterschied zwischen Tagesgeld und Festgeld?
Tagesgeld ist täglich verfügbar mit variablem Zins, Festgeld ist für eine feste Laufzeit gebunden mit garantiertem Zins, meist etwas höher. Für die Notreserve Tagesgeld, für Geld mit Zeithorizont Festgeld, oft in Kombination.
Lohnt sich ein Wechsel wegen eines Neukundenzinses?
Meist ja, wenn der Unterschied mindestens einen halben Prozentpunkt beträgt und der Betrag fünfstellig ist. 3 Prozent statt 2 Prozent auf 25.000 Euro für sechs Monate bringen rund 125 Euro mehr. Rechnen Sie mit der tatsächlichen Aktionsdauer in Monaten.
Was bringt Tagesgeld nach Inflation?
Oft fast nichts. Bei 2,5 Prozent Zins, Steuer und 2 Prozent Inflation liegt die reale Rendite nahe null oder leicht darunter. Der Rechner zeigt die reale Rendite in der Ergebnistabelle; Tagesgeld erhält Kaufkraft, baut aber kein Vermögen auf.