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Effektivzins-Rechner

Effektiver Jahreszins aus Sollzins, Gebühren und Auszahlungskurs, berechnet wie es die Preisangabenverordnung vorschreibt.

Wie hoch ist der effektive Jahreszins?

Sollzins, Laufzeit, Gebühren und Auszahlungskurs.

Beispiel: 20.000 € zu 3,5 % Sollzins, 60 Monate, 97 % Auszahlung: 4,85 % effektiv

So funktioniert der Effektivzins-Rechner

Zwei Kreditangebote, zwei Zinssätze, und trotzdem ist das mit dem niedrigeren Sollzins am Ende teurer, weil es Gebühren verlangt oder nicht den vollen Betrag auszahlt. Der effektive Jahreszins macht solche Angebote vergleichbar, und der Effektivzins-Rechner ermittelt ihn nach derselben Methode, die Banken nach der Preisangabenverordnung anwenden müssen: aus Sollzins, Laufzeit, einmaligen Gebühren und Auszahlungskurs.

Merksatz: Sollzins ist, was die Bank verlangt, Effektivzins ist, was Sie zahlen. Die Eselsbrücke: Schon die monatliche Verrechnung macht aus 5,9 Prozent Sollzins 6,06 Prozent effektiv, Gebühren und Disagio treiben ihn weiter. Vergleichen Sie Kredite deshalb nie über den Sollzins.

Drei Beispiele für den Effektivzins berechnen:

  • Nur Monatsverzinsung: 10.000 Euro zu 5,9 Prozent über 48 Monate ohne Gebühren: Rate 234,39 Euro, Effektivzins 6,06 Prozent, Gesamtkosten 1.250,82 Euro.
  • Mit Gebühr: Derselbe Kredit mit 150 Euro Bearbeitungsgebühr: Sie erhalten nur 9.850 Euro, zahlen aber dieselben Raten. Der Effektivzins steigt auf 6,88 Prozent.
  • Mit Disagio: 20.000 Euro zu 3,5 Prozent über 60 Monate bei 97 Prozent Auszahlung: Ausgezahlt werden 19.400 Euro, zurückgezahlt 21.830,09 Euro, Effektivzins 4,85 Prozent statt der beworbenen 3,5.

Die Rechnung: Gesucht ist der Zins, bei dem der tatsächlich ausgezahlte Betrag genau dem Barwert aller Raten entspricht; das ist eine Gleichung, die sich nur durch Näherung lösen lässt, der Rechner iteriert sie in Millisekunden. Formal gilt Effektivzins = (1 + Monatszins)^12 - 1 mit dem Monatszins aus der Barwertgleichung. Nicht enthalten sind Kosten, die auch die Bank nicht einrechnen muss: Restschuldversicherungen, die nicht Bedingung sind, Kontoführung, Bereitstellungszinsen. Rate und Tilgungsplan eines Kredits liefert der Kreditrechner; für Immobiliendarlehen mit Zins und Tilgung der Annuitätendarlehen-Rechner.

Wissenswertes zum Thema

Sollzins und Effektivzins: Drei Unterschiede

Der Sollzins, früher Nominalzins, ist der Prozentsatz, mit dem die Bank die Zinsen auf die Restschuld berechnet. Der Effektivzins unterscheidet sich von ihm aus drei Gründen. Erstens die Verrechnung: Zinsen werden monatlich berechnet und belastet, und ein monatlicher Zins von 5,9 geteilt durch 12 Prozent ergibt aufs Jahr hochgerechnet 6,06 Prozent, weil Zinsen auf Zinsen entstehen. Zweitens die Gebühren: Eine Bearbeitungsgebühr mindert die Auszahlung, nicht die Rückzahlung, und wirkt wie ein höherer Zins, umso stärker, je kürzer die Laufzeit. Drittens das Disagio: Bei einem Auszahlungskurs von 97 Prozent behält die Bank 3 Prozent als vorweggenommene Zinsen ein, der Kreditnehmer muss aber 100 Prozent zurückzahlen; bei Baufinanzierungen war das früher üblich, um den Sollzins optisch zu drücken. Der Effektivzins fasst alle drei zu einer Zahl zusammen, und seit 2010 müssen Banken ihn in jeder Werbung und jedem Angebot mit einem repräsentativen Beispiel nennen, bei dem zwei Drittel der Kunden den genannten Zins auch bekommen.

Was im Effektivzins steckt und was nicht

Nach § 6 der Preisangabenverordnung gehören in den Effektivzins alle Kosten, die der Kreditnehmer zwingend tragen muss: Sollzinsen, Bearbeitungsgebühren, Vermittlungsprovisionen, Disagio, Kosten für eine Restschuldversicherung, wenn die Bank sie zur Bedingung macht, und bei Immobilien die Schätzkosten. Nicht enthalten sind Kosten, die freiwillig sind oder nicht an die Bank gehen: eine freiwillige Restschuldversicherung, Kontoführungsgebühren, Bereitstellungszinsen bei verzögertem Abruf, Notar- und Grundbuchkosten und Verzugszinsen. Genau hier liegt die Falle: Eine „freiwillige“ Restschuldversicherung, die der Berater dringend empfiehlt, kann bei einem Ratenkredit zehn Prozent der Kreditsumme kosten und den wahren Effektivzins verdoppeln, ohne dass er im Angebot auftaucht. Tragen Sie solche Kosten im Rechner als einmalige Gebühr ein, dann sehen Sie den echten Preis. Bearbeitungsgebühren für Verbraucherkredite sind übrigens seit einem Urteil des Bundesgerichtshofs von 2014 unzulässig; wer sie noch zahlt, kann sie zurückfordern.

Bei Baufinanzierungen: Zinsbindung und der anfängliche Effektivzins

Bei Immobiliendarlehen heißt die Zahl „anfänglicher effektiver Jahreszins“, weil sie nur für die Zinsbindung gilt; was danach kommt, weiß niemand. Der Unterschied zum Sollzins ist hier meist klein, bei 3,8 Prozent Sollzins etwa 3,87 Prozent effektiv, weil Gebühren selten sind. Trotzdem lohnt der Blick: Bereitstellungszinsen von 0,25 Prozent im Monat ab dem dritten Monat können beim Neubau, bei dem das Geld nach Baufortschritt abgerufen wird, mehrere tausend Euro kosten und stehen nicht im Effektivzins. Und bei Bausparverträgen gilt der Effektivzins nur für die Darlehensphase, die Sparphase mit ihrem niedrigen Guthabenzins und der Abschlussgebühr wird nicht eingerechnet; die Gesamtrechnung ist dort oft schlechter, als der beworbene Darlehenszins vermuten lässt. Für den Vergleich zweier Baufinanzierungen gilt deshalb: gleicher Darlehensbetrag, gleiche Zinsbindung, gleiche Tilgung, dann der Effektivzins, und dazu die Restschuld am Ende der Bindung aus dem Tilgungsplan-Rechner.

Ein Stück Geschichte: Die Preisangabenverordnung und der Kampf um die eine Zahl

Bis in die 1970er Jahre bewarben Banken und Händler Kredite mit Monatszinsen, Zinsen „pro Monat auf die Ursprungssumme“ und allerlei Gebühren, und kaum ein Kunde konnte sagen, was ein Kredit kostete; der „Teilzahlungskredit“ für Fernseher und Waschmaschine kostete effektiv oft über 20 Prozent, beworben wurde mit „nur 0,5 Prozent im Monat“. Die Preisangabenverordnung von 1985 verpflichtete die Anbieter erstmals, einen effektiven Jahreszins nach einheitlicher Formel zu nennen. Die Berechnungsmethode wechselte: Bis 2000 galt in Deutschland die 360-Tage-Methode nach Braess, seit der EU-Verbraucherkreditrichtlinie gilt europaweit die AIBD-Methode mit taggenauer Berechnung und Zinseszins, die auch der Rechner verwendet. 2010 kam die Pflicht zum repräsentativen Beispiel in der Werbung, weil Banken mit „ab 2,9 Prozent“ warben und die meisten Kunden 8 Prozent zahlten. Der Effektivzins ist damit eine der wenigen Zahlen im Finanzgeschäft, die gesetzlich so definiert sind, dass sie sich nicht schönrechnen lassen, solange alle Pflichtkosten drinstehen, und genau das ist der Punkt, den der Rechner prüft.

Praktische Tipps

Vergleichen Sie Kredite nur über den Effektivzins und nur bei gleicher Laufzeit und Summe. Tragen Sie alle Kosten ein, die Sie tatsächlich zahlen, auch die „freiwilligen“, dann zeigt der Rechner den echten Preis. Fragen Sie bei einem Angebot mit Disagio nach der Variante mit 100 Prozent Auszahlung und vergleichen Sie beide; das Disagio lohnt sich nur bei vermieteten Immobilien, wo es als Werbungskosten sofort abziehbar ist. Prüfen Sie bei Händlerfinanzierungen mit 0 Prozent, ob der Barzahlungsrabatt höher ist als die Zinsersparnis; was ein Autokredit wirklich kostet, zeigt der Autokredit-Rechner. Und behalten Sie den Effektivzins als Vergleichsmaßstab auch für den Dispo: Dessen 12 Prozent sind ein Sollzins, effektiv sind es bei vierteljährlicher Belastung 12,55 Prozent, der Dispozins-Rechner zeigt, was das in Euro bedeutet.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Sollzins und Effektivzins?

Der Sollzins ist der nominale Zinssatz für die Zinsberechnung, der Effektivzins enthält zusätzlich die monatliche Verrechnung, Gebühren und ein Disagio. 5,9 Prozent Sollzins ergeben ohne Kosten 6,06 Prozent effektiv, mit 150 Euro Gebühr bei 10.000 Euro über 48 Monate 6,88 Prozent.

Wie wird der effektive Jahreszins berechnet?

Gesucht ist der Zinssatz, bei dem die ausgezahlte Summe dem Barwert aller Rückzahlungen entspricht. Das ergibt einen Monatszins, der mit (1 + Monatszins) hoch 12 minus 1 auf das Jahr hochgerechnet wird. Die Formel steht in der Preisangabenverordnung.

Was bewirkt ein Disagio?

Die Bank zahlt weniger aus als die Kreditsumme, etwa 97 Prozent, der Kreditnehmer zahlt aber 100 Prozent zurück. 20.000 Euro zu 3,5 Prozent über 60 Monate ergeben mit 97 Prozent Auszahlung 4,85 Prozent effektiv. Es ist nichts anderes als vorweggenommener Zins.

Welche Kosten gehören in den Effektivzins?

Alle Pflichtkosten: Sollzinsen, Gebühren, Provisionen, Disagio, eine von der Bank verlangte Restschuldversicherung und Schätzkosten. Nicht enthalten sind freiwillige Versicherungen, Kontoführung, Bereitstellungszinsen, Notar und Grundbuch.

Warum ist der Effektivzins auch ohne Gebühren höher als der Sollzins?

Weil die Zinsen monatlich berechnet und belastet werden und damit unterjährig Zinseszins entsteht. Ein Sollzins von 5,9 Prozent entspricht 6,06 Prozent effektiv, 3,8 Prozent entsprechen 3,87 Prozent.

Darf die Bank eine Bearbeitungsgebühr verlangen?

Bei Verbraucherkrediten nicht mehr. Der Bundesgerichtshof hat Bearbeitungsgebühren 2014 für unzulässig erklärt, zu Unrecht gezahlte Gebühren können zurückgefordert werden. Bei Unternehmenskrediten gilt das seit 2017 ebenfalls.

Was ist das repräsentative Beispiel in der Kreditwerbung?

Seit 2010 muss Werbung mit Zinssätzen ein Beispiel mit Nettodarlehensbetrag, Sollzins, Effektivzins, Laufzeit und Gesamtbetrag zeigen, das für zwei Drittel der Kunden gilt. „Ab 2,9 Prozent“ allein ist nicht mehr erlaubt.

Wie viel kostet mein Kredit insgesamt?

Rate mal Laufzeit minus ausgezahlten Betrag. 10.000 Euro zu 5,9 Prozent über 48 Monate kosten 48 mal 234,39 Euro, also 11.250,82 Euro, die Gesamtkosten liegen bei 1.250,82 Euro. Der Rechner zeigt Rate, Rückzahlung und Gesamtkosten.

Stand: Oktober 2026Geprüft von: Redaktion rechner24.net Quellen: § 6 und Anlage 3 Preisangabenverordnung (PAngV) 2022, § 491a BGB und Art. 247 EGBGB (vorvertragliche Informationen, repräsentatives Beispiel), BGH, Urteile vom 13.05.2014, XI ZR 405/12 und XI ZR 170/13 (Bearbeitungsgebühren), Richtlinie 2008/48/EG über Verbraucherkreditverträge