Haushaltsbudget-Rechner
Einnahmen und Ausgaben nach Kategorien, Fixkostenanteil, Sparquote und die Faustregeln fürs Wohnen und Sparen.
Wie viel bleibt am Monatsende übrig?
Nettoeinkommen und Ausgaben nach Kategorien eintragen.
Beispiel: 4.800 € Nettoeinkommen, 3.730 € Ausgaben: 1.070 € Überschuss, 22 % Sparquote
So funktioniert der Haushaltsbudget-Rechner
Der Haushaltsbudget-Rechner stellt das Nettoeinkommen aller im Haushalt den Ausgaben gegenüber, aufgeteilt in acht Kategorien: Wohnen, Energie und Nebenkosten, Lebensmittel, Mobilität, Versicherungen, Kommunikation, Freizeit und Sonstiges. Er zeigt, was am Monatsende übrig bleibt, die Sparquote in Prozent, den Anteil der Fixkosten, den Wohnkostenanteil mit der 30-Prozent-Faustregel und jede Kategorie als Prozent vom Netto, dazu den Überschuss aufs Jahr gerechnet. Ein Haushaltsplan in einer Minute, ohne Tabelle und ohne App.
Merksatz: Erst die Fixkosten, dann das Sparen, dann der Rest. Die Eselsbrücke ist die 50-30-20-Regel: 50 Prozent des Nettos für das Nötige, 30 für das Schöne, 20 fürs Sparen und Tilgen. Wer beim Wohnen über 30 Prozent liegt, hat wenig Spielraum, und wer unter 10 Prozent spart, hat keinen Puffer.
Drei Beispiele:
- Familie mit 4.800 Euro netto: 1.350 Euro Miete, 320 Nebenkosten, 650 Lebensmittel, 400 Mobilität, 220 Versicherungen, 90 Kommunikation, 400 Freizeit, 300 Sonstiges; Ausgaben 3.730 Euro, davon 1.980 Fixkosten oder 41 Prozent, übrig 1.070 Euro, Sparquote 22 Prozent, Wohnen 28 Prozent, aufs Jahr 12.840 Euro.
- Single mit 3.200 Euro netto: 950 Miete, 250 Nebenkosten, 450 Lebensmittel, 220 Mobilität, 150 Versicherungen, 80 Kommunikation, 250 Freizeit, 150 Sonstiges; übrig 700 Euro, 22 Prozent, Fixkosten 45 Prozent, Wohnen genau 30 Prozent.
- Derselbe Single mit 1.250 Euro Miete: Wohnen 39 Prozent, übrig 400 Euro, Sparquote 12,5 Prozent; die Wohnung entscheidet über das Budget.
Formeln: Überschuss = Netto - Summe der Ausgaben, Sparquote = Überschuss / Netto × 100, Fixkosten = Wohnen + Nebenkosten + Versicherungen + Kommunikation + Mobilität. Was der monatliche Überschuss über Jahre bringt, rechnet der Sparrechner, und für den Notgroschen gibt es den Tagesgeldrechner.
Wissenswertes zum Thema
Die 50-30-20-Regel und andere Faustregeln
Die 50-30-20-Regel stammt aus dem Buch "All Your Worth" von Elizabeth Warren und Amelia Warren Tyagi von 2005: 50 Prozent des Nettos für Bedürfnisse, Miete, Essen, Versicherungen, Fahrtkosten, Mindestraten; 30 Prozent für Wünsche, Restaurant, Urlaub, Streaming, Kleidung über das Nötige hinaus; 20 Prozent für Sparen und Schuldenabbau. In deutschen Großstädten ist die 50 schwer zu halten, wenn allein die Miete 35 Prozent frisst, und die Regel wird dann zu 60-20-20 oder 70-20-10, was der Rechner mit den Kategorienprozenten sichtbar macht. Die Wohnkostenregel von 30 Prozent gilt für die Warmmiete oder die Kreditrate inklusive Nebenkosten; Banken rechnen bei Immobilienfinanzierungen mit höchstens 35 bis 40 Prozent des Nettos für die Rate. Die Sparregel von 10 Prozent ist das Minimum, 20 das Ziel, und der Notgroschen sollte drei Monatsausgaben betragen, bei Selbstständigen sechs; im Beispiel mit 3.730 Euro Ausgaben also 11.000 bis 22.000 Euro auf dem Tagesgeld. Die Fixkostenquote, alles, was jeden Monat ohne Entscheidung abgeht, sollte unter 50 Prozent bleiben, bei 41 bis 45 Prozent in den Beispielen ist das erfüllt; über 60 Prozent ist jeder Einkommensausfall ein Problem. Was eine Mieterhöhung mit der Quote macht, zeigt der Mietrechner.
Wo das Geld wirklich bleibt: Durchschnittswerte
Das Statistische Bundesamt erhebt alle fünf Jahre die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe und jedes Jahr die laufenden Wirtschaftsrechnungen: Ein deutscher Haushalt gibt im Schnitt rund 2.900 Euro im Monat für den privaten Konsum aus, davon etwa 36 Prozent für Wohnen und Energie, 15 Prozent für Nahrungsmittel und Getränke, 13 Prozent für Verkehr, 10 Prozent für Freizeit und Kultur, 5 Prozent für Bekleidung, 4 Prozent für Gastronomie und 3 Prozent für Kommunikation; dazu kommen außerhalb des Konsums Versicherungen und Vorsorge mit 10 bis 15 Prozent. Die Sparquote der Deutschen liegt seit Jahrzehnten bei 10 bis 11 Prozent des verfügbaren Einkommens, in der Pandemie stieg sie auf 16, und sie ist ungleich verteilt: Das obere Zehntel spart 30 Prozent, das untere nichts oder macht Schulden. Lebensmittel für eine vierköpfige Familie kosten 2026 rund 600 bis 800 Euro, ein Single braucht 300 bis 450, und die Posten, die am meisten überraschen, sind die kleinen Abos, Streaming, Fitness, Handy, Cloud, die zusammen schnell 100 bis 150 Euro ausmachen, und die Versicherungen, bei denen Haftpflicht, Hausrat und Berufsunfähigkeit sinnvoll sind und Handy-, Reise- und Glasversicherung meist nicht. Was Strom und Gas am Budget ausmachen, rechnet der Stromkostenrechner vor.
Vom Rechner zum Haushaltsbuch
Der Rechner ist der Anfang: Er zeigt die Struktur, aber nur, wenn die Zahlen stimmen, und die meisten Menschen unterschätzen ihre Ausgaben für Freizeit, Essen gehen und Sonstiges um 20 bis 30 Prozent. Der Weg zu echten Zahlen führt über drei Monate Kontoauszüge, die man in die acht Kategorien sortiert, Bargeldabhebungen als Sonstiges, Jahresbeträge wie Versicherungen und Kfz-Steuer durch zwölf geteilt. Wer das einmal gemacht hat, braucht danach nur noch das Prinzip "bezahle dich selbst zuerst": Am ersten des Monats geht der Sparbetrag per Dauerauftrag auf ein getrenntes Konto, und was auf dem Girokonto bleibt, darf ausgegeben werden; das Drei-Konten-Modell mit Giro für Fixkosten, Tagesgeld für Rücklagen und Depot fürs Langfristige macht das Budget sichtbar, ohne dass man jeden Kaffee notiert. Für Paare empfiehlt sich das gemeinsame Konto für die Fixkosten, auf das beide anteilig zum Einkommen einzahlen, und getrennte Konten für den Rest. Bei einem Minus im Rechner gilt die Reihenfolge: Abos kündigen, Versicherungen prüfen, Strom- und Handyvertrag wechseln, dann Lebensmittel und Freizeit, zuletzt Wohnung und Auto, die großen Hebel mit den großen Umständen. Was die Inflation jedes Jahr vom Budget nimmt, zeigt der Inflationsrechner.
Ein Stück Geschichte: Vom Haushaltungsbuch zur App
Das Haushaltsbuch ist eine Erfindung des 19. Jahrhunderts: Mit der Industrialisierung bekamen Arbeiterfamilien Geldlohn statt Naturalien, und Sozialreformer, Hauswirtschaftsschulen und Sparkassen gaben vorgedruckte Haushaltungsbücher heraus, in denen die Hausfrau jeden Pfennig notieren sollte; Ernst Engel, Leiter des preußischen Statistischen Büros, leitete 1857 aus solchen Büchern das Engelsche Gesetz ab, nach dem der Anteil der Nahrungsausgaben mit steigendem Einkommen sinkt, von damals 60 Prozent auf heute 15. Die erste amtliche Erhebung von Haushaltsbudgets in Deutschland fand 1907 statt, die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe gibt es seit 1962, und der Warenkorb für die Inflation stammt aus denselben Daten. Der Sparkassenverband verteilte ab 1924 Haushaltsbücher mit Werbung für den Weltspartag, Millionen Exemplare bis in die 1970er; dann kamen Tabellenkalkulation, Kontoauszug-Kategorien und Apps. Die 50-30-20-Regel von 2005 ist die amerikanische Antwort auf die Überschuldung der Mittelschicht, und der Begriff Sparquote stammt aus der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung der 1950er. Der Rechner rechnet, was die Haushaltungsbücher von 1857 rechneten, in acht Zeilen statt in hundert.
Praktische Tipps
Nehmen Sie echte Zahlen aus drei Monaten Kontoauszügen, nicht Schätzungen. Rechnen Sie Jahresbeträge durch zwölf und tragen Sie sie bei Versicherungen oder Sonstiges ein. Prüfen Sie den Wohnkostenanteil vor jedem Umzug mit der neuen Miete. Richten Sie den Sparbetrag als Dauerauftrag am Monatsanfang ein. Bauen Sie zuerst den Notgroschen von drei Monatsausgaben auf, dann investieren Sie. Kündigen Sie jedes Abo, das Sie im Rechner nicht zuordnen können. Und rechnen Sie das Budget nach jeder Änderung neu, Gehaltserhöhung, Kind, Umzug. Für gemeinsame Ausgaben mit Partnern oder Mitbewohnern hilft der Kosten-pro-Person-Rechner.
Häufige Fragen
Wie viel sollte ich im Monat sparen?
Mindestens 10 Prozent des Nettos, besser 20, so die 50-30-20-Regel. Bei 4.800 Euro netto sind 1.070 Euro Überschuss eine Sparquote von 22 Prozent, bei 3.200 Euro netto und 700 Euro übrig ebenfalls 22 Prozent. Zuerst den Notgroschen von drei Monatsausgaben aufbauen.
Was ist die 50-30-20-Regel?
50 Prozent des Nettoeinkommens für Nötiges wie Miete, Essen und Versicherungen, 30 Prozent für Wünsche wie Restaurant, Urlaub und Hobbys, 20 Prozent fürs Sparen und Tilgen. In teuren Städten verschiebt sie sich oft zu 60-20-20; der Rechner zeigt die tatsächlichen Anteile.
Wie viel Prozent vom Netto darf die Miete kosten?
Faustregel: höchstens 30 Prozent für die Warmmiete oder die Kreditrate mit Nebenkosten. Bei 3.200 Euro netto sind das 960 Euro, bei 4.800 Euro 1.440 Euro. Banken akzeptieren bei Finanzierungen bis 35 bis 40 Prozent, dann bleibt aber wenig für den Rest.
Was zählt zu den Fixkosten?
Alles, was jeden Monat ohne neue Entscheidung abgeht: Miete oder Rate, Nebenkosten, Versicherungen, Handy und Internet, Fahrtkosten und Abos. Der Rechner zählt Wohnen, Energie, Versicherungen, Kommunikation und Mobilität. Die Quote sollte unter 50 Prozent liegen, im Beispiel sind es 41 Prozent.
Wie viel geben Deutsche im Monat für Lebensmittel aus?
Nach dem Statistischen Bundesamt rund 15 Prozent der Konsumausgaben. Ein Single braucht 2026 etwa 300 bis 450 Euro, eine vierköpfige Familie 600 bis 800 Euro. Im Beispiel mit 4.800 Euro netto sind 650 Euro Lebensmittel 14 Prozent des Nettos.
Wie groß sollte der Notgroschen sein?
Drei Monatsausgaben, bei Selbstständigen und unsicherem Einkommen sechs. Bei 3.730 Euro Ausgaben im Monat sind das 11.000 bis 22.000 Euro auf dem Tagesgeldkonto, jederzeit verfügbar und getrennt vom Girokonto.
Was mache ich, wenn am Monatsende nichts übrig bleibt?
In dieser Reihenfolge sparen: Abos und Streaming kündigen, Versicherungen prüfen, Strom-, Gas- und Handyvertrag wechseln, Lebensmittel planen, Freizeit kürzen. Erst danach die großen Hebel Wohnung und Auto. Und den Sparbetrag am Monatsanfang abbuchen, nicht am Ende.
Wie führe ich ein Haushaltsbuch ohne Aufwand?
Drei Monate Kontoauszüge in die acht Kategorien sortieren, danach das Drei-Konten-Modell: Girokonto für Fixkosten, Tagesgeld für Rücklagen, Depot für langfristiges Sparen, mit Daueraufträgen am Monatsanfang. Was auf dem Girokonto bleibt, darf ausgegeben werden.