ETF-Rechner
Was aus monatlichen ETF-Raten wird, welche Rate ein Ziel braucht und wie lange es dauert.
Was wird aus meinem ETF-Sparplan?
Rate, erwartete Rendite und Laufzeit, optional mit Startkapital.
Beispiel: 250 € im Monat bei 6 % werden in 25 Jahren mit 5.000 € Start etwa 190.500 €
Welche Sparrate brauche ich für mein Ziel?
Zielbetrag, Rendite und Jahre.
Beispiel: Für 500.000 € in 30 Jahren bei 6 % braucht es 513,08 € im Monat
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Wie lange dauert es bis zum Ziel?
Zielbetrag, Rate und Rendite.
Beispiel: 1.000.000 € mit 500 € im Monat bei 7 % dauern 37 Jahre und 2 Monate
So funktioniert der ETF-Rechner
Der ETF-Rechner rechnet in drei Richtungen: Aus Sparrate, Rendite und Laufzeit den Endwert mit Tabelle Jahr für Jahr, aus Zielbetrag, Rendite und Laufzeit die nötige Sparrate, und aus Zielbetrag, Rate und Rendite die Dauer. Die Rendite wird monatlich verzinst, als Durchschnitt über die Laufzeit, so wie man es für breite Aktien-ETFs ansetzt, und wahlweise mit einem Startkapital.
Merksatz: Beim ETF-Sparen entscheidet die Zeit, nicht die Rate. Die Eselsbrücke: Mit der 72er-Regel verdoppelt sich Kapital bei 7 Prozent alle rund zehn Jahre, deshalb bringt das letzte Jahrzehnt mehr als die ersten drei zusammen. Wer ETF-Rendite berechnen will, sollte also zuerst an der Laufzeit drehen und erst dann an der Rate.
Drei Beispiele:
- 250 Euro im Monat, 6 Prozent, 25 Jahre, 5.000 Euro Start: Rund 190.500 Euro Depotwert bei 80.000 Euro Einzahlung, der Wertzuwachs macht 58 Prozent aus.
- 100 Euro im Monat, 7 Prozent, 40 Jahre: Etwa 247.000 Euro aus 48.000 Euro Einzahlung; vier Fünftel des Depots sind Zuwachs. Nach zehn Jahren wären es erst 17.100 Euro.
- Ziel 500.000 Euro in 30 Jahren bei 6 Prozent: Nötige Rate 513 Euro im Monat. Für eine Million mit 500 Euro bei 7 Prozent braucht es 37 Jahre und 2 Monate.
Die Formel für den Endwert mit Monatsrate r, Monatsfaktor q = (1 + p)^(1/12) und n Monaten: Endwert = Start x q^n + r x (q^n - 1) / (q - 1). Für die Rate wird sie nach r umgestellt, für die Dauer nach n aufgelöst. Ohne Kosten, Steuern und Inflation, was der Rechner ausdrücklich dazusagt. Was die Inflation vom Endwert übrig lässt, zeigt der Inflationsrechner, die Steuer auf den Gewinn der Kapitalertragsteuer-Rechner.
Wissenswertes zum Thema
Was ein ETF ist und was er kostet
Ein ETF, Exchange Traded Fund, ist ein börsengehandelter Fonds, der einen Index nachbildet, etwa den MSCI World mit rund 1.400 Aktien aus 23 Industrieländern oder den FTSE All-World mit über 3.000 Aktien inklusive Schwellenländern. Es gibt keinen Manager, der Aktien auswählt, deshalb kosten breite ETFs 0,07 bis 0,25 Prozent im Jahr, die TER, statt 1,5 bis 2 Prozent bei aktiven Fonds, und diese Differenz ist über 30 Jahre ein Drittel des Endvermögens. Der Rechner rechnet ohne Kosten; wer sie berücksichtigen will, zieht die TER von der Rendite ab, aus 7 werden dann 6,8 Prozent. Dazu kommen Ordergebühren, bei Neobrokern 0 bis 1 Euro je Sparplanausführung, bei Filialbanken 1,5 Prozent des Betrags, was bei 100 Euro Rate schon 1,5 Prozent Rendite im ersten Jahr kostet. Thesaurierende ETFs legen Dividenden automatisch wieder an, was zum Zinseszins im Rechner passt; ausschüttende zahlen sie aus, und wer die Ausschüttung nicht reinvestiert, bleibt hinter dem Rechner zurück. Das Fondsvermögen ist Sondervermögen, bei einer Pleite des Anbieters geschützt, und physisch replizierende ETFs halten die Aktien tatsächlich, synthetische bilden den Index über Tauschgeschäfte nach. Wie sich die reine Zinseszinsrechnung ohne Raten verhält, zeigt der Zinseszins-Rechner.
Welche Rendite realistisch ist
Der MSCI World hat seit 1970 im Durchschnitt rund 7 Prozent im Jahr in Euro gebracht, mit Dividenden und vor Kosten, aber dieser Durchschnitt verbirgt Jahre mit minus 40 Prozent (2008) und plus 30 Prozent (2019, 2021). Für die Planung setzt man 5 bis 7 Prozent nominal an, 3 bis 5 Prozent real nach Inflation; wer mit 10 Prozent rechnet, weil die letzten zehn Jahre so liefen, baut Luftschlösser. Das Reihenfolgerisiko ist der zweite Haken: Der Rechner nimmt jedes Jahr dieselbe Rendite, in Wirklichkeit ist es für das Endvermögen entscheidend, ob der Crash am Anfang oder am Ende der Sparphase kommt; kurz vor dem Ziel schichten viele deshalb schrittweise in Anleihen oder Tagesgeld um. Bei der Sparrate zählt die Dynamik: Wer die Rate jedes Jahr um 3 Prozent erhöht, wie das Gehalt, landet bei 30 Jahren etwa 40 Prozent höher als mit fester Rate, was der Rechner nicht abbildet, dafür der Sparplan-Rechner mit festem Zins. Und das Startkapital wirkt stärker als es aussieht: 5.000 Euro am Anfang sind bei 6 Prozent nach 25 Jahren gut 21.000 Euro, mehr als 70 Monatsraten.
Steuern: Vorabpauschale, Teilfreistellung, Freibetrag
Gewinne aus Aktien-ETFs unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Soli und gegebenenfalls Kirchensteuer, aber nur auf 70 Prozent: Die Teilfreistellung von 30 Prozent gilt für Fonds mit mindestens 51 Prozent Aktienanteil und gleicht die Körperschaftsteuer aus, die die Unternehmen schon gezahlt haben. Dazu kommt der Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro im Jahr, 2.000 für Paare, den man per Freistellungsauftrag beim Broker einrichtet. Seit 2018 gibt es die Vorabpauschale: Bei thesaurierenden ETFs wird jedes Jahr ein fiktiver Mindestertrag versteuert, berechnet mit dem Basiszins des Bundesfinanzministeriums, 2026 bei 3,2 Prozent mal 70 Prozent, gedeckelt auf den tatsächlichen Wertzuwachs; bei einem Depot von 50.000 Euro sind das im Januar etwa 200 Euro Steuer, die der Broker vom Verrechnungskonto abbucht. Beim späteren Verkauf wird die gezahlte Vorabpauschale angerechnet, es ist also eine Vorauszahlung, keine Zusatzsteuer. Die Zahlen liefert der Vorabpauschale-Rechner. Das FIFO-Prinzip gilt beim Verkauf: Die zuerst gekauften Anteile gelten als zuerst verkauft, was bei langer Sparzeit die höchsten Gewinne zuerst realisiert; wer das umgehen will, nutzt ein zweites Depot für neue Anteile.
Ein Stück Geschichte: Von Bogles Torheit zum Sparplan für alle
Der erste Indexfonds für Privatanleger war der Vanguard 500 von John Bogle 1976, in der Branche als "Bogle's Folly" verspottet, weil niemand glaubte, dass Anleger sich mit dem Durchschnitt zufriedengeben würden; er sammelte 11 Millionen Dollar statt der erhofften 150 ein. Der erste echte ETF war der SPDR S&P 500 im Januar 1993 an der American Stock Exchange, der "Spider", heute mit über 500 Milliarden Dollar der größte Fonds der Welt. In Europa kamen ETFs im April 2000 an die Frankfurter Börse, zwei auf den Euro Stoxx 50, mitten in der Dotcom-Blase, und blieben ein Nischenprodukt für Institutionelle. Der Durchbruch bei Privatanlegern begann um 2010 mit Direktbanken, die Sparpläne ab 25 Euro anboten, und beschleunigte sich ab 2019 mit den Neobrokern, die Sparpläne kostenlos machten; 2024 gab es in Deutschland über zehn Millionen ETF-Sparpläne. Der Zinseszins, den der Rechner ausnutzt, ist dagegen alt: Die Formel für die Rentenrechnung stand schon in den Zinstafeln des 17. Jahrhunderts, nur dass damals niemand 7 Prozent über 40 Jahre bekam.
Praktische Tipps
Rechnen Sie mit 6 Prozent, nicht mit 9, und mit der Laufzeit bis zum tatsächlichen Verbrauch des Geldes, nicht bis zur Rente. Wählen Sie einen breiten Welt-ETF, thesaurierend, physisch, mit niedriger TER, und nur einen oder zwei, nicht acht. Richten Sie den Sparplan auf einen Tag nach dem Gehaltseingang ein, damit das Geld gar nicht erst auf dem Girokonto landet. Stellen Sie den Freistellungsauftrag und halten Sie für die Vorabpauschale im Januar etwas Geld auf dem Verrechnungskonto. Schauen Sie in Krisen nicht ins Depot, oder wenn, dann um zu wissen, dass die Rate jetzt mehr Anteile kauft. Erhöhen Sie die Rate mit jeder Gehaltserhöhung, und rechnen Sie fünf Jahre vor dem Ziel aus, wie viel ein Crash von 30 Prozent kosten würde, um dann zu entscheiden, ob Sie umschichten. Wie viel Rate das Gehalt hergibt, zeigt der Brutto-Netto-Rechner.
Häufige Fragen
Wie viel wird aus 100 Euro im Monat in einem ETF?
Bei 7 Prozent Rendite nach 10 Jahren etwa 17.100 Euro, nach 20 Jahren rund 51.000, nach 40 Jahren etwa 247.000 Euro aus 48.000 Euro Einzahlung. Der Zinseszins sorgt dafür, dass die letzten zehn Jahre mehr bringen als die ersten dreißig.
Welche Rendite sollte ich für einen ETF annehmen?
Für breite Aktien-ETFs wie MSCI World oder FTSE All-World 5 bis 7 Prozent im Jahr nominal, vor Kosten und Steuern; der historische Durchschnitt des MSCI World liegt seit 1970 bei rund 7 Prozent. Nach Inflation bleiben 3 bis 5 Prozent, in einzelnen Jahren schwankt es zwischen minus 40 und plus 30 Prozent.
Welche Sparrate brauche ich für 500.000 Euro?
In 30 Jahren bei 6 Prozent 513,08 Euro im Monat, eingezahlt sind dann rund 184.700 Euro. In 20 Jahren wären es etwa 1.100 Euro, in 40 Jahren etwa 260 Euro. Der Rechner gibt die Rate für jede Kombination aus.
Wie lange dauert es bis zur Million?
Mit 500 Euro im Monat bei 7 Prozent 37 Jahre und 2 Monate, eingezahlt sind dann 223.000 Euro. Mit 1.000 Euro im Monat sind es etwa 28 Jahre, mit 250 Euro etwa 47 Jahre.
Was kostet ein ETF?
Die laufenden Kosten (TER) liegen bei breiten Index-ETFs zwischen 0,07 und 0,25 Prozent im Jahr, bei aktiven Fonds bei 1,5 bis 2 Prozent. Dazu kommen Ordergebühren je Sparplanausführung, bei Neobrokern 0 bis 1 Euro. Für die Rechnung zieht man die TER von der Rendite ab.
Wie werden ETF-Gewinne versteuert?
Mit 25 Prozent Abgeltungsteuer plus Soli und gegebenenfalls Kirchensteuer, bei Aktien-ETFs nur auf 70 Prozent des Gewinns (Teilfreistellung). Es gilt der Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro im Jahr, 2.000 für Paare. Thesaurierende ETFs zahlen jährlich eine Vorabpauschale als Vorauszahlung.
Was ist die Vorabpauschale?
Eine jährliche Mindestbesteuerung thesaurierender Fonds auf Basis des Basiszinses, 2026 bei 3,2 Prozent mal 70 Prozent des Depotwerts zu Jahresbeginn, gedeckelt auf den tatsächlichen Wertzuwachs. Bei 50.000 Euro Depot sind das rund 200 Euro Steuer im Januar, die beim Verkauf angerechnet werden.
Thesaurierend oder ausschüttend?
Für den Vermögensaufbau thesaurierend, weil Dividenden automatisch wieder angelegt werden und so wirken wie im Rechner. Ausschüttende ETFs eignen sich, wenn man laufende Einnahmen will oder den Sparerpauschbetrag gezielt ausnutzen möchte.