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Festgeld-Rechner

Wie viel bringt Festgeld über die ganze Laufzeit? Mit Zinseszins, Steuer und Endbetrag.

Wie viel Zinsen bringt mein Festgeld?

Betrag, Zinssatz, Laufzeit und Zinsverwendung wählen.

Beispiel: 50.000 € zu 2,8 % über 5 Jahre mit Zinsansammlung: 7.403,13 € Zinsen, 5.978,05 € nach Steuern

So funktioniert der Festgeld-Rechner

Beim Festgeld wissen Sie am ersten Tag, was Sie am letzten Tag haben, das ist sein ganzer Reiz. Der Festgeld-Rechner nennt die Zahl: Zinsen über die gesamte Laufzeit, wahlweise jedes Jahr aufs Konto ausgezahlt oder am Ende mit Zinseszins, abzüglich Abgeltungsteuer über dem Sparer-Pauschbetrag, dazu Endguthaben und die Rendite pro Jahr nach Steuern.

Merksatz: Betrag mal Zins mal Jahre, wenn jährlich ausgezahlt wird. Die Eselsbrücke für die Variante mit Zinseszins: „Hoch Jahre“, denn dann wird der Betrag mit (1 + Zins) hoch Laufzeit multipliziert. 50.000 Euro zu 2,8 Prozent sind nach fünf Jahren ausgezahlt 7.000 Euro Zinsen, angesammelt 7.403,13 Euro, und der Unterschied ist der Zinseszins.

Drei Beispiele für den Festgeld Zinsen berechnen:

  • Jährliche Auszahlung: 20.000 Euro zu 3 Prozent über zwei Jahre bringen 600 Euro je Jahr, zusammen 1.200 Euro. Jedes Jahr bleiben die 600 Euro unter dem Pauschbetrag, es fällt keine Steuer an.
  • Zinsansammlung: Dieselbe Anlage mit Zinseszins am Ende: 1.218 Euro Zinsen, aber alle in einem Steuerjahr. Der Pauschbetrag wirkt nur einmal, auf 218 Euro gehen 57,50 Euro Steuer ab, netto bleiben 1.160,50 Euro, weniger als bei jährlicher Auszahlung.
  • Lange Laufzeit: 50.000 Euro zu 2,8 Prozent über fünf Jahre thesaurierend mit 2.000 Euro Pauschbetrag: 7.403,13 Euro Zinsen, nach Steuern 5.978,05 Euro, Rendite 2,28 Prozent im Jahr.

Die Formeln: jährlich ausgezahlt Zinsen = Anlage × Zins × Jahre, thesaurierend Endkapital = Anlage × (1 + Zins)^Jahre. Die Steuer beträgt 26,375 Prozent (Abgeltungsteuer plus Soli) auf Zinsen über dem Pauschbetrag von 1.000 Euro je Person und Jahr; bei jährlicher Auszahlung wird er jedes Jahr genutzt, bei Auszahlung am Ende nur einmal. Für täglich verfügbares Geld rechnet der Tagesgeld-Rechner, für regelmäßige Einzahlungen der Sparrechner.

Wissenswertes zum Thema

Festgeld: fester Zins, festes Ende

Ein Festgeldkonto ist eine Termineinlage: Sie legen einen Betrag für eine feste Laufzeit an, von einem Monat bis zu zehn Jahren, und bekommen dafür einen garantierten Zins, der sich in dieser Zeit nicht ändert. Vorzeitig an das Geld kommen Sie in der Regel nicht, manche Banken erlauben es gegen Zinsverlust, die meisten gar nicht. Dafür sind Sie gegen fallende Zinsen geschützt. Am Ende der Laufzeit wird das Geld samt Zinsen auf das Referenzkonto überwiesen oder, wenn man nicht widerspricht, zu den dann gültigen Konditionen automatisch verlängert, das nennt sich Prolongation, und sie ist eine Falle, weil der neue Zins oft deutlich schlechter ist. Notieren Sie das Enddatum. Festgeld eignet sich für Geld mit festem Zeithorizont, etwa die Anzahlung für ein Auto in zwei Jahren oder die Rücklage für die Steuer, nicht für die Notreserve und nicht für Geld, das zehn Jahre und länger liegen kann; dort schlägt ein breit gestreuter Aktienfonds das Festgeld fast immer.

Jährlich oder am Ende: Die Steuerfrage

Die meisten Banken bieten zwei Varianten der Zinszahlung. Bei jährlicher Zinsgutschrift werden die Zinsen jedes Jahr aufs Referenzkonto überwiesen, es gibt keinen Zinseszins, aber der Sparer-Pauschbetrag wirkt in jedem Jahr neu. Bei Zinsansammlung, auch thesaurierend genannt, bleiben die Zinsen auf dem Festgeldkonto, werden mitverzinst und erst am Ende ausgezahlt; dann fallen alle Zinsen in ein einziges Steuerjahr, und der Pauschbetrag kann nur einmal genutzt werden. Bei kleinen Beträgen unter dem Pauschbetrag ist das egal, bei größeren kann die jährliche Variante trotz fehlendem Zinseszins netto mehr bringen, wie das Beispiel mit 20.000 Euro zeigt. Die Steuer ist dieselbe wie beim Tagesgeld: 25 Prozent Abgeltungsteuer plus Soli, 1.000 Euro frei je Person, mit Freistellungsauftrag. Ein Sonderfall sind Banken, die die Zinsen zwar jährlich berechnen, aber erst am Ende gutschreiben: Steuerlich gelten sie dann erst bei Auszahlung als zugeflossen, mit demselben Nachteil. Der Rechner zeigt in der Tabelle unter dem Ergebnis für jedes Jahr Zinsen und Guthaben.

Die Zinstreppe und die inverse Zinskurve

Normalerweise gibt es für längere Laufzeiten höhere Zinsen, weil die Bank das Geld länger planen kann. 2023 und 2024 war es umgekehrt: Einjähriges Festgeld brachte mehr als fünfjähriges, weil die Märkte mit fallenden Zinsen rechneten, eine inverse Zinskurve. Wer sich nicht festlegen will, baut eine Zinstreppe: Der Betrag wird auf mehrere Festgelder mit ein, zwei, drei, vier und fünf Jahren verteilt, und jedes Jahr wird das frei werdende Geld wieder für fünf Jahre angelegt. So hat man jedes Jahr Zugriff auf einen Teil, nutzt den Pauschbetrag jedes Jahr und mittelt die Zinsen über die Zeit. Der Rechner hilft beim Vergleich: Rechnen Sie dieselbe Summe einmal mit zwei Jahren zu 3 Prozent und einmal mit fünf Jahren zu 2,8 Prozent und schauen Sie auf die Rendite nach Steuern. Wie viel ein fester Zins über viele Jahre im Vergleich zu einer Anlage mit Zinseszins bringt, zeigt der Zinseszins-Rechner, und was die Inflation davon übrig lässt, der Inflationsrechner.

Ein Stück Geschichte: Sparbuch, Sparbrief und Bundesschatzbrief

Das feste Sparen hat in Deutschland eine lange Tradition. Die erste Sparkasse der Welt entstand 1778 in Hamburg als „Ersparungscasse“ für Dienstboten und Handwerker, die kleine Beträge sicher anlegen wollten, und das Sparbuch mit Kündigungsfrist war über zwei Jahrhunderte das Standardprodukt. Das Festgeld in seiner heutigen Form kam als Termingeld der Banken für größere Summen hinzu, der Sparbrief als Variante mit fester Laufzeit für jedermann. Für eine ganze Generation war der Bundesschatzbrief das Festgeld des kleinen Mannes: 1969 eingeführt, mit jährlich steigenden Zinsen über sechs oder sieben Jahre, ohne Gebühren, direkt beim Bund, und nach dem ersten Jahr kündbar. 2012 stellte die Finanzagentur ihn ein, weil die Zinsen so niedrig waren, dass sich der Vertrieb nicht mehr lohnte. Dann kamen die Jahre, in denen Festgeld 0,1 Prozent brachte und die Banken für Einlagen Strafzinsen zahlen mussten. Seit 2023 ist Festgeld wieder ein ernsthaftes Produkt, und mit den Vergleichsportalen hat sich eine Besonderheit etabliert: Viele der besten Angebote kommen von Banken aus anderen EU-Ländern, bei denen die Einlagensicherung des jeweiligen Landes gilt.

Praktische Tipps

Prüfen Sie bei ausländischen Angeboten die Einlagensicherung: 100.000 Euro je Kunde sind EU-weit garantiert, aber im Fall einer Pleite entschädigt das Sicherungssystem des Heimatlandes der Bank, und das kann dauern; bleiben Sie unter der Grenze. Wählen Sie bei Laufzeiten über ein Jahr die jährliche Zinsgutschrift, wenn Ihre Zinsen den Pauschbetrag übersteigen. Widersprechen Sie der automatischen Verlängerung rechtzeitig, meist bis zwei Wochen vor Laufzeitende. Legen Sie nicht alles fest; eine Notreserve von drei Monatsgehältern gehört aufs Tagesgeld. Und vergleichen Sie die letzte Zeile des Ergebnisses, die Rendite pro Jahr nach Steuern, mit der Inflationsrate: Erst wenn sie darüber liegt, wächst Ihr Vermögen wirklich. Wer aus einem größeren Betrag später eine monatliche Zahlung machen will, rechnet mit dem Entnahmeplan-Rechner; wie Zinsen über dem Freibetrag besteuert werden, erklärt der Kapitalertragsteuer-Rechner.

Häufige Fragen

Wie berechne ich die Zinsen beim Festgeld?

Bei jährlicher Auszahlung Betrag mal Zinssatz mal Jahre: 20.000 Euro zu 3 Prozent über zwei Jahre sind 1.200 Euro. Mit Zinsansammlung Betrag mal (1 + Zins) hoch Jahre minus Betrag, das ergibt 1.218 Euro. Der Rechner zeigt beides mit Steuer.

Wie viel Zinsen bringen 50.000 Euro Festgeld?

Bei 2,8 Prozent über fünf Jahre 7.000 Euro bei jährlicher Auszahlung oder 7.403,13 Euro mit Zinseszins. Nach Steuern mit 2.000 Euro Pauschbetrag bleiben bei Zinsansammlung 5.978,05 Euro, bei jährlicher Auszahlung 7.000 Euro, weil der Pauschbetrag jedes Jahr greift.

Was ist besser: jährliche Zinsgutschrift oder am Ende?

Bei Zinsen über dem Pauschbetrag die jährliche Gutschrift, weil der Freibetrag jedes Jahr neu wirkt. Bei kleinen Beträgen unter 1.000 Euro Zinsen im Jahr ist die Ansammlung besser, weil der Zinseszins dazukommt und keine Steuer anfällt.

Komme ich beim Festgeld vorzeitig an mein Geld?

In der Regel nicht, das ist der Preis für den festen Zins. Manche Banken erlauben eine vorzeitige Kündigung gegen Zinsverlust oder Gebühr. Legen Sie nur Geld fest, das Sie in der Laufzeit sicher nicht brauchen.

Was passiert am Ende der Laufzeit?

Das Guthaben wird samt Zinsen auf das Referenzkonto überwiesen oder, je nach Vertrag, automatisch zum dann gültigen Zins verlängert. Widersprechen Sie der Prolongation rechtzeitig, oft bis zwei Wochen vor Ende, sonst ist das Geld erneut gebunden.

Wie sicher ist Festgeld?

Bis 100.000 Euro je Kunde und Bank gesetzlich gesichert, in allen EU-Ländern. Bei ausländischen Banken entschädigt das Sicherungssystem des Heimatlandes. Beträge darüber auf mehrere Banken verteilen.

Was ist eine Zinstreppe?

Die Aufteilung des Geldes auf Festgelder mit gestaffelten Laufzeiten, etwa ein bis fünf Jahre. Jedes Jahr wird ein Teil frei und wird neu für die längste Laufzeit angelegt. So bleibt man flexibel, nutzt den Pauschbetrag jährlich und mittelt die Zinsen.

Wie wird Festgeld versteuert?

Mit 25 Prozent Abgeltungsteuer plus Soli, zusammen 26,375 Prozent, auf alle Zinsen über dem Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro je Person und Jahr. Bei deutschen Banken mit Freistellungsauftrag automatisch, bei ausländischen über die Steuererklärung.

Stand: Oktober 2026Geprüft von: Redaktion rechner24.net Quellen: §§ 20, 32d, 44a EStG (Abgeltungsteuer, Sparer-Pauschbetrag), § 11 EStG (Zufluss von Zinsen), Einlagensicherungsgesetz (EinSiG) und Richtlinie 2014/49/EU, Deutsche Bundesbank: Zinsstatistik für Einlagen mit vereinbarter Laufzeit