Depotkosten-Rechner
Was Depot, Orders und TER im Jahr kosten und was die Kostenquote in 20 Jahren an Vermögen frisst.
Wie viel kosten mich die Gebühren über die Jahre?
Depotwert, Sparrate, Rendite, Kosten und Jahre eintragen.
Beispiel: 120.000 € Depot, 120 € Depotgebühr, 0,5 % TER: 1.138,80 € im Jahr, über 20 Jahre rund 75.786 € entgangenes Vermögen
So funktioniert der Depotkosten-Rechner
Der Depotkosten-Rechner addiert die drei Posten, die ein Wertpapierdepot kostet: die Depotgebühr in Prozent des Depotwerts, die Ordergebühren als fester Betrag und Prozentsatz je Order mal Anzahl der Orders im Jahr, und die Fondskosten, die TER der gehaltenen ETFs und Fonds, die im Kurs verschwinden und nie auf einer Abrechnung stehen. Heraus kommen die Gesamtkosten im Jahr, die Kostenquote in Prozent des Depots und die Zahl, die zählt: das entgangene Vermögen über 20 Jahre bei 7 Prozent Rendite, weil jede Gebühr auch den Zinseszins kostet, den sie nicht mehr erwirtschaften kann.
Merksatz: Gebühren wirken wie negative Rendite, 1 Prozent Kosten im Jahr sind über 20 Jahre fast ein Fünftel des Endvermögens, und die Faustregel heißt: Gesamtkosten unter 0,5 Prozent. Die Eselsbrücke: TER plus Depotgebühr plus Orders durch Depotwert, und was unter 0,5 bleibt, ist in Ordnung.
Drei Beispiele:
- Filialbank, 120.000 € Depot, 0,1 Prozent Depotgebühr, 12 Orders zu 9,90 € plus 0,25 Prozent, 0,5 Prozent TER: 120 € Depotgebühr, 418,80 € Orders, 600 € Fondskosten, 1.138,80 € im Jahr, Kostenquote 0,95 Prozent, in 20 Jahren 75.786 € entgangenes Vermögen.
- Neobroker, 50.000 €, keine Depotgebühr, 12 Orders zu 1 €, 0,2 Prozent TER: 112 € im Jahr, 0,22 Prozent, 7.942 € in 20 Jahren; mit 24 Orders zu 4,90 € sind es 217,60 € und 0,44 Prozent.
- Aktiver Fonds, 50.000 €, 1,8 Prozent TER, sonst nichts: 900 € im Jahr, 1,8 Prozent, 55.673 € entgangen in 20 Jahren, mehr als das Startkapital.
Formeln: Kosten = Depot × Depotgebühr + Orders × (Fix + Depot / Orders × Prozent) + Depot × TER, Kostenquote = Kosten / Depot, entgangen = Depot × (1,07²⁰ - (1,07 - Quote)²⁰). Was ein ETF mit und ohne Kosten über die Jahre bringt, rechnet der ETF-Rechner, und wie die Rendite nach Kosten zu bewerten ist, der Rendite-Rechner.
Wissenswertes zum Thema
Die drei Kostenarten und wo sie sich verstecken
Die Depotgebühr ist die sichtbarste und bei den meisten Online-Brokern abgeschafft, Filialbanken und Sparkassen nehmen 0,1 bis 0,3 Prozent des Depotwerts im Jahr oder eine Pauschale von 30 bis 100 Euro, bei 120.000 Euro sind 0,1 Prozent 120 Euro. Die Ordergebühr fällt je Kauf und Verkauf an, bei Neobrokern 0 bis 1 Euro, bei Direktbanken 4,90 bis 9,90 Euro plus 0,25 Prozent des Volumens, bei Filialbanken 1 Prozent mit Mindestgebühr, und sie wirkt bei kleinen Orders und häufigem Handeln, 24 Orders zu 4,90 Euro sind 117,60 Euro, bei einem Sparplan mit 12 Raten zu 1 Euro 12; der Rechner rechnet den Prozentanteil auf das durchschnittliche Ordervolumen, Depotwert durch Orderzahl. Die TER, Total Expense Ratio, ist die laufende Kostenquote des Fonds, die der Fondsanbieter täglich anteilig aus dem Fondsvermögen entnimmt, deshalb sieht man sie nie, nur der Kurs ist jeden Tag um ein Dreihundertfünfundsechzigstel der TER niedriger; bei ETFs liegt sie zwischen 0,05 und 0,5 Prozent, bei aktiv gemanagten Fonds zwischen 1,2 und 2,5, und sie ist der größte Posten in fast jedem Depot, 600 Euro bei 120.000 und 0,5 Prozent. Nicht in der TER stecken die Transaktionskosten innerhalb des Fonds, der Spread beim Kauf, 0,05 bis 0,3 Prozent je Order, und der Ausgabeaufschlag bei Fonds über die Bank, bis zu 5 Prozent, der bei ETFs und Fondsplattformen entfällt. Bei Robo-Advisors kommen 0,3 bis 1 Prozent Servicegebühr auf die TER. Welche Steuer auf die Erträge zusätzlich abgeht, rechnet der Kapitalertragsteuer-Rechner.
Warum 0,95 Prozent in 20 Jahren 75.786 Euro kosten
Die Zahl, die der Rechner als entgangenes Vermögen ausgibt, ist der Unterschied zwischen zwei Zinseszinsrechnungen: 120.000 Euro bei 7 Prozent über 20 Jahre werden 464.000 Euro, bei 7 minus 0,95 Prozent nur 388.000, und die Differenz von 75.786 Euro ist das, was die Gebühren plus die Rendite auf die Gebühren gekostet haben, mehr als das Dreifache der nominal gezahlten 22.776 Euro. Das ist der Kern der Kostenfrage: Jeder Euro Gebühr fehlt nicht nur einmal, sondern wächst nicht mehr mit, und je länger der Horizont, desto größer der Hebel, bei 30 Jahren wären es rund 210.000 Euro. Die Faustregel, die Verbraucherzentralen und Finanztest nennen, lautet 0,5 Prozent Gesamtkosten im Jahr für ein Depot mit ETFs, und ein Neobroker mit Sparplan und einem Welt-ETF mit 0,2 Prozent TER kommt auf 0,22, eine Filialbank mit aktiven Fonds auf 2 bis 3 Prozent. Die Rendite-Annahme von 7 Prozent entspricht dem langfristigen Schnitt des Weltaktienmarkts vor Inflation, bei 5 Prozent fällt die Zahl kleiner aus, das Verhältnis bleibt. Aktive Fonds rechtfertigen ihre TER mit der Hoffnung auf Mehrrendite, die laut den jährlichen SPIVA-Studien über 15 Jahre bei etwa 90 Prozent der Fonds nicht eintritt, weil die Kosten vorher sicher sind und die Mehrrendite nachher unsicher. Die Kostenquote in Prozent ist deshalb die wichtigste Kennzahl des Depots, wichtiger als die Rendite des letzten Jahres. Was 120.000 Euro bei 7 Prozent über 20 Jahre mit und ohne Kostenabzug werden, zeigt der Zinseszinsrechner Jahr für Jahr.
Kosten senken: Was wirkt und was nicht
Der größte Hebel ist die TER, der Wechsel von aktiven Fonds mit 1,8 Prozent zu ETFs mit 0,2 spart 1,6 Prozent im Jahr, bei 50.000 Euro 800 Euro, und über 20 Jahre fast 50.000; der Wechsel ist ein Verkauf mit Steuer auf den Gewinn, was bei alten Fonds mit großem Gewinn gegen die Ersparnis gerechnet werden muss, meist lohnt er trotzdem. Der zweite Hebel ist die Depotgebühr, ein Depotübertrag zu einem gebührenfreien Broker ist kostenlos und dauert zwei bis vier Wochen, die Einstandskurse wandern mit. Der dritte sind die Orders, weniger handeln, Sparplan statt Einzelkäufe, und bei Einmalkäufen Volumen bündeln, 12 Orders zu 1.000 Euro kosten bei 0,25 Prozent plus 9,90 das Doppelte von 4 zu 3.000. Nicht lohnend ist die Jagd nach der letzten Nachkommastelle TER, 0,12 gegen 0,20 Prozent bei 50.000 Euro sind 40 Euro im Jahr, und die Tracking-Differenz, der tatsächliche Rückstand des ETF zum Index, ist oft aussagekräftiger als die TER. Der erste typische Fehler ist das Übersehen der TER, weil sie nirgends steht; der zweite ist der Ausgabeaufschlag bei Fondskauf über die Hausbank, 5 Prozent sind 20 Jahre Depotgebühr; der dritte sind Robo-Advisors mit Servicegebühr auf ETFs, die der Anleger selbst kaufen könnte; der vierte ist der Fondssparplan der Bank mit 1,5 Prozent TER und Ausgabeaufschlag, mit dem die meisten Deutschen seit Jahrzehnten sparen; und der fünfte ist das häufige Umschichten, bei dem Spread, Gebühr und Steuer dreifach anfallen. Wie ein Sparplan mit 0,22 Prozent Kosten über 20 Jahre wächst, rechnet der ETF-Sparplan-Rechner.
Ein Stück Geschichte: Von Bogles Indexfonds zum Neobroker
Bis in die 1970er Jahre kostete jede Aktienorder in den USA eine festgelegte Provision, die die New Yorker Börse seit 1792 vorschrieb, und am 1. Mai 1975, dem "May Day", gab die Börsenaufsicht die Gebühren frei, was Charles Schwab zum ersten Discountbroker machte; in Deutschland hielten sich feste Provisionssätze bis in die 1990er Jahre. John Bogle legte 1976 bei Vanguard den ersten Indexfonds für Privatanleger auf, den First Index Investment Trust auf den S&P 500 mit 0,3 Prozent Kosten, verspottet als "Bogle's Folly", weil niemand glaubte, dass Anleger freiwillig nur den Durchschnitt wollen, und bewies über die folgenden Jahrzehnte, dass der Durchschnitt nach Kosten die meisten Profis schlägt. Der erste ETF, der SPDR auf den S&P 500, startete 1993 an der Amerikanischen Börse, die ersten deutschen ETFs 2000 an der Frankfurter Börse, und die Kosten fielen von 0,5 Prozent auf heute 0,07 für einen Welt-ETF. Die Direktbanken kamen in Deutschland 1994 mit der Direkt Anlage Bank und 1995 mit Consors und Comdirect, mit Ordergebühren von 10 bis 20 Mark statt 1 Prozent, und die Neobroker mit Trade Republic 2019 und Scalable 2020 mit einem Euro oder null, finanziert über Rückvergütungen der Handelsplätze, die die EU 2026 verbietet. Die TER als Kennzahl schreibt die EU seit 2004 vor, seit 2018 ergänzt um die Gesamtkostenausweisung nach MiFID II, mit der jede Bank einmal im Jahr alle Kosten in Euro aufschlüsseln muss, der Brief, den die wenigsten lesen. Der Rechner rechnet, was Bogle 1976 als Folly begann.
Praktische Tipps
Rechnen Sie die Kostenquote Ihres Depots einmal im Jahr, der MiFID-Kostenbericht der Bank liefert die Zahlen. Halten Sie die Gesamtkosten unter 0,5 Prozent. Tauschen Sie aktive Fonds gegen ETFs, nach Prüfung der Steuer auf den Gewinn. Übertragen Sie das Depot zu einem gebührenfreien Broker, der Übertrag kostet nichts. Sparen Sie per Sparplan statt mit vielen Einzelorders. Vergleichen Sie bei ETFs die Tracking-Differenz, nicht nur die TER. Meiden Sie Ausgabeaufschläge, es gibt immer einen Weg ohne. Und lesen Sie die Zahl für 20 Jahre, nicht die für ein Jahr. Was von der Rendite nach Kosten und Inflation real übrig bleibt, rechnet der Rendite-Rechner.
Häufige Fragen
Was kostet mein Depot im Jahr?
Depotgebühr plus Ordergebühren plus Fondskosten: Bei 120.000 € mit 0,1 Prozent Depotgebühr, 12 Orders zu 9,90 € plus 0,25 Prozent und 0,5 Prozent TER sind das 120 + 418,80 + 600 = 1.138,80 €, eine Kostenquote von 0,95 Prozent. Beim Neobroker mit 50.000 €, 1 € je Order und 0,2 Prozent TER 112 €.
Was ist die TER?
Die Total Expense Ratio, die laufende Kostenquote eines Fonds oder ETF in Prozent je Jahr, die der Anbieter täglich anteilig aus dem Fondsvermögen entnimmt. Sie erscheint auf keiner Abrechnung, nur der Kurs ist entsprechend niedriger. ETFs 0,05 bis 0,5 Prozent, aktive Fonds 1,2 bis 2,5 Prozent.
Warum kosten 1 Prozent Gebühren so viel Vermögen?
Weil jeder Euro Gebühr nicht mehr mitwächst. 120.000 € bei 7 Prozent über 20 Jahre werden 464.000 €, bei 7 minus 0,95 Prozent nur 388.000 €. Die Differenz von 75.786 € ist das Dreifache der nominal gezahlten Gebühren. Über 30 Jahre wären es rund 210.000 €.
Welche Kostenquote ist in Ordnung?
Unter 0,5 Prozent im Jahr nach der Faustregel von Verbraucherzentralen und Finanztest. Ein Neobroker-Depot mit Welt-ETF kommt auf 0,1 bis 0,3 Prozent, eine Direktbank mit ETFs auf 0,3 bis 0,6, eine Filialbank mit aktiven Fonds auf 2 bis 3 Prozent.
Wie senke ich die Depotkosten am schnellsten?
Aktive Fonds mit 1,8 Prozent TER gegen ETFs mit 0,2 Prozent tauschen, das spart bei 50.000 € rund 800 € im Jahr. Dann das Depot kostenlos zu einem Broker ohne Depotgebühr übertragen und per Sparplan statt mit vielen Einzelorders kaufen. Der Tausch löst Steuer auf den bisherigen Gewinn aus, meist lohnt er trotzdem.
Was kostet ein Depotübertrag?
Nichts, Banken dürfen in Deutschland dafür keine Gebühr verlangen, seit einem BGH-Urteil von 2004. Er dauert zwei bis vier Wochen, die Einstandskurse und gezahlten Vorabpauschalen wandern mit. Nur ausländische Depots und Bruchstücke aus Sparplänen können Probleme machen.
Was ist der Unterschied zwischen TER und Tracking-Differenz?
Die TER ist die ausgewiesene Kostenquote, die Tracking-Differenz der tatsächliche Rückstand des ETF hinter seinem Index, in dem auch Steuern auf Dividenden, Wertpapierleihe und Handelskosten stecken. Sie kann über oder unter der TER liegen und ist für den Vergleich zweier ETFs auf denselben Index aussagekräftiger.
Rechnet der Rechner mit Steuern?
Nein, nur mit Kosten. Steuern auf Ausschüttungen, Vorabpauschale und Verkaufsgewinne kommen dazu und werden vom Kapitalertragsteuer-Rechner berechnet. Die Annahme von 7 Prozent Rendite ist der langfristige Durchschnitt des Weltaktienmarkts vor Inflation und Steuern.