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Aktiengewinn-Rechner

Was vom Kursgewinn nach Gebühren und Steuern bleibt, plus Gewinn und Break-even von Optionen.

Wie viel Gewinn bleibt mir nach Steuern?

Kurse, Stückzahl, Gebühren und Freibetrag eintragen.

Beispiel: 200 Aktien zu 38,50 € gekauft, zu 31 € verkauft: 1.515 € Verlust für den Verlusttopf

Wie viel Gewinn macht meine Option am Verfallstag?

Call oder Put, Basispreis, Prämie und Kurs eintragen.

Beispiel: Put mit Basispreis 50 €, Prämie 2,50 €, Kurs 41 € am Verfallstag, 2 Kontrakte: 1.300 € Gewinn, Break-even 47,50 €

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So funktioniert der Aktiengewinn-Rechner

Der Aktiengewinn-Rechner nimmt Stückzahl, Kaufkurs, Verkaufskurs und die Gebühren für Kauf und Verkauf und zeigt den Gewinn vor Steuern, den steuerpflichtigen Teil nach Sparer-Pauschbetrag, die Abgeltungsteuer mit Soli und auf Wunsch Kirchensteuer, den Nettogewinn und die Rendite nach Steuern. Bei Verlust zeigt er, dass der Betrag in den Aktien-Verlusttopf wandert. Der zweite Rechner ist für Optionen: Call oder Put, gekauft oder als Stillhalter verkauft, mit innerem Wert am Verfallstag, Gewinn je Kontrakt, Break-even und maximalem Verlust.

Merksatz: Gewinn ist Erlös minus Einsatz, und der Einsatz enthält die Gebühren. Die Eselsbrücke für die Steuer: Ein gutes Viertel geht weg, 26,375 Prozent mit Soli, mit Kirchensteuer 28, aber erst oberhalb von 1.000 Euro Gewinn im Jahr, wenn der Freistellungsauftrag eingerichtet ist.

Drei Beispiele:

  • 50 Aktien zu 120 Euro gekauft, zu 165 verkauft, 20 Euro Gebühren, 1.000 Euro Pauschbetrag: Einsatz 6.020 Euro, Erlös 8.250, Gewinn 2.230 Euro, steuerpflichtig 1.230, Steuer 324,41 Euro, netto 1.905,59 Euro, Rendite 31,65 Prozent.
  • 200 Aktien zu 38,50 gekauft, zu 31 verkauft, 15 Euro Gebühren: 1.515 Euro Verlust, 19,64 Prozent, keine Steuer, Verlusttopf.
  • Put mit Basispreis 50 Euro, Prämie 2,50, Kurs am Verfallstag 41, zwei Kontrakte: innerer Wert 9 Euro je Aktie, Gewinn 1.300 Euro, Break-even 47,50 Euro, maximaler Verlust 500 Euro Prämie.

Formeln: Gewinn = Verkaufserlös - Kaufpreis - Gebühren, Steuer = (Gewinn - Pauschbetrag) × 26,375 %, Call-Gewinn = (Kurs - Basis - Prämie) × 100 × Kontrakte, Put-Gewinn = (Basis - Kurs - Prämie) × 100 × Kontrakte. Die Steuer für Zinsen, Fonds und Dividenden rechnet der Kapitalertragsteuer-Rechner, die Jahresrendite über längere Zeit der Renditerechner.

Wissenswertes zum Thema

Abgeltungsteuer, Pauschbetrag und Verlusttopf

Seit 2009 werden Gewinne aus Aktienverkäufen pauschal mit 25 Prozent besteuert, plus 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag darauf, zusammen 26,375 Prozent, und mit Kirchensteuer 27,82 Prozent in Bayern und Baden-Württemberg oder 27,99 Prozent in den übrigen Ländern, weil die Kirchensteuer die Abgeltungsteuer leicht mindert; der Rechner zeigt die 28 Prozent gerundet. Die Haltedauer spielt keine Rolle mehr, anders als vor 2009, als Gewinne nach einem Jahr steuerfrei waren, und Aktien, die vor 2009 gekauft wurden, bleiben steuerfrei. Der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro je Person, 2.000 bei Zusammenveranlagung, gilt für alle Kapitalerträge zusammen und wird über den Freistellungsauftrag bei der Bank genutzt; ist er durch Zinsen und Dividenden schon aufgebraucht, wählt man im Rechner "ausgeschöpft". Verluste aus Aktien kommen in den Aktien-Verlusttopf und dürfen nur mit Aktiengewinnen verrechnet werden, nicht mit Zinsen, Dividenden oder Fondsgewinnen, eine Sonderregel, die das Bundesverfassungsgericht prüft; der Topf wird ohne zeitliche Grenze vorgetragen, bei Bankwechsel per Verlustbescheinigung. Die Bank rechnet nach FIFO, zuerst gekaufte Aktien gelten als zuerst verkauft, was bei Nachkäufen den Gewinn bestimmt. Wer mit seinem persönlichen Steuersatz unter 25 Prozent liegt, bekommt über die Günstigerprüfung in der Steuererklärung Geld zurück. Wie Dividenden auf das Ergebnis wirken, zeigt der Dividendenrechner.

Gebühren, Spread und die wahre Rendite

Der Rechner nimmt die Gebühren für Kauf und Verkauf als Summe, und sie sind kleiner geworden: Neobroker nehmen 0 bis 1 Euro je Order, Direktbanken 5 bis 10 Euro oder 0,25 Prozent, Filialbanken 1 Prozent, bei 6.000 Euro Order also zwischen 1 und 60 Euro; dazu kommt der Spread zwischen An- und Verkaufskurs, 0,05 bis 0,5 Prozent je nach Handelsplatz und Uhrzeit, der im Kurs steckt und nicht als Gebühr erscheint. Bei kleinen Positionen fressen Gebühren die Rendite: 20 Euro auf 500 Euro Einsatz sind 4 Prozent, die der Kurs erst aufholen muss. Die Rendite nach Steuern im Rechner bezieht den Nettogewinn auf den Einsatz inklusive Gebühren, 31,65 Prozent im Beispiel, und sie ist eine Gesamtrendite ohne Zeitbezug; wer sie auf das Jahr umrechnet, teilt nicht, sondern zieht die Wurzel, bei 2 Jahren Haltedauer aus 1,3165 die Quadratwurzel gleich 14,7 Prozent im Jahr. Für die Steuer gilt außerdem: Teilverkäufe werden nach FIFO abgerechnet, Aktiensplits ändern den Einstandskurs, Dividenden sind extra, und bei ausländischen Aktien wird Quellensteuer einbehalten, die auf die deutsche Steuer angerechnet wird, bei US-Aktien 15 Prozent voll, bei Schweizer Aktien nur teilweise. Was aus dem Nettogewinn über Jahre wird, zeigt der ETF-Rechner.

Optionen: Call, Put, Stillhalter

Eine Option ist das Recht, 100 Aktien zu einem festen Basispreis zu kaufen, Call, oder zu verkaufen, Put, bis zu einem Verfallstag, und dafür zahlt der Käufer eine Prämie je Aktie an den Verkäufer, den Stillhalter. Am Verfallstag hat die Option nur noch ihren inneren Wert: beim Call Kurs minus Basis, beim Put Basis minus Kurs, jeweils mindestens null. Der Käufer eines Calls mit Basis 100 und Prämie 4 gewinnt bei Kurs 112 je Aktie 12 minus 4 gleich 8 Euro, je Kontrakt 800 Euro, sein Break-even liegt bei 104, sein maximaler Verlust bei 400 Euro Prämie, sein Gewinn ist nach oben offen. Der Stillhalter desselben Calls hat spiegelbildlich 800 Euro Verlust, höchstens 400 Euro Gewinn, und ein unbegrenztes Risiko, wenn die Aktie durch die Decke geht, weshalb Banken für verkaufte Calls Sicherheiten verlangen oder die Aktien im Depot. Beim Put ist der maximale Gewinn des Käufers begrenzt, weil der Kurs nicht unter null fallen kann, im Beispiel mit Basis 50 und Prämie 2,50 auf 9.500 Euro für zwei Kontrakte. Vor dem Verfallstag hat die Option zusätzlich Zeitwert, den der Rechner nicht abbildet, er zeigt das Ergebnis am letzten Tag; wer vorher verkauft, bekommt mehr oder weniger, je nach Restlaufzeit und Schwankung. Steuerlich sind Optionsgewinne Termingeschäfte mit eigenem Verlusttopf und, nach dem Urteil des Bundesfinanzhofs 2024, ohne die umstrittene Verlustgrenze von 20.000 Euro. Wie Krypto-Gewinne im Vergleich besteuert werden, zeigt der Krypto-Rechner.

Ein Stück Geschichte: Von der Spekulationsfrist zur Abgeltungsteuer

Bis 1998 waren Aktiengewinne in Deutschland nach sechs Monaten Haltedauer steuerfrei, die Spekulationsfrist, die Rot-Grün 1999 auf zwölf Monate verlängerte; wer länger hielt, zahlte nichts, wer kürzer hielt, den vollen Einkommensteuersatz auf den halben Gewinn nach dem Halbeinkünfteverfahren von 2001. Die Unternehmensteuerreform 2008 schaffte die Frist ab und führte zum 1. Januar 2009 die Abgeltungsteuer ein, 25 Prozent auf alles, mit Peer Steinbrücks Satz "25 Prozent auf x ist besser als 42 Prozent auf nix", der sich auf die Steuerflucht bezog. Der Sparerfreibetrag war 1975 mit 300 D-Mark eingeführt worden, stieg bis 1993 auf 6.000 D-Mark, fiel 2000 auf 1.550 Euro und 2007 auf 801 Euro als Sparer-Pauschbetrag, und wurde 2023 auf 1.000 Euro angehoben. Optionen gibt es in Deutschland an der Eurex, die 1998 aus der Deutschen Terminbörse von 1990 und der Schweizer Soffex entstand; die Formel für den fairen Preis einer Option, Black-Scholes, stammt von 1973, demselben Jahr, in dem die Chicago Board Options Exchange als erste Optionsbörse eröffnete, und brachte 1997 den Nobelpreis. Der Rechner rechnet den inneren Wert von 1973 und die Steuer von 2009.

Praktische Tipps

Richten Sie den Freistellungsauftrag ein und verteilen Sie ihn auf die Banken, bei denen Erträge anfallen. Nutzen Sie den Pauschbetrag jedes Jahr, indem Sie Gewinne bis 1.000 Euro realisieren und die Position zurückkaufen. Rechnen Sie Gebühren und Spread in den Einstand ein und meiden Sie Orders unter 500 Euro bei teuren Brokern. Lassen Sie sich bei Bankwechsel die Verlustbescheinigung geben. Prüfen Sie die Günstigerprüfung, wenn Ihr Steuersatz unter 25 Prozent liegt, etwa im Ruhestand. Bei Optionen: Kaufen Sie nie, was Sie nicht verstehen, und schreiben Sie keine ungedeckten Calls. Die Jahresrendite Ihrer Position rechnet der Renditerechner.

Häufige Fragen

Wie wird der Aktiengewinn berechnet?

Verkaufserlös minus Kaufpreis minus Gebühren. 50 Aktien zu 120 Euro gekauft mit 20 Euro Gebühren kosten 6.020 Euro, zu 165 Euro verkauft bringen sie 8.250 Euro, der Gewinn beträgt 2.230 Euro. Nach Pauschbetrag und 324,41 Euro Steuer bleiben 1.905,59 Euro, Rendite 31,65 Prozent.

Wie viel Steuer zahle ich auf Aktiengewinne?

25 Prozent Abgeltungsteuer plus 5,5 Prozent Soli darauf, zusammen 26,375 Prozent, mit Kirchensteuer rund 28 Prozent. Steuerfrei bleiben 1.000 Euro im Jahr je Person über den Sparer-Pauschbetrag. Bei 2.980 Euro Gewinn ohne Freibetrag und mit 9 Prozent Kirchensteuer sind es 834,25 Euro.

Was passiert mit einem Verlust aus Aktien?

Er kommt in den Aktien-Verlusttopf der Bank und wird mit künftigen Aktiengewinnen verrechnet, zeitlich unbegrenzt. 200 Aktien zu 38,50 Euro gekauft und zu 31 Euro verkauft ergeben 1.515 Euro Verlust. Mit Zinsen oder Dividenden darf er nicht verrechnet werden.

Sind Aktiengewinne nach einem Jahr steuerfrei?

Nicht mehr. Die Spekulationsfrist von zwölf Monaten galt bis 2008. Seit 2009 wird jeder Gewinn unabhängig von der Haltedauer mit der Abgeltungsteuer belegt. Nur Aktien, die vor 2009 gekauft wurden, bleiben beim Verkauf steuerfrei.

Wie berechne ich den Gewinn einer Option?

Innerer Wert am Verfallstag minus Prämie, mal 100 Aktien je Kontrakt. Ein Call mit Basis 100 Euro und Prämie 4 Euro bringt bei Kurs 112 Euro 8 Euro je Aktie, also 800 Euro je Kontrakt. Ein Put mit Basis 50, Prämie 2,50 und Kurs 41 bringt 6,50 Euro je Aktie, bei zwei Kontrakten 1.300 Euro.

Was ist der Break-even bei Optionen?

Der Kurs, ab dem der Käufer die Prämie wieder drin hat: beim Call Basis plus Prämie, beim Put Basis minus Prämie. Beim Call 100 mit Prämie 4 liegt er bei 104 Euro, beim Put 50 mit Prämie 2,50 bei 47,50 Euro. Unterhalb beziehungsweise oberhalb davon verliert der Käufer bis zur vollen Prämie.

Welches Risiko hat ein Stillhalter?

Beim verkauften Call ein unbegrenztes, weil die Aktie beliebig steigen kann; bei Basis 100, Prämie 4 und Kurs 112 sind es 800 Euro Verlust je Kontrakt bei höchstens 400 Euro Gewinn. Beim verkauften Put ist der Verlust auf Basis minus Prämie mal 100 begrenzt, weil der Kurs nicht unter null fällt.

Was ist die Günstigerprüfung?

Wer mit seinem persönlichen Einkommensteuersatz unter 25 Prozent liegt, kann in der Steuererklärung beantragen, dass Kapitalerträge mit diesem Satz besteuert werden; die zu viel gezahlte Abgeltungsteuer kommt zurück. Lohnt sich für Rentner, Studenten und Teilzeitkräfte mit niedrigem Einkommen.

Stand: Oktober 2026Geprüft von: Redaktion rechner24.net Quellen: § 20 Abs. 2, § 20 Abs. 6 und § 32d EStG: Veräußerungsgewinne, Verlustverrechnung, Abgeltungsteuer, § 44a EStG: Freistellungsauftrag und Sparer-Pauschbetrag, Bundesfinanzhof, Beschluss vom 07.06.2024 (VIII B 113/23) zur Verlustverrechnung bei Termingeschäften, Eurex: Kontraktspezifikationen Aktienoptionen