Entnahmeplan-Rechner
Wie viel Sie monatlich aus Ihrem Kapital entnehmen können und wie lange es reicht, mit Zinseszins.
Wie viel kann ich monatlich entnehmen?
Kapital, Rendite, Dauer und gewünschtes Restkapital.
Beispiel: 500.000 € bei 5 % über 30 Jahre mit 100.000 € Restkapital: 2.563,95 € im Monat
Wie lange reicht mein Kapital?
Kapital, Rendite und monatliche Entnahme.
Beispiel: 300.000 € bei 4 % und 1.500 € Entnahme reichen 27 Jahre und 6 Monate
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So funktioniert der Entnahmeplan-Rechner
Der Entnahmeplan-Rechner dreht den Sparplan um: Statt einzuzahlen, nehmen Sie Monat für Monat Geld aus einem Kapital, das weiter Rendite bringt. Der erste Rechner fragt nach Startkapital, Rendite, Dauer und dem Restkapital, das am Ende übrig bleiben soll, und nennt die monatliche Entnahme, die Summe aller Entnahmen, den Anteil aus Erträgen, die ewige Rente nur aus Erträgen und den Vergleich ohne Rendite. Der zweite fragt, wie lange das Kapital reicht bei einer festen monatlichen Entnahme, in Jahren und Monaten, und ab wann es unbegrenzt reicht, weil die Erträge die Entnahme decken.
Merksatz: Entnahme unter den Erträgen ist ewig, Entnahme über den Erträgen ist endlich, und die Rendite verdoppelt bei langen Laufzeiten, was man herausholen kann. Die Eselsbrücke für die ewige Rente: Kapital mal Rendite durch zwölf, 500.000 Euro bei 5 Prozent sind 2.083 Euro im Monat für immer; die Vier-Prozent-Regel sagt, 4 Prozent des Startkapitals im Jahr reichen 30 Jahre fast sicher.
Drei Beispiele:
- 500.000 Euro, 5 Prozent, 30 Jahre, 100.000 Euro Restkapital: 2.563,95 Euro im Monat, 923.023 Euro Entnahmen gesamt, davon 523.023 aus Erträgen; ewige Rente 2.083,33 Euro, ohne Rendite nur 1.111,11 Euro.
- 300.000 Euro, 4 Prozent, 25 Jahre, bis null: 1.583,51 Euro im Monat, 475.053 Euro gesamt, 175.053 aus Erträgen; 200.000 Euro ergeben 1.055,67 Euro.
- 300.000 Euro bei 4 Prozent, 1.500 Euro Entnahme: reicht 27 Jahre und 6 Monate, ohne Rendite nur 16,7 Jahre; bei 1.000 Euro Entnahme reicht es unbegrenzt, weil die Erträge genau 1.000 Euro im Monat sind.
Formeln: Entnahme = (K × q^n - Rest) × (q - 1) / (q^n - 1) mit Monatsfaktor q und n Monaten, ewige Rente = Kapital × Rendite / 12, Dauer = ln(E / (E - K × i)) / ln(1 + i) mit Monatszins i. Den Weg zum Kapital rechnet der Sparplan-Rechner, die gesetzliche Rente daneben der Rentenrechner.
Wissenswertes zum Thema
Kapitalverzehr oder ewige Rente
Zwei Strategien stehen zur Wahl. Der Kapitalverzehr plant, das Geld bis zu einem Zeitpunkt aufzubrauchen oder auf ein Restkapital zu bringen, und erlaubt die höchste Entnahme, 2.563,95 Euro aus 500.000 bei 5 Prozent über 30 Jahre mit 100.000 Rest; das Risiko ist die Lebensdauer, wer länger lebt als geplant, steht ohne Kapital da, weshalb man bis 95 rechnet und nicht bis zur statistischen Lebenserwartung von 85. Die ewige Rente entnimmt nur die Erträge, 2.083 Euro bei 5 Prozent, das Kapital bleibt für Erben oder Notfälle, und sie ist die Strategie bei Mieteinnahmen, Dividenden und Stiftungen; ihr Problem ist die Inflation, die 2.083 Euro in 20 Jahren auf die Kaufkraft von 1.400 drückt, wenn man nicht weniger entnimmt und das Kapital mitwachsen lässt. Die Mischung ist die Praxis: Entnahme etwas über den Erträgen, so dass das Kapital langsam schrumpft, 1.500 Euro aus 300.000 bei 4 Prozent reichen 27,5 Jahre, und die Lücke zwischen Entnahme und Ertrag, 500 Euro im Monat, ist der Kapitalverzehr. Der Rechner zeigt beides, die geplante Entnahme und daneben die ewige Rente, und die Differenz ist das, was man vom Kapital selbst verbraucht. Die Summe der Entnahmen mit Rendite, 923.023 Euro, gegenüber dem Startkapital, 500.000, zeigt, warum die Rendite in der Entnahmephase so viel zählt wie in der Sparphase: Mehr als die Hälfte kommt aus Erträgen. Wie das Kapital vorher entsteht, zeigt der Zinseszinsrechner.
Die Vier-Prozent-Regel und das Renditereihenfolge-Risiko
Die Regel stammt aus der Trinity-Studie von 1998, die amerikanische Aktien- und Anleihenrenditen seit 1926 für alle 30-Jahres-Zeiträume durchrechnete: Wer im ersten Jahr 4 Prozent des Kapitals entnimmt und den Betrag jährlich um die Inflation erhöht, kam in über 95 Prozent der Fälle 30 Jahre lang hin, bei einem Depot aus 50 bis 75 Prozent Aktien. Für Deutschland und Europa mit niedrigeren historischen Renditen rechnen Nachfolgestudien eher mit 3 bis 3,5 Prozent, und die Regel gilt für ein Portfolio, nicht für Festgeld. Dahinter steckt das Renditereihenfolge-Risiko, das der Rechner mit seiner konstanten Rendite nicht abbildet: Ein Einbruch von 30 Prozent in den ersten Entnahmejahren ist viel schlimmer als derselbe Einbruch im zwanzigsten Jahr, weil man in der Krise aus einem geschrumpften Depot entnimmt und die Erholung mit weniger Kapital erlebt; zwei Depots mit gleicher Durchschnittsrendite können deshalb 10 Jahre Unterschied in der Reichweite haben. Schutz bieten ein Cash-Puffer von zwei bis drei Jahresentnahmen auf dem Tagesgeld, aus dem man in Krisenjahren entnimmt, statt Aktien zu verkaufen, flexible Entnahmen, die in schlechten Jahren um 10 bis 20 Prozent sinken, und ein Aktienanteil, der mit dem Alter nicht auf null geht, weil die Entnahmephase 30 Jahre dauert und Anleihen die Inflation nicht schlagen. Was die Inflation über 20 Jahre aus der Entnahme macht, rechnet der Inflationsrechner.
Steuern, Kosten und Produkte für die Entnahme
Die Rendite im Rechner ist vor Steuern, und auf Erträge aus Depots fällt die Abgeltungsteuer an: Bei Verkauf von Fondsanteilen wird nur der Gewinnanteil versteuert, mit Teilfreistellung von 30 Prozent bei Aktienfonds, und in der Entnahmephase mindert das die Rendite von 5 auf effektiv 4 bis 4,3 Prozent, was man im Rechner als niedrigere Rendite eingibt; die Vorabpauschale wird dabei angerechnet, der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro hilft bei kleinen Depots. Die Alternativen zum Depot-Entnahmeplan: die sofortbeginnende Rentenversicherung, bei der der Versicherer das Langlebigkeitsrisiko trägt und lebenslang zahlt, 2026 für 100.000 Euro Einmalbeitrag bei einem 65-Jährigen etwa 350 bis 400 Euro im Monat, was einer Rendite nahe null entspricht, wenn man 85 wird, und einer guten, wenn man 100 wird; der Bank-Auszahlplan mit Festzins ohne Risiko und ohne Inflationsschutz; die Riester- und Rürup-Verrentung mit Pflicht zur Rente; und der ETF-Entnahmeplan, den Depotbanken inzwischen als Dauerauftrag mit automatischem Anteilsverkauf anbieten, kostenlos oder für wenige Euro. Die ehrliche Rechnung kombiniert: gesetzliche Rente und Miete als Grundsicherung, Depot-Entnahme nach dem Rechner als Zusatz, Cash-Puffer für die Krise. Wie die gesetzliche Rente die Lücke schließt, rechnet der Rentenrechner.
Ein Stück Geschichte: Leibrente, Tontine und die Trinity-Studie
Die Leibrente ist eines der ältesten Finanzprodukte: Mittelalterliche Städte verkauften "Leibgedinge", bei denen der Käufer gegen Einmalzahlung bis zum Tod eine Rente bekam, und weil niemand Sterbetafeln hatte, zahlten die Städte oft drauf, bis Johan de Witt 1671 in Holland die erste Rentenberechnung mit Sterbewahrscheinlichkeiten vorlegte und Edmond Halley 1693 mit Breslauer Kirchenbüchern die erste Sterbetafel. Die Tontine des Neapolitaners Lorenzo de Tonti von 1653 ließ die Renten der Verstorbenen an die Überlebenden fallen, der letzte bekam alles, ein Modell, das Frankreich und England zur Staatsfinanzierung nutzten und das wegen seiner Mordanreize verboten wurde. Die moderne Entnahmerechnung kam mit dem Zinseszins, Edmund Halley berechnete bereits den Barwert einer Rente, und die Formel für die Annuität, die der Rechner nutzt, ist dieselbe wie beim Darlehen, nur mit umgekehrtem Vorzeichen. William Bengen veröffentlichte 1994 die Vier-Prozent-Regel in einer Fachzeitschrift für Finanzplaner, die Trinity-Studie von 1998 machte sie bekannt, und die FIRE-Bewegung der 2010er, Financial Independence, Retire Early, machte aus ihr die Faustregel, dass das 25-fache der Jahresausgaben zum Aufhören reicht. In Deutschland wurde der Entnahmeplan mit den ETF-Sparplänen ab 2015 zum Thema, und seit 2024 bieten die großen Broker automatische Auszahlpläne. Der Rechner rechnet Halleys Barwert mit Bengens Frage.
Praktische Tipps
Rechnen Sie die Dauer bis 95, nicht bis zur Lebenserwartung. Geben Sie die Rendite nach Kosten und Steuern ein, bei einem ETF-Depot 4 statt 6 Prozent. Starten Sie mit 3 bis 4 Prozent des Kapitals im Jahr und passen Sie an. Halten Sie zwei bis drei Jahresentnahmen auf dem Tagesgeld. Entnehmen Sie in schlechten Börsenjahren weniger und verkaufen Sie nicht im Einbruch. Lassen Sie einen Aktienanteil von 40 bis 60 Prozent stehen, die Entnahmephase ist lang. Vergleichen Sie die sofortbeginnende Rente, wenn Sie das Langlebigkeitsrisiko loswerden wollen. Und rechnen Sie jedes Jahr neu mit dem aktuellen Depotstand. Was ein laufender Sparplan bis zum Start noch bringt, zeigt der ETF-Sparplan-Rechner.
Häufige Fragen
Wie viel kann ich monatlich aus 500.000 Euro entnehmen?
Bei 5 Prozent Rendite über 30 Jahre mit 100.000 Euro Restkapital 2.563,95 Euro im Monat, insgesamt 923.023 Euro, davon 523.023 aus Erträgen. Ohne Kapitalverzehr, nur aus den Erträgen, sind es 2.083,33 Euro; ohne Rendite wären es nur 1.111,11 Euro.
Wie lange reichen 300.000 Euro bei 1.500 Euro Entnahme?
Bei 4 Prozent Rendite 27 Jahre und 6 Monate, insgesamt 495.199 Euro Entnahmen, davon 195.199 aus Erträgen. Ohne Rendite wären es 16,7 Jahre. Bei 1.000 Euro Entnahme reicht das Kapital unbegrenzt, weil die Erträge genau 1.000 Euro im Monat betragen.
Was ist die Vier-Prozent-Regel?
Eine Faustregel aus der Trinity-Studie: Wer im ersten Jahr 4 Prozent des Kapitals entnimmt und den Betrag jährlich um die Inflation erhöht, kommt mit einem Depot aus mindestens 50 Prozent Aktien in über 95 Prozent der historischen Fälle 30 Jahre hin. Für Europa gelten eher 3 bis 3,5 Prozent.
Was ist der Unterschied zwischen Kapitalverzehr und ewiger Rente?
Beim Kapitalverzehr wird das Kapital bis zu einem Datum aufgebraucht, die Entnahme ist höher, 2.563,95 statt 2.083,33 Euro bei 500.000 Euro und 5 Prozent. Bei der ewigen Rente werden nur die Erträge entnommen, das Kapital bleibt, aber die Inflation frisst über Jahrzehnte die Kaufkraft.
Welche Rendite soll ich eingeben?
Die erwartete Rendite nach Kosten und Steuern: Tagesgeld 2 bis 3 Prozent, gemischtes Depot 3 bis 4, Aktien-ETF langfristig 5 bis 6 vor Steuern, nach Abgeltungsteuer eher 4 bis 4,5. Der Rechner nimmt eine konstante Rendite; Schwankungen machen das Ergebnis unsicherer.
Was ist das Renditereihenfolge-Risiko?
Ein Kurseinbruch in den ersten Entnahmejahren schadet viel mehr als derselbe Einbruch später, weil aus dem geschrumpften Depot weiter entnommen wird. Zwei Depots mit gleicher Durchschnittsrendite können deshalb Jahre Unterschied in der Reichweite haben. Schutz: Cash-Puffer und flexible Entnahmen.
Wie wird die Entnahme besteuert?
Bei Fondsverkäufen nur der Gewinnanteil mit 25 Prozent Abgeltungsteuer plus Soli, bei Aktienfonds mit 30 Prozent Teilfreistellung, über den Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro hinaus. Effektiv sinkt die Rendite um etwa 0,7 bis 1 Prozentpunkt; am besten im Rechner eine niedrigere Rendite eingeben.
Ist eine Rentenversicherung besser als ein Entnahmeplan?
Sie zahlt lebenslang und nimmt das Risiko, länger zu leben als das Geld; 100.000 Euro bringen bei einem 65-Jährigen 2026 etwa 350 bis 400 Euro im Monat. Der Entnahmeplan ist flexibler, vererbbar und bei durchschnittlicher Lebensdauer meist höher. Oft ist die Mischung sinnvoll.