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VL-Rechner (vermögenswirksame Leistungen)

Vermögenswirksame Leistungen vom Arbeitgeber: Sparzulage und Endguthaben nach sieben Jahren, Vergleich von Fonds, Bausparen und Banksparplan und die Frage, was der Arbeitgeberanteil Sie netto kostet.

Wie viel bringen meine VL mit Sparzulage?

VL-Betrag, Anlageform, Einkommen und Rendite.

Beispiel: 40 € im Monat in einen Fondssparplan: 480 € Zulage, 4.079,57 € nach 7 Jahren

Fonds, Bausparen oder Banksparplan: Was lohnt sich?

Drei Anlageformen mit und ohne Zulage nebeneinander.

Beispiel: 40 € VL: Fonds 4.241,98 €, Bausparen 3.166,37 €, Banksparplan 3.150,23 €

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Was kosten mich 40 € VL vom Arbeitgeber netto?

Steuern und Sozialabgaben auf den Arbeitgeberanteil.

Beispiel: 40 € VL bei 35.000 € Einkommen: 20,25 € Abzüge, 19,75 € geschenkt

So funktioniert der VL-Rechner (vermögenswirksame Leistungen)

Bis zu 40 Euro im Monat, die der Arbeitgeber zusätzlich zum Gehalt zahlt, dazu eine staatliche Zulage, und das Ganze sechs Jahre lang: Vermögenswirksame Leistungen, kurz VL, sind das am häufigsten verschenkte Geld im deutschen Arbeitsleben, weil viele Beschäftigte den Anspruch nicht kennen oder nie einen Vertrag abgeschlossen haben. Der VL-Rechner zeigt, was dabei herauskommt. Sie tragen den Betrag vom Arbeitgeber ein, eine eventuelle eigene Aufstockung, die Anlageform und Ihr zu versteuerndes Einkommen; der Rechner ermittelt die Arbeitnehmersparzulage, rechnet sechs Jahre Einzahlung plus ein Jahr Ruhezeit durch und nennt das Guthaben am Ende der siebenjährigen Laufzeit.

Drei Beispiele:

  • Fondssparplan mit vollen 40 Euro: Bei 30.000 Euro zu versteuerndem Einkommen gibt es 20 Prozent Zulage auf 400 Euro im Jahr, also 80 Euro jährlich und 480 Euro in sechs Jahren. Mit 5 Prozent Rendite stehen nach sieben Jahren 4.079,57 Euro bereit, eingezahlt waren 2.880 Euro.
  • Bausparvertrag mit 26,59 Euro vom Arbeitgeber und 13,41 Euro eigener Aufstockung: 9 Prozent Zulage auf 470 Euro, also 42,30 Euro im Jahr, bei 0,5 Prozent Guthabenzins ergibt das 3.199,28 Euro nach sieben Jahren.
  • Über der Einkommensgrenze: Bei 90.000 Euro Einkommen (zusammen veranlagt) entfällt die Zulage. 40 Euro im Fonds bringen mit 5 Prozent trotzdem 3.599,57 Euro, der Bausparvertrag mit 0,1 Prozent nur 2.892,99 Euro und ein Banksparplan mit 2,5 Prozent 3.221,34 Euro.

Der zweite Kasten stellt die drei Anlageformen nebeneinander und zeigt, wie stark die Zulage das Bild verschiebt: Mit Förderung liegt der VL-Fondssparplan fast immer vorn, der Bausparvertrag holt mit seiner Zulage einen Banksparplan ein, ohne Förderung entscheidet allein die Rendite. Der dritte Kasten beantwortet eine Frage, die selten gestellt wird: Was kosten VL netto? Der Arbeitgeberanteil ist steuer- und sozialabgabenpflichtiger Lohn. Von 40 Euro gehen bei 35.000 Euro Einkommen rund 8,28 Euro Sozialabgaben und 11,97 Euro Lohnsteuer ab, Sie zahlen also 20,25 Euro aus eigener Tasche und bekommen dafür 40 Euro angelegt; die anderen 19,75 Euro schenkt der Arbeitgeber, über sechs Jahre sind das 1.422 Euro.

Die Rechnung läuft vereinfacht mit jährlicher Gutschrift der Erträge und Auszahlung der Zulage am Ende; bei Fonds ist die Rendite eine Annahme, die über sieben Jahre deutlich schwanken kann. Die Zulage beantragen Sie mit der Steuererklärung in der Anlage VL, der Anbieter meldet die Daten elektronisch ans Finanzamt.

Wissenswertes zum Thema

Wer VL bekommt und wie viel

Einen gesetzlichen Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen gibt es nicht, der Anspruch steht im Tarifvertrag, in einer Betriebsvereinbarung oder im Arbeitsvertrag. Üblich sind 6,65 Euro, 13,29 Euro, 26,59 Euro oder die vollen 40 Euro im Monat; die krummen Beträge stammen aus der Umrechnung alter DM-Sätze (13, 26 und 52 DM). Im öffentlichen Dienst sind es 6,65 Euro, in der Metall- und Elektroindustrie und im Bankgewerbe oft 26,59 oder 40 Euro, Beamte bekommen 6,65 Euro. Wer weniger als 40 Euro erhält, darf aus dem eigenen Nettolohn aufstocken, um die Zulage voll auszuschöpfen; auch wer gar keine VL vom Arbeitgeber bekommt, kann einen VL-Vertrag mit eigenem Geld besparen und die Zulage kassieren, sofern der Arbeitgeber die Überweisung vom Lohn vornimmt. Der Vertrag läuft sechs Jahre mit Einzahlungen, danach ein Jahr Sperrfrist, insgesamt also sieben Jahre; während der Sperrfrist kann der nächste Vertrag schon beginnen, so dass die Förderung lückenlos weiterläuft.

Die Arbeitnehmersparzulage im Detail

Die Arbeitnehmersparzulage nach dem Fünften Vermögensbildungsgesetz gibt es für zwei Anlagewege. Beim Fondssparplan (Aktienfonds und ETF mit mindestens 60 Prozent Aktien, Mitarbeiterbeteiligungen) beträgt sie 20 Prozent auf Einzahlungen bis 400 Euro im Jahr, höchstens 80 Euro; beim Bausparen und anderen wohnwirtschaftlichen Anlagen wie der Tilgung eines Baukredits 9 Prozent auf bis 470 Euro, höchstens 43 Euro. Seit 2024 gilt für beide eine einheitliche Einkommensgrenze: 40.000 Euro zu versteuerndes Einkommen für Alleinstehende, 80.000 Euro bei Zusammenveranlagung. Vorher lagen die Grenzen bei 20.000 und 17.900 Euro, so dass die Reform den Kreis der Berechtigten stark erweitert hat; wer 2023 noch leer ausging, sollte seinen Anspruch neu prüfen. Beide Zulagen sind nebeneinander möglich, wenn Sie zwei Verträge mit 400 und 470 Euro im Jahr besparen, zusammen also 123 Euro Förderung im Jahr. Die Zulage wird nicht jährlich ausgezahlt, sondern vom Finanzamt festgesetzt und nach Ablauf der Sperrfrist an den Anbieter überwiesen, der sie dem Vertrag gutschreibt. Banksparpläne und Lebensversicherungen sind zwar VL-fähig, aber nicht förderfähig.

Fonds, Bausparen oder Banksparplan

Der VL-Fondssparplan ist für die meisten die beste Wahl: höchste Zulage, langfristig 5 bis 7 Prozent Rendite mit breit streuenden Aktienfonds oder ETF, und nach sieben Jahren kann das Depot ohne Zwang weiterlaufen oder in einen normalen ETF-Sparplan übergehen. Der Nachteil sind Kursschwankungen; sieben Jahre sind für Aktien eine kurze Spanne, in schlechten Phasen kann das Guthaben am Ende unter der Einzahlung liegen, die Zulage federt das ab. Der Bausparvertrag bietet die kleinere Zulage, dafür kein Risiko und ein zinsgünstiges Darlehen für später; wer ohnehin bauen oder modernisieren will, bekommt obendrein die Wohnungsbauprämie auf eigene Einzahlungen. Die Details dazu rechnet der Bausparrechner. Der Banksparplan bleibt ohne Zulage und mit 2 bis 3 Prozent Zins die Lösung für alle über der Einkommensgrenze, die kein Risiko wollen; auch hier gilt, dass das Geld vom Arbeitgeber geschenkt ist, nur die Zulage fehlt.

Steuern und Sozialabgaben auf VL

Weil VL Lohn sind, erhöhen sie das Bruttogehalt: 40 Euro mehr Brutto bedeuten bei einem Grenzsteuersatz von 30 Prozent rund 12 Euro Lohnsteuer und knapp 8,30 Euro Sozialabgaben, also etwa 20 Euro weniger Netto, während 40 Euro in den Vertrag fließen. Das ist der Grund, warum sich VL fast immer lohnen, auch ohne Zulage: Sie tauschen 20 Euro Netto gegen 40 Euro Anlage. Umgekehrt gilt: Wer die VL nicht abruft, bekommt sie nicht als Lohn ausgezahlt, das Geld verfällt. Erträge aus dem VL-Depot sind normal abgeltungsteuerpflichtig, der Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro gilt auch hier; die Zulage selbst ist steuerfrei. Beim Jobwechsel läuft der Vertrag weiter, der neue Arbeitgeber überweist auf denselben Vertrag, bei Arbeitslosigkeit oder Elternzeit darf der Vertrag ruhen oder mit eigenem Geld weitergeführt werden.

Ein Stück Geschichte

Das erste Vermögensbildungsgesetz von 1961, das "312-Mark-Gesetz", sollte Arbeitnehmern in der Wirtschaftswunderzeit zu eigenem Vermögen verhelfen: 312 DM im Jahr konnten steuer- und abgabenfrei angelegt werden, bevorzugt in Bausparverträgen. 1965 folgte das 624-Mark-Gesetz, 1970 das Dritte Vermögensbildungsgesetz, das die Arbeitnehmersparzulage einführte und die VL auf 624 DM, später 936 DM im Jahr anhob, woraus die heutigen 40 Euro im Monat (480 Euro im Jahr) geworden sind. Der Gedanke dahinter war politisch: Beteiligung der Arbeitnehmer am Produktivkapital statt reiner Lohnerhöhungen, deshalb die höhere Förderung für Aktienfonds und Mitarbeiterbeteiligungen seit 1987. Die Einkommensgrenzen wurden jahrzehntelang nicht angepasst, bis die Reform zum 1. Januar 2024 sie auf 40.000 und 80.000 Euro mehr als verdoppelte und die Zulage für Millionen Beschäftigte wieder erreichbar machte.

Praktische Tipps

Fragen Sie in der Personalabteilung nach Ihrem VL-Anspruch, oft steht er im Tarifvertrag und wird nicht automatisch gezahlt. Eröffnen Sie den Vertrag selbst, bei Fonds am besten bei einem Anbieter ohne Ausgabeaufschlag und mit ETF, und reichen Sie die Bescheinigung beim Arbeitgeber ein. Kreuzen Sie in der Steuererklärung die Anlage VL an, sonst gibt es keine Zulage. Liegt Ihr Einkommen knapp über der Grenze, können Werbungskosten oder Sonderausgaben den Ausschlag geben, denn es zählt das zu versteuernde Einkommen, nicht das Brutto. Und schließen Sie nach Ablauf der sieben Jahre sofort den nächsten Vertrag ab, damit kein Monat Förderung verloren geht; was aus dem ausgezahlten Guthaben bei weiterem Sparen wird, zeigt der Sparplan-Rechner.

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Arbeitnehmersparzulage?

20 Prozent auf bis zu 400 Euro im Jahr beim Fondssparplan, also höchstens 80 Euro, und 9 Prozent auf bis zu 470 Euro beim Bausparen, höchstens 43 Euro. Beide zusammen sind möglich. Voraussetzung ist ein zu versteuerndes Einkommen bis 40.000 Euro, bei Zusammenveranlagung bis 80.000 Euro.

Was bringen 40 Euro VL in sieben Jahren?

Im Fondssparplan bei 5 Prozent Rendite und voller Zulage rund 4.080 Euro, davon 2.880 Euro Einzahlung, 480 Euro Zulage und etwa 720 Euro Erträge. Im Bausparvertrag mit 0,25 Prozent Zins rund 3.166 Euro, im Banksparplan mit 2 Prozent ohne Zulage rund 3.150 Euro.

Was kosten mich die VL vom Arbeitgeber netto?

Der Arbeitgeberanteil ist steuer- und sozialabgabenpflichtig: Bei 40 Euro und 35.000 Euro Einkommen etwa 8,28 Euro Sozialabgaben und 11,97 Euro Lohnsteuer, also 20,25 Euro weniger Netto für 40 Euro Anlage. Der Rest ist ein Geschenk des Arbeitgebers, über sechs Jahre rund 1.420 Euro.

Habe ich Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen?

Nur wenn Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung oder Arbeitsvertrag sie vorsehen; einen gesetzlichen Anspruch gibt es nicht. Üblich sind 6,65 Euro (öffentlicher Dienst, Beamte), 13,29 Euro, 26,59 Euro oder 40 Euro. Ohne Anspruch können Sie trotzdem einen VL-Vertrag mit eigenem Geld besparen und die Zulage bekommen.

Fonds oder Bausparen für die VL?

Mit Förderung ist der Fondssparplan wegen 20 Prozent Zulage und höherer Rendite meist besser, der Bausparvertrag punktet mit Sicherheit und einem günstigen Darlehen für später. Wer in den nächsten Jahren bauen oder modernisieren will, nimmt Bausparen, alle anderen Fonds; über der Einkommensgrenze entscheidet allein die Rendite.

Wie beantrage ich die Sparzulage?

Mit der Einkommensteuererklärung: Anlage VL ankreuzen, der Anbieter übermittelt die Bescheinigung elektronisch. Das Finanzamt setzt die Zulage jährlich fest, ausgezahlt wird sie nach Ablauf der siebenjährigen Sperrfrist auf den Vertrag. Ohne Steuererklärung gibt es keine Zulage.

Was passiert mit den VL bei Jobwechsel oder Arbeitslosigkeit?

Der Vertrag bleibt bestehen. Der neue Arbeitgeber überweist auf denselben Vertrag, bei Arbeitslosigkeit oder Elternzeit darf der Vertrag ruhen oder privat weiterbespart werden. Die Sperrfrist läuft weiter, die bis dahin verdiente Zulage bleibt erhalten.

Kann ich VL vorzeitig kündigen?

Ja, aber dann verfällt die Arbeitnehmersparzulage für den Vertrag, außer bei Arbeitslosigkeit über ein Jahr, Erwerbsunfähigkeit, Tod oder Heirat mit anschließender Verwendung. Das Guthaben inklusive Arbeitgeberanteil bleibt Ihr Geld; bei Fonds verkaufen Sie zum Tageskurs, beim Bausparen gelten die Kündigungsfristen des Tarifs.

Stand: Oktober 2026Geprüft von: Redaktion rechner24.net Quellen: Fünftes Vermögensbildungsgesetz (5. VermBG), §§ 2, 13 und 14, Zukunftsfinanzierungsgesetz vom 11. Dezember 2023 (Anhebung der Einkommensgrenzen ab 2024), Bundesministerium der Finanzen: Vermögensbildung und Arbeitnehmer-Sparzulage, Tarifverträge öffentlicher Dienst (TVöD, TV-L) und Metall- und Elektroindustrie zu vermögenswirksamen Leistungen