Rentenrechner
Die Rentenformel ist einfacher als ihr Ruf: Punkte mal Rentenwert, bei früherem Beginn mit Abschlag. Hier mit Ihrer Renteninformation nachrechnen.
Wie hoch wird meine Rente?
Entgeltpunkte und geplanter Rentenbeginn.
Beispiel: 42,5 Punkte, Rentenbeginn mit 64: 1.611,93 € brutto (10,8 % Abschlag)
Wie viele Punkte bringt mein Gehalt?
Monatsbrutto eintragen.
Beispiel: 6.500 € brutto: 1,5016 Punkte im Jahr, 63,85 € Monatsrente
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Wie viel mehr Rente bringt die Rentenerhöhung 2026?
Bisherige Rente und Anpassungssatz, netto nach Kranken- und Pflegeversicherung.
Beispiel: 2.200 € Rente steigen um 4,24 % auf 2.293,28 €, also 93,28 € mehr
Wie viel mehr Rente bringt die Rentenerhöhung 2026?
Bisherige Rente und Anpassungssatz, netto nach Kranken- und Pflegeversicherung.
Beispiel: 2.200 € Rente steigen um 4,24 % auf 2.293,28 €, also 93,28 € mehr
So funktioniert der Rentenrechner
Einmal im Jahr kommt der Brief von der Deutschen Rentenversicherung, und die meisten lesen nur die eine Zahl ganz unten. Dabei steht in der Renteninformation alles, was Sie brauchen, um selbst zu rechnen: die bisher erreichten Entgeltpunkte. Der Rentenrechner macht daraus mit der amtlichen Rentenformel Ihre Bruttorente, zieht Kranken- und Pflegeversicherung ab und zeigt, was ein früherer Rentenbeginn kostet.
Merksatz: Punkte mal 42,52 Euro. Die Eselsbrücke: Ein Punkt ist ein Durchschnittsjahr, und ein Durchschnittsjahr bringt gut 42 Euro Rente im Monat. Wer 45 Jahre lang genau den Durchschnitt verdient hat, hat 45 Punkte und bekommt 1.913,40 Euro brutto, die sogenannte Standardrente. Für jeden Monat vor der Regelaltersgrenze gehen 0,3 Prozent ab.
Drei Fälle für den Rente berechnen:
- Rente mit 67: 35 Entgeltpunkte ergeben 1.488,20 Euro brutto. Nach 183,79 Euro Kranken- und Pflegeversicherung bleiben 1.304,41 Euro vor Steuern. Erster Kasten mit Ihren Punkten.
- Drei Jahre früher: 42,5 Punkte, Rentenbeginn mit 64 statt 67: 36 Monate mal 0,3 Prozent sind 10,8 Prozent Abschlag, der Zugangsfaktor sinkt auf 0,892 und die Rente auf 1.611,93 Euro statt 1.807,10 Euro. Lebenslang.
- Was bringt ein Jahr? 6.500 Euro Monatsbrutto ergeben 1,5016 Punkte im Jahr, also 63,85 Euro Monatsrente mehr für dieses eine Arbeitsjahr. Zweiter Kasten.
Die Formel: Monatsrente = Entgeltpunkte × Zugangsfaktor × aktueller Rentenwert × Rentenartfaktor. Der Rentenwert beträgt seit dem 1. Juli 2026 42,52 Euro, der Rentenartfaktor ist bei der Altersrente 1,0, der Zugangsfaktor 1,0 bei Beginn zur Regelaltersgrenze, minus 0,003 je Monat davor und plus 0,005 je Monat danach. Wann Ihre Regelaltersgrenze erreicht ist, zeigt der Rentenbeginn-Rechner; wie aus Gehalt Punkte werden, erklärt der Rentenpunkte-Rechner.
Rentenerhöhung 2026: Was von 4,24 Prozent ankommt
Zum 1. Juli 2026 stiegen die Renten um 4,24 Prozent, der Rentenwert von 40,79 auf 42,52 Euro. Der Kasten Rentenerhöhung rechnet das auf Ihre Rente um: 1.500 Euro werden zu 1.563,60 Euro, 63,60 Euro mehr im Monat und 763,20 Euro im Jahr. Netto bleibt weniger, weil Kranken- und Pflegeversicherung mit rund 12,35 Prozent von der höheren Rente abgehen, aus 63,60 Euro werden so 55,75 Euro. Außerdem ist der Erhöhungsbetrag voll steuerpflichtig, denn der Rentenfreibetrag wird nur aus der Rente des ersten vollen Jahres gebildet; wer knapp unter der Steuergrenze lag, kann durch die Anpassung in die Erklärungspflicht rutschen. Eine Tabelle im Kasten zeigt die Anpassungen seit 2020.
Wissenswertes zum Thema
Die Rentenformel in Ruhe erklärt
Die Rentenformel in § 64 SGB VI hat vier Teile, und nur zwei davon muss man sich merken. Die Entgeltpunkte sind der Kern: Jedes Jahr wird Ihr Brutto durch das Durchschnittsentgelt aller Versicherten geteilt, 2026 sind das vorläufig 51.944 Euro. Wer genau so viel verdient, bekommt einen Punkt, wer die Hälfte verdient, einen halben, und nach oben ist bei der Beitragsbemessungsgrenze Schluss, 2026 bei 1,9521 Punkten im Jahr. Dazu kommen Punkte für Kindererziehung, Pflege, Ausbildung und Zeiten der Arbeitslosigkeit. Der Rentenwert ist der Euro-Betrag je Punkt und wird jeden 1. Juli an die Lohnentwicklung angepasst; zum 1. Juli 2026 stieg er um 4,24 Prozent auf 42,52 Euro. Der Zugangsfaktor regelt Ab- und Zuschläge für den Rentenbeginn, und der Rentenartfaktor unterscheidet Altersrente (1,0) von Witwenrente (0,55) oder Erwerbsminderungsrente. Multipliziert ergibt das die Bruttorente, und zwar auf den Cent genau so, wie sie später im Bescheid steht. Der Rechner nutzt genau diese Rechnung, ohne Zuschläge und Sonderfälle wie die Grundrente.
Früher in Rente: Was der Abschlag wirklich kostet
Die Regelaltersgrenze liegt für alle ab Jahrgang 1964 bei 67 Jahren. Wer früher geht, zahlt dafür mit einem Abschlag von 0,3 Prozent je Monat, höchstens 14,4 Prozent bei vier Jahren, und dieser Abschlag bleibt bis zum Lebensende, auch dann, wenn man längst 67 ist. Die Ausnahme ist die „Rente für besonders langjährig Versicherte“, im Volksmund Rente mit 63: Wer 45 Beitragsjahre voll hat, darf zwei Jahre vor der Regelaltersgrenze abschlagsfrei gehen, für Jahrgang 1964 also mit 65. Mit 35 Beitragsjahren ist der Beginn mit 63 möglich, dann mit vollem Abschlag. Rechnen Sie ehrlich: 40 Punkte mit 63 statt 67 bringen 1.455,88 Euro statt 1.700,80 Euro, das sind 244,92 Euro weniger im Monat, dafür vier Jahre früher. Erst nach gut 20 Jahren Rentenbezug hat die spätere Rente das aufgeholt, was die frühere vorher gezahlt hat. Wer gesund ist und lange lebt, verliert mit dem frühen Start, wer seine Freiheit will, gewinnt Zeit. Beides ist legitim, man sollte nur die Zahl kennen. Und den Abschlag kann man ab 50 durch Sonderzahlungen ausgleichen, mehr dazu beim Rentenpunkte-Rechner.
Brutto ist nicht netto: Krankenkasse, Pflege, Steuer
Von der Bruttorente zieht die Rentenversicherung die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung direkt ab. Rentner zahlen den halben allgemeinen Beitragssatz plus den halben Zusatzbeitrag, 2026 zusammen 8,75 Prozent, und die Pflegeversicherung voll mit 3,6 Prozent, Kinderlose 4,2 Prozent. Das macht gut 12 Prozent, bei 1.500 Euro Rente rund 185 Euro. Privat Versicherte bekommen stattdessen einen Zuschuss. Dann kommt das Finanzamt: Seit 2005 wird die Rente nachgelagert besteuert, der steuerpflichtige Anteil hängt vom Jahr des Rentenbeginns ab und liegt für Neurentner 2026 bei 83,5 Prozent; er steigt jedes Jahr um einen halben Punkt, bis 2058 volle 100 Prozent erreicht sind. Der einmal festgelegte Freibetrag bleibt dann in Euro fest. Ob am Ende Steuer anfällt, hängt vom Grundfreibetrag und weiteren Einkünften ab; eine Rente von 1.500 Euro allein bleibt meist steuerfrei, mit Betriebsrente oder Mieteinnahmen nicht. Die Witwenrente und die Grundsicherung im Alter haben eigene Rechner.
Ein Stück Geschichte: Von Bismarck zur dynamischen Rente
Die gesetzliche Rentenversicherung ist die älteste der Welt. 1889 setzte Reichskanzler Bismarck das Gesetz über die Invaliditäts- und Altersversicherung durch, weniger aus Menschenfreundlichkeit als um die Sozialdemokratie zu schwächen. Die Altersrente gab es ab 70, bei einer Lebenserwartung, die deutlich darunter lag; 1916 wurde die Grenze auf 65 gesenkt. Die Rente war damals ein Zuschuss, kein Lebensunterhalt, und sie war kapitalgedeckt, bis zwei Inflationen und ein Krieg das Kapital vernichteten. Die große Wende kam 1957 mit Konrad Adenauer: Die Rente wurde an die Lohnentwicklung gekoppelt, die „dynamische Rente“, finanziert im Umlageverfahren, bei dem die Beiträge der Arbeitenden direkt an die Rentner fließen. Adenauers Satz „Kinder kriegen die Leute immer“ ist seither das Zitat, mit dem jede Rentendebatte beginnt, denn die Formel funktioniert nur, solange genug Beitragszahler nachkommen. 1992 kamen die Entgeltpunkte als Rechengröße, 2007 die Rente mit 67, seit 2014 die Rente mit 63 für langjährig Versicherte, und seit Juli 2024 gilt in Ost und West derselbe Rentenwert. Der Rechner enthält also 137 Jahre Sozialgeschichte in einer Multiplikation.
Typische Fehler
Der häufigste Fehler ist, die Zahl aus der Renteninformation für die endgültige Rente zu halten: Sie enthält eine Hochrechnung mit Ihrem aktuellen Gehalt, aber ohne künftige Rentenanpassungen, und sie ist brutto. Der zweite Fehler ist das Vergessen des Abschlags; wer „mit 63“ plant, muss bei 35 Beitragsjahren 14,4 Prozent abziehen. Der dritte ist das Rechnen mit 45 Punkten als Normalfall: Die durchschnittliche Altersrente liegt deutlich unter der Standardrente, weil Teilzeit, Ausbildung, Arbeitslosigkeit und Kindererziehung Punkte kosten. Und der vierte ist die Inflation: 1.500 Euro in 20 Jahren kaufen bei 2 Prozent Teuerung so viel wie 1.000 Euro heute. Was die Rentenlücke schließt, lässt sich mit dem ETF-Sparplan-Rechner durchspielen.
Praktische Tipps
Beantragen Sie ab 43 eine Kontenklärung, damit alle Zeiten im Versicherungskonto stehen; fehlende Schulzeiten, Ausbildung oder Kindererziehung lassen sich nachtragen und bringen Punkte. Prüfen Sie die Renteninformation jedes Jahr mit dem ersten Kasten nach. Stellen Sie den Rentenantrag drei Monate vor dem geplanten Beginn. Und rechnen Sie Ihre Rente netto: erst mit dem Rechner die Sozialabgaben abziehen, dann den steuerpflichtigen Anteil durch den Einkommensteuer-Rechner schicken. Was nach allen Abzügen bleibt, ist die Zahl, mit der Sie planen sollten.
Häufige Fragen
Wie berechnet sich die Rente?
Entgeltpunkte mal Zugangsfaktor mal aktueller Rentenwert mal Rentenartfaktor. Bei 35 Punkten, Beginn mit 67 und dem Rentenwert von 42,52 Euro ergibt das 1.488,20 Euro brutto im Monat. Die Punkte stehen in Ihrer Renteninformation.
Wie hoch ist der Rentenwert 2026?
42,52 Euro je Entgeltpunkt seit dem 1. Juli 2026, nach einer Erhöhung um 4,24 Prozent. Der Rentenwert wird jedes Jahr zum 1. Juli an die Lohnentwicklung angepasst und gilt seit 2024 einheitlich in Ost und West.
Wie viel Rente bekomme ich mit 45 Rentenpunkten?
1.913,40 Euro brutto bei Rentenbeginn mit 67, das ist die sogenannte Standardrente. Nach Kranken- und Pflegeversicherung bleiben etwa 1.677,10 Euro vor Steuern. Mit 20 Punkten sind es 850,40 Euro brutto.
Wie hoch ist der Abschlag bei Rente mit 63?
0,3 Prozent je Monat vor der Regelaltersgrenze. Bei 67 als Grenze sind das 48 Monate und 14,4 Prozent, der Höchstabschlag. 40 Punkte bringen dann 1.455,88 Euro statt 1.700,80 Euro, also 244,92 Euro weniger, und das lebenslang.
Was wird von der Bruttorente abgezogen?
Der halbe Krankenkassenbeitrag inklusive halbem Zusatzbeitrag (2026 zusammen 8,75 Prozent) und der volle Pflegebeitrag von 3,6 Prozent, bei Kinderlosen 4,2 Prozent. Bei 1.500 Euro Rente sind das etwa 185 Euro. Steuern kommen je nach Gesamteinkommen dazu.
Muss ich auf meine Rente Steuern zahlen?
Der steuerpflichtige Anteil hängt vom Jahr des Rentenbeginns ab und beträgt bei Beginn 2026 83,5 Prozent. Steuer fällt erst an, wenn das zu versteuernde Einkommen über dem Grundfreibetrag liegt. Eine Rente von 1.500 Euro allein bleibt meist steuerfrei, mit weiteren Einkünften nicht.
Wann kann ich ohne Abschlag in Rente gehen?
Zur Regelaltersgrenze, für Jahrgänge ab 1964 mit 67. Mit 45 Beitragsjahren zwei Jahre früher als besonders langjährig Versicherter, also mit 65. Wer länger arbeitet, bekommt 0,5 Prozent Zuschlag je Monat.
Wie viel Rente bringt ein Jahr Arbeit?
Beim Durchschnittsgehalt von 51.944 Euro einen Punkt, also 42,52 Euro Monatsrente. 6.500 Euro brutto im Monat bringen 1,5016 Punkte und 63,85 Euro. Der zweite Kasten rechnet es für Ihr Gehalt.
Wie viel bringt die Rentenerhöhung 2026?
4,24 Prozent mehr ab 1. Juli 2026: Aus 1.500 Euro Rente werden 1.563,60 Euro, aus 2.200 Euro 2.293,28 Euro. Nach Kranken- und Pflegeversicherung kommen davon etwa 88 Prozent netto an. Die Erhöhung erfolgt automatisch, die Rentenversicherung verschickt im Sommer eine Anpassungsmitteilung; der Erhöhungsbetrag ist voll steuerpflichtig.