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Netto-Brutto-Rechner

Sie wissen, was Sie netto brauchen, und wollen wissen, welches Brutto Sie verhandeln müssen? Rückwärtsrechnung mit allen Abgaben 2026.

Welches Bruttogehalt brauche ich für mein Wunsch-Netto?

Netto, Steuerklasse und Krankenkasse eintragen.

Beispiel: 3.000 € netto in Steuerklasse I: nötiges Brutto 4.701,86 €

So funktioniert der Netto-Brutto-Rechner

Die meisten Gehaltsrechner fragen nach dem Brutto und spucken das Netto aus. Im Gehaltsgespräch braucht man es andersherum: Ich will 3.000 Euro auf dem Konto, was muss im Vertrag stehen? Der Netto-Brutto-Rechner rechnet rückwärts. Er probiert so lange Bruttowerte durch, bis nach Lohnsteuer, Soli, Kirchensteuer und Sozialabgaben genau Ihr Wunsch-Netto übrig bleibt, und zeigt dazu die komplette Abrechnung.

Merksatz: Netto mal 1,5 ist grob das Brutto. Die Eselsbrücke gilt für mittlere Gehälter in Steuerklasse I, denn dort gehen rund ein Drittel des Bruttos an Staat und Sozialkassen. Je höher das Gehalt, desto größer der Faktor: Bei 2.000 Euro netto sind es 1,45, bei 4.000 Euro schon 1,66, weil die Steuerprogression zuschlägt.

Drei Beispiele für den Netto in Brutto umrechnen:

  • 3.000 Euro netto, Steuerklasse I: Dafür braucht es 4.738,13 Euro brutto. Abgezogen werden 707,58 Euro Steuern und 1.030,54 Euro Sozialabgaben.
  • Dasselbe Netto in Steuerklasse III: 4.116,94 Euro brutto reichen, weil die Lohnsteuer auf 221,50 Euro sinkt. Der Unterschied von über 600 Euro ist der Grund, warum Verheiratete über die Steuerklassen nachdenken sollten.
  • 2.000 Euro netto: 2.899,69 Euro brutto in Steuerklasse I. Bei 4.000 Euro netto sind es 6.646,08 Euro, also mehr als das Doppelte für das doppelte Netto.

Es gibt keine geschlossene Formel, weil die Lohnsteuer in Zonen mit steigendem Satz berechnet wird. Der Rechner nähert sich deshalb in Schritten an: Brutto so wählen, dass Brutto - Lohnsteuer - Soli - Kirchensteuer - Sozialversicherung = Wunsch-Netto. Steuerklasse, Kinderfreibeträge, Kirchensteuer, Zusatzbeitrag der Krankenkasse und der Pflegezuschlag für Kinderlose gehen wie beim Brutto-Netto-Rechner ein. Wer den Stundenlohn braucht, rechnet mit dem Stundenlohn-Rechner weiter.

Wissenswertes zum Thema

Warum man die Rechnung nicht einfach umdrehen kann

Vom Brutto zum Netto ist eine Kette von Abzügen, jeder mit eigener Regel: Sozialabgaben als fester Prozentsatz bis zur Beitragsbemessungsgrenze, Lohnsteuer nach dem Tarif mit Grundfreibetrag und steigenden Sätzen, Soli erst ab einer Freigrenze, Kirchensteuer als Prozentsatz der Lohnsteuer. Umgekehrt gibt es keine Formel, die aus dem Netto direkt das Brutto liefert, weil sich die Abzüge gegenseitig beeinflussen; die Vorsorgepauschale in der Lohnsteuer hängt zum Beispiel von den Sozialabgaben ab, die wiederum vom Brutto abhängen. Der Rechner macht deshalb das, was auch ein Lohnbuchhalter mit dem Taschenrechner täte: einen Bruttowert raten, das Netto berechnen, den Wert korrigieren, und das so lange, bis es auf den Cent stimmt. Das dauert ein paar Dutzend Schritte, im Browser weniger als eine Millisekunde. Das Ergebnis ist das kleinste Brutto, das Ihr Wunsch-Netto erreicht.

Die Steuerklasse macht den größten Unterschied

Für dasselbe Netto brauchen Sie je nach Steuerklasse ganz unterschiedliche Bruttobeträge. 3.000 Euro netto kosten in Steuerklasse I 4.738 Euro brutto, in Steuerklasse III nur 4.117 Euro, in Steuerklasse V dagegen rund 6.100 Euro. Das liegt daran, dass die Steuerklassen den Grundfreibetrag unterschiedlich verteilen: In III ist der doppelte Freibetrag eingebaut, in V gar keiner. Für die Gehaltsverhandlung heißt das: Ein Brutto, das für den Kollegen in Klasse III reicht, reicht für Sie in Klasse I nicht. Und beim Jobwechsel mit Partnerwechsel der Steuerklassen kann dasselbe Brutto plötzlich ein anderes Netto bringen, ohne dass sich an der Jahressteuer etwas ändert, denn die wird über die Steuererklärung ausgeglichen. Welche Kombination für ein Paar sinnvoll ist, zeigt der Steuerklassen-Rechner. Kinderfreibeträge senken übrigens nur Soli und Kirchensteuer, nicht die Lohnsteuer selbst, deshalb ändern sie am nötigen Brutto wenig.

Was der Arbeitgeber wirklich zahlt

Der Rechner zeigt in der Tabelle auch die Arbeitgeberkosten: Zum Brutto kommen die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung, 2026 rund 21 Prozent, plus Umlagen für Krankheit, Mutterschaft und Insolvenz. Für 3.000 Euro netto in Steuerklasse I zahlt der Arbeitgeber also etwa 5.740 Euro im Monat, fast das Doppelte dessen, was ankommt. Das erklärt, warum Arbeitgeber bei Gehaltswünschen zögern und warum Sachleistungen wie Jobticket, Dienstrad oder Zuschüsse zur Altersvorsorge für beide Seiten günstiger sein können als ein höheres Brutto. Wer in der Verhandlung „ich brauche 300 Euro mehr netto“ sagt, verlangt in Wahrheit rund 500 Euro mehr brutto und 600 Euro mehr Kosten; es hilft, diese Zahlen vorher zu kennen und sie als Brutto zu formulieren.

Ein Stück Geschichte: Als das Netto noch das Brutto war

Dass zwischen Lohn und Auszahlung eine Lücke klafft, ist eine Erfindung des 20. Jahrhunderts. Bis 1920 zahlte der Arbeiter seine Einkommensteuer, wenn er überhaupt welche zahlte, selbst ans Finanzamt, und die Beiträge zu Bismarcks Sozialversicherungen waren so klein, dass sie kaum auffielen. Die Lohnsteuer als Abzug an der Quelle führte Reichsfinanzminister Matthias Erzberger 1920 ein, in der großen Steuerreform nach dem Ersten Weltkrieg: Der Arbeitgeber behält die Steuer ein und führt sie ab, der Staat hat sein Geld sofort und sicher. Mit ihr kam die Steuerkarte aus Pappe, auf der Klasse, Kinder und Konfession standen, bis sie 2013 durch die elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale ersetzt wurde. Seither ist das Netto die Zahl, die zählt, und das Brutto eine, die man im Vertrag liest und in der Steuererklärung wiederfindet. Dass Beschäftigte heute mit dem Netto denken und Arbeitgeber mit dem Brutto, ist die eigentliche Ursache für viele Missverständnisse im Gehaltsgespräch; der Rechner übersetzt zwischen beiden Welten.

Typische Fehler

Der häufigste Fehler ist das Rechnen mit einem Pauschalfaktor. „Netto mal 1,5“ stimmt bei 2.500 Euro einigermaßen und liegt bei 4.000 Euro netto um 600 Euro daneben. Der zweite Fehler beim Brutto aus Netto berechnen ist das Jahresnetto: Wer 36.000 Euro im Jahr netto will, braucht nicht zwölfmal das Monatsbrutto für 3.000 Euro, wenn Weihnachts- oder Urlaubsgeld dazukommen, denn Einmalzahlungen werden anders besteuert. Der dritte Fehler betrifft die Krankenkasse: Der Zusatzbeitrag schwankt zwischen den Kassen um mehr als einen Prozentpunkt, und bei 4.700 Euro Brutto macht ein Prozentpunkt rund 24 Euro netto im Monat aus. Tragen Sie Ihren tatsächlichen Zusatzbeitrag ein. Und viertens: Privat Krankenversicherte haben andere Abzüge; für sie passt der Rechner nur näherungsweise.

Praktische Tipps für die Verhandlung

Rechnen Sie Ihr Wunsch-Netto vor dem Gespräch in ein Brutto um und nennen Sie nur das Brutto. Prüfen Sie, was eine Gehaltserhöhung in Prozent netto bringt, meist nur gut die Hälfte. Vergleichen Sie Stellenanzeigen mit Jahresangaben über den dritten Kasten des Stundenlohn-Rechners oder teilen Sie durch zwölf und rechnen hier zurück. Und wenn Ihr Arbeitgeber statt Gehalt eine Einmalzahlung anbietet: Der Weihnachtsgeld-Rechner zeigt, dass davon prozentual weniger übrig bleibt als vom laufenden Gehalt. Wer in Teilzeit wechselt, findet im Teilzeitrechner die Antwort auf die Frage, wie viel Netto bei weniger Stunden bleibt.

Häufige Fragen

Wie viel Brutto brauche ich für 3.000 Euro netto?

In Steuerklasse I ohne Kirchensteuer 4.738,13 Euro brutto im Monat, in Steuerklasse III 4.116,94 Euro. Der Rechner zeigt die vollständige Abrechnung mit Lohnsteuer und Sozialabgaben.

Wie viel Brutto sind 2.000 Euro netto?

Etwa 2.899,69 Euro brutto in Steuerklasse I. Für 2.500 Euro netto braucht es 3.798,51 Euro, für 4.000 Euro netto 6.646,08 Euro brutto. Je höher das Netto, desto größer der Abstand zum Brutto.

Wie rechnet man Netto in Brutto um?

Es gibt keine direkte Formel, weil Lohnsteuer und Sozialabgaben voneinander abhängen. Der Rechner nähert sich schrittweise an: Er berechnet für ein geschätztes Brutto das Netto und korrigiert, bis Ihr Wunsch-Netto auf den Cent erreicht ist.

Welchen Faktor nehme ich für Netto zu Brutto?

Als grobe Faustregel 1,5 in Steuerklasse I bei mittleren Gehältern. Genau sind es bei 2.000 Euro netto 1,45, bei 3.000 Euro 1,58 und bei 4.000 Euro 1,66. Für eine Verhandlung lieber den Rechner nutzen.

Warum brauche ich in Steuerklasse V so viel mehr Brutto?

Weil in Steuerklasse V kein Grundfreibetrag berücksichtigt wird, der steckt komplett beim Partner in Klasse III. Für dasselbe Netto braucht es deshalb in V deutlich mehr Brutto als in I oder IV. Über die Steuererklärung gleicht sich das im Jahr wieder aus.

Was zahlt der Arbeitgeber für mein Gehalt insgesamt?

Brutto plus rund 21 Prozent Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung plus Umlagen. Für 3.000 Euro netto in Steuerklasse I sind das etwa 5.740 Euro im Monat. Der Rechner zeigt die Arbeitgeberkosten in der Ergebnistabelle.

Spielt die Krankenkasse eine Rolle?

Ja, über den Zusatzbeitrag, der 2026 im Schnitt 2,9 Prozent beträgt und je nach Kasse zwischen etwa 1,5 und 4 Prozent liegt. Ein Prozentpunkt Unterschied sind bei 4.700 Euro brutto rund 24 Euro netto im Monat.

Gilt der Rechner auch für Jahresgehälter?

Teilen Sie das gewünschte Jahresnetto durch zwölf und multiplizieren Sie das Ergebnis mit zwölf. Bei Weihnachts- oder Urlaubsgeld stimmt das nur ungefähr, weil Einmalzahlungen als sonstiger Bezug anders besteuert werden.

Stand: Oktober 2026Geprüft von: Redaktion rechner24.net Quellen: §§ 38 bis 39b EStG (Lohnsteuerabzug, Steuerklassen), Programmablaufplan für die maschinelle Berechnung der Lohnsteuer 2026 (BMF), Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2026, GKV-Spitzenverband: durchschnittlicher Zusatzbeitrag 2026