Teilzeitrechner
Wie viel bleibt netto, wenn ich auf Teilzeit gehe? Mit Lohnsteuer und Sozialabgaben 2026, im direkten Vergleich zur Vollzeit.
Was bleibt mir netto in Teilzeit?
Vollzeitgehalt, bisherige und neue Stunden, Steuerklasse eintragen.
Beispiel: Von 39 auf 25 Stunden bei 3.600 € Vollzeitbrutto, Steuerklasse I mit Kirchensteuer: 1.664,64 € netto statt 2.378,25 €
So funktioniert der Teilzeitrechner
Von 40 auf 30 Stunden, das sind 25 Prozent weniger Arbeit. Aber nicht 25 Prozent weniger Netto, und genau das ist die gute Nachricht an der Teilzeit. Weil die Steuer progressiv ist, fallen die teuersten Euro zuerst weg. Der Teilzeitrechner rechnet Ihr Vollzeitbrutto auf die neuen Stunden um, zieht für beide Varianten Lohnsteuer und Sozialabgaben ab und stellt die Nettobeträge nebeneinander, mit dem Verlust im Monat und im Jahr und dem Netto je Arbeitsstunde.
Merksatz: Weniger Stunden kosten weniger, als sie bringen. Die Eselsbrücke: Ein Viertel weniger Arbeit ist etwa ein Fünftel weniger Netto. Bei 4.000 Euro brutto und dem Wechsel von 40 auf 30 Stunden sinkt das Netto in Steuerklasse I um 21,2 Prozent, nicht um 25. Und je Arbeitsstunde verdienen Sie netto sogar mehr als vorher.
Drei Beispiele für den Teilzeit Gehalt berechnen:
- Von 40 auf 30 Stunden: 4.000 Euro Vollzeitbrutto werden zu 3.000 Euro. Netto bleiben 2.056,84 Euro statt 2.609,17 Euro, also 552,33 Euro weniger im Monat und 6.628 Euro im Jahr.
- Von 39 auf 25 Stunden: 3.600 Euro brutto werden zu 2.307,69 Euro. Mit Kirchensteuer in Steuerklasse I bleiben 1.645,91 Euro netto statt 2.353,12 Euro. Das sind 36 Prozent weniger Arbeit, aber nur 30,1 Prozent weniger Netto.
- Halbtags: 20 statt 40 Stunden bei 4.000 Euro brutto: 1.478,25 Euro netto statt 2.609,17 Euro, ein Verlust von 43,3 Prozent bei halbierter Arbeitszeit. Je Stunde steigt das Netto von 15,00 auf 16,99 Euro.
Die Formel: Teilzeitbrutto = Vollzeitbrutto × Teilzeitstunden ÷ Vollzeitstunden, danach für beide Beträge die normale Abrechnung mit Steuerklasse, Kindern, Kirchensteuer und Zusatzbeitrag wie im Brutto-Netto-Rechner. Die Tabelle zeigt die Abzüge für die Teilzeitvariante im Detail. Wer umgekehrt wissen will, wie viele Stunden er für ein bestimmtes Netto braucht, nutzt den Netto-Brutto-Rechner und teilt durch den Stundenlohn.
Wissenswertes zum Thema
Warum Teilzeit netto günstiger ist, als sie aussieht
Die Einkommensteuer ist progressiv: Die ersten rund 12.000 Euro im Jahr sind steuerfrei, danach steigt der Steuersatz von 14 Prozent langsam an. Wer sein Brutto um ein Viertel senkt, streicht damit die Euro, die am höchsten besteuert waren. Bei 4.000 Euro brutto in Steuerklasse I liegen die Steuern bei gut 500 Euro im Monat, bei 3.000 Euro nur noch bei etwa 300 Euro; die Steuer sinkt um rund 40 Prozent, obwohl das Brutto nur um ein Viertel sinkt. Die Sozialabgaben dagegen sind proportional, sie sinken genau mit dem Brutto. Zusammen ergibt das den Effekt, den der Rechner als Netto je Arbeitsstunde ausweist: In Teilzeit ist jede gearbeitete Stunde netto mehr wert als in Vollzeit. Der Effekt ist umso stärker, je höher das Gehalt und je größer die Reduzierung, und er kehrt sich in Steuerklasse V ins Gegenteil, weil dort schon kleine Beträge hoch besteuert werden.
Der Anspruch auf Teilzeit: TzBfG und Brückenteilzeit
Seit 2001 haben Beschäftigte einen gesetzlichen Anspruch auf Teilzeit: In Betrieben mit mehr als 15 Beschäftigten kann nach sechs Monaten jeder verlangen, dass seine Arbeitszeit verringert wird, auch ohne Grund. Der Antrag muss drei Monate vor dem gewünschten Beginn gestellt werden, und der Arbeitgeber darf nur aus betrieblichen Gründen ablehnen, die er begründen muss. Die Falle an der klassischen Teilzeit nach § 8 Teilzeit- und Befristungsgesetz: Ein Weg zurück in die Vollzeit ist nicht garantiert, der Arbeitgeber muss einen nur bevorzugt berücksichtigen, wenn eine Stelle frei wird. Dafür gibt es seit 2019 die Brückenteilzeit nach § 9a: In Betrieben mit mehr als 45 Beschäftigten kann man die Arbeitszeit für ein bis fünf Jahre reduzieren und kehrt danach automatisch zur alten Stundenzahl zurück. Eltern haben zusätzlich den Anspruch aus dem Elternzeitgesetz, pflegende Angehörige aus dem Familienpflegezeitgesetz. Wer mit dem Rechner feststellt, dass die 30-Stunden-Variante finanziell geht, sollte das Modell und die Rückkehr schriftlich festhalten.
Was sonst noch anteilig sinkt
Das Teilzeit Netto ist nicht der einzige Posten. Mit dem Brutto sinken die Rentenpunkte: Wer zehn Jahre 75 Prozent arbeitet, sammelt in dieser Zeit ein Viertel weniger Entgeltpunkte, bei einem Durchschnittsgehalt sind das 2,5 Punkte oder gut 100 Euro Monatsrente, lebenslang. Betriebsrente, Arbeitgeberzuschüsse und Boni werden meist anteilig gekürzt. Urlaubstage bleiben gleich, wenn Sie weiter fünf Tage die Woche arbeiten, und sinken anteilig, wenn Sie Tage streichen; das ist einer der häufigsten Streitpunkte beim Wechsel. Weihnachts- und Urlaubsgeld werden in der Regel anteilig gezahlt. Und das Krankengeld, Elterngeld und Arbeitslosengeld bemessen sich am Teilzeitgehalt; wer kurz vor einem Kind oder einer Kündigung reduziert, verringert diese Leistungen. Wie viele Rentenpunkte ein Jahr bringt, zeigt der Rentenpunkte-Rechner, wie der Urlaub bei weniger Tagen aussieht, der Urlaubsanspruch-Rechner.
Ein Stück Geschichte: Teilzeit, ein Wort aus den 1950ern
Teilzeitarbeit im heutigen Sinn ist jung. Bis in die 1950er Jahre gab es Vollzeit oder gar keine Arbeit; die „Halbtagskraft“ entstand im Wirtschaftswunder, als die Betriebe Arbeitskräfte suchten und verheiratete Frauen gewinnen wollten, ohne das Rollenbild zu stören. Das Bundesarbeitsministerium warb 1958 für „Teilzeitarbeit für Hausfrauen“, und bis in die 1970er blieb Teilzeit fast ausschließlich weiblich. Der Anteil der Teilzeitbeschäftigten stieg von unter 10 Prozent in den 1960ern auf heute rund 30 Prozent, bei Frauen fast die Hälfte, bei Männern etwa 13 Prozent. Das Teilzeit- und Befristungsgesetz von 2001 machte aus der Gnade des Arbeitgebers einen Rechtsanspruch, die Brückenteilzeit von 2019 nahm der Entscheidung die Endgültigkeit. Die „Teilzeitfalle“, also das Hängenbleiben in wenigen Stunden mit niedriger Rente, ist trotzdem geblieben und betrifft weiterhin vor allem Frauen. Der Rechner zeigt die kurzfristige Seite, die Rentenlücke die langfristige; beide gehören auf den Tisch, bevor man den Antrag stellt.
Praktische Tipps
Rechnen Sie beim Gehalt bei Teilzeit nicht nur das Monatsnetto, sondern den Jahresverlust, den der Rechner ausweist; 550 Euro im Monat klingen nach wenig, 6.600 Euro im Jahr nach einem Urlaub und einer Rücklage. Prüfen Sie, ob Kinderbetreuungskosten, Fahrtkosten oder Essen außer Haus mit weniger Stunden wegfallen, dann ist der echte Verlust kleiner. Für Paare lohnt die Frage, wer reduziert: In Steuerklasse III/V kostet die Reduzierung des V-Partners netto wenig, bringt aber die gleiche freie Zeit. Vereinbaren Sie die Lage der Stunden schriftlich, nicht nur die Zahl. Und schauen Sie auf die Rente: Wer dauerhaft reduziert, kann die Lücke mit freiwilligen Beiträgen oder einem Sparplan schließen, der ETF-Sparplan-Rechner zeigt, was ein Teil des gesparten Nettos über die Jahre bringt. Was Ihr Stundenlohn nach dem Wechsel ist, sagt der Stundenlohn-Rechner.
Häufige Fragen
Wie viel Netto bleibt bei 30 Stunden statt 40?
Bei 4.000 Euro Vollzeitbrutto in Steuerklasse I sinkt das Brutto auf 3.000 Euro und das Netto von 2.609,17 auf 2.056,84 Euro. Das sind 552,33 Euro weniger im Monat, ein Minus von 21,2 Prozent bei 25 Prozent weniger Arbeit.
Wie berechne ich mein Teilzeitgehalt?
Vollzeitbrutto mal Teilzeitstunden geteilt durch Vollzeitstunden. 3.600 Euro bei 39 Stunden werden bei 25 Stunden zu 2.307,69 Euro brutto. Das Netto ergibt sich dann aus Steuerklasse, Kirchensteuer und Sozialabgaben, der Rechner zeigt beides.
Warum verliere ich in Teilzeit weniger Netto als Brutto?
Wegen der Steuerprogression: Die wegfallenden Euro waren die am höchsten besteuerten. Sozialabgaben sinken proportional, die Lohnsteuer überproportional. Deshalb ist das Netto je Arbeitsstunde in Teilzeit höher als in Vollzeit.
Habe ich Anspruch auf Teilzeit?
Ja, nach § 8 TzBfG in Betrieben mit mehr als 15 Beschäftigten nach sechs Monaten, mit drei Monaten Vorlauf. Der Arbeitgeber darf nur aus betrieblichen Gründen ablehnen. Brückenteilzeit mit garantierter Rückkehr gibt es ab 45 Beschäftigten für ein bis fünf Jahre.
Wie viel Netto bleibt bei einer halben Stelle?
20 statt 40 Stunden bei 4.000 Euro brutto ergeben 2.000 Euro brutto und 1.478,25 Euro netto in Steuerklasse I. Das sind 43,3 Prozent weniger Netto bei 50 Prozent weniger Arbeit, je Stunde 16,99 statt 15,00 Euro netto.
Sinkt mein Urlaub in Teilzeit?
Nur wenn sich die Zahl der Arbeitstage pro Woche ändert. Wer weiter an fünf Tagen arbeitet, nur kürzer, behält alle Urlaubstage. Wer von fünf auf drei Tage geht, bekommt drei Fünftel des Urlaubs.
Was bedeutet Teilzeit für die Rente?
Die Rentenpunkte sinken im Verhältnis zum Brutto. Zehn Jahre mit 75 Prozent beim Durchschnittsgehalt kosten rund 2,5 Entgeltpunkte, also gut 100 Euro Monatsrente. Die Lücke lässt sich mit freiwilligen Beiträgen oder einem Sparplan schließen.
Kann ich nach der Teilzeit wieder in Vollzeit?
Bei Brückenteilzeit automatisch nach Ablauf der vereinbarten Zeit. Bei unbefristeter Teilzeit nur, wenn eine Stelle frei wird; dann müssen Sie bevorzugt berücksichtigt werden. Die Rückkehr am besten vorher schriftlich vereinbaren.