Urlaubsanspruch-Rechner
Drei Fragen zum Urlaub: Wie viele Tage bekomme ich in Teilzeit, wie viel steht mir bei Eintritt oder Austritt im Jahr zu, und was ist mein Resturlaub in Euro wert?
Wie viel Urlaub bekomme ich in Teilzeit?
Urlaubstage der Vollzeitkraft auf Ihre Arbeitstage umrechnen.
Beispiel: 28 Tage bei 5 Tagen pro Woche sind 22,4 Tage bei 4 Arbeitstagen
Wie viel Urlaub steht mir bei Eintritt oder Austritt im Jahr zu?
Zwölftelung nach § 5 BUrlG, mit der Sonderregel für den Austritt in der zweiten Jahreshälfte.
Beispiel: Eintritt 15.01.2024, Austritt 31.05.2026 und 28 Tage im Jahr ergeben 12 Tage für 2026
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Was ist mein Resturlaub in Euro wert?
Urlaubsabgeltung beim Ausscheiden, nach dem 13-Wochen-Durchschnitt.
Beispiel: 2.650 € brutto, 4 Tage pro Woche und 11 Resturlaubstage ergeben 1.681,73 € Abgeltung
So funktioniert der Urlaubsanspruch-Rechner
Der Urlaubsanspruch klingt nach einer festen Zahl im Vertrag, wird aber in drei Situationen zur Rechenaufgabe: bei Teilzeit, beim Jobwechsel mitten im Jahr und wenn Resturlaub ausgezahlt werden soll. Der Urlaubsrechner nimmt alle drei und hält sich dabei an das Bundesurlaubsgesetz, das den Mindesturlaub, die Zwölftelung und die Rundung regelt.
Merksatz: Urlaub wird in Arbeitstagen pro Woche gerechnet, nicht in Stunden. Die Eselsbrücke: Wer an weniger Tagen arbeitet, braucht weniger Urlaubstage für dieselben freien Wochen. 28 Tage bei einer Fünf-Tage-Woche sind 5,6 Wochen frei; wer nur vier Tage in der Woche arbeitet, braucht für dieselben 5,6 Wochen nur 22,4 Tage. Die Stunden pro Tag spielen keine Rolle.
Drei Situationen für den Urlaubstage-Rechner:
- Teilzeit: 28 Tage bei fünf Arbeitstagen werden bei vier Arbeitstagen zu 22,4 Tagen, bei drei Tagen zu 16,8. Der erste Kasten rechnet um und zeigt, dass die freien Wochen gleich bleiben.
- Eintritt oder Austritt im Jahr: Wer am 15. Januar 2024 angefangen hat und zum 31. Mai 2026 geht, bekommt für 2026 fünf Zwölftel von 28 Tagen, also 11,67, aufgerundet 12 Tage. Der zweite Kasten kennt die Regeln für Wartezeit, erste und zweite Jahreshälfte.
- Auszahlung: 11 Resturlaubstage bei 2.650 Euro brutto und einer Vier-Tage-Woche sind 1.681,73 Euro Urlaubsabgeltung. Dritter Kasten, nach der 13-Wochen-Methode des Gesetzes.
Die Grundregeln: Der gesetzliche Mindesturlaub beträgt 24 Werktage bei einer Sechs-Tage-Woche, das entspricht 20 Arbeitstagen bei fünf Tagen. Im Eintrittsjahr entsteht der volle Anspruch erst nach sechs Monaten Wartezeit; wer vorher ausscheidet, bekommt ein Zwölftel je vollen Monat. Wer in der ersten Jahreshälfte ausscheidet, bekommt ebenfalls Zwölftel, wer in der zweiten Jahreshälfte geht, den vollen gesetzlichen Urlaub, es sei denn, der Vertrag regelt die Zwölftelung auch dafür (nur für den Teil über dem Mindesturlaub erlaubt). Bruchteile ab 0,5 werden aufgerundet. Was beim Ausscheiden außerdem zu beachten ist, zeigt der Kündigungsfristen-Rechner.
Wissenswertes zum Thema
Gesetzlicher, tariflicher und vertraglicher Urlaub
Das Bundesurlaubsgesetz von 1963 garantiert 24 Werktage; Werktage sind Montag bis Samstag, deshalb entsprechen sie vier Wochen oder 20 Arbeitstagen bei der üblichen Fünf-Tage-Woche. Fast alle Tarifverträge geben mehr, im Schnitt 29 bis 30 Tage, der öffentliche Dienst 30, und viele Arbeitsverträge liegen bei 26 bis 28 Tagen. Schwerbehinderte bekommen fünf Tage extra, Jugendliche je nach Alter 25 bis 30 Werktage. Für den gesetzlichen Mindesturlaub gelten strenge Schutzregeln: Er darf nicht abgegolten werden, solange das Arbeitsverhältnis läuft, er verfällt nur, wenn der Arbeitgeber rechtzeitig darauf hingewiesen hat, und er entsteht auch während Krankheit und Elternzeit. Für den Teil darüber darf der Vertrag eigene, strengere Regeln aufstellen, etwa die Zwölftelung bei Austritt in der zweiten Jahreshälfte. Der Urlaubsanspruch bei Teilzeit wird aus dem Vollzeitanspruch des Betriebs abgeleitet, nie aus den Stunden.
Verfall, Übertragung und Krankheit
Resturlaub gehört ins Kalenderjahr. Eine Übertragung ins nächste Jahr ist nur bis zum 31. März möglich und nur aus dringenden betrieblichen oder persönlichen Gründen; der Vertrag kann großzügiger sein. Seit den Urteilen des Europäischen Gerichtshofs von 2018 und des Bundesarbeitsgerichts von 2019 gilt aber: Urlaub verfällt nur, wenn der Arbeitgeber den Mitarbeiter rechtzeitig und konkret aufgefordert hat, ihn zu nehmen, und auf den Verfall hingewiesen hat. Wer diese Mitteilung nie bekommen hat, kann Urlaub aus mehreren Jahren nachfordern. Bei langer Krankheit bleibt der Urlaub bis 15 Monate nach Ende des Urlaubsjahres erhalten, dann verfällt er, auch ohne Hinweis. Krankheitstage im Urlaub werden mit Attest nicht als Urlaub gezählt, und in Elternzeit darf der Arbeitgeber den Urlaub um ein Zwölftel je vollen Monat kürzen, muss es aber ausdrücklich erklären. Wie viele Tage bei Austritt bleiben, rechnet der Resturlaub-Rechner.
Urlaubsabgeltung: Was ein Urlaubstag wert ist
Die Urlaubsabgeltung berechnen muss, wer den Urlaub wegen Ausscheidens nicht mehr nehmen kann:, muss er ausgezahlt werden, und zwar nach dem Verdienst der letzten 13 Wochen vor dem Ende, ohne Überstunden. Die Formel: Durchschnittsverdienst der 13 Wochen geteilt durch die Arbeitstage in diesem Zeitraum, mal Resttage. Bei 2.650 Euro im Monat sind das 7.950 Euro im Quartal, geteilt durch 52 Arbeitstage bei der Vier-Tage-Woche, also 152,88 Euro je Tag, mal 11 Tage 1.681,73 Euro. Die Abgeltung ist Arbeitslohn, auf den Steuern und Sozialabgaben anfallen, und sie kann beim Arbeitslosengeld zu einer Ruhenszeit führen, weil die Agentur annimmt, dass man die Tage noch „hätte nehmen können“. Wer kann, nimmt den Urlaub lieber vor dem Ende, das ist steuerlich und sozialrechtlich besser. Netto bleibt von der Abgeltung, was der Brutto-Netto-Rechner zeigt.
Ein Stück Geschichte: Vom Gnadenurlaub zum Rechtsanspruch
Bezahlter Urlaub war bis ins 20. Jahrhundert ein Privileg von Beamten und Angestellten, Arbeiter bekamen allenfalls unbezahlte freie Tage. Die ersten Tarifverträge mit drei bis sechs Tagen Urlaub entstanden um 1910 in der Brauerei- und Druckbranche. Die Weimarer Republik brachte Urlaub in viele Tarifverträge, aber kein Gesetz. Das Bundesurlaubsgesetz von 1963 setzte erstmals einen gesetzlichen Mindestanspruch, damals 15 Werktage, 1974 wurden es 18 und seit 1995 sind es 24 Werktage. Der Begriff „Werktage“ stammt aus einer Zeit, in der samstags gearbeitet wurde, und sorgt bis heute für Verwirrung, weil 24 Werktage eben nur 20 Arbeitstage sind. Die EU-Arbeitszeitrichtlinie von 1993 sichert europaweit vier Wochen, und der Europäische Gerichtshof hat daraus in den letzten 15 Jahren eine Reihe arbeitnehmerfreundlicher Urteile zu Verfall und Krankheit abgeleitet.
Praktische Tipps
Bei einem Jobwechsel zur Jahresmitte lohnt der Blick auf das Datum: Wer am 30. Juni geht, bekommt beim alten Arbeitgeber sechs Zwölftel, wer am 1. Juli geht, nach dem Gesetz den vollen Anspruch; beim neuen Arbeitgeber gibt es im Eintrittsjahr wegen der Wartezeit dagegen nur Zwölftel. Lassen Sie sich vom alten Arbeitgeber eine Urlaubsbescheinigung geben, damit der neue nicht doppelt gewährt oder doppelt kürzt. Planen Sie Resturlaub vor der Kündigungsfrist ein, statt auf Abgeltung zu hoffen. Und schauen Sie in den Vertrag, ob Zusatzurlaub bei Austritt zwölftelt; der Rechner kann beides.
Häufige Fragen
Wie viel Urlaub steht mir gesetzlich zu?
24 Werktage bei einer Sechs-Tage-Woche, das entspricht 20 Arbeitstagen bei fünf Tagen, 16 bei vier Tagen und 12 bei drei Tagen pro Woche. Tarif- und Arbeitsverträge geben meist 26 bis 30 Tage.
Wie berechnet sich der Urlaub bei Teilzeit?
Vollzeitanspruch geteilt durch die Arbeitstage der Vollzeitkraft, mal eigene Arbeitstage pro Woche. 30 Tage bei fünf Tagen sind bei drei Tagen 18 Tage. Die Stunden pro Tag spielen keine Rolle, nur die Tage.
Wie viel Urlaub bekomme ich, wenn ich im Laufe des Jahres anfange?
Im Eintrittsjahr ein Zwölftel des Jahresurlaubs je vollen Monat, bis die Wartezeit von sechs Monaten erfüllt ist. Wer am 1. April beginnt, hat bis Jahresende neun Zwölftel, bei 28 Tagen also 21 Tage.
Was passiert mit dem Urlaub bei Kündigung in der zweiten Jahreshälfte?
Nach dem Gesetz steht Ihnen der volle Jahresurlaub zu, mindestens aber der gesetzliche Teil. Der Vertrag darf nur den Urlaub über dem Mindesturlaub zwölfteln. Bei Austritt in der ersten Jahreshälfte gilt immer die Zwölftelung.
Wie wird Resturlaub ausgezahlt?
Nach dem Durchschnittsverdienst der letzten 13 Wochen ohne Überstunden, geteilt durch die Arbeitstage in diesem Zeitraum, mal offene Tage. Bei 3.000 Euro und Fünf-Tage-Woche sind das rund 138 Euro je Tag. Die Abgeltung ist steuer- und beitragspflichtig.
Verfällt mein Urlaub am Jahresende?
Nur, wenn der Arbeitgeber Sie vorher konkret aufgefordert hat, ihn zu nehmen, und auf den Verfall hingewiesen hat. Ohne diesen Hinweis bleibt der Urlaub bestehen. Übertragen ins nächste Jahr wird er sonst nur bis zum 31. März.
Werden halbe Urlaubstage aufgerundet?
Bruchteile ab einem halben Tag werden nach § 5 Abs. 2 BUrlG auf volle Tage aufgerundet, kleinere Bruchteile bleiben als Bruchteil bestehen und können als halber Tag genommen werden. 11,67 Tage werden so zu 12 Tagen.
Bekomme ich Urlaub, während ich krank bin?
Ja, der Anspruch entsteht weiter. Bei langer Krankheit verfällt der Urlaub erst 15 Monate nach Ende des Urlaubsjahres. Krankheitstage während eines Urlaubs werden mit ärztlichem Attest nicht auf den Urlaub angerechnet.