Rentenpunkte-Rechner
Jeder Verdienst wird in Entgeltpunkte übersetzt. Wie viele Sie in einem Jahr sammeln und was das später an Rente bringt.
Wie viele Rentenpunkte bringt mein Gehalt?
Monatsbrutto eintragen.
Beispiel: 6.500 € brutto: 1,5016 Punkte im Jahr, 63,85 € Monatsrente
So funktioniert der Rentenpunkte-Rechner
Die gesetzliche Rente rechnet nicht in Euro, sondern in Punkten. Das klingt umständlich, ist aber der Trick, mit dem ein Gehalt von 1975 und eines von 2026 vergleichbar werden. Der Rentenpunkte-Rechner zeigt, wie viele Entgeltpunkte Ihr Brutto in einem Jahr bringt, was dieser eine Punkt heute an Rente wert ist und was er kosten würde, wenn Sie ihn freiwillig kaufen.
Merksatz: Durchschnitt verdient, ein Punkt verdient. Die Eselsbrücke: Das Durchschnittsentgelt liegt 2026 bei 51.944 Euro, also gut 4.300 Euro im Monat. Wer so viel verdient, bekommt genau einen Rentenpunkt fürs Jahr, wer die Hälfte verdient, einen halben. Und ein Punkt ist 42,52 Euro Monatsrente wert, lebenslang.
Drei Beispiele für den Rentenpunkte berechnen:
- Durchschnittsverdiener: 4.329 Euro brutto im Monat sind 51.948 Euro im Jahr, geteilt durch 51.944 ergibt 1,0001 Punkte und 42,52 Euro Rente für dieses Jahr.
- Gutverdiener: 6.500 Euro brutto sind 78.000 Euro im Jahr, das ergibt 1,5016 Punkte und 63,85 Euro Monatsrente. Wer 45 Jahre so verdient, kommt auf 2.873 Euro brutto.
- An der Grenze: 9.000 Euro brutto wären 108.000 Euro, angerechnet werden aber nur 101.400 Euro bis zur Beitragsbemessungsgrenze: 1,9521 Punkte, mehr geht in einem Jahr nicht.
Die Formel: Entgeltpunkte = eigenes Jahresbrutto ÷ Durchschnittsentgelt aller Versicherten, gedeckelt an der Beitragsbemessungsgrenze. Rente je Punkt = aktueller Rentenwert, seit 1. Juli 2026 42,52 Euro. Die Punkte aller Jahre addiert und mit dem Rentenwert multipliziert ergeben die Bruttorente, das rechnet der Rentenrechner. Wann die Punkte ausgezahlt werden, sagt der Rentenbeginn-Rechner.
Wissenswertes zum Thema
Warum Punkte und nicht Euro?
1975 verdiente ein Durchschnittsverdiener etwa 21.800 D-Mark im Jahr, 2026 sind es 51.944 Euro. Würde die Rente aus den eingezahlten Euro berechnet, wären die frühen Jahre fast nichts wert. Der Punkt löst das: Er misst nicht, wie viel Sie verdient haben, sondern wie Sie im Vergleich zu allen anderen standen. Ein Durchschnittsjahr von 1975 ist genau so viel wert wie eines von 2026, nämlich einen Punkt, und der Punkt wird erst bei Rentenbeginn mit dem dann gültigen Rentenwert in Euro übersetzt. Weil der Rentenwert mit den Löhnen steigt, wächst Ihre Rentenanwartschaft automatisch mit, ohne dass Sie etwas tun. Das Durchschnittsentgelt wird jedes Jahr vorläufig festgelegt und zwei Jahre später endgültig; die Deutsche Rentenversicherung rechnet Ihre Punkte dann nach, meist ändert sich etwas in der dritten Nachkommastelle.
Der Deckel: Beitragsbemessungsgrenze und Höchstpunkte
Nach oben ist Schluss bei der Beitragsbemessungsgrenze, 2026 bei 8.450 Euro im Monat oder 101.400 Euro im Jahr. Was darüber verdient wird, ist beitragsfrei und bringt keine Punkte. Deshalb sind in einem Jahr höchstens 1,9521 Punkte möglich, und selbst wer 45 Jahre lang Spitzenverdiener war, kommt auf höchstens rund 88 Punkte und etwa 3.740 Euro Bruttorente. Die gesetzliche Rente ist also für Gutverdiener gedeckelt, für sie zählt die private und betriebliche Vorsorge umso mehr. Seit dem 1. Juli 2024 gelten in Ost und West dieselben Werte; die jahrzehntelange Hochwertung ostdeutscher Löhne ist damit Geschichte.
Punkte ohne Gehalt: Kinder, Pflege, Minijob
Nicht nur Arbeit bringt Punkte. Für jedes ab 1992 geborene Kind erhält ein Elternteil drei Jahre Kindererziehungszeiten, in denen so getan wird, als hätte man den Durchschnitt verdient: drei volle Punkte je Kind, 127,56 Euro Monatsrente, für Kinder vor 1992 seit der Mütterrente 2,5 Punkte. Wer einen Angehörigen mit mindestens Pflegegrad 2 zehn Stunden die Woche pflegt, bekommt Beiträge von der Pflegekasse, bis zu einem knappen Punkt im Jahr bei Pflegegrad 5. Arbeitslosengeld I bringt 80 Prozent des früheren Brutto als Punkte, Bürgergeld seit 2011 nichts mehr. Ein Minijob mit 603 Euro bringt 0,139 Punkte im Jahr, wenn man sich nicht von der Versicherungspflicht befreien lässt; der eigene Beitrag kostet dafür nur rund 22 Euro im Monat, weil der Arbeitgeber 15 Prozent pauschal zahlt. Für Geringverdiener gibt es außerdem die Grundrente: Wer 33 Jahre lang Beiträge gezahlt, aber im Schnitt unter 0,8 Punkten lag, bekommt einen Zuschlag. Die genaue Rechnung dazu nimmt der Rechner nicht vor, sie steht im Rentenbescheid.
Rentenpunkte kaufen: Was ein Punkt kostet
Man kann Punkte auch kaufen, und zwar auf zwei Wegen. Ab 50 dürfen Versicherte Sonderzahlungen leisten, um den Abschlag einer geplanten Frührente auszugleichen (§ 187a SGB VI); die Rentenversicherung rechnet auf Antrag aus, was der Ausgleich kostet. Und wer nicht versicherungspflichtig ist, etwa Selbstständige oder Beamte, kann freiwillige Beiträge zahlen. Der Preis ergibt sich aus dem Beitragssatz: 18,6 Prozent von 51.944 Euro sind 9.661,58 Euro für einen vollen Punkt, der 42,52 Euro Monatsrente bringt. Das klingt teuer, ist aber auf 20 Jahre Rentenbezug gerechnet eine Rendite, die mit einer sicheren Anlage mithält, zumal die Beiträge als Vorsorgeaufwand steuerlich absetzbar sind. Der Rechner zeigt den Punktpreis in der Ergebnistabelle. Ob sich der Kauf lohnt, hängt von Lebenserwartung, Steuersatz und Alternativen ab; der Zinseszins-Rechner hilft beim Vergleich mit einer eigenen Anlage.
Ein Stück Geschichte: Von Werteinheiten zu Entgeltpunkten
Das Prinzip, den eigenen Lohn am Durchschnitt zu messen, stammt aus der Rentenreform von 1957, mit der Adenauer die dynamische Rente einführte. Damals hießen die Punkte noch „Werteinheiten“ und wurden in Prozent gerechnet: Ein Durchschnittsjahr brachte 100 Werteinheiten, und die „allgemeine Bemessungsgrundlage“ übersetzte sie in D-Mark. Die Formel war so kompliziert, dass selbst Sachbearbeiter sie kaum erklären konnten. Mit dem Rentenreformgesetz 1992 wurde sie entrümpelt: Aus 100 Werteinheiten wurde ein Entgeltpunkt, aus der Bemessungsgrundlage der aktuelle Rentenwert, und die Rente ließ sich erstmals mit einer einzigen Multiplikation nachrechnen. Der erste Rentenwert betrug 41,44 D-Mark im Westen; heute sind es 42,52 Euro, was mehr als eine Verdopplung ist. Dass der Punkt seitdem die zentrale Größe ist, merkt man an der Sprache: Wer „einen Punkt mehr“ sagt, meint in der Rentenberatung 42,52 Euro, in jedem Jahr neu.
Typische Fehler und Tipps
Der häufigste Irrtum: Punkte mit Beitragsjahren verwechseln. 40 Jahre Arbeit sind nicht 40 Punkte, wenn man unter dem Durchschnitt verdient hat; die meisten Versicherten liegen am Ende zwischen 25 und 45 Punkten. Der zweite Fehler ist, Sonderzahlungen zu vergessen: Weihnachtsgeld und Boni sind beitragspflichtig und bringen Punkte, tragen Sie also das volle Jahresbrutto ein, nicht zwölfmal das Grundgehalt. Und prüfen Sie Ihren Versicherungsverlauf: Die Renteninformation listet die Punkte je Jahr auf, und wer dort für ein Jahr Vollzeit nur 0,4 Punkte findet, sollte nachfragen, ob der Arbeitgeber richtig gemeldet hat. Was Ihr Brutto nach Abzügen übrig lässt, zeigt der Brutto-Netto-Rechner, was ein Minijob für die Rente bringt, der Minijob-Rechner.
Häufige Fragen
Wie berechne ich meine Rentenpunkte?
Jahresbrutto geteilt durch das Durchschnittsentgelt, 2026 vorläufig 51.944 Euro. 4.000 Euro im Monat sind 48.000 Euro im Jahr und damit 0,9241 Punkte. Der Rechner rechnet aus dem Monatsbrutto und zeigt die Rente dazu.
Wie viel ist ein Rentenpunkt wert?
42,52 Euro Monatsrente seit dem 1. Juli 2026, lebenslang und jedes Jahr angepasst. 10 Punkte bringen 425,20 Euro, 45 Punkte die Standardrente von 1.913,40 Euro brutto.
Wie viele Rentenpunkte kann ich maximal im Jahr sammeln?
1,9521 Punkte, weil Beiträge nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 101.400 Euro im Jahr gezahlt werden. Was darüber verdient wird, bringt keine zusätzliche Rente.
Wie viel kostet es, einen Rentenpunkt zu kaufen?
9.661,58 Euro im Jahr 2026, das sind 18,6 Prozent des Durchschnittsentgelts. Dafür gibt es 42,52 Euro Monatsrente. Möglich ist der Kauf ab 50 zum Ausgleich von Abschlägen oder als freiwilliger Beitrag ohne Versicherungspflicht.
Wie viele Rentenpunkte gibt es für ein Kind?
Drei Punkte für Kinder ab Geburtsjahr 1992, 2,5 Punkte für ältere Kinder, das sind 127,56 beziehungsweise 106,30 Euro Monatsrente. Die Zeiten werden in der Regel der Mutter zugeordnet, auf Antrag dem Vater.
Wie viele Rentenpunkte brauche ich für 1.500 Euro Rente?
Etwa 35,3 Punkte bei Rentenbeginn zur Regelaltersgrenze, denn 1.500 geteilt durch 42,52 ergibt 35,28. Mit Abschlag für einen früheren Beginn entsprechend mehr.
Bringt ein Minijob Rentenpunkte?
Ja, wenn man sich nicht von der Rentenversicherungspflicht befreien lässt. 603 Euro im Monat ergeben etwa 0,139 Punkte im Jahr, also rund 5,92 Euro Monatsrente je Jahr. Der eigene Beitrag liegt bei etwa 22 Euro im Monat.
Werden Punkte in Ost und West noch unterschiedlich berechnet?
Nein. Seit dem 1. Juli 2024 gelten ein einheitlicher Rentenwert und ein einheitliches Durchschnittsentgelt. Die frühere Hochwertung ostdeutscher Verdienste ist abgeschlossen, alte Punkte bleiben natürlich erhalten.