Gehaltserhöhung-Rechner
Drei Fragen vor dem Gehaltsgespräch: das neue Gehalt in Euro, die Erhöhung in Prozent und was nach Abzug der Inflation wirklich übrig bleibt.
Was verdiene ich nach der Erhöhung?
Prozent in Euro umrechnen, im Monat und im Jahr.
Beispiel: 4.150 € plus 3,5 % sind 4.295,25 € brutto
Wie viel Prozent Erhöhung sind das?
Altes und neues Gehalt eingeben.
Beispiel: Von 2.850 € auf 3.100 € sind +8,77 %
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Was bleibt nach der Inflation real übrig?
Nominale Erhöhung gegen die Teuerung gerechnet.
Beispiel: 3.600 € mit 2 % Erhöhung bei 4 % Inflation sind real -1,92 %
So funktioniert der Gehaltserhöhung-Rechner
„Wir können Ihnen 3,5 Prozent anbieten.“ Klingt gut, aber was heißt das im Monat, im Jahr, und was bleibt davon netto? Der Gehaltserhöhung-Rechner beantwortet das in drei Kästen: Er rechnet Prozent in Euro um, er rechnet Euro in Prozent um, und er zeigt, ob die Erhöhung die Inflation überhaupt schlägt.
Merksatz: Prozent mal Gehalt geteilt durch 100 ist der Aufschlag. Die Eselsbrücke für die Gegenrichtung: Unterschied geteilt durch das alte Gehalt. Und für den Inflationscheck: Erhöhung minus Inflation ist die Faustregel, die genaue Zahl liegt immer ein wenig darunter, weil die Teuerung auch das neue Gehalt entwertet.
Drei Situationen für den Gehaltserhöhung berechnen:
- Prozent in Euro: 4.150 Euro plus 3,5 Prozent sind 4.295,25 Euro brutto, also 145,25 Euro mehr im Monat und 1.743 Euro im Jahr. Netto bleiben davon etwa 80 bis 94 Euro. Erster Kasten.
- Euro in Prozent: Von 2.850 auf 3.100 Euro sind +8,77 Prozent. Zweiter Kasten, nützlich, wenn der Arbeitgeber eine Summe nennt und Sie sie mit Tarifabschlüssen vergleichen wollen.
- Real nach Inflation: 3.600 Euro mit 2 Prozent Erhöhung bei 4 Prozent Inflation sind real -1,92 Prozent. Trotz Erhöhung können Sie sich weniger leisten als vorher. Dritter Kasten.
Die Formeln: Neues Gehalt = altes Gehalt × (1 + Prozent ÷ 100), Erhöhung in Prozent = (neu - alt) ÷ alt × 100 und für die reale Erhöhung (1 + Erhöhung) ÷ (1 + Inflation) - 1. Alle Werte sind brutto. Den genauen Nettobetrag Ihres neuen Gehalts liefert der Brutto-Netto-Rechner; wie die Teuerung der letzten Jahre Ihr Gehalt entwertet hat, der Inflationsrechner.
Wissenswertes zum Thema
Warum von 100 Euro brutto nur 55 bis 65 netto bleiben
Eine Gehaltserhöhung netto ist immer kleiner, als die Bruttozahl vermuten lässt, und zwar stärker als beim bisherigen Gehalt. Der Grund ist die Steuerprogression: Jeder zusätzliche Euro wird mit Ihrem persönlichen Spitzensatz besteuert, nicht mit dem Durchschnittssatz. Wer 4.000 Euro verdient, zahlt auf den 4.001sten Euro in Steuerklasse I rund 30 Prozent Lohnsteuer, dazu etwa 20 Prozent Sozialabgaben. Von der Erhöhung bleibt also nur ungefähr die Hälfte, bei niedrigeren Gehältern etwas mehr, bei Gehältern über der Beitragsbemessungsgrenze fallen die Sozialabgaben weg und es bleibt wieder mehr. Der Rechner zeigt deshalb eine Spanne von 55 bis 65 Prozent als grobe Orientierung. Der exakte Wert hängt von Steuerklasse, Kirchensteuer und Kindern ab; rechnen Sie altes und neues Gehalt einmal durch den Brutto-Netto-Rechner und vergleichen Sie die beiden Nettozahlen. Das ist die einzige Zahl, die am Monatsende wirklich zählt.
Reallohn: Die Erhöhung, die keine ist
Der Reallohn ist das Gehalt nach Abzug der Inflation, also das, was Sie sich tatsächlich kaufen können. 2022 erlebte Deutschland den stärksten Reallohnverlust seit Beginn der Statistik: Die Preise stiegen um knapp 7 Prozent, die Löhne nur um etwa 3, unterm Strich wurde jeder Beschäftigte ärmer, obwohl auf dem Zettel mehr stand. Erst 2024 holten die Reallöhne wieder spürbar auf. Für Ihre Gehaltsverhandlung heißt das: Eine Erhöhung in Höhe der Inflationsrate ist keine Erhöhung, sondern ein Inflationsausgleich. Alles, was darüber liegt, ist der echte Zuwachs. Der dritte Kasten rechnet das genau; die Faustregel „Erhöhung minus Inflation“ reicht für den Kopf. Und die amtliche Inflationsrate ist ein Durchschnitt über einen fiktiven Warenkorb: Wer viel Miete zahlt oder viel pendelt, hat meist eine höhere persönliche Teuerung und braucht entsprechend mehr. Was ein Betrag von vor fünf Jahren heute wert ist, zeigt der Kaufkraftrechner.
Was ist üblich? Tarif, Jobwechsel und die 10-Prozent-Frage
Bei Tariferhöhungen liegen die Abschlüsse der letzten Jahrzehnte meist zwischen 2 und 6 Prozent pro Jahr, in den Inflationsjahren 2023 und 2024 auch darüber, oft kombiniert mit steuerfreien Einmalzahlungen. Außerhalb des Tarifs sind 3 bis 5 Prozent bei guter Leistung ein normales Ergebnis, 7 bis 10 Prozent bei neuen Aufgaben oder einer Beförderung. Die größten Sprünge bringt der Jobwechsel: 10 bis 20 Prozent sind dort üblich, weil der neue Arbeitgeber nicht am alten Gehalt klebt, sondern am Marktwert. Deshalb stagnieren Gehälter von Menschen, die lange bleiben, oft hinter denen der Wechsler. Wer eine Zahl verhandelt, sollte sie mit dem zweiten Kasten in Prozent übersetzen und umgekehrt: „250 Euro mehr“ klingt für den Chef nach wenig, „8,8 Prozent“ nach viel, es ist aber dasselbe.
Ein Stück Geschichte: Lohn im Stundentakt
Wie wichtig der Blick auf den Reallohn ist, zeigt das Jahr 1923. In der Hyperinflation stiegen die Preise so schnell, dass Löhne täglich, später zweimal täglich ausgezahlt wurden; die Ehefrauen warteten am Fabriktor, um das Geld sofort auszugeben, bevor es am Nachmittag die Hälfte wert war. Ein Brot kostete im November 1923 über 200 Milliarden Mark. Nominal waren die Arbeiter Milliardäre, real hungerten sie. Aus dieser Erfahrung stammt die deutsche Angst vor Inflation, die bis heute die Tarifpolitik prägt: Gewerkschaften fordern Inflationsausgleich plus Produktivitätszuwachs, Arbeitgeber warnen vor der Lohn-Preis-Spirale. Die Rentenformel, der Mindestlohn und viele Tarifverträge enthalten deshalb automatische Anpassungen an die Preisentwicklung. Ihr Arbeitsvertrag enthält so etwas in aller Regel nicht. Dort müssen Sie selbst nachrechnen, und genau dafür ist der dritte Kasten da.
Typische Fehler
Der häufigste Fehler ist die Verwechslung von Prozent und Prozentpunkten: Steigt das Gehalt von 3.000 auf 3.150 Euro, sind das 5 Prozent; steigt die Inflation von 2 auf 4 Prozent, sind das 2 Prozentpunkte, aber 100 Prozent mehr Inflation. Der zweite Fehler ist das Rechnen mit Netto statt Brutto: Verhandelt wird immer brutto, und 100 Euro brutto sind nicht 100 Euro netto. Der dritte ist das Vergessen der Jahresrechnung: 145 Euro im Monat sind 1.743 Euro im Jahr, und über zehn Jahre, mit jeder weiteren Erhöhung auf der höheren Basis, ein kleines Vermögen. Wie sich wiederkehrende Prozentsätze aufschaukeln, zeigt der Prozentrechner.
Praktische Tipps für das Gehaltsgespräch
Gehen Sie mit drei Zahlen hinein: dem Wunsch, dem Ziel und der Untergrenze, alle in Prozent und in Euro. Nennen Sie zuerst die höhere Zahl, denn der Anker wirkt. Begründen Sie mit Leistung und Marktwert, nicht mit gestiegener Miete; die Inflation ist dagegen ein legitimes Argument, weil sie den Reallohn aller Kollegen senkt. Fragen Sie, wenn es beim Gehalt klemmt, nach Alternativen: zusätzliche Urlaubstage, ein Jobrad, ein Zuschuss zur Altersvorsorge oder eine Einmalzahlung sind oft leichter zu bekommen, und manche sind steuerlich günstiger als Gehalt. Was Ihr Stundenlohn nach der Erhöhung ist, zeigt der Stundenlohn-Rechner, was ein Dienstrad netto kostet, der Jobrad-Rechner.
Häufige Fragen
Wie berechne ich eine Gehaltserhöhung in Prozent?
Neues Gehalt minus altes Gehalt, geteilt durch das alte Gehalt, mal 100. Von 2.850 auf 3.100 Euro sind das 250 ÷ 2.850 × 100 = 8,77 Prozent. Der zweite Kasten rechnet das sofort, auch für Gehaltskürzungen.
Wie viel sind 5 Prozent Gehaltserhöhung bei 3.200 Euro?
160 Euro brutto mehr im Monat, also 3.360 Euro neues Gehalt und 1.920 Euro mehr im Jahr. Netto bleiben davon je nach Steuerklasse etwa 88 bis 104 Euro.
Was bleibt von einer Gehaltserhöhung netto übrig?
Meist 55 bis 65 Prozent, bei mittleren Gehältern in Steuerklasse I eher 50 bis 55 Prozent, weil jeder zusätzliche Euro mit dem persönlichen Spitzensteuersatz belastet wird. Den genauen Wert ergibt der Vergleich von altem und neuem Gehalt im Brutto-Netto-Rechner.
Wie viel Gehaltserhöhung ist üblich?
Tarifabschlüsse liegen meist zwischen 2 und 6 Prozent pro Jahr, außertariflich sind 3 bis 5 Prozent bei guter Leistung normal, bei neuen Aufgaben 7 bis 10. Beim Jobwechsel sind 10 bis 20 Prozent üblich.
Was ist eine reale Gehaltserhöhung?
Die Erhöhung nach Abzug der Inflation. 3 Prozent mehr Gehalt bei 2,5 Prozent Inflation sind real nur +0,49 Prozent. Liegt die Inflation über der Erhöhung, verlieren Sie Kaufkraft, obwohl mehr auf dem Zettel steht.
Wie viel Erhöhung brauche ich, um die Inflation auszugleichen?
Genau die Inflationsrate. Bei 2 Prozent Inflation müssen es 2 Prozent sein, damit die Kaufkraft gleich bleibt. Der dritte Kasten zeigt die nötige Erhöhung für den Kaufkrafterhalt mit an.
Ist eine Inflationsausgleichsprämie eine Gehaltserhöhung?
Nein, sie ist eine Einmalzahlung und erhöht das Grundgehalt nicht. Die steuerfreie Prämie von bis zu 3.000 Euro galt von Oktober 2022 bis Ende 2024. Für die nächste Verhandlung zählt nur das laufende Gehalt, von dem auch künftige Prozente berechnet werden.
Habe ich Anspruch auf eine Gehaltserhöhung?
Nur wenn ein Tarifvertrag, eine Betriebsvereinbarung oder Ihr Arbeitsvertrag eine Anpassung vorsieht. Ohne Tarifbindung ist eine Erhöhung Verhandlungssache; der Gleichbehandlungsgrundsatz verbietet aber, einzelne Beschäftigte ohne sachlichen Grund auszuschließen.