Schwimmteich-Rechner
Je mehr Technik, desto kleiner die Pflanzenzone: Der Rechner teilt den Schwimmteich nach Typ auf und nennt Volumen, Pflanzen und Kosten.
Wie groß werden Schwimmzone und Regenerationszone?
Gesamtfläche, Teichtyp, Tiefe und Bauweise wählen.
Beispiel: 80 m² Typ 3: 48 m² Schwimmen, 32 m² Regeneration, 94 m³ Wasser, 128 Pflanzen, Fachbetrieb mit Folie etwa 40.000 €
So funktioniert der Schwimmteich-Rechner
Der Schwimmteich-Rechner bringt Ordnung in die erste Planung: Sie tragen die Gesamtfläche ein, wählen den Teichtyp von 1 bis 5 nach den Richtlinien der FLL, die Tiefe im Schwimmbereich und die Bauweise, und der Rechner zeigt die Aufteilung in Schwimmbereich und Regenerationszone in Quadratmetern und Prozent, das Wasservolumen, die Zahl der Wasserpflanzen, grob den Folienbedarf, die Baukosten für Eigenleistung, Fachbetrieb mit Folie oder Naturpool mit Beton samt der üblichen Preisspanne und den jährlichen Unterhalt. Das ist der Rechner für die Frage, ob der Garten groß genug ist, für den Vergleich zwischen pflanzenreichem Naturteich und technischem Naturpool und für die erste Zahl, bevor der Teichbauer kommt.
Merksatz: Ohne Technik darf höchstens die Hälfte der Fläche zum Schwimmen dienen, mit Filter und Skimmer 60 bis 70 Prozent, beim Naturpool 85. Die Eselsbrücke: Typ 1 und 2 halbe-halbe, Typ 3 und 4 je zehn Prozent mehr Schwimmen, Typ 5 springt auf 85.
Drei Beispiele:
- 80 m² Schwimmteich Typ 3 mit Pumpe und Filterzone, 2 m tief, Fachbetrieb mit Folie: 48 m² Schwimmbereich, 32 m² Regenerationszone, 94 m³ Wasser, 128 Wasserpflanzen, Bau etwa 40.000 € (500 €/m²), Unterhalt rund 540 € im Jahr.
- 120 m² Naturpool Typ 5, 1,8 m tief, Beton: 102 m² Schwimmen, 18 m² Pflanzenfilter, 163 m³, 72 Pflanzen, etwa 108.000 € (900 €/m²).
- Typ 1 ohne jede Technik auf 80 m²: 40 m² Schwimmen, 40 m² Regeneration; in Eigenleistung mit Folie ab etwa 16.000 €, dafür Pflanzenpflege statt Stromrechnung.
Formeln: Schwimmbereich = Fläche × Anteil des Typs (Typ 1 und 2 bis 50 %, Typ 3 bis 60 %, Typ 4 bis 70 %, Typ 5 bis 85 %), Volumen = Schwimmfläche × Tiefe × 0,85 + Regenerationszone × 0,4 m, Kosten = Fläche × Preis je m² der Bauweise. Die Folie im Detail rechnet der Teichfolien-Rechner, den konventionellen Pool zum Vergleich der Pool-Rechner.
Wissenswertes zum Thema
Die fünf Typen: Von der Natur zur Technik
Die Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (FLL) teilt Schwimmteiche seit 2011 in fünf Typen, je nachdem, wie viel Technik die Pflanzen ersetzt. Typ 1 ist der reine Naturteich: keine Pumpe, kein Filter, die Regenerationszone mit Pflanzen und Substrat reinigt das Wasser allein und muss mindestens die Hälfte der Fläche einnehmen, das Wasser ist klar bis leicht grünlich und die Pflege besteht aus Pflanzenschnitt. Typ 2 hat eine Umwälzung ohne Filter, Typ 3 Pumpe und einen durchströmten Pflanzenfilter, die Regenerationszone darf auf 40 Prozent schrumpfen, Typ 4 kommt mit Skimmer, Pumpe, Filter und bepflanztem Bodenfilter aus und braucht nur noch 30 Prozent, und Typ 5, der Naturpool, arbeitet fast nur mit Technik, biologischem Filter und Phosphatbindung, die Pflanzenzone liegt bei 15 Prozent oder entfällt, das Wasser ist klar wie im Pool, nur ohne Chlor. Mit dem Typ steigen Technik, Strom und Kosten, es sinken Platzbedarf und Pflegeaufwand; der Rechner nutzt die Höchstanteile für den Schwimmbereich. Für alle Typen gilt: Kein Chlor, keine Chemie, das Wasser bleibt ein Lebensraum, und Frösche, Libellen und Molche kommen von selbst, im Naturpool weniger, im Typ 1 garantiert.
Größe, Tiefe und Volumen
Zum Schwimmen braucht die Schwimmzone mindestens 8 mal 4 Meter, besser 10 mal 5, und 1,8 bis 2,5 Meter Tiefe, damit man nicht den Boden aufwirbelt und das Wasser im Sommer kühl bleibt; mit der Regenerationszone ergibt das bei Typ 1 bis 3 eine Gesamtfläche ab 60 bis 80 Quadratmetern, bei Typ 4 und 5 ab 40 bis 50. Für kleine Gärten ist der Naturpool die einzige Option, für große der Naturteich die günstigste. Das Volumen rechnet der Rechner aus Schwimmzone mal Tiefe mal 0,85 für die Böschungen plus Regenerationszone mal 40 Zentimeter Durchschnittstiefe, bei 80 Quadratmetern rund 94 Kubikmeter, das Zehnfache eines Aufstellpools; die Befüllung kostet dann 300 bis 500 Euro Wasser, das aber jahrelang bleibt, Schwimmteiche werden nicht entleert, nur nachgefüllt, 3 bis 5 Millimeter Verdunstung am Tag wie beim Pool. Die Regenerationszone wird mit nährstoffarmem Substrat, Kies und Sand, gefüllt, nicht mit Erde, und mit 2 bis 4 Pflanzen je Quadratmeter bepflanzt, Unterwasserpflanzen für Sauerstoff, Sumpfpflanzen wie Schilf, Binsen und Schwertlilien für den Nährstoffentzug; die Pflanzen werden im Herbst geschnitten und entfernt, damit die Nährstoffe den Teich verlassen. Pumpen für Typ 3 und 4 wälzen das Wasser einmal in 24 Stunden um und laufen mit 30 bis 80 Watt, Skimmer sammeln Laub und Blütenstaub von der Oberfläche.
Was ein Schwimmteich kostet
Die Preisspanne ist enorm, weil Eigenleistung, Folie oder Beton und Technik sich gegenseitig vervielfachen. In Eigenleistung mit Minibagger, Folie, Vlies, Kies und Pflanzen liegt ein Typ-1- oder Typ-2-Teich bei 150 bis 250 Euro je Quadratmeter, 80 Quadratmeter also 12.000 bis 20.000 Euro, wobei der Aushub von 100 Kubikmetern und seine Entsorgung oft den größten Posten ausmachen. Der Fachbetrieb mit Folie, Technik, Holzsteg und fertiger Bepflanzung rechnet 400 bis 800 Euro je Quadratmeter, 30.000 bis 65.000 Euro, der Naturpool in Beton mit Biofilter, Skimmer, Beleuchtung und Abdeckung 800 bis 1.200 Euro, bei 120 Quadratmetern über 100.000 Euro. Dazu kommt der Unterhalt: Strom für Pumpe und Filter 100 bis 300 Euro im Jahr bei Typ 3 bis 5, Pflanzenschnitt, Substrat, gelegentlich Phosphatbinder und Kleinteile, zusammen 300 bis 700 Euro, deutlich weniger als die 1.000 bis 2.000 Euro für Chemie, Heizung und Pumpe eines Chlorpools, dafür mehr Arbeit und kälteres Wasser. Baurechtlich sind Schwimmteiche in den meisten Bundesländern bis 100 Kubikmeter verfahrensfrei, darüber genehmigungspflichtig, und der Abstand zur Grundstücksgrenze sowie die Verkehrssicherung für Kinder gelten wie beim Pool.
Ein Stück Geschichte: Eine österreichische Erfindung
Baden in Teichen ist so alt wie Teiche, aber der Schwimmteich als geplante Anlage mit getrennter Regenerationszone ist eine Erfindung der 1980er Jahre aus Österreich: Der Gärtner Werner Gamerith legte Anfang der 1980er Jahre in Österreich die ersten Teiche an, deren Pflanzenzone das Wasser klar hielt, und das Unternehmen Biotop bei Wien baute ab Mitte der 1980er Jahre die ersten gewerblichen Schwimmteiche, nach deren Prinzip heute Tausende Anlagen in Europa funktionieren. Die ersten öffentlichen Naturbäder entstanden Ende der 1990er Jahre in Süddeutschland, und die Technik der Typen 4 und 5 mit Skimmer, Bodenfilter und Phosphatbindung wurde in diesen Anlagen entwickelt, bevor sie in den Garten zurückkam. Die FLL-Richtlinie von 2011 schuf die Typeinteilung, die der Rechner nutzt, die DIN 19645 regelt seit 2016 die öffentlichen Naturbäder. Heute gibt es in Deutschland viele tausend private Schwimmteiche und über 100 öffentliche Naturbäder, und der Naturpool ohne Pflanzen ist seit etwa 2015 die am schnellsten wachsende Variante, weil er Poolgefühl mit Teichwasser verbindet.
Praktische Tipps
Wählen Sie den Typ nach Fläche und Geduld: Viel Platz und Lust auf Natur spricht für Typ 1 bis 3, kleiner Garten und klares Wasser für Typ 4 oder 5. Planen Sie die Schwimmzone mindestens 8 mal 4 Meter und 2 Meter tief. Lassen Sie den Aushub vor Ort als Hügel oder Terrasse verbauen, der Abtransport kostet 20 bis 40 Euro je Kubikmeter. Füllen Sie die Regenerationszone nur mit nährstoffarmem Substrat, nie mit Gartenerde. Rechnen Sie Folie und Vlies mit dem Teichfolien-Rechner, den Aushub mit dem Mutterboden-Rechner und den Kies für die Zonen mit dem Kies-Rechner. Holen Sie drei Angebote von Fachbetrieben mit Referenzteichen, die Sie besichtigen können. Und planen Sie zwei Jahre Einlaufzeit ein, bis die Pflanzen das Wasser im Griff haben.
Häufige Fragen
Wie groß muss ein Schwimmteich sein?
Die Schwimmzone mindestens 8 × 4 m, besser 10 × 5, und 1,8 bis 2,5 m tief; mit Regenerationszone kommen Typ 1 bis 3 auf 60 bis 80 m² Gesamtfläche, Typ 4 und 5 mit viel Technik auf 40 bis 50 m². Bei 80 m² Typ 3 sind 48 m² Schwimmbereich und 32 m² Pflanzenzone, bei 120 m² Typ 5 102 m² zum Schwimmen.
Was bedeuten die Schwimmteich-Typen 1 bis 5?
Die FLL-Richtlinie staffelt nach Technik: Typ 1 ohne Pumpe und Filter, Pflanzen auf mindestens 50 Prozent; Typ 2 mit Umwälzung; Typ 3 mit Pumpe und Pflanzenfilter, 40 Prozent Pflanzen; Typ 4 mit Skimmer, Filter und Bodenfilter, 30 Prozent; Typ 5 Naturpool fast nur mit Technik, 15 Prozent oder keine Pflanzenzone. Kein Typ verwendet Chlor.
Was kostet ein Schwimmteich?
Eigenleistung mit Folie 150 bis 250 € je m², ein 80-m²-Teich also 12.000 bis 20.000 €; Fachbetrieb mit Folie und Technik 400 bis 800 € je m², 30.000 bis 65.000 €; Naturpool in Beton 800 bis 1.200 € je m², bei 120 m² über 100.000 €. Der Aushub und seine Entsorgung sind oft der größte Einzelposten.
Wie viel kostet der Unterhalt eines Schwimmteichs?
Strom für Pumpe und Filter 100 bis 300 € im Jahr bei Typ 3 bis 5, dazu Pflanzenschnitt, Substrat und Kleinteile: zusammen 300 bis 700 €, bei Typ 1 fast nichts außer Arbeit. Ein Chlorpool kostet mit Chemie, Heizung und Pumpe 1.000 bis 2.000 € je Saison. Das Wasser bleibt jahrelang, nur Verdunstung wird nachgefüllt.
Wie viele Pflanzen braucht die Regenerationszone?
2 bis 4 je m², bei 32 m² Flachzone rund 100 bis 130: Unterwasserpflanzen wie Hornblatt und Wasserpest für Sauerstoff, Sumpfpflanzen wie Schilf, Binsen, Schwertlilie und Blutweiderich für den Nährstoffentzug, in nährstoffarmem Kies und Sand, nie in Gartenerde. Im Herbst schneiden und entfernen, sonst bleiben die Nährstoffe im Teich.
Ist das Wasser im Schwimmteich klar und sauber?
Bei richtiger Auslegung ja, ohne Chlor und Chemie; Typ 1 und 2 sind leicht grünlich mit Sichttiefe von 1 bis 2 m, Typ 4 und 5 so klar wie ein Pool. Das Wasser ist Lebensraum, Frösche und Libellen kommen dazu, Algen im Frühjahr sind normal und verschwinden, wenn die Pflanzen wachsen. Zwei Jahre Einlaufzeit sind üblich.
Brauche ich eine Baugenehmigung für einen Schwimmteich?
In den meisten Bundesländern sind Teiche und Becken bis 100 m³ Wasservolumen verfahrensfrei, darüber genehmigungspflichtig, in einigen Ländern gilt die Grenze schon bei 50 m³ oder es zählt die Fläche. Grenzabstände, Verkehrssicherung gegen Kinder und bei Außenbereich oder Wasserschutzgebiet zusätzliche Regeln; bei der Gemeinde nachfragen.
Schwimmteich oder Pool?
Der Schwimmteich braucht doppelt so viel Platz, kostet beim Fachbetrieb ähnlich viel wie ein Pool mit Technik, hat kühleres Wasser (20 bis 24 °C) und mehr Natur, dafür kaum Chemie und Strom und das Wasser bleibt. Der Pool ist wärmer, kleiner, pflegeleichter in der Routine und teurer im Betrieb. Der Naturpool liegt dazwischen.