Heizkörper-Rechner
Heizleistung je Raum und Heizkörper-Normleistung für die Vorlauftemperatur, bis zur Breite.
Welche Heizkörperleistung braucht mein Raum?
Fläche, Raum, Dämmstandard und Vorlauf wählen.
Beispiel: 12 m² Bad im unsanierten Altbau bei 70 °C Vorlauf: 2.808 W Heizkörperleistung
So funktioniert der Heizkörper-Rechner
Der Heizkörper-Rechner rechnet in zwei Schritten: Erst den Wärmebedarf des Raums aus Fläche, Raumart und Dämmstandard des Gebäudes, dann die Heizkörperleistung, die auf dem Typenschild stehen muss, denn Heizkörper werden nach Norm bei 75/65/20 °C angegeben und geben bei niedrigerer Vorlauftemperatur deutlich weniger ab. Das Ergebnis ist der Wärmebedarf in Watt, die nötige Normleistung für 70, 55, 45 oder 35 °C Vorlauf und als Anhalt die Breite eines Typ-22- und Typ-33-Heizkörpers mit 60 cm Höhe, die diese Leistung bringt.
Merksatz: Der Raum braucht Watt nach Dämmung, der Heizkörper liefert Watt nach Vorlauf, und je niedriger der Vorlauf, desto größer muss der Heizkörper sein, bei Wärmepumpe fast das Doppelte. Die Eselsbrücke: Altbau 180, Siebziger 130, Neunziger 100, EnEV 70, KfW 55 45 Watt je Quadratmeter, und das Bad mal 1,3.
Drei Beispiele:
- Wohnzimmer 20 m², Baujahr 1995, 55 °C Vorlauf: 2.000 W Wärmebedarf, Faktor 1,4, Heizkörper mit 2.800 W Normleistung, Typ 22 etwa 187 cm breit, Typ 33 etwa 133 cm.
- Bad 12 m², unsanierter Altbau, 70 °C Vorlauf: 2.808 W, Faktor 1,0, Heizkörper mit 2.808 W.
- Dasselbe Wohnzimmer mit Wärmepumpe bei 45 °C: 2.000 W Bedarf, Faktor 1,9, 3.800 W Normleistung, Typ 22 wäre 253 cm breit, Typ 33 noch 181 cm; sanierter Altbau, Schlafzimmer 16 m², 35 °C: 1.224 W Bedarf, 3.427 W Norm.
Formeln: Wärmebedarf = Fläche × W/m² nach Dämmstandard × Raumfaktor, Normleistung = Wärmebedarf × Vorlauffaktor (70 °C 1,0; 55 °C 1,4; 45 °C 1,9; 35 °C 2,8), Breite Typ 22 ≈ Normleistung / 1.500 W je Meter. Den Wärmebedarf des ganzen Hauses für die Kesselgröße rechnet der Heizlast-Rechner, und ob die Wärmepumpe mit den vorhandenen Heizkörpern klarkommt, der Wärmepumpen-Rechner.
Wissenswertes zum Thema
Wärmebedarf des Raums: Dämmstandard, Raumart, Richtwerte
Der Wärmebedarf eines Raums am kältesten Tag hängt vor allem davon ab, wie viel Wärme durch Wände, Fenster, Dach und Lüftung verloren geht, und das lässt sich über das Baujahr abschätzen: Ein unsanierter Altbau vor 1977 braucht etwa 180 Watt je Quadratmeter, ein Haus von 1977 bis 1994 nach der ersten Wärmeschutzverordnung 130, von 1995 bis 2001 nach der WSchV 95 100, nach EnEV ab 2002 70, ab 2016 oder KfW 55 45, ein KfW-40- oder Passivhaus 25, und ein sanierter Altbau mit Dämmung und neuen Fenstern 90; der Rechner hat diese sieben Stufen. Der Raumfaktor berücksichtigt die Solltemperatur, Wohn- und Kinderzimmer mit 20 Grad als Basis, Bad mit 24 Grad 1,3, Schlafzimmer mit 17 Grad 0,85, Küche mit 18 Grad 0,9, und so ergibt das 20-Quadratmeter-Wohnzimmer von 1995 2.000 Watt, das 12-Quadratmeter-Bad im Altbau 2.808. Das sind Richtwerte für die Heizkörperwahl, die raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831, die der Heizungsbauer für die Wärmepumpenförderung machen muss, rechnet jede Außenwand, jedes Fenster, die Himmelsrichtung, die Nachbarräume und die Lüftung einzeln und kommt bei Eckzimmern mit zwei Außenwänden und großen Fenstern höher, bei Innenräumen niedriger heraus. Die Normaußentemperatur, auf die gerechnet wird, liegt in Deutschland je nach Ort zwischen minus 8 und minus 16 Grad. Was das ganze Haus braucht, summiert aus allen Räumen, rechnet der Heizlast-Rechner, und den Verlust einer einzelnen Wand der U-Wert-Rechner.
Normleistung und Vorlauftemperatur: Warum der Heizkörper größer sein muss
Auf dem Typenschild und in den Katalogen steht die Leistung nach DIN EN 442 bei 75 Grad Vorlauf, 65 Grad Rücklauf und 20 Grad Raumtemperatur, einer mittleren Übertemperatur von 50 Kelvin, und sie gilt nur dort; die Wärmeabgabe sinkt mit der Übertemperatur hoch 1,3, so dass ein Heizkörper bei 55/45 nur etwa 70 Prozent seiner Normleistung bringt, bei 45/35 etwa 53 Prozent und bei 35/28 nur 36 Prozent. Der Rechner kehrt das um: Wer 2.000 Watt bei 55 Grad braucht, muss einen Heizkörper mit 2.800 Watt Normleistung kaufen, bei 45 Grad 3.800, bei 35 Grad 5.600, Faktor 1,4, 1,9 und 2,8. Das ist der Kern jeder Wärmepumpenplanung: Die Wärmepumpe arbeitet bei 35 bis 45 Grad effizient, jede 10 Grad mehr Vorlauf kosten etwa 20 bis 25 Prozent Strom, und deshalb werden Heizkörper beim Umstieg vergrößert, von Typ 11 auf Typ 22 oder 33, von 60 auf 90 Zentimeter Höhe, oder durch Niedertemperatur-Heizkörper mit Lüfter ersetzt, die bei 35 Grad noch die volle Leistung bringen. Die Typen beschreiben den Aufbau: Typ 10 eine Platte ohne Konvektorbleche, Typ 11 eine Platte mit einem Blech, Typ 21 zwei Platten mit einem Blech, Typ 22 zwei Platten mit zwei Blechen, Typ 33 drei Platten mit drei Blechen, und bei 60 Zentimetern Höhe liefert Typ 22 etwa 1.500 Watt je Meter Breite, Typ 33 etwa 2.100, nach Norm; daraus rechnet der Rechner die Breiten, 187 Zentimeter Typ 22 für 2.800 Watt, bei 45 Grad schon 253. Ein zu kleiner Heizkörper zwingt die Wärmepumpe auf hohen Vorlauf, ein zu großer kostet nur Platz und Geld. Wie viel die Vorlauftemperatur die Jahresarbeitszahl und damit die Stromkosten verändert, rechnet der Wärmepumpen-Rechner.
Heizkörper auswählen: Höhe, Breite, Anschluss, Fehler
Die Höhe gibt meist die Fensterbank vor, 40, 50, 60 oder 90 Zentimeter, und die Breite ergibt sich aus der Leistung, in 10-Zentimeter-Schritten von 40 bis 300; ein hoher schmaler Heizkörper bringt dieselbe Leistung wie ein niedriger breiter, aber die Wärme verteilt sich unter dem Fenster besser mit der Breite. Der Anschluss ist bei Kompaktheizkörpern seitlich, bei Ventilheizkörpern unten mit eingebautem Ventil, und beim Austausch zählt das Baumaß, der Abstand der Anschlüsse, 50 Millimeter bei den meisten Fabrikaten, 54 bei älteren. Der erste Fehler ist das Weglassen des Vorlauffaktors: Wer den 2.000-Watt-Heizkörper aus dem Katalog kauft, hat bei 55 Grad einen 1.430-Watt-Heizkörper und einen kalten Raum. Der zweite ist die Dämmung von gestern, nach Fenstertausch und Dachdämmung sinkt der Bedarf um ein Drittel, dann ist der alte Heizkörper plötzlich groß genug für die Wärmepumpe. Der dritte sind Verkleidungen und Vorhänge, die 10 bis 20 Prozent Leistung schlucken, und Möbel vor dem Heizkörper. Der vierte ist der vergessene hydraulische Abgleich, bei dem jedes Ventil so eingestellt wird, dass jeder Heizkörper die passende Wassermenge bekommt, Pflicht bei Förderung und seit 2023 für größere Gebäude. Der fünfte ist das Bad ohne Badheizkörper-Zuschlag, 24 Grad brauchen 30 Prozent mehr. Was die Heizung im Jahr an Gas oder Strom verbraucht, hängt am Bedarf aller Räume, und der Heizkosten-Rechner rechnet die Kosten für das Haus.
Ein Stück Geschichte: Vom Gussradiator zum Flachheizkörper
Die Warmwasserheizung mit Heizkörpern im Raum entwickelte sich ab 1830 in England, und der erste Heizkörper, wie wir ihn kennen, kam 1857 aus Russland: Franz San Galli, ein Fabrikant in Sankt Petersburg, goss den "Heizbatterie" genannten Rippenradiator für die Zarenpaläste, und ab 1870 stellten ihn amerikanische Firmen wie American Radiator in Serie her, die um 1900 mit der Nationalen Radiator-Gesellschaft auch in Deutschland zu gießen begannen. Der Gussradiator mit seinen Gliedern beherrschte das 20. Jahrhundert, schwer, träge und bei 90 Grad Vorlauf betrieben, und die Heizungsbauer rechneten seine Leistung nach Gliedern, 100 bis 150 Watt je Glied. Der Stahl-Flachheizkörper mit Konvektorblechen entstand in den 1960er Jahren, in Deutschland bei Buderus, Kermi und Zehnder, leichter, billiger und mit der Typbezeichnung 11, 22, 33, die bis heute gilt, und die Norm DIN 4703 legte 1967 die Prüfbedingungen fest, 90/70/20, die 1997 mit der EN 442 auf 75/65/20 gesenkt wurden, weil die Brennwerttechnik niedrigere Temperaturen brachte; ältere Kataloge mit 90/70 zeigen deshalb 20 Prozent höhere Leistungen für denselben Heizkörper. Die Fußbodenheizung, 1970 noch exotisch, ist seit 2000 im Neubau Standard, und die Wärmepumpe seit 2020 der Grund, warum Heizkörper wieder wachsen, als Niedertemperatur-Heizkörper mit Lüfter, der bei 35 Grad die Leistung von Typ 33 bringt. Der Rechner rechnet, was San Galli 1857 goss, auf die Vorlauftemperatur der Wärmepumpe um.
Praktische Tipps
Rechnen Sie mit dem Dämmstandard nach Sanierung, nicht nach Baujahr, wenn Fenster und Dach neu sind. Wählen Sie bei Wärmepumpe 45 oder 35 Grad Vorlauf und den Heizkörper nach der Normleistung dafür. Nehmen Sie Typ 33 statt 22, wenn die Breite nicht reicht. Messen Sie beim Austausch Höhe, Baulänge und Anschlussabstand. Lassen Sie den hydraulischen Abgleich machen. Halten Sie Möbel und Vorhänge vom Heizkörper fern. Und lassen Sie vor der Wärmepumpe eine raumweise Heizlast nach DIN EN 12831 rechnen, die Förderung verlangt sie ohnehin. Den Wärmeverlust durch ein einzelnes altes Fenster, der oft die Hälfte des Raumbedarfs ausmacht, zeigt der U-Wert-Rechner.
Häufige Fragen
Wie viel Watt Heizkörper brauche ich für 20 m²?
Je nach Dämmung: Im unsanierten Altbau 3.600 W, Baujahr 1995 2.000 W, nach EnEV 1.400 W, KfW 55 900 W. Bei 55 °C Vorlauf muss der Heizkörper das 1,4-Fache als Normleistung haben, für das Wohnzimmer von 1995 also 2.800 W, bei Wärmepumpe mit 45 °C 3.800 W.
Warum ist die Normleistung höher als der Wärmebedarf?
Weil Heizkörper nach DIN EN 442 bei 75/65/20 °C gemessen werden und bei niedrigerem Vorlauf weniger abgeben: bei 55 °C etwa 70 Prozent, bei 45 °C 53 Prozent, bei 35 °C 36 Prozent. Für 2.000 W bei 55 °C braucht man einen 2.800-W-Heizkörper laut Katalog.
Welcher Heizkörper für die Wärmepumpe?
Einer mit dem 1,9-Fachen des Wärmebedarfs als Normleistung bei 45 °C Vorlauf, dem 2,8-Fachen bei 35 °C. Für 2.000 W Bedarf heißt das 3.800 W bei 45 °C, als Typ 22 mit 60 cm Höhe etwa 253 cm breit oder als Typ 33 181 cm. Alternativ Niedertemperatur-Heizkörper mit Lüfter.
Was bedeutet Typ 22 oder Typ 33?
Die erste Ziffer ist die Zahl der Platten, die zweite die Zahl der Konvektorbleche. Typ 22 hat zwei Platten und zwei Bleche, etwa 1.500 W je Meter Breite bei 60 cm Höhe nach Norm, Typ 33 drei und drei, etwa 2.100 W je Meter. Typ 11 mit einer Platte bringt rund 900 W je Meter.
Wie viel Watt pro Quadratmeter zum Heizen?
Unsanierter Altbau vor 1977 etwa 180 W/m², 1977 bis 1994 130, 1995 bis 2001 100, EnEV ab 2002 70, ab 2016 oder KfW 55 45, Passivhaus 25, sanierter Altbau 90. Bad mal 1,3, Schlafzimmer mal 0,85, Küche mal 0,9. Das sind Richtwerte, die Heizlastberechnung rechnet jeden Raum einzeln.
Wie groß muss der Heizkörper im Bad sein?
Das Bad braucht 24 statt 20 Grad, der Rechner setzt den Faktor 1,3; 12 m² im unsanierten Altbau ergeben 2.808 W, bei 70 °C Vorlauf direkt die Normleistung, bei 55 °C 3.931 W. Ein Handtuchheizkörper allein reicht dafür meist nicht, er bringt oft nur 500 bis 800 W.
Reichen meine alten Heizkörper für die Wärmepumpe?
Oft ja, wenn sie für 70 oder 90 °C ausgelegt wurden und das Haus seitdem gedämmt ist. Der Test: Vorlauf im Winter auf 45 bis 50 °C begrenzen und prüfen, ob die Räume warm werden. Rechnerisch: Normleistung des vorhandenen Heizkörpers durch 1,9 muss über dem Wärmebedarf liegen.
Was ist die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831?
Die raumweise Berechnung des Wärmebedarfs mit allen Außenflächen, Fenstern, U-Werten, Himmelsrichtung und Lüftung bei Normaußentemperatur. Der Heizungsbauer braucht sie für die Wärmepumpenförderung und den hydraulischen Abgleich. Der Rechner liefert Richtwerte für die Heizkörperwahl.