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Zisternen-Rechner

Vom 120-Quadratmeter-Dach kommen fast 80 Kubikmeter Regen im Jahr. Der Rechner zeigt Ertrag, Bedarf und die Zisternengröße, die beides zusammenbringt.

Wie groß muss meine Zisterne sein?

Dachfläche, Dachart, Niederschlag, Garten, Personen und Nutzung eintragen.

Beispiel: 120 m² Ziegeldach, 800 mm Regen: 77,8 m³ Ertrag; 400 m² Garten, 4 Personen mit WC und Wäsche: 76,6 m³ Bedarf, Zisterne 5 m³, Ersparnis 344,52 €

So funktioniert der Zisternen-Rechner

Der Zisternen-Rechner beantwortet die Frage Wie groß muss meine Zisterne sein? mit der Methode der DIN 1989: Aus Dachfläche, Dachart und dem Jahresniederschlag Ihres Orts errechnet er den Regenwasserertrag, aus Gartenfläche, Personenzahl und der Nutzung für Toilette und Waschmaschine den Bedarf, und aus der kleineren der beiden Mengen die Zisternengröße, die rund drei Wochen Vorrat hält. Dazu kommen der Deckungsgrad, das gesparte Wassergeld im Jahr, der Ertrag eines einzelnen Regenschauers und die Größe für den Fall, dass nur der Garten versorgt wird. Das ist der Rechner für den Neubau mit Regenwassernutzung, für die Entscheidung zwischen 3.000 und 6.000 Litern Erdtank und für die Frage, ob sich die Zisterne bei 4,50 Euro je Kubikmeter Wasser überhaupt rechnet.

Merksatz: Dachfläche in Quadratmetern mal Niederschlag in Millimetern geteilt durch 1.000 ist der Regen in Kubikmetern, davon kommen rund 80 Prozent im Tank an. Die Eselsbrücke: 100 Quadratmeter Dach liefern bei einem Regen von 10 Millimetern rund 800 Liter, eine Badewanne alle fünf Minuten.

Drei Beispiele:

  • 120 m² Ziegeldach, 800 mm Regen, 400 m² Garten, 4 Personen mit WC und Waschmaschine: Ertrag 77,8 m³, Bedarf 76,6 m³ (24 Garten, 35 WC, 17,5 Wäsche), Deckung 102 Prozent, Zisterne 5 m³, Ersparnis 344,52 € im Jahr.
  • 180 m² Dach, 650 mm Regen, 800 m² Garten, 2 Personen mit WC: Ertrag 94,8 m³, Bedarf 65,5 m³, Deckung 145 Prozent, Zisterne 4 m³, Ersparnis 327,60 €.
  • Nur Gartenbewässerung mit 400 m²: Bedarf 24 m³, Zisterne 1,5 m³ nach Norm; in der Praxis nimmt man für den Garten 3 bis 4 m³, weil der Bedarf im Sommer geballt anfällt.

Formeln: Ertrag = Dachfläche × Niederschlag / 1.000 × Abflussbeiwert × 0,9, Bedarf = Garten × 60 l + Personen × 24 l × 365 (WC) + Personen × 12 l × 365 (Wäsche), Zisterne = min(Ertrag, Bedarf) × 6 %. Die Dachfläche im Grundriss hilft der Flächenrechner zu bestimmen, wie viel Erde für den Erdtank raus muss, der Mutterboden-Rechner.

Wissenswertes zum Thema

Ertrag: Was vom Regen im Tank ankommt

Der Jahresniederschlag liegt in Deutschland im Mittel bei 790 Millimetern, zwischen 500 im Regenschatten des Harzes und 2.000 im Alpenvorland, und der Deutsche Wetterdienst nennt den Wert für jeden Ort. Für die Zisterne zählt die Dachfläche im Grundriss, also Länge mal Breite des Hauses, denn Regen fällt senkrecht und die Neigung ändert die aufgefangene Menge nicht. Vom Regen, der das Dach trifft, erreicht nur ein Teil den Tank: Der Abflussbeiwert berücksichtigt Verdunstung, Benetzung und Spritzverluste, 0,9 für Ziegel, Beton und Schiefer, 0,7 für Flachdächer mit Kies, 0,4 für Gründächer, die den Regen speichern, und 0,95 für Metall und Glas; dazu zieht der Filter vor dem Tank weitere 10 Prozent ab, weil er den ersten Schmutzregen und Laub abschlägt. 120 Quadratmeter Ziegeldach bei 800 Millimetern liefern so 77,8 Kubikmeter im Jahr, ein Zehntel davon im Juli und August, wenn der Garten es braucht. Nicht geeignet ist Regen von Kupfer- und Zinkdächern ohne Beschichtung für die Gartenbewässerung von Gemüse, und bei Asbestzement alter Dächer ist Vorsicht geboten.

Bedarf: Garten, Toilette, Waschmaschine

Der Garten braucht je nach Boden, Pflanzen und Sommer 40 bis 100 Liter je Quadratmeter und Jahr, der Rechner setzt 60 an, bei Rasen in Sandboden mehr, bei Stauden und Mulch weniger; die Menge fällt zu 80 Prozent zwischen Mai und September an, in Trockenperioden 10 bis 20 Liter je Quadratmeter und Woche. Die Toilette verbraucht je Person rund 24 Liter am Tag, ein Viertel des gesamten Trinkwasserverbrauchs von 125 Litern, und ist der dankbarste Abnehmer, weil der Bedarf das ganze Jahr gleich läuft und die Zisterne auch im Winter leert; die Waschmaschine braucht 10 bis 15 Liter je Person und Tag, Regenwasser ist weich und spart Waschmittel und Entkalker. Zusammen kommt eine vierköpfige Familie auf 50 Kubikmeter im Haus und 24 im Garten, 40 Prozent ihres Wasserverbrauchs, und genau diesen Anteil kann eine Zisterne bei normalem Dach decken. Was nicht aus der Zisterne kommen darf: Trinken, Kochen, Duschen, Geschirrspülen und alles, was Trinkwasserqualität verlangt, die Regenwasserleitung muss getrennt, grün gekennzeichnet und beim Versorger gemeldet sein, mit freiem Auslauf zur Trinkwassernachspeisung, damit nichts zurückfließt.

Die richtige Größe und was sie kostet

Die DIN 1989-1 empfiehlt als Speichervolumen 6 Prozent der kleineren Jahresmenge, Ertrag oder Bedarf, das entspricht etwa drei Wochen Vorrat und ist der Kompromiss zwischen Überlauf im Winter und leerem Tank im Sommer: Im Beispiel 4,6 Kubikmeter, gerundet 5. Größer bringt wenig, weil der Tank in nassen Monaten ohnehin überläuft, in Dürreperioden aber auch ein 10.000-Liter-Tank nach drei Wochen leer ist; die Praxis für Einfamilienhäuser liegt bei 4 bis 8 Kubikmetern, für reine Gartennutzung bei 3 bis 5. Ein Erdtank aus Kunststoff mit 5.000 Litern kostet 1.000 bis 2.000 Euro, aus Beton 1.500 bis 3.000, dazu Erdarbeiten, Filter, Pumpe, Hauswasserwerk und die getrennte Leitung, bei Nachrüstung im Haus 3.000 bis 6.000 Euro, im Neubau weniger. Die Ersparnis liegt bei 4,50 Euro je Kubikmeter Trinkwasser inklusive Abwasser und 77 Kubikmetern bei rund 345 Euro im Jahr, für den Garten allein bei 100 bis 150 Euro; die Amortisation dauert 10 bis 20 Jahre, bei Zuschüssen vieler Kommunen von 500 bis 2.000 Euro und gesplitteter Abwassergebühr, die versiegelte Flächen mit Regenwasserableitung teurer macht, deutlich weniger. Der eigentliche Grund ist oft ein anderer: Im Sommer 2018 und 2022 untersagten Gemeinden das Gießen aus dem Netz, und wer eine Zisterne hat, gießt weiter.

Ein Stück Geschichte: Vom Impluvium zur DIN

Zisternen gehören zu den ältesten Bauwerken der Menschheit: In Jericho und auf Kreta speicherten Felsbecken vor 5.000 Jahren Regen, die Nabatäer hielten mit Zisternen die Wüstenstadt Petra am Leben, und das römische Atriumhaus fing den Regen über das Impluvium im Innenhof in einer Zisterne darunter auf. Die Zisterne des Yerebatan-Sarayı in Konstantinopel von 532 fasste 80.000 Kubikmeter und ist heute Touristenattraktion; Venedig versorgte sich bis ins 19. Jahrhundert fast ausschließlich aus Regenwasserzisternen unter den Plätzen, mit Sandfiltern, die das Prinzip des heutigen Zisternenfilters vorwegnahmen. Mit der zentralen Wasserversorgung ab 1850 verschwand die Zisterne aus den Städten, auf Höfen und Inseln blieb sie, und die Wiederentdeckung begann in den 1980er Jahren mit der Ökobewegung und den ersten kommunalen Förderprogrammen Ende der 1980er Jahre. Die DIN 1989 zur Regenwassernutzung erschien 2002, die Bemessungsregel mit 6 Prozent stammt daraus, und seit die Dürrejahre 2018 bis 2022 das Grundwasser sinken lassen, fördern viele Kommunen die Zisterne wieder mit Zuschüssen und Gebührenvorteilen. Weit über eine Million Anlagen gibt es heute in Deutschland.

Praktische Tipps

Nehmen Sie den Niederschlag Ihres Orts vom Wetterdienst, nicht den Bundesdurchschnitt, und die Dachfläche aus dem Grundriss. Schließen Sie die Toilette an, wenn die Leitung ohnehin neu verlegt wird, sie macht aus einer Sommer- eine Ganzjahresanlage. Wählen Sie eine Nummer größer als die Norm, wenn der Garten groß ist und Sie im Sommer gießen; Dachneigung spielt für die Menge keine Rolle. Planen Sie Überlauf und Versickerung, der Tank läuft im Winter garantiert über. Fragen Sie bei der Gemeinde nach Zuschuss und gesplitteter Abwassergebühr. Und rechnen Sie die Poolbefüllung dazu, der Pool-Rechner nennt die Menge; was das Trinkwasser sonst kostet, zeigt der Kosten-pro-Person-Rechner für den Haushalt.

Häufige Fragen

Wie groß muss eine Zisterne sein?

Nach DIN 1989 sechs Prozent der kleineren Jahresmenge aus Ertrag und Bedarf, etwa drei Wochen Vorrat: Bei 120 m² Dach, 800 mm Regen und vier Personen mit Garten, WC und Waschmaschine 4,6 m³, gerundet 5 m³. Für Einfamilienhäuser sind 4 bis 8 m³ üblich, für reine Gartenbewässerung 3 bis 5 m³.

Wie viel Regenwasser liefert mein Dach?

Dachfläche im Grundriss × Niederschlag / 1.000 × Abflussbeiwert × 0,9 Filterverlust: 120 m² Ziegeldach bei 800 mm ergeben 77,8 m³ im Jahr, 180 m² bei 650 mm 94,8 m³. Ein Regen von 10 mm bringt auf 120 m² rund 970 Liter. Die Dachneigung spielt keine Rolle.

Wie viel Wasser brauche ich für den Garten?

Je nach Boden und Bepflanzung 40 bis 100 Liter je m² und Jahr, der Rechner nimmt 60: 400 m² brauchen 24 m³, 800 m² 48 m³. In Trockenperioden fallen 10 bis 20 Liter je m² und Woche an, deshalb lohnt für den Garten ein etwas größerer Tank als die Norm vorgibt.

Lohnt sich eine Zisterne finanziell?

Bei 4,50 € je m³ Trinkwasser und Abwasser spart eine Vollnutzung mit 77 m³ rund 345 € im Jahr, der Garten allein 100 bis 150 €. Eine 5.000-Liter-Anlage kostet installiert 3.000 bis 6.000 €, die Amortisation dauert 10 bis 20 Jahre, mit kommunalem Zuschuss (500 bis 2.000 €) und gesplitteter Abwassergebühr kürzer.

Darf ich Regenwasser für Toilette und Waschmaschine nutzen?

Ja, über ein getrenntes, grün gekennzeichnetes Leitungsnetz ohne Verbindung zum Trinkwasser, mit freiem Auslauf bei der Nachspeisung und Meldung beim Wasserversorger. Nicht erlaubt ist Regenwasser für Trinken, Kochen, Duschen und Geschirr. Die Toilette braucht rund 24 Liter je Person und Tag, 35 m³ im Jahr bei vier Personen.

Welche Dächer eignen sich?

Ziegel, Beton, Schiefer und beschichtetes Metall mit Abflussbeiwert 0,9 bis 0,95 am besten, Kiesdächer mit 0,7, Gründächer nur mit 0,4. Unbeschichtetes Kupfer und Zink geben Metalle ab, das Wasser taugt dann nicht für Gemüse; alte Asbestzementdächer sind problematisch. Der Filter vor dem Tank hält Laub und den ersten Schmutzregen zurück.

Was kostet eine Zisterne?

Ein 5.000-Liter-Erdtank aus Kunststoff 1.000 bis 2.000 €, aus Beton 1.500 bis 3.000 €, dazu Aushub, Filter, Pumpe oder Hauswasserwerk und bei Hausnutzung die getrennte Leitung: 3.000 bis 6.000 € im Bestand, im Neubau weniger. Oberirdische Tanks für den Garten gibt es ab 300 € je 1.000 Liter.

Was passiert, wenn die Zisterne voll ist oder leer?

Voll: Der Überlauf führt das Wasser in eine Versickerung oder den Regenwasserkanal, im Winter ist das der Normalfall. Leer: Bei Hausnutzung speist ein Trinkwasseranschluss mit freiem Auslauf automatisch nach, bei Gartennutzung schaltet die Pumpe per Trockenlaufschutz ab. Eine Zisterne ersetzt das Netz nicht, sie entlastet es.

Stand: Oktober 2026Geprüft von: Redaktion rechner24.net Quellen: DIN 1989-1: Regenwassernutzungsanlagen, Planung, Ausführung, Betrieb, Bemessung des Speichervolumens, Deutscher Wetterdienst: Klimadaten, mittlerer Jahresniederschlag nach Ort, Fachvereinigung Betriebs- und Regenwassernutzung (fbr): Hinweisblätter zur Regenwassernutzung, Trinkwasserverordnung (TrinkwV) § 17: Anzeigepflicht und Kennzeichnung von Nichttrinkwasseranlagen