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Dämmstärke-Rechner

Vom alten U-Wert zum Zielwert: Der Rechner sagt, wie dick die Dämmung werden muss und was sie jedes Jahr spart.

Wie dick muss die Dämmung werden?

Bauteil, bisherigen Aufbau, Dämmstoff und Ziel wählen, Fläche und Heizkosten für die Ersparnis.

Beispiel: Vollziegel 38 cm (U 1,4) auf GEG-Wert 0,24 mit WLG 035: 14 cm, spart 100 kWh je m² und Jahr

Wie warm wird die Wand nach der Dämmung?

Zum Vergleich vorher und nachher den U-Wert ändern.

Beispiel: U-Wert 0,24 bei 20 °C innen und -10 °C außen: Wand 19,1 °C statt 14,5 °C bei U 1,4

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So funktioniert der Dämmstärke-Rechner

Der Dämmstärke-Rechner beantwortet die Frage vor jeder Sanierung: Wie dick muss die Dämmung sein? Sie wählen das Bauteil, Außenwand, Dach, oberste Geschossdecke oder Kellerdecke, den bisherigen Aufbau aus einer Liste typischer Altbauwände oder Ihren eigenen U-Wert, den Dämmstoff nach Wärmeleitgruppe und das Ziel, den GEG-Pflichtwert, den Förderwert der BEG oder das Effizienzhaus-Niveau, und der Rechner liefert die nötigen Zentimeter, aufgerundet auf handelsübliche Stärken, den erreichten U-Wert, eine Tabelle für alle Dämmstoffklassen und die Ersparnis in Kilowattstunden, Euro und CO2 für Ihre Fläche. Der zweite Kasten zeigt, wie warm die Wand nach der Dämmung innen wird. Das ist der Rechner für das Angebot des Fassadenbauers, die Dachdämmung in Eigenleistung, den Förderantrag und die Diskussion, ob 12 oder 16 Zentimeter.

Merksatz: Die Dämmstärke ist Wärmeleitfähigkeit mal zusätzlicher Widerstand, und der Widerstand ist eins durch Ziel-U-Wert minus eins durch alten U-Wert. Die Eselsbrücke: Von 1,4 auf 0,24 braucht WLG 035 rund 12 Zentimeter, jede Klasse besser spart einen Zentimeter, jede schlechter kostet zwei.

Drei Beispiele:

  • Vollziegel 38 cm (U 1,4), Außenwand auf GEG-Wert 0,24, WLG 035: rechnerisch 12,1 cm, handelsüblich 14 cm, ergibt U 0,21, spart 100 kWh je m² und Jahr, bei 120 m² 11.974 kWh oder 1.437 € bei 12 Cent.
  • Dach ungedämmt (U 2,6) auf BEG-Förderwert 0,14, WLG 040: 27 cm, aufgerundet 28, spart 207 kWh je m², bei 90 m² 18.632 kWh oder 2.609 € bei 14 Cent.
  • Kellerdecke Beton (U 2,1) auf GEG-Wert 0,30, WLG 035: genau 10 cm, spart 151 kWh je m², bei 60 m² 9.072 kWh oder 1.089 € bei 12 Cent.

Formeln: R = 1 / U-Ziel - 1 / U-alt, d = R × λ (λ = WLG / 1.000), U-neu = 1 / (1 / U-alt + d / λ), Einsparung = (U-alt - U-neu) × 84 kWh/(m²·a) bei 3.500 Gradtagen. Den U-Wert der bestehenden Wand aus ihren Schichten rechnet der U-Wert-Rechner, und ob die ungedämmte Wand im Winter schimmelt, der Taupunktrechner.

Wissenswertes zum Thema

U-Wert, Wärmeleitgruppe und die Rechnung dahinter

Der U-Wert sagt, wie viel Wärme je Quadratmeter und Grad Temperaturunterschied durch ein Bauteil fließt, in Watt je Quadratmeter und Kelvin, und je kleiner er ist, desto besser; eine Vollziegelwand aus der Gründerzeit liegt bei 1,4 bis 2,0, eine Wand nach der Wärmeschutzverordnung 1995 bei 0,5, der Neubau heute bei 0,2, das Passivhaus bei 0,1. Der Kehrwert des U-Werts ist der Wärmedurchlasswiderstand R in Quadratmeter-Kelvin je Watt, und Widerstände addieren sich, deshalb ist die Rechnung so einfach: Man braucht so viel zusätzlichen Widerstand, dass der Kehrwert am Ziel liegt, 1 durch 0,24 minus 1 durch 1,4 gleich 3,45, und teilt ihn durch die Wärmeleitfähigkeit des Dämmstoffs, 0,035 Watt je Meter und Kelvin bei WLG 035, ergibt 0,121 Meter. Die Wärmeleitgruppe oder Wärmeleitstufe ist die Kennzahl auf jeder Dämmplatte, WLG 035 heißt 0,035, und sie entscheidet über die Dicke: Mineralwolle und graues EPS liegen bei 032 bis 035, weißes EPS, Holzfaser und Zellulose bei 040, Hanf und dicke Holzfaser bei 045, PUR und PIR bei 024 bis 028, Vakuumdämmplatten bei 007 bis 021, die aber das Zehnfache kosten und nur dort sinnvoll sind, wo kein Platz ist, am Balkon oder in der Laibung. Die Tabelle des Rechners zeigt für jedes Ziel die Stärke in allen Klassen, von 1,4 auf 0,24 braucht WLG 021 nur 8 Zentimeter, WLG 045 sind 16. Die Einsparung rechnet der Rechner mit der Gradtagzahl 3.500 Kelvin-Tage, dem deutschen Mittel, mal 24 Stunden, 84 Kilowattstunden je Quadratmeter und Jahr für jedes Watt je Quadratmeter-Kelvin, das die Wand weniger durchlässt, bei 1,4 auf 0,21 also 100 Kilowattstunden je Quadratmeter, und der Altbau mit 120 Quadratmetern Außenwand verliert dort 12.000 Kilowattstunden, so viel wie eine kleine Wohnung insgesamt heizt. Aus welchen Schichten der alte U-Wert entsteht und was eine Luftschicht oder ein Innenputz bringt, zeigt der U-Wert-Rechner.

GEG, BEG und Effizienzhaus: Welcher Zielwert für wen

Drei Zielwerte stehen zur Wahl, und sie bedeuten drei verschiedene Dinge. Der GEG-Wert ist Pflicht: Wer mehr als 10 Prozent eines Bauteils erneuert, den Putz abschlägt, das Dach neu deckt, muss nach Anlage 7 des Gebäudeenergiegesetzes die Außenwand auf 0,24, Dach und oberste Geschossdecke auf 0,24, die Kellerdecke auf 0,30 und Fenster auf 1,3 bringen, und die oberste Geschossdecke unbeheizter Dachböden musste ohnehin bis 2015 nachgedämmt werden. Der BEG-Wert ist die Bedingung für Geld: Die Bundesförderung für effiziente Gebäude zahlt 15 Prozent Zuschuss, mit Sanierungsfahrplan 20, auf Einzelmaßnahmen bis 30.000 Euro je Jahr, wenn die Wand 0,20, Dach und Flachdach 0,14, die Kellerdecke 0,25 und Fenster 0,95 erreichen, also deutlich besser als die Pflicht, und das ist der Wert, den der Energieberater im Antrag einträgt. Das Effizienzhaus-Niveau mit 0,15 für die Wand ist die Kategorie der Komplettsanierung zum Effizienzhaus 55 oder 40, mit KfW-Kredit und Tilgungszuschuss, und lohnt dann, wenn ohnehin alles angefasst wird. Die Mehrkosten zwischen 14 und 18 Zentimetern Dämmung sind gering, 5 bis 8 Euro je Quadratmeter, weil Gerüst, Putz und Arbeit gleich bleiben, deshalb empfehlen Energieberater fast immer den Förderwert; bei 120 Quadratmetern kostet das Wärmedämmverbundsystem 15.000 bis 25.000 Euro, der Zuschuss bringt 3.000 bis 5.000 zurück, und die Ersparnis von 1.400 Euro im Jahr amortisiert den Rest in 10 bis 15 Jahren, bei steigenden Energiepreisen schneller. Beim Dach rechnet man meist zwischen den Sparren plus einer Lage darüber oder darunter, weil 16 Zentimeter Sparrenhöhe für 0,14 nicht reichen, beim Flachdach kommt die Dämmung aufs Dach, bei der Kellerdecke darunter, 10 Zentimeter in Eigenleistung an einem Wochenende. Was die eingesparten Kilowattstunden bei Gas, Öl oder Wärmepumpe wert sind, rechnet der Heizkosten-Rechner.

Rechnen von Hand und typische Fehler

Von Hand: Kehrwerte bilden und subtrahieren, mal Lambda, in Zentimeter; von 1,4 auf 0,24 sind 4,17 minus 0,71 gleich 3,45, mal 0,035 gleich 0,121 Meter. Der erste Fehler ist das Rechnen mit der Dämmung allein, als läge die Wand bei null, 14 Zentimeter WLG 035 ergeben für sich 0,25, mit der alten Wand davor 0,21. Der zweite ist die Verwechslung von Pflicht und Förderwert, 0,24 bringt kein Geld. Der dritte ist die Sparrenhöhe als Dämmstärke, Zwischensparrendämmung mit 16 Zentimetern WLG 035 erreicht nur 0,22, weil die Sparren selbst Wärmebrücken sind, man rechnet mit 15 bis 20 Prozent Abschlag. Der vierte ist die Innendämmung mit Außenmaß, innen sind 6 bis 8 Zentimeter die Grenze wegen Taupunkt und Dampfbremse. Der fünfte ist das Bauteil ohne Rest: Fensterlaibungen, Sockel und Attika brauchen eigene Dämmung, sonst wandert der Schimmel dorthin. Der sechste ist die Einsparung mit dem Katalogwert, der Rechner nimmt 3.500 Gradtage, in Bayern sind es 3.900, an der Küste 3.200. Der siebte ist die Ersparnis ohne Heizkessel, ein alter Kessel verbrennt 1,2 Kilowattstunden Gas je Kilowattstunde Wärme. Und der achte ist das Vergessen der Lüftung, eine dichte Hülle ohne Lüftungskonzept bringt Feuchteprobleme. Wie warm die Wand nach der Dämmung innen ist und wie weit die Ecke von der Schimmelgrenze wegrückt, zeigt der Taupunktrechner.

Ein Stück Geschichte: Von der Wärmeschutzverordnung zum GEG

Dämmung war bis 1977 keine Vorschrift, Häuser wurden mit Ziegel, Luftschicht und Putz gebaut, und die Ölkrise von 1973 änderte das: Die erste Wärmeschutzverordnung von 1977 verlangte für die Außenwand einen k-Wert, wie der U-Wert damals hieß, von 1,45, die zweite 1984 verschärfte das, die dritte 1995 verlangte 0,5, und mit ihr kam das Wärmedämmverbundsystem aus Polystyrolplatten und Putz, das in Deutschland 1957 erstmals an einem Haus in Berlin-Dahlem geklebt worden war und seit den 1990ern die Fassaden prägt, über 900 Millionen Quadratmeter bis heute. Die Energieeinsparverordnung 2002 löste die Verordnung ab, verschärfte 2009 auf 0,24 für die Wand und führte die Nachrüstpflicht für oberste Geschossdecken ein, und das Gebäudeenergiegesetz von 2020 fasste alles zusammen, mit der Novelle 2024, die das Heizungsgesetz brachte und die Bauteilwerte unverändert ließ. Die Förderung begann 2001 mit dem KfW-Programm zur CO2-Gebäudesanierung, wurde 2021 zur Bundesförderung für effiziente Gebäude mit den Werten 0,20 und 0,14, die seitdem gelten, und der individuelle Sanierungsfahrplan brachte die 5 Prozent Bonus. Die Dämmstoffe selbst: Glaswolle seit den 1930ern, Styropor 1949 bei BASF erfunden, Mineralwolle in Deutschland seit 1950, Polyurethan ab 1960, Holzfaser seit 1930 als Platte, als Dämmung groß seit 2000, und die Vakuumdämmplatte aus der Raumfahrt seit 2000 im Bau. Die Diskussion um Dämmung, Brandschutz und Rückbau von Polystyrol, die seit dem Brand in London 2017 mit Fassadenplatten aus Aluminium und Polyethylen geführt wird, führte zu strengeren Brandriegeln, nicht zu anderen Werten. Der Rechner rechnet die Zielwerte des GEG von 2020 mit der Methode der Wärmeschutzverordnung von 1977.

Praktische Tipps

Rechnen Sie mit dem Förderwert, nicht mit dem Pflichtwert, die Mehrkosten sind gering. Lassen Sie den U-Wert der alten Wand vom Energieberater bestimmen, die Richtwerte streuen. Nehmen Sie beim Dach die Sparren als Wärmebrücke mit 15 bis 20 Prozent Abschlag. Dämmen Sie die Kellerdecke und die oberste Geschossdecke zuerst, das ist das Günstigste je gesparter Kilowattstunde. Beantragen Sie die Förderung vor Auftragsvergabe. Prüfen Sie Laibungen, Sockel und Rollladenkästen mit. Und planen Sie bei dichter Hülle die Lüftung ein. Wie viel die Heizung nach der Dämmung noch leisten muss, rechnet der Heizlast-Rechner.

Häufige Fragen

Wie dick muss die Dämmung an der Außenwand sein?

Von einer ungedämmten Vollziegelwand mit U-Wert 1,4 auf den GEG-Pflichtwert 0,24 braucht es rechnerisch 12,1 cm Dämmung der WLG 035, handelsüblich 14 cm. Für den BEG-Förderwert 0,20 sind es 16 cm, für Effizienzhaus-Niveau 0,15 etwa 22 cm. Mit WLG 032 jeweils 1 bis 2 cm weniger, mit WLG 045 2 cm mehr.

Welche U-Werte verlangt das GEG bei einer Sanierung?

Nach Anlage 7 GEG beim Erneuern von mehr als 10 Prozent eines Bauteils: Außenwand 0,24, Dach und oberste Geschossdecke 0,24, Flachdach 0,20, Kellerdecke 0,30, Fenster 1,3 W/(m²·K). Die BEG-Förderung verlangt mehr: Wand 0,20, Dach 0,14, Kellerdecke 0,25.

Was bedeutet WLG 035?

Die Wärmeleitgruppe oder Wärmeleitstufe, also die Wärmeleitfähigkeit des Dämmstoffs in Tausendstel Watt je Meter und Kelvin: WLG 035 sind 0,035. Je kleiner die Zahl, desto dünner die Dämmung: Mineralwolle und graues EPS 032 bis 035, weißes EPS und Holzfaser 040, Hanf 045, PUR 024 bis 028, Vakuumplatten 007 bis 021.

Wie viel Heizkosten spart die Dämmung?

Je Watt je Quadratmeter-Kelvin, das die Wand weniger durchlässt, etwa 84 kWh je m² und Jahr bei 3.500 Gradtagen. Von U-Wert 1,4 auf 0,21 sind das 100 kWh je m², bei 120 m² Wand rund 12.000 kWh oder 1.437 Euro bei 12 Cent. Ein ungedämmtes Dach von 2,6 auf 0,14 spart sogar 207 kWh je m².

Wie dick muss die Dachdämmung sein?

Von einem ungedämmten Dach (U 2,6) auf den Förderwert 0,14 mit WLG 040 etwa 28 cm, auf den Pflichtwert 0,24 etwa 16 cm. Weil 16 cm Sparren selten reichen und die Sparren Wärmebrücken sind, wird meist zwischen und über oder unter den Sparren gedämmt, mit 15 bis 20 Prozent Abschlag für die Holzanteile.

Wie dick muss die Kellerdeckendämmung sein?

Von einer Betondecke mit U-Wert 2,1 auf den GEG-Wert 0,30 genau 10 cm WLG 035, auf den Förderwert 0,25 etwa 14 cm. Die Kellerdecke ist die günstigste Dämmung, Platten werden von unten geklebt oder gedübelt, 60 m² spart rund 9.000 kWh oder 1.089 Euro im Jahr.

Wie viel Förderung gibt es für die Dämmung?

Die BEG zahlt 15 Prozent Zuschuss auf Einzelmaßnahmen, mit individuellem Sanierungsfahrplan 20 Prozent, bei förderfähigen Kosten bis 30.000 Euro je Jahr und Wohneinheit, Bedingung sind die Förder-U-Werte 0,20 (Wand) und 0,14 (Dach). Alternativ 20 Prozent der Kosten über drei Jahre als Steuerbonus nach § 35c EStG. Antrag vor Auftrag.

Reicht eine Innendämmung?

Nur begrenzt: Innen sind 6 bis 8 cm die Grenze, weil die Wand dahinter kalt bleibt und der Taupunkt in die Konstruktion wandert, deshalb braucht es eine Dampfbremse oder kapillaraktive Platten. Von 1,4 kommt man mit 6 cm WLG 035 auf etwa 0,41, der GEG-Wert 0,24 ist innen kaum erreichbar, das Gesetz erlaubt dafür Ausnahmen.

Stand: Oktober 2026Geprüft von: Redaktion rechner24.net Quellen: Gebäudeenergiegesetz (GEG) § 48 und Anlage 7: Höchstwerte der Wärmedurchgangskoeffizienten bei Änderungen an Außenbauteilen, BAFA / BMWK: Bundesförderung für effiziente Gebäude, Einzelmaßnahmen (BEG EM), technische Mindestanforderungen, DIN 4108-4: Wärme- und feuchteschutztechnische Bemessungswerte, Wärmeleitfähigkeit von Dämmstoffen, Deutscher Wetterdienst: Gradtagzahlen nach VDI 3807 für deutsche Klimastationen