Heizlast-Rechner
Wie viel Kilowatt die Heizung leisten muss, überschlägig aus Wohnfläche, Baujahr und Region, mit Richtwert für die Wärmepumpe.
Wie hoch ist die Heizlast meines Hauses?
Wohnfläche, Dämmstandard und Region wählen.
Beispiel: 200 m² unsanierter Altbau in kalter Region: etwa 41,4 kW Heizlast
So funktioniert der Heizlast-Rechner
Der Heizlast-Rechner schätzt, wie viel Leistung ein Haus am kältesten Tag des Jahres braucht, um warm zu bleiben, die Zahl, nach der Wärmepumpe, Gastherme oder Pelletkessel dimensioniert werden. Er rechnet mit der beheizten Wohnfläche, dem Dämmstandard nach Baujahr und der Region und liefert die Heizlast in Kilowatt, den spezifischen Wert in Watt je Quadratmeter, einen Richtwert für die Wärmepumpe mit 15 Prozent Reserve, den groben Jahreswärmebedarf und den Zuschlag für Warmwasser.
Merksatz: Watt je Quadratmeter mal Fläche. Die Eselsbrücke nach Baujahr: Unsanierter Altbau 180, Siebziger und Achtziger 130, Neunziger 100, EnEV-Haus 70, KfW 55 45, Passivhaus 25 Watt je Quadratmeter, und wer den Gasverbrauch kennt, teilt ihn durch 2.000. Wer die Heizlast berechnen lässt, bekommt eine Überschlagszahl, die normgerechte Berechnung macht der Fachbetrieb.
Drei Beispiele:
- 200 Quadratmeter, unsanierter Altbau vor 1977, kalte Region: 180 Watt mal 1,15 gleich 207 Watt je Quadratmeter, Heizlast 41,4 kW, Wärmepumpe 47,6 kW, Jahreswärmebedarf grob 74.500 kWh. Ein Haus, das vor der Wärmepumpe eine Dämmung braucht.
- 140 Quadratmeter, Baujahr 1995 bis 2001, normale Region: 100 Watt je Quadratmeter, 14,0 kW, Wärmepumpe 16,1 kW, mit Warmwasser für vier Personen 14,8 kW, Jahresbedarf 25.200 kWh.
- 150 Quadratmeter, ab 2016 oder KfW 55: 45 Watt je Quadratmeter, 6,8 kW, Wärmepumpe 7,8 kW, 12.150 kWh im Jahr. Hier reicht die kleinste Baureihe.
Die Formeln: Heizlast = Wohnfläche x spezifischer Wert nach Baujahr x Regionsfaktor (mild 0,9, normal 1, kalt 1,15), Wärmepumpe = Heizlast x 1,15, Jahreswärmebedarf = Heizlast x 1.800 Volllaststunden, Warmwasser = plus 0,8 kW für vier Personen. Was die Wärmepumpe mit dieser Last an Strom braucht, rechnet der Wärmepumpen-Rechner; was die Räume einzeln an Heizkörperleistung brauchen, der Heizkörper-Rechner.
Wissenswertes zum Thema
Was die Heizlast ist und warum sie nicht der Verbrauch ist
Die Heizlast ist eine Leistung in Kilowatt, nicht eine Energiemenge in Kilowattstunden: Sie beschreibt, wie viel Wärme das Haus in jeder Stunde verliert, wenn draußen die Normaußentemperatur herrscht, der kälteste Wert, der an zwei aufeinanderfolgenden Tagen zehnmal in 20 Jahren erreicht wird, in Hamburg minus 12, in Berlin minus 14, in München minus 16, auf der Schwäbischen Alb minus 18 Grad. Sie setzt sich aus den Transmissionsverlusten durch Wände, Dach, Fenster und Boden, abhängig von deren U-Werten, und den Lüftungsverlusten durch Fugen und Fensterlüftung zusammen, berechnet nach DIN EN 12831 raumweise und dann summiert; die Überschlagsformel des Rechners ersetzt die Bauteile durch einen Erfahrungswert je Quadratmeter nach Baujahr, weil die Wärmeschutzverordnungen von 1977, 1984, 1995 und die EnEV von 2002 die Dämmung in Stufen verschärft haben. Der Jahresverbrauch ist dagegen die Summe über alle Stunden, und die Faustregel von 1.800 Volllaststunden heißt: Die Heizung läuft im Jahr so lange auf voller Leistung, wie es 1.800 Stunden am kältesten Tag entspräche, in Wirklichkeit die meiste Zeit mit Teillast. Daraus folgt die umgekehrte Faustformel, die der Rechner im Hinweis nennt: Gasverbrauch in Kilowattstunden geteilt durch 2.000 ergibt die Heizlast in Kilowatt, bei 25.000 kWh also 12,5 kW, eine Zahl, die bei Bestandsgebäuden ehrlicher ist als jede Tabelle, weil sie das echte Haus mit echten Bewohnern misst. Was die Bauteile einzeln verlieren, zeigt der U-Wert-Rechner.
Die richtige Größe: Zu groß ist der häufigere Fehler
Seit Jahrzehnten werden Heizungen zu groß gebaut, aus Vorsicht und weil ein kalter Kunde mehr Ärger macht als eine hohe Gasrechnung; der typische Altbau hat einen 28-kW-Kessel für eine Heizlast von 15. Bei Gas und Öl kostet das Wirkungsgrad und Takten, bei der Wärmepumpe deutlich mehr: Eine zu große Wärmepumpe springt an, erreicht die Vorlauftemperatur in Minuten und schaltet ab, zehnmal die Stunde, was Verdichter und Jahresarbeitszahl ruiniert, und moderne Geräte modulieren zwar auf 30 bis 40 Prozent herunter, aber nicht weiter. Deshalb dimensioniert man Wärmepumpen knapp an der Heizlast, der Rechner gibt 15 Prozent Reserve, und lässt den Heizstab die fünf kältesten Tage im Jahr abfangen, was weniger Strom kostet als ein zu großes Gerät an 200 Tagen. Zu klein ist bei einer Wärmepumpe mit Heizstab kein Drama, bei einem Gaskessel ohne Reserve schon. Der Warmwasserzuschlag hängt an der Personenzahl, 0,2 kW je Person als Dauerwert, mehr bei Durchlauferhitzung ohne Speicher, und bei Wärmepumpen wird er meist über einen Speicher abgefangen, der nachts lädt, sodass die Heizlast allein zählt. Für die Förderung nach BEG ist die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 Pflicht, und sie kostet beim Energieberater 300 bis 800 Euro, bei vielen Installateuren ist sie im Angebot enthalten. Was die Wärmepumpe mit 16 kW oder 8 kW dann an Strom braucht, rechnet der Wärmepumpen-Rechner.
Die Heizlast senken: Dämmung vor Technik
Der Altbau im ersten Beispiel mit 41 kW ist kein Fall für eine Wärmepumpe, sondern für eine Reihenfolge: Erst die oberste Geschossdecke dämmen, 20 Zentimeter Mineralwolle für 30 bis 60 Euro je Quadratmeter, was 10 bis 15 Prozent der Heizlast nimmt und sich in fünf Jahren rechnet; dann die Fenster, wenn sie älter als 1995 sind, dann die Kellerdecke von unten, dann die Fassade mit 14 bis 16 Zentimetern, die am teuersten ist und am meisten bringt. Ein unsanierter Altbau mit 180 Watt je Quadratmeter landet nach Dach, Fenstern und Kellerdecke bei 100 bis 120, nach der Fassade bei 60 bis 80, und aus 41 kW werden 15, mit denen die Wärmepumpe mit Vorlauf 50 Grad an den alten Heizkörpern läuft. Der Rechner hat dafür die Option "Altbau saniert" mit 90 Watt je Quadratmeter. Die Dämmung senkt dabei nicht nur die Heizlast, sondern die Vorlauftemperatur, weil die Heizkörper bei weniger Verlust mit weniger Temperatur auskommen, und das hebt die Jahresarbeitszahl. Das Gebäudeenergiegesetz verlangt die Dämmung der obersten Geschossdecke und der Heizungsrohre ohnehin, der Energieausweis zeigt die Klasse, und die BEG fördert Einzelmaßnahmen mit 15 bis 20 Prozent, mit Sanierungsfahrplan 5 Prozent mehr. Was die Jahresheizkosten vor und nach der Dämmung ausmachen, zeigt der Heizkosten-Rechner.
Ein Stück Geschichte: Von der DIN 4701 zur EN 12831
Die erste deutsche Norm zur Berechnung des Wärmebedarfs war die DIN 4701 von 1929, die Heizungsbauer bis 2004 nutzten, mit Zuschlägen für Himmelsrichtung und Unterbrechung des Heizbetriebs, die aus der Zeit der Kohleöfen stammten, als man nachts nicht heizte; 2004 löste sie die europäische EN 12831 ab, die die Zuschläge strich und die Lüftung genauer rechnete, und 2017 kam die Neufassung mit deutschem Beiblatt. Die Wärmeschutzverordnung von 1977 war die Antwort auf die Ölkrise und die erste Vorschrift zur Dämmung überhaupt, 1984 und 1995 wurden die Anforderungen verschärft, 2002 kam die Energieeinsparverordnung mit dem Energieausweis, 2020 das Gebäudeenergiegesetz; jeder Schritt halbierte ungefähr die erlaubte Heizlast je Quadratmeter, von 200 Watt vor 1977 auf 25 beim Passivhaus, das Wolfgang Feist 1991 in Darmstadt-Kranichstein zum ersten Mal baute. Der Begriff Heizlast ersetzte 2004 den Wärmebedarf, weil "Bedarf" mit dem Jahresenergiebedarf verwechselt wurde, genau die Unterscheidung, die der Rechner oben erklärt. Die Faustwerte je Quadratmeter nach Baujahr, mit denen der Rechner arbeitet, stammen aus den Tabellen der Heizungsindustrie, die seit den 1980ern für die Vordimensionierung genutzt werden, bevor die Norm rechnet.
Praktische Tipps
Tragen Sie die beheizte Wohnfläche ein, ohne Keller, Garage und Dachboden, und wählen Sie den Standard nach dem Zustand, nicht nur nach dem Baujahr: Ein Haus von 1960 mit neuen Fenstern und gedämmtem Dach ist "saniert". Vergleichen Sie das Ergebnis mit dem Gasverbrauch geteilt durch 2.000, bei großer Abweichung stimmt eine der beiden Angaben nicht. Lassen Sie vor dem Heizungskauf die Heizlast nach DIN EN 12831 raumweise berechnen und mit dem hydraulischen Abgleich verbinden, beides ist für die Förderung nötig. Dimensionieren Sie Wärmepumpen knapp, Gaskessel mit 20 Prozent Reserve. Planen Sie Dämmung vor der Heizung, wenn der Rechner über 120 Watt je Quadratmeter zeigt. Und prüfen Sie die Regionsangabe: Hamburg ist mild, Oberbayern kalt, und die 15 Prozent dazwischen sind bei 40 kW sechs Kilowatt. Welche Heizkörper die errechnete Last je Raum schaffen, zeigt der Heizkörper-Rechner.
Häufige Fragen
Wie berechnet man die Heizlast eines Hauses?
Überschlägig Wohnfläche mal Watt je Quadratmeter nach Dämmstandard mal Regionsfaktor. 200 Quadratmeter unsanierter Altbau in kalter Region: 200 × 180 × 1,15 = 41,4 kW. 140 Quadratmeter Baujahr 1995 bis 2001 in normaler Region: 14,0 kW. Genau rechnet die DIN EN 12831 raumweise nach U-Werten.
Wie viel kW Heizung braucht ein Haus?
Je nach Dämmung 25 bis 200 Watt je Quadratmeter: Passivhaus 25, KfW 55 rund 45, EnEV-Haus ab 2002 etwa 70, Baujahr 1995 bis 2001 rund 100, 1977 bis 1994 etwa 130, unsaniert vor 1977 180. Ein 150-Quadratmeter-Haus braucht also zwischen 4 und 27 kW.
Wie groß muss die Wärmepumpe sein?
Etwa Heizlast plus 15 Prozent: Bei 14 kW Heizlast rund 16 kW, bei 6,8 kW rund 7,8 kW. Lieber knapp als zu groß, weil zu große Wärmepumpen takten und die Jahresarbeitszahl sinkt. Die kältesten Tage fängt der Heizstab ab. Gaskessel dürfen 20 Prozent größer sein.
Kann ich die Heizlast aus dem Gasverbrauch ableiten?
Ja, grob: Jahresverbrauch in kWh geteilt durch 2.000 ergibt die Heizlast in kW. 25.000 kWh Gas entsprechen etwa 12,5 kW. Diese Zahl ist bei Bestandsgebäuden oft verlässlicher als die Tabelle, weil sie das echte Haus mit echtem Nutzerverhalten abbildet.
Was ist der Unterschied zwischen Heizlast und Wärmebedarf?
Die Heizlast ist die Leistung in kW am kältesten Tag, der Wärmebedarf die Energie in kWh über das Jahr. Faustregel: Jahreswärmebedarf gleich Heizlast mal 1.800 Volllaststunden, bei 14 kW also rund 25.200 kWh. Die Heizung wird nach der Heizlast dimensioniert, die Kosten folgen dem Bedarf.
Welche Rolle spielt die Region?
Die Normaußentemperatur, der kälteste Auslegungstag, liegt an der Küste und im Rheinland bei minus 10 bis 12 Grad, in Mittelgebirgen und im Alpenvorland bei minus 16 bis 18. Der Rechner setzt dafür Faktoren von 0,9 (mild) bis 1,15 (kalt) an, bei 40 kW ein Unterschied von sechs Kilowatt.
Ist die Heizlastberechnung für die Förderung Pflicht?
Ja, für die Wärmepumpen-Förderung nach BEG ist eine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 und ein hydraulischer Abgleich vorgeschrieben. Der Energieberater nimmt 300 bis 800 Euro, viele Installateure liefern sie mit dem Angebot. Der Rechner hier dient der Vorabschätzung.
Wie senke ich die Heizlast?
Dämmung in dieser Reihenfolge: oberste Geschossdecke (10 bis 15 Prozent weniger Last, günstig), Fenster vor 1995, Kellerdecke, Fassade. Ein unsanierter Altbau mit 180 Watt je Quadratmeter landet voll saniert bei 60 bis 90, aus 41 kW werden 15 bis 20, und die Vorlauftemperatur sinkt mit.